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Mi, 16:52 Uhr
26.05.2010

Haushalt 2.0

Eigentlich sollte der Haushalt der Stadt Nordhausen, der erste doppische, das Vorzeigeprojekt der Nordhäuser Stadtverwalter sein. Nun entpuppt sich das alles als ein fiskalischer Flop...


Eigentlich hätten die Doppik-Protagonisten im Rathaus wissen müssen, dass die Thüringer Gesetzgebung, vor allem in punkto "Behandlung von Abschreibungen" etwas eigenartig ist. Jedenfalls hätte die Höhe der Abschreibungen im laufenden Haushalt erwirtschaftet werden müssen, oder so ähnlich. Das jedoch kann nicht einmal die "reichste Kommune Nordthüringens" leisten. Und da das alles nicht so funktionierte, wie man sich es im Rathaus ausgedacht und den Stadträten vorgelegt hatte, gibt es nun keine Genehmigung des Haushaltes seitens der Kommunalaufsicht. Punkt.

Und überhaupt muss die gigantische Summe von fast sieben Millionen Euro an Neuverschuldung die Mitarbeiter der Kommunalaufsicht fast erschlagen haben. Also haben Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) und ihre Kämmerin (heißt das überhaupt noch in einer doppischen Kommune so?) Karin Spieß kurzerhand die Kreditaufnahme gestrichen und die Einnahmen erhöht. So jedenfalls berichtete Frau Rinke es heute nachmittag den Mitgliedern des Hauptausschusses, die das - ohne zu murren - schluckten. Denn wiederum sprach die Verwaltung von einem ausgeglichenen Entwurf, den man ja noch im Finanzausschuss diskutieren könne. Gab es aber nicht schon das Wort "ausgeglichen" im Vorbericht zum Doppik-Haushalt 1.0?

Konkret, wo nun Einnahmen erhöht werden sollen, wurde durch die Oberbürgermeisterin nicht erläutert. Wie einst im nnz-Gespräch machte sie stattdessen darauf aufmerksam, dass die richtigen Probleme wohl erst in den kommenden Jahren auf den Stadtrat, die Verwaltung und die Bürger zukommen würden.

Bis zum 30. Juni müssen die Stadträte über einen neuen Haushalt, den Doppik-Haushalt 2.0 befinden. Eine reguläre Sitzung bleibt dafür Zeit und einige Ausschusssitzungen. Die Verwaltung wird die Vorschläge machen und dann herrscht wieder das historische Vertrauen in deren Arbeit. Wie das schon immer war, auch wenn jetzt noch irgendwo drei Millionen Euro gesucht werden.

Bis dahin bleiben all die Finanzierungen für die vielen schönen Maßnahmen im Rahmen des Konjunkturpaketes das, was sie bislang waren: Zahlenkolonnen auf Papier.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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Kommentare
H.Buntfuß
26.05.2010, 17:45 Uhr
Da passt der Spruch
Ja Frau Rinke, hier passt er wieder der Spruch: „DAS HABEN WIR GEMACHT“ oder nicht?
TeeEff
26.05.2010, 18:04 Uhr
Wieso ist das geheim?
Transparenz Frau Rinke!
Da kaum über Nacht neue Industrie mit vielen Arbeitsplätzen entstanden ist, kann es Einnahmeerhöhungen ja wohl nur über die Erhöhung von Steuern, Abgaben und Gebühren geben - also was ist es?

NNZ bitte hakt nach!
Ra.Fr.
26.05.2010, 20:04 Uhr
Berechtigter Zweifel
Zu diesem Thema ist noch anzumerken, dass es mindestens einen Stadtrat gab, der wie man jetzt sieht berechtigte Zweifel an dem Haushalt hatte.

So stellte der NPD-Stadtrat Herr Kreutzer die Frage "ob man einen Haushalt wirklich als ordentlich bezeichnen kann, wenn die Stadt 33 Millionen Euro Schulden hat und man trotzdem noch 7 Millionen Euro an neuen Krediten aufnimmt"

Auf die Ausführungen des NPD-Stadtrates erwiderte der Fraktionsvorsitzende der SPD, Herr Wieninger, dies sind "Investitionen in unsere Kinder", dabei verschwieg er aber, wer die heute aufgenommenen Schulden in Zukunft begleichen soll.

Dies war unter anderem auch ein Grund dafür, weshalb Herr Kreutzer diesem vorgelegten Haushalt in der anschließenden Abstimmung seine Zustimmung verweigerte
teamplayer
26.05.2010, 21:11 Uhr
Vielleicht
hätte sich der NPD-Mann mit seiner Kritik zurück halten sollen, denn was die NPD schlecht findet müssen unsere übrigen demokratischen Volksvertreter je reflexartig wiederum gut finden:-)
Ergo: beim nächsten Mal Frau Rinke Ausuferungen loben!
L.J.
26.05.2010, 21:17 Uhr
schau an
wer die sitzungen beobachtet, in denen die doppik vorgestellt wurde, kam nicht umhin festzustellen, dass es sehr ermüdend und schwer verständlich war, den ausführungen zu folgen.

anhand dieses einen beispiels zeigt sich doch sehr deutlich: nur weil auf kommunaler ebene, eine frau bzw ein mann zum stadtrat/zur stadträtin gewählt wird und so mit den weihen eines politikers bedacht wird, bedeutet das nicht postwenden, das er/sie auch weiß worüber geredet wird bzw politisch versiert ist entscheidungen zu treffen.

es mutet eh meist vermessen an, mit welcher hochnäsigkeit und arroganz sich der ein oder die andere auf kommunaler ebene sich als politiker/in bezeichnet und anmaßt über dinge zu befinden, welchen es in den meisten fällen fachwissen und know how bedarf. doch die einsicht wird wohl bei vielen nie der fall sein. es wird sich zu viel darauf eingebildet und sich von empfang zu empfang geladen.

und liebe nnz-redaktion. einen kommentar als loblied auf die npd hier unkommentiert zu veröffentlichen zeigt exemplarisch, das es keinerlei geeigneten umgang mit der verfassungsfeindlichen und heidnisch-völkischen npd in nordhausen zu geben scheint!?

nur weil ein npd-stadtrat sich enthält bzw dem nicht zustimmt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass er weiß warum. denn es ist programm bei der npd sich populistisch den abstimmungen zu enthalten, egal welches thema.

..also, weder ein loblied auf den npd-stadtrat, noch eines für die ob oder den stadtrat im allgemeinen!
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