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Sa, 10:11 Uhr
14.02.2026
Polizei will stärker durchgreifen

Neue Vorfälle an der Galerie

Die Südharz-Galerie kommt nicht zur Ruhe: Gleich wegen zweier Streitigkeiten mit Körperverletzungen und Bedrohungen musste die Polizei am Freitagabend eingreifen. Sie zeigt dort inzwischen deutlich mehr Präsenz. Update, 10.55 Uhr: Landrat rief Polizei
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Rund um die Galerie kam es in den letzten Tagen immer wieder zu Polizeieinsätzen.  (Foto: ssc) Rund um die Galerie kam es in den letzten Tagen immer wieder zu Polizeieinsätzen. (Foto: ssc)
Der erste Streit entwickelte sich nach Zeugenaussagen bereits am Freitagabend in der Bahnhofstraße. Später verlagerte sich das Geschehen in die Südharz-Galerie und dann vor den Ausgang zur Landgrabenstraße. Laut Zeugen soll ein 35 Jahre alter Mann, der aufgrund einer Beinverletzung zu diesem Zeitpunkt auf einen Rollstuhl angewiesen war, aus diesem gezerrt worden sein.

Nach Angaben der Polizei waren die Einsatzkräfte schnell vor Ort, da das Gebiet rund um Bahnhof und Galerie derzeit verstärkt bestreift werde. In der Landgrabenstraße forderten die Beamten einen 46 Jahre alten Nordhäuser auf, den Bereich zu verlassen. Dieser widersetzte sich und versuchte, die Polizei mit der Gehhilfe des Rollstuhlfahrers auf Abstand zu halten. „Der Grad seiner Alkoholisierung veranlasste die Staatsanwaltschaft, bei dem Mann eine Blutprobenentnahme anzuordnen“, teilte die Polizei mit.

19-Jährigen verhaftet
Im Zuge der Fahndungsmaßnahmen wurde zudem ein 19 Jahre alter Nordhäuser aufgegriffen. Gegen ihn lag ein Haftbefehl vor. Er wurde dem Haftrichter in Mühlhausen vorgeführt und nach richterlicher Entscheidung in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Kurz nach 19 Uhr kam es vor dem Rewe-Markt in der Galerie zu einer Schlägerei zwischen einem 19 Jahre alten Deutschen und einem 16 Jahre alten, in Nordhausen lebenden Bulgaren.

Bereits am vergangenen Wochenende und am Montag hatte es zwei weitere Vorfälle gegeben: Ein Marokkaner soll Jugendliche bedroht haben, ein Tunesier eine Frau mit einem Messer. Am darauffolgenden Tag bestätigte die Polizei zudem weitere Messerfunde in dem Supermarkt. Ein Zusammenhang mit der Bedrohung vom Montag werde noch geprüft (die nnz berichtete).

Vorfälle auch Thema im Stadtrat
Auch im jüngsten Stadtrat waren die vermehrten Vorfälle in der Galerie Thema. Kerstin Düben-Schaumann, die für die AfD auch im Landtag sitzt, sprach die Messerfunde an. Viele Mitarbeiter, vor allem Frauen, fühlten sich in dem Einkaufscenter nicht mehr sicher. Einige ließen sich mittlerweile von ihren Ehemännern nach der Arbeit abholen, weil sie Angst hätten, allein zum Auto zu gehen. Düben-Schaumann erklärte, Teile der Stadt Nordhausen seien auf dem besten Weg, zu sogenannten No-go-Areas zu verkommen.

Von der Stadtspitze forderte sie ein Konzept, um die Sicherheit rund um die Galerie schnell wieder zu erhöhen. Bürgermeister Kai Buchmann (parteilos) wollte dazu lediglich schriftlich Stellung nehmen. Alexander Scharff (Die Linke) erinnerte an die unbesetzte Streetworkerstelle. Die könne an der Galerie, wo es auch Suchtprobleme gebe, gute Dienste leisten.

Nordhausens Bürgermeisterin Alexandra Rieger (SPD) erklärte, der Außendienst der Stadtverwaltung sei angewiesen worden, verstärkt zu kontrollieren. Rund-um-die-Uhr-Kontrollen seien jedoch nicht möglich. Ein weiteres Problem: Die Ordnungsbehörde habe innerhalb der Südharz-Galerie keinen direkten Zugriff, so Rieger. Sie habe auch das Gespräch mit der örtlichen Polizei gesucht. Das sei bereits vor den aktuellen Vorfällen gewesen.

Polizei zeigt weiterhin Präsenz
Wie die Nordhäuser Polizei am Samstag per Presseinfo mitteilte, wird sie in und um die Südharz-Galerie weiterhin verstärkt präsent sein. Es sei nicht ungewöhnlich, dass sich polizeiliche Schwerpunkte verlagern – im Sommer etwa vom Zorgeufer nördlich der Südharz-Galerie hin zum Einkaufszentrum in der kalten Jahreszeit.

Die Taten würden, auch aufgrund der Eigenheiten des Tatortes, häufig von vielen Zeugen wahrgenommen und nicht selten gefilmt. Wer sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich an eine Polizeidienststelle unter (03631) 9 60 zu wenden.

Update, 10.55 Uhr: Wie Landrat Matthias Jendricke auf seinem Facebook-Account mitteilte, hat er am Freitagnachmittag die Polizei angerufen, daraufhin seien mehrere Streifenwagen an der Südharz-Galerie schnell erschienen. Unverständnis zeigte Jendrick, dass viele Zeugen vor Ort filmten, ihre Videoaufnahmen der Polizei aber nicht zur Verfügung stellen würden.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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Kommentare
Kobold2
14.02.2026, 10:33 Uhr
Wie jetzt
echte Nordhäuser, oder waren es doch Eingebürgerte? Oder ist es einfach nur Wahlkampfgeplänkel???
Dieses Fragen sollten doch auch diesmal erlaubt sein.
Anmerkung, techn. Support: Die Polizei schreibt, es waren Deutsche und ein Bulgare! So steht es auch im Text.
Nordhäuser
14.02.2026, 10:38 Uhr
Nicht aufregen
Die Polizei war nur so schnell vor Ort, da Herr Jendricke angerufen hat.
So kann es aber auf jedenfall nicht weitergehen.
Aber nicht Aufregen „Wir schaffen das“
Mitternacht
14.02.2026, 11:04 Uhr
Ah, auch ein Bulgare unter den Verdächtigen.
Ich hab mich schon gewundert, dass die AfD auch diese Vorfälle öffentlich thematisiert. Konnte mir schon nicht erklären, dass sie sich für "Sicherheit" einsetzt, wenn die Täter nur Deutsche gewesen wären.
Lautaro
14.02.2026, 12:24 Uhr
Aus dem Rollstuhl gezerrt !!!!!!
Es gab in der Geschichte Nordhausens immer schon dümmliche Schläger. Aber sich an einem Rollstuhlfahrer zu vergreifen ? Da ist wirklich eine Grenze unterschritten.
Aber dass unsere Gesetzeshüter sich mittlerweile mit ihrer Präsenz stärker um den Schutz unserer Bürger bemühen, ist nach den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte begrüßenswert.
Handwerker
14.02.2026, 18:02 Uhr
Wahlkampf
Na zum Glück mal Deutsche!
Für wie blöd halt uns der Herr Landrat.?
Ablenken von den wahren Mißständen.
tofa
14.02.2026, 18:53 Uhr
Videoüberwachung?
Es ist sicher nicht die schönste Lösung, aber meiner Meinung pragmatisch…
Ich wäre dafür, dass all die üblichen Straßen und Plätze der Stadt, die sich langsam zum Hotspot für allerlei Kriminalität entwickeln, eine Videoüberwachung bekommen. Es würde der Polizei sicher helfen und bissel abschreckend wäre es wohl auch…
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