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Mi, 15:26 Uhr
26.05.2010

Aktionstag im Naturpark Kyffhäuser (1)

Anlässlich des Tags der Parke fand heute ein Aktionstag am Kyffhäuser statt. Die Bilanz: Zehn Millionen Euro für Naturschutz sind in der Region geflossen. Als kleinen Dank erhielt Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU) ein Geschenk zum schmunzeln. Was es ist, erfahren Sie hier...

Der Naturpark Kyffhäuser feiert heute in der Naturparkstation bei Bad Frankenhausen den Europäischen Tag der Parke, der dieses Jahr unter dem Motto "Biodiversität und Mensch: Ist da noch Raum für Natur?" steht. Seit Über zehn Millionen Euro Fördermittel des Landes, des Bundes und der EU flossen seit 1992 über spezielle Naturschutzprojekte in die Naturparkregion.

Ein Schwerpunkt der Arbeit im Naturpark ist die Umweltbildung. „Hier können Kinder und Jugendliche Natur hautnah und praktisch erleben, zum Beispiel bei den Naturerlebnistagen. Jährlich über 4.000 Schüler nutzen dieses Angebot. Dazu kommen rund 1.500 Besucher von Führungen und Vorträgen“, so Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz.

Reinholz sagte aber auch weiter, wir wollen nicht nur an Hand des Kyffhäusers den Kindern und Jugendlichen zeigen, wie schön die Natur sein kann. Das Thema Bildung und Natur erleben, sei sehr wichtig.

Als man sich in in der Naturparkverwaltung einen "Kopf" machte, was schenkt man dem Minister an so einem Tag, kamen die Frauen auf eine Idee zum Schmunzeln. Der Minister erhielt einen Gutschein für einen Apfelbaum, passend zu seiner Herkunft aus der Region. Obstname: "Schöner von Nordhausen". Der ebenfalls eingeladene Landrat Joachim Claus (CDU) aus Nordhausen konnte nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Noch keine passende Apfelsorte hat bisher für Landrat Peter Hengstermann gefunden. Aber man arbeitet daran.

Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Seit 1979 übrigens wurden in Deutschland insgesamt 73 Naturschutzgroßprojekte mit einer Gesamtfläche von mehr als 2.750 Quadratkilometern in die Förderung aufgenommen. Eines dieses Förderprojekte war auch das Großprojekt Kyffhäuser, dass im Förderzeitraum 1997 bis 2008 und ein Finanzvolumen von rund 6,29 Millionen Euro erreichte

Eine weitere Aufgabe im Naturpark ist der Schutz, die Pflege und Entwicklung der durch traditionelle Nutzung geprägten Kulturlandschaft mit ihrer Arten- und Lebensraumvielfalt. Von den insgesamt rund 10.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche wurden rund 1.200 Hektar durch Naturschutzprojekte für die Landwirtschaft aufgewertet oder wieder nutzbar gemacht, so Landrat Peter Hengstermann (CDU) vor vielen Gästen, aus Tourismus, Land- und Forstwirtschaft der angrenzenden Region.

Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Naturparkchef Jörg Nonnen (li.) und Landrat Peter Hengstermann

Hengstermann dankte allen Beteiligten an der Arbeit im Naturpark Kyffhäuser. Stolz verwies er auch darauf, dass im Obstsortengarten fast 1.2000 Obstbäume von 500 verschiedene Sorten stehen, einmalig in Deutschland. Viele Apfel- und Kirschsorten davon sind in der Gendatenbank Deutschland enthalten.

Haupt-Projektziele waren und sind die Zurückdrängung der Verbuschung auf den offenen Mager- und Steppenrasen mit ihrer Vielzahl speziell an diese Biotope angepasster Arten sowie die Entwicklung naturnaher Buchenmischwälder inklusive gar nicht mehr bewirtschafteter Teilbereiche. Die Dauerpflege der Magerrasen soll über die Beweidung durch Schafe gesichert werden.

Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Dr. Volker Scherfose (im Bild zeigt er den Schlips der Naturschützer), vom Bundesamt für Naturschutz, wies dabei den Schäfern eine zentrale Rolle bei der Naturschutzarbeit zu. Dr. Scherfose forderte dabei eine bessere Stellung der Schäfer in der Gesellschaft. Erforderte regelrecht, die Produkte der Schäferei besser in der Region zu vermarkten.

Von der Region, sprich insbesondere Landkreis Kyffhäuser forderte er eine Sicherstellung der Dauerpflege. Das werde man vom Bund her auch überprüfen. Interessant sein Vorschlag, einen "Naturpark de Luxe", um mehr Touristen in die Region zu locken. Ob sein Vorschlag so gut ankommt, aus dem Naturpark einen Biosphärenreservat zu machen, bleibt abzuwarten. Man denke nur an die Querelen rund ums Vessertal im Thüringer Wald. Dr. Volker Scherfose würde dabei auch gern noch die "Hohe Schrecke" einbeziehen.

Nach den offiziellen Reden machte man sich auf eine Rundgang durch die herliche Anlage der Naturparkstation am Qualitätswanderweg "Kyffhäuserweg". Über den Rundgang informiert nnz/kn im Teil 2 des Berichtes.

Hintergrund:

Der Naturpark Kyffhäuser in den drei Landkreisen Kyffhäuser (82 Prozent der Naturparkfläche), Nordhausen (15 Prozent) und Sömmerda (3 Prozent) ist eine von acht Nationalen Naturlandschaften in Thüringen. Er hat eine Größe von 30.500 Hektar und ist landschaftlich geprägt durch Mittelgebirge, Höhenzüge und Auen am Nordostrand von Thüringen zu Sachsen-Anhalt.

Das Kyffhäuser-Denkmal, die Barbarossahöhle, die Kaiserpfalz Tilleda und die Steinrinne sind touristische Sehenswürdigkeiten in der Naturparkregion. Insbesondere der Kyffhäuserweg lädt zum Wandern ein. Dieser 2008 ausgezeichnete Qualitätswanderweg lockte bereits in seinem ersten Jahr gut 25.000 Besucher an.

Der Gipskarst des südlichen Kyffhäuserrandes besitzt eine bundesweite geologische und ökologische Bedeutung. In den xerothermen Mager- und Trockenrasen, Felsheiden, Karstbuchenwäldern und Eichenmischwäldern des Kyffhäuser finden sich viele Arten, deren eigentlicher Verbreitungsschwerpunkt in Südosteuropa liegt.

Zu den gefährdeten Pflanzen zählen u.a. das Flammen-Adonisröschen, die Kornrade, das rundblättriges Hasenohr, die Bologneser Glockenblume, der Bitterer Enzian, die Sand- und Panzer-Sommerwurz, die Sand-Kuhnelke und die Violette Schwarzwurzel. Aus Sicht der Vogelkundler bedeutsam sind die Vorkommen von Sperbergrasmücke, Wendehals, Heidelerche, Raubwürger, Schwarzkehlchen sowie aller sieben europäischen Spechtarten. Der Kyffhäuser beherbergt 14 Fledermausarten, darunter 4 Arten der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie): die Mopsfledermaus, die Kleine Hufeisennase, das Große Mausohr und die Bechsteinfledermaus. Der Zwerggrashüpfer kommt in Deutschland einzig nur hier im Kyffhäuser vor. Bundesweit bedeutsam sind aber auch die Populationen des schwarzfleckigen Grashüpfers und Steppengrashüpfers. Unter den Tagfaltern sind u.a. folgende stark bedrohte Arten erwähnenswert, wie die Berghexe, der Quendelbläuling, das Blaukernauge, der Streifenbläuling und der Große Eisvogel.
Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
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Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
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Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
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Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Tag der Parke (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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