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Do, 14:22 Uhr
02.04.2020
Weniger Flugzeuge sammeln Wetterdaten

Corona-Krise macht Vorhersagen unsicher

Durch die Corona-Krise ist es zu einem dramatischen Einbruch von Wetterdaten gekommen. Verantwortlich dafür ist vor allem der Rückgang des Flugverkehrs...


Flugzeuge sammeln während ihres Fluges wichtige Wetterdaten

Wetterdaten sind knapp
Ein Blick nach oben zeigt es: Am ungetrübten blauen Himmel fehlen nicht nur Wolken, sondern auch Verkehrsflugzeuge. Durch die Eindämmung der Corona-Pandemie ist der Luftverkehr fast zum Erliegen gekommen. Flugzeuge haben aber zuvor zu tausenden Wetterdaten an die Bodenstationen gefunkt. „Eine geringere Anzahl von Flugzeugen in der Luft, die während ihres Fluges wichtige Wetterdaten über den Ist-Zustand der Atmosphäre sammeln, ist für die Meteorolgen ein großes Problem. Es fehlen schlichtweg Daten. Zu diesen Wetterdaten gehören Temperaturen, Windgeschwindigkeiten und -richtungen, sowie Angaben über die Luftfeuchtigkeit.“, erklärt Matthias Habel, Meteorolge und Pressesprecher von WetterOnline.

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Weniger Prognosegenauigkeit
„Im März sanken die Wetterdaten von mehr als 700.000 auf wenige Tausend pro Tag. Fehlende Datensätze sorgen dafür, dass Unwetter schwerer vorherzusagen sind. Damit erhöht sich das Risiko für Länder, die mehr Vorlauf brauchen, um sich auf Wetterkatastrophen vorzubereiten. Zudem werden Wettervorhersagen unzuverlässiger.“, so Habel.
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Kommentare

02.04.2020, 19.19 Uhr
Fönix | Setzt bitte wieder
Meteorologen, die ihr Handwerk von der Pike auf gelernt und genügend Berufserfahrung haben, auf die Wetterstationen, dann klappt es auch mit der Vorhersage. Vorgestern waren als Tiefsttemperatur -2 bis -3 °C angesagt, tatsächlich waren es unter -7. Und das ist beileibe kein Einzelfall, die auf statistischen Verfahren beruhenden Computervorhersagen liegen oft soweit daneben, dass es einen graust.

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02.04.2020, 22.06 Uhr
diskobolos | Da irren Sie
Auch ein erfahrener Meteorologe kann mit modernen Verfahren nicht mithalten. Die Wetterprognose entsteht heute als numerische Lösung komplizierter Differenzial-Gleichungen. In diese gehen Unmengen an Daten ein. Dazu braucht man sehr leistungsfähige Computer. Die Prognosen sind heute viel genauer und reichen weiter in die Zukunft als früher. Da Wetter aber ein im mathematischen Sinn chaotisches System ist, lässt sich die Prognosezeit auch nicht beliebig vergrößern.

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02.04.2020, 23.25 Uhr
Fönix | @ diskobolos: Sie sollten mit solchen Unterstellungen
vorsichtiger sein. Zumal Sie offensichtlich das grundsätzliche methodische Problem moderner Wettervorhersagen noch gar nicht für sich erschließen konnten. Wie sonst ist es zu erklären, dass Sie die Ursache ("ein im mathematischen Sinn chaotisches System") für diese methodischen Probleme zwar erwähnen, aber den damit verbundenen zwangsläufigen Widerspruch ("numerische Lösung komplizierter Differential-Gleichungen") in Ihrer Aussage gar nicht erkennen. Wie aber sonst sind die vielen ständigen Fehlvorhersagen, die im aktuellen Fall der kräftigen Nachtfröste in den letzten Nächten zu erheblichen Blüteschäden in den klassischen Obstanbaugebieten unserer Region (sowohl in Gierstädt als auch am Süßen See) geführt haben, zu erklären? Wetter ist kein technisches und auch kein rein physikalisch zu erfassendes System. Regionalität sowie erfahrungsbasiertes Analyse- und Prognosepotential sind nur drei von vielen empirischen Faktoren, die ein erfahrener Meteorologe (solange es sie noch gibt) hier in die Waagschale werfen kann. Die Zahl der Rand- und Rahmenbedingungen beim Wettergeschehen ist so unendlich groß (ich möchte hier nur auf die klimatischen Veränderungen der letzten Jahre verweisen), dass mathematische Verfahren mit ihren grob vereinfachten Modellsystemen bei stabilen, regelmäßig wiederkehrenden Wetterlagen zwar durchaus brauchbare Ergebnisse liefern, ansonsten aber jegliche Verlässlichkeit vermissen lassen. Was Sie in Bezug auf die Leistungsfähigkeit computerbasierter Wettervorhersagen in Ihrem Kommentar darzulegen versuchen gleicht dem Wunsch, mittels leistungsfähiger Computer die Lottozahlen des kommenden Wochenendes vorhersagen zu können. Wenn Sie soweit sind, sagen Sie mir bitte Bescheid.

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02.04.2020, 23.26 Uhr
Auleber | Da ist er wieder
Man mag es nicht glauben, aber der Universalexperte @Fönix hat wohl von der Pike auf neben Talsperrenbau, Forstwirtschaft, Flusslaufgestaltung, Fischerei auch Wettervorhersagen als Wetterfrosch "gelernt" . Richtig ist: Vorgestern wurden bis zu -6 Grad für unsere Gegend von den "dummen" Wetterfeen/männern vorher gesagt! Und so war es auch!

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02.04.2020, 23.31 Uhr
Fönix | Ergänzung zur Meteorologie: Natürlich will ich nicht in Abrede stellen,
dass die modernen technischen Errungenschaften auch der Meteorologie ganz neue Möglichkeiten eröffnet haben. Die Vielzahl der heutzutage zur Verfügung stehenden Daten ist genauso wie deren elektronische Verarbeitung und Aufbereitung für einen guten Meteorologen ein Schlaraffenland im Vergleich zu den Zeiten von analogen handgezeichneten Wetterkarten und telefonischem Datenabgleich mit dem Kollegen auf dem übernächsten Berg. Aber die Erfahrung vieler Berufsjahre ist in einem komplexen chaotischen System nicht mit smarten technischen Lösungen diverser Differentialgleichungen gleichzusetzen. Ersetzen können sie diese schon gar nicht. Der Meteorologe Thomas Globig vom MDR war übrigens der erste und einzige, der am Dienstagabend auf die Möglichkeit stärkerer Nachtfröste hingewiesen hat. Nicht zufällig ein "Wetterfrosch" alter Schule, für die Obstbauern war es aber offensichtlich zu spät, um noch angemessen reagieren zu können. Selbst wer zu 100 Prozent technikgläubig ist, sollte die Unterschiede zwischen rein mathematischer und empirischer Methodik kennen und irgendwann einmal auch so viel Erfahrung gesammelt haben, um einschätzen zu können, was in welcher Situation die besseren Ergebnisse liefert.

Nur weil Sie es erwähnt haben ("lässt sich die Prognosezeit auch nicht beliebig vergrößern"):
Darum geht es auch gar nicht. Es geht hier um die Vorhersage für den kommenden Tag, bestenfalls noch für die kommenden drei Tage. Die sollte hinreichend genau sein und die gibt es auch auf der Basis professionell aufbereiteter Daten (z.B. für die Landwirtschaft oder auch für die Luftfahrt), man muss nur etwas intensiver suchen. Die in den einschlägigen allgemeinverfügbaren Wetterseiten regelmäßig anzutreffenden Wetterprognosen über 10 oder gar 14 Tage sind eine nette Computerspielerei mit einer Trefferquote ähnlich wie beim Dartspiel engagierter Amateure. Es gibt durchaus regelmäßig sehenswerte Ergebnisse, aber den hohen Schnitt der Profis erreicht man ohne entsprechendes Training nie und nimmer. Wie irrelevant das Ganze ist erkennt man auch daran, dass diese Prognosen regelmäßig suggerieren, die Unterschiede im Wetterverlauf von Sundhausen und Steinbrücken exakt darstellen zu können.

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03.04.2020, 10.51 Uhr
diskobolos
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Kein Chat
03.04.2020, 11.05 Uhr
Fönix
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Kein Chat
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