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Fr, 10:59 Uhr
18.03.2016
Tierschutzbund kritisiert intransparente Kennzeichnung

Bunte Ostereier oft aus Käfighaltung

Bunte Eier gehören zum Osterfest dazu – schon lange vorher findet man sie auch vorgefärbt in den Regalen der Supermärkte. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt jedoch, bei diesen Eiern genauer hinzuschauen. Da gekochte und gefärbte Eier von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen sind, verbergen sich hinter der Farbschicht oft Eier aus Käfighaltung...

Auch bei verarbeiteten Eiern, etwa in Kuchen, Keksen oder Likören, besteht nach wie vor keine Kennzeichnungspflicht. Steht nichts Gegenteiliges darauf, so handelt es sich in der Regel um Käfigeier. Der Deutsche Tierschutzbund appelliert daher an alle Verbraucher, auf solche Produkte zu verzichten und nur gefärbte Eier zu kaufen, die explizit aus Bio-, Freiland- oder Bodenhaltung stammen oder auf pflanzliche Ei- Alternativen umzusteigen. Eine Kaufalternative sind auch Eier mit dem Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes, denn das Label garantiert bessere Bedingungen für Legehennen.

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Die klare, verbraucherfreundliche Kennzeichnung von frischen Eiern mit den Ziffern „0“ für Bio-, „1“ für Freiland-, „2“ für Boden- und „3“ für Käfighaltung, hat in den Läden dazu geführt, dass frische Käfigeier komplett aus dem Sortiment verschwunden sind. Während sich die Verbraucher beim Frühstücksei also bewusst gegen solche Eier entschieden haben, ist die Herkunft von gekochten und gefärbten oder verarbeiteten Eiern weiter nicht erkennbar. Eine Kennzeichnungspflicht besteht nicht.

Milliarden solcher Eier finden somit jedes Jahr ihren Weg in den Handel – verarbeitet in Eierlikör, Nudeln, Backmischungen, Kuchen oder anderen Fertigprodukten. Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher eine verpflichtende Kennzeichnung aller Fertigprodukte entsprechend der Haltungssysteme der Legehennen. Solange sollten Verbraucher auf Eier, deren Herkunft unklar ist verzichten oder beim Kochen und Backen ganz auf pflanzliche Ei-Alternativen, wie Sojamehl, reife Bananen, Apfelmus, Tomatenmark oder Seidentofu, umsteigen.

Tierschutzprobleme durch Käfighaltung

Rund 14 Prozent der Legehennen in Deutschland werden in sogenannten Kleingruppen-Käfigen gehalten. Die Tiere haben dort nur etwas mehr Platz als eine DIN-A4-Seite. In der drangvollen Enge können sich die Hennen kaum bewegen. Der erzwungene Bewegungsmangel führt zu gesundheitlichen Schäden, wie Fußballengeschwüren und Knochenschwäche. Arttypisches Verhaltensweisen, wie das Sandbaden, Scharren oder Picken, können die Tiere in den Käfigen nicht ausleben. Deshalb richten sie diesen Trieb gegen die Artgenossen: Federpicken und Kannibalismus sind die Folge.

Tierschutzlabel für Legehennen

Legehennen, deren Eier auf der Verpackung mit dem Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes gekennzeichnet sind, profitieren von konkreten Verbesserungen: Sie haben sowohl in der Einstiegs- als auch in der Premiumstufe mehr Platz, mehr Beschäftigung und die Schnäbel dürfen nicht gestutzt werden. Außerdem steht den Hennen ein zusätzlicher Scharrraum mit Außenklima zur Verfügung. In der Premiumstufe haben die Tiere zudem Zugang zu einem Freilandauslauf. Eier mit dem Tierschutzlabel sind bei Globus, Hit, famila, Lidl und Edeka Südwest erhältlich.
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Kommentare

18.03.2016, 12.43 Uhr
Gehard Gösebrecht | Intensivhaltung hat wohl keine Alternative
Intensivhaltung von Tieren jeglicher Art, wird sich wohl auf kurz oder lang nicht vermeiden lassen, wenn man jeden Bürger preiswerte Produkte, vor allem in der gewünschten Anzahl anbieten möchte.
Das Glückliche Huhn auf der grünen Wiese wird kaum genug Eier legen, um die Bevölkerung ausreichend beliefern zu können.
Die Werbung suggeriert natürlich etwas anderes.
Da werden die bunten Eier noch in Handarbeit bemalt.
Eierlikörflaschen werden noch per Hand abgefüllt und etikettiert.
Kühe werden noch per Hand gemolken und vom Bauer/Erzeuger oben auf der Alm massiert.
So kann man sich im Dienste des Tierschutzes die Welt auch schön reden.

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