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Mi, 08:46 Uhr
01.06.2011

Diskutiert und verwiesen

So konfus, wie sich teilweise im Nordhäuser Kreistag die Debatte um die Finanzen ausnahm, so konfus ging es dann weiter. Schließlich stand die künftige Struktur der Feuerwehren auf der Tagesordnung...


Landrat Joachim Claus (CDU) wünschte sich zu Beginn dieses Tagesordnungspunktes eine sachliche Diskussion. Ein Wunsch, der nur teilweise erfüllt werden konnte. Aber auch nur deshalb, weil der von der Verwaltung vorgelegte Entwurf erst einmal seinen Rundgang durch den Kreisausschuss und von dort in die anderen zuständigen Ausschüsse des Kreistages gehen wird.

Der Landrat will den Bedarf an Feuerwehrfahrzeugen auch noch einmal prüfen, inwieweit sich Fahrzeuge vom noch aufzubauenden Katastrophenschutzzug (eine neue, höchst umstrittene gesetzliche Forderung) anrechnen lassen und inwieweit die gesetzlichen Forderungen von Landesseite überhaupt zu erfüllen sind. Schließlich nütze es nichts, wenn die Fahrzeuge dann nicht fachmännisch besetzt und gepflegt werden könnten, weil die Leute fehlen, so der Landrat. Es sei zu überlegen, ob man für zwei Aufgaben zwei Fahrzeuge brauche oder ob man nicht ein Fahrzeug für zwei Aufgaben nutzen könne.

Letztlich gibt es für die Kreisräte zwei gordische Knoten zu zerschlagen: Zum einen werden in den kommenden Jahren mehrere Millionen Euro für die Anschaffung von Technik benötigt, zum anderen fehlen die Menschen, die dieses Technik bedienen, um mit deren Hilfe anderen Menschen zu helfen. Das wird ein starkes Stück Arbeit. Geld kann man sich eventuell leihen, Menschen für das Ehrenamt in der Feuerwehr zu begeistern, ist da viel schwerer. Das allerdings ist den Frauen und Männern an der Feuerwehrbasis im Landkreis bestens bekannt.

Den Entwurf zur künftigen Struktur der Stützpunktfeuerwehren stellen wir ihnen als Download zur Verfügung.

Downloads:

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Kommentare

01.06.2011, 14.13 Uhr
H. Buntfuß | VERGNÜGUNGSSTEUER
Da der Kreis sehr dringend Geld benötigt, mache ich folgenden Vorschlag. Liebe Kreistagsmitglieder, verlegen sie doch die nächste Sitzung in das Theater, oder vielleicht in die Wiedigsburghalle.

Denn was sie in der Sitzung dargeboten haben, verdient schon einen Kunstpreis, beste Komödie oder so ähnlich. Wie gesagt in der Wiedigsburghalle könnten sie Eintritt nehmen. Da zu eine saftige Vergnügungssteuer und der Kreis wäre seine Schulden schnell los.

Was sie gestern Gezeigt haben war wirklich ein Publikumsmagnet dafür könnte man richtig Geld verlangen und die Bürger würden einmal sehen, welch schauspielerische Talente unsere Politiker haben.

Ein Wort an Hubertus, ich danke für Ihr Lob, ich werde auf jeden Fall so weiter machen.

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01.06.2011, 19.38 Uhr
Peppone | Was sagen die Fachleute?
Mir fehlt hier als Nichtfachmann so ein bisschen das feedback, die Reaktion, der Feuerwehrleute. Sonst seid ihr doch hier bei jeder Alarmierung vertreten.;-)

Wenn ich die angehangene pdf lese, dann fehlen Fahrzeuge im Wert von Millionen. Deswegen falle ich jetzt nicht vom Stuhl, denn in Kommunen fehlen immer irgendwelche "Klamotten" für Millionen. Frage ist halt schlicht und einfach an die Fachleute: braucht man die wirklich?

Wie gings denn bisher? Wo hat es gefehlt und gibts überhaupt noch Feuerwehrpersonal für diese Autos? Stur nach Gesetzen vorgehen ist das Eine, was Vernünftiges machen ist aber manchmal was Anderes.

Wieviel Prozent vom Haushalt des Kreises wird denn überhaupt für Brandschutz verwendet? Ist das in den letzten Jahren weniger geworden? Bitte mal um eine qualifizierte Antwort.

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01.06.2011, 23.22 Uhr
Mitleser | ...Feedback
WICHTIG! Dieses Kontzept bezieht sich nur auf die überörtlichen Aufgaben, denn für den GRUNDSCHUTZ ist JEDE GEMEINDE SELBST ZUSTÄNDIG !

...die vorhandene Technik entspricht teilweise nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit. Nimmt man mal die technische Rettung auf der A 38 und den Bundesstrassen im Landkreis, haben sich die Einsatzbedingungen stark geändert( moderne, stabile Fahrzeugkarosserien, Hybrid Fahrzeuge usw.), daraus ergibt sich das Rettungsgeräte aus dem letzten Jahrzent und älter nicht mehr Stand der Dinge sind. Einige Fahrzeuge sind teilweise um einiges älter wie die Fahrer und auch nicht mehr Stand der heutigen Technik.
Auch für den Brandeinsatz haben sich Fahrzeuge und Geräte weiterentwickelt.

Zu überörtlichen Einsätzen wird zum teil mit Fahrzeugen der Gemeinde gefahren, welche ja eigentlich für den Grundschutz sind.

Die Investitionen in den überörtlichen Brand- und Katastrophenschutz waren/ sind zu gering (genaue Zahlen sind mir leider nicht bekannt).

Das Problem mit dem Personal ist nicht von der Hand zuweisen, schaut man sich z.B. den Fuhrpark der BF Nordhausen an, sind auf der Homepage 13 Fahrzeuge aufgeführt und eine Mannschaftstärke von 7 Einsatzkräften pro 24h Schicht!

Wer besetzt dann noch die 4 neu zu beschaffenden Fahrzeuge?
Die 14 Freiwilligen Wehren?
Diese haben ja auch noch Ihre eigenen Fahrzeuge welche für den Grundschutz bereitzuhalten sind.

Dabei sollte man bedenken, das ein Löschfahrzeug im Normalfall mit 9 Mann bestzt wird.

In Summe: neue Technik ist nötig, Personalmangel ist sicherlich nicht von der Hand zuweisen, hier müssen Lösung gefunden werden.

Man sollte mal über den Tellerrand schauen wie es in den Nachbarlandkreisen aussieht und organisiert wird. (z.b Feuerwehr Bad Sachsa, Bad Lauterberg, Sangerhausen usw.)

"alles hier geschriebene ist meine ganz persönliche Meineung zu diesen Thema"

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02.06.2011, 09.41 Uhr
Fach-Insider | Keine Leute
Grundsätzlich finde ich es richtig, dass der Landkreis endlich mehr Geld ausgeben will bzw. muss für den überörtlichen Brandschutz. Bei diesen Konzept ist bei weiten nicht das größte Problem das Geld was nötig wäre, sondern die Kameraden die die Technik bedienen und fahren müssen. Jede betreffende Stützpunktwehr hätte dann zwei komplette Löschzüge steht, den für den eigenen Schutz und den Löschzug für den Landkreis. Jetzt muss man in die Wehren schauen, da ist keine tagsüber in der Lage überhaupt seine eigene Technik nach den gesetzlichen Vorgaben zu besetzen (zu mindestens an normalen Werktagen ).
Für die nicht Fachmänner hier mal die Mindestbesatzung (Führungskraft / Maschinist plus Manschaft):

HLF – mind. 1-5 (eigentlich 1-8)
TLF – mind. 1-1 (eigentlich 1-2)
DLK – mind. 1-1 (eigentlich 1-2)
ELW – mind. 1-1 (eigentlich 1-2)

Da wären wir bei 12 Kameraden, für den überörtlichen Brandschutz ständig einsatzbereit sein müssen. Jetzt aber kommt ja noch der Grundschutz dazu der gewährleistet werden muss. Ich nehme jetzt mal NUR ein HLF mit der Besatzung vom 6 Kameraden. Da sind wir bei 18 Mann. Von diesen 18 Mann müssen mind. 4 Mann die Fahrerlaubnis der Klasse C besitzen.
Jetzt kommen noch die Fahrzeuge des KatS- Zuges, des Gefahrgutzuges und der Stufe 3 dazu, die zusätzlich noch Personal da sein muss. Im Schnitt sind 30 bis 40 Kameraden bei den einzelnen Wehren im aktiven Dienst, tagsüber ist man froh wenn 6 Leute für ein LF zusammen bekommt. So, jetzt merkt sicherlich jeder das diesen Konzept, zu mindestens was die Aufteilung der Stützpunktwehren mit der dazugehörigen Technik angeht, nicht umsetzbar ist.

@ Mitleser: es sind fünf neue Fahrzeuge für die Stadt, es kommt ja noch der RW der Stufe 3 dazu.

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