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Mo, 04:30 Uhr
02.08.2021
Gewerkschaft ruft zum Warnstreik

Klemme-Belegschaft geht auf die Barrikaden

In den ostdeutschen Werken von Europas größten Tiefkühlbackwarenproduzenten ARYZTA bahnt sich eine Streikwelle an. Den Anfang machen die Beschäftigten des Thüringischen Standortes in Nordhausen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft am Montag früh zu einem ersten Warnstreik auf...

Streik vor dem Klemme-Werk in den Morgenstunden (Foto: Jens Löbel) Streik vor dem Klemme-Werk in den Morgenstunden (Foto: Jens Löbel)

Weitere Werke des Unternehmens sind in Eisleben (Sachsen-Anhalt) zu finden. Die Beschäftigten fordern einen Tarifvertrag für armutsfeste Löhne. Derzeit erhalten viele Beschäftigte für ihre anstrengende Arbeit in einem 3- oder 4 Schichtsystem nur einen Stundenlohn 10,81 Euro. Die Gewerkschaft NGG fordert die unterste Lohngruppe auf mindestens 13 Euro anzuheben und die anderen Lohngruppen ebenfalls entsprechend nach oben anzupassen.

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„Wir brauchen Löhne, von denen die Beschäftigten heute und später im Alter nicht in Armut leben. Deshalb streiken die Kolleginnen und Kollegen. Es geht um Lohngerechtigkeit, Respekt und Anerkennung. Niedriglohn Ost muss endlich ein Auslaufmodell sein. 13 Euro Stundenlohn sind mindestens nötig, um aus dem Niedriglohn rauszukommen und später in der Rente nicht auf Sozialleistungen angewiesen zu sein“, sagt Gewerkschaftssekretär Alexandru Zidaru von der NGG.
Zidaru verweist darauf, dass in den westdeutschen Standorten des Unternehmens deutlich höhere Löhne gezahlt werden. Das muss auch an den Standorten in den neuen Bundesländern möglich sein, denn hier wird keine andere Arbeit geleistet. Zudem gibt es in den neuen Bundesländern für andere Backwarenproduzenten einen Flächentarifvertrag Brotindustrie Ost. Dort liegt die unterste Lohngruppe derzeit bei 13,40 Euro in der Stunde. Das will die Lebensmittelgewerkschaft NGG mit einem neuen Tarifvertrag auch für die ARYZTA-Werke in Eisleben und Nordhausen erreichen.

Der Warnstreik soll bis in die Nachmittagsstunden fortgeführt werden (Foto: Jens Löbel) Der Warnstreik soll bis in die Nachmittagsstunden fortgeführt werden (Foto: Jens Löbel)


Laut der Bundesagentur für Arbeit lag 2020 die bundesweite Niedriglohnschwelle für Vollzeitbeschäftigte bei 2.284 Euro im Monat. Das entspricht bei einer 40-Stunden-Woche einem Stundenlohn von etwa 13 Euro. Soviel sind auch nötig, um als Single bei Vollzeitarbeit eine Rente oberhalb der Grundsicherung zu erhalten.
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Kommentare

02.08.2021, 09.03 Uhr
Leser X | Solidarität
Haltet durch und lasst Euch von der Arbeit"geber"seite nicht einlullen. Die können wie immer den Hals nicht voll kriegen und haben nur das Euro-Zeichen in der Pupille. Auf Eure Kosten. Es ist eine Schande, Euch und Millionen andere in diesem Land für einen Armutslohn hart und in Schichten schuften zu lassen.

Gegen den Klassenkampf von oben hilft letztlich nur eines: konsequenter Arbeitskampf und vor allem Zusammenhalt gegen die kriminellen Machenschaften der Ausbeuter.

11   |  7     Login für Vote
02.08.2021, 09.31 Uhr
A.kriecher | Klemme und Co
Habe ich einen Denkfehler?
Müssen wir nicht mal umdenken?
Was bringt uns das ständige kämpfen um ein paar Euros mehr, wenn im gleichen Atemzug sowieso wieder alles teurer wird?
Ist es nicht sinnvoller, für eine andere Gesellschaftsform zu kämpfen?

9   |  14     Login für Vote
02.08.2021, 10.32 Uhr
emmerssen | Durch halten
Und kämpfen Leute. Das dieses Lohndumping nicht schon von Staates wegen verboten wird ist überhaupt die größte Schande. Ein ganzes Leben lang gearbeitet und im Alter betteln gehen müssen beim Amt. Jeder nur einigermaßen logisch denkende muss doch sehen, daß hier das gesamte System total faul in sich ist. Aber auch unsere doch so soziale Linke Thüringer Landesregierung ist nicht in der Lage daran etwas zu ändern. Nur Sprüche und sich bedienen. Für das Volk hat man genug kluge Parolen.

16   |  2     Login für Vote
02.08.2021, 16.13 Uhr
Halssteckenbleib | Schön und gut das streiken..
Letztendlich muß ich wieder überall mehr bezahlen.Heute streiken morgen doppelte Preissteigerungen.Furchbar diese Geldgier....Alle kriegen den Hals nicht voll.Ich will auch mehr Euronen...!

4   |  10     Login für Vote
02.08.2021, 16.36 Uhr
diskobolos | Erst mal nachdenken....
"Ist es nicht sinnvoller, für eine andere Gesellschaftsform zu kämpfen?"
An welche dachten Sie?

"Aber auch unsere doch so soziale Linke Thüringer Landesregierung ist nicht in der Lage daran etwas zu ändern."
Wie soll eine Landesregierung daran etwas ändern?

Die Antworten interessieren mich wirklich.

6   |  6     Login für Vote
02.08.2021, 17.34 Uhr
emmerssen | Ich denke da
an die Einführung eines Grundlohnes von dem man jetzt und auch im Alter ordentlich leben kann, ohne Zuschüsse vom Amt beantragen zu müssen. So etwas läßt sich per Gesetz festlegen und auch an geflossene Fördermittel koppeln.
Und war da nicht auch mal eine Reichensteuer bei den Linken im Gespräch? Hab ich nach Ihrer Wahl nie wieder was von gehört.

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02.08.2021, 18.24 Uhr
Echter-Nordhaeuser | "Müssen wir nicht mal umdenken?"
Nein müssen wir nicht es wird so oder so alles teurer.
Wir sehen es an den Spritpreisen, EEG-Umlage und andere Sachen. Die da oben scheren sich ein schei...
um den kleinen Arbeiter. Geht ruhig auf die Straße und klopft richtig auf den Busch. Arm trotz Arbeit muss endlich aufhören.

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02.08.2021, 18.59 Uhr
A.kriecher | Nicht umdenken?
Na da weiter so. Seit Beginn der Industrialisierung kämpft der kleine Mann nach mehr Wertschöpfung und was hat er erreicht? Wir sind immernoch kleine Lohnsklaven des Kapitals.

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02.08.2021, 20.40 Uhr
Frank Tabatt | Lohn für Klemme Mitarbeiter
Auf jeden Fall bin ich für einen ordentlichen Lohn , nicht nur für ostdeutschen Klemmemitarbeiter , sondern für alle die im Osten ihre Arbeit verrichten.
Gleichzeitig sehe ich aber die Verantwortung für diese 2 . klassige Behandlung nicht nur bei den Unternehmen.
Wir sind nun 31 Jahre ein Deutschland - warum haben die Gewerkschaften es in den vielen Jahren zugelassen das die Lohnscheere nicht geschlossen wurde - geht es ihnen wirklich um die Mitarbeiter oder mehr um ihre eigenen gut bezahlten Posten ?
Als ich als Arbeitgeber vor vielen Jahren einen Termin vor dem Arbeitsgericht Nordhausen hatte ( den Anlass weiss ich gar nicht mehr - auf jeden Fall ging es nicht um den Lohn) war ein Gewerkschaftsbonze als Vertreter des Kollegen da - der sagte mir in einer Verhandlungspause " eigentlich sind uns die Leute egal , wir wollen nur ihre Beiträge " . Da war mir klar was bei denen los ist - sicher gibt es auch Andere , aber die Frage bleibt , warum gibt es immer noch Tarifgebiet Ost und West ?

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02.08.2021, 22.07 Uhr
Georg | ... da sollten sich
auch mal ein paar mehr Mitarbeiter der Belegschaft in der Gewerkschaft organisieren, am besten alle. Dann wäre das Problem schon gelöst. Das sollte der Betriebsrat, falls es einen gibt, organisieren. Wenn alle zusammenstehen klappt es auch mit der Durchsetzung ordentlicher Löhne. Dank der Billiglohnpolitik der CDU Regierung seit den 90 er Jahren gibt es nach 30Jahren immer noch Ost und Westlöhne die nicht zu rechtfertigen sind. Leider trauen sich viele nicht in der Gewerkschaft zu organisieren oder eine, im übrigen meistens ehrenamtliche, Funktion zu übernehmen. Die Märchen von den hochbezahlten Gewerkschaftsfunktionären stimmt nicht, die meiste
Arbeit wird von Ehrenamtlichen in ihrer Freizeit geleistet. Und dafür müssen sie sich auch oft noch beschimpfen und von den Arbeitgebern schikanieren lassen.
Darüber sollten sich alle die sich hier kritisch äußern mal nachdenken.

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02.08.2021, 22.33 Uhr
diskobolos | Grundlohn und Reichensteuer?
Darüber kann man diskutieren. Eine Einführung ginge aber nur durch Bundesgesetze. Bevor Sie, Emmerssen, dies von der Landesregierung fordern, sollten Sie sich erstmal informieren, welche Kompetenzen die einzelnen Gebietskörperschaften haben. Es wird Ihnen sicherlich einleuchten, dass man diese Forderungen z. B. auch nicht an den Kreistag NDH richten kann

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03.08.2021, 06.16 Uhr
Fönix | @ Georg
Schon mal im Glaspalast der IGBCE in Hannover gewesen? Einen Ehrenamtlichen habe ich dort noch nicht gesehen..

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03.08.2021, 09.07 Uhr
Statler Waldorf | Primitive Diskreditierung der Gewerkschaft
Das glaube ich @Tabatt aufs Wort, dass er nicht mehr weiss, warum er auf dem Arbeitsgericht erscheinen musste. Allein die Wortwahl "Gewerkschaftsbonze" sagt alles. Auf dem Arbeitsgericht erscheinen die Rechtsanwälte oder Rechtsbeistände der Gewerkschaftsmitglieder und keine "Gewerkschaftsbonzen".
Und @Fönix, können Sie gelesene Texte auch verstehen? @ Georg schreibt, dass die meiste Gewerkschaftsarbeit ehrenamtlich ist, da steht nicht alle/jede. Das hätten Sie wohl gerne, dass malochende Menschen noch nach ihrer Schicht in den Gewerkschaftszentralen ehrenamtlich weiter arbeiten. Ohne Hauptamtliche würde Gewerkschaftsarbeit gar nicht funktionieren, außerdem ist das Sache der Mitglieder, ob sie Hauptamtliche beschäftigen und nicht Sache von Zeitungskommentatoren.

Ich kann den Klemme Mitarbeitern nur empfehlen, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Nur so habt ihr Aussicht auf bessere Löhne und Arbeitsbedingen.

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03.08.2021, 09.18 Uhr
Frank Tabatt | Grevmeier
Das ich ein reserviertes Verhältnis zu Gewerkschaften habe stammt aus der Nachwendezeit als ich noch selber als Angestellter in so einem Verein war. Wenn es dich interessiert was da war Ruf mich an 01718160017

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03.08.2021, 16.19 Uhr
Fönix | Hallo @ Grevmeier,
was glauben Sie, woher ich diesen Glaspalast kenne und woher ich weiß, wie viele Leute dort umherspringen und was sie den ganzen Tag so treiben?

Dreimal dürfen Sie raten!

Ansonsten bin ich ganz bei Herrn Tabatt, Politker und Gewerkschaftler denken nach meiner Wahrnehmung in vielerlei Hinsicht in den gleichen Kategorien. Vor allem, wenn es um die eigene Karriere geht!

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03.08.2021, 16.57 Uhr
Kiese | Halssteckenbleib? Dein Ernst?
Die Preise steigen jedes Jahr durch die inflation. Letztes Jahr 2% dieses 3%. Wenn die Löhne nicht auch steigen hat man immer weniger vin seinem Geld. Die Leute arbeiten dort teilweise 7 Tage Woche, fast jeden Samstag und Sonntag damit SIE ihre Brötchen für 5 Cent beim Discounter kaufen können und kein Bäcker mehr eine Chance hat. Die Großindustrie gibt Das Zeug für 1-2 Cent ab und dafür können die Angestellten nach 45 Jahre Arbeit dann von Grundsicherung leben. Sie finden das fair. Toll. Super diese geiz ist geil Mentalität. Großes Kino.

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03.08.2021, 17.28 Uhr
Statler Waldorf | Na dann mal los
"Dreimal dürfen Sie raten!"

1. Sie sind dort selbst "umhergesprungen" und haben etwas "getrieben"?

2. Sie waren da mal zu Gast und haben sofort erkannt, dass die Leute dort alle nichts zu tun haben?

3. Sie wissen einfach alles und das auch noch viel besser?

Ich habe schon besseres Gewerkschaft schlecht machen gehört oder gelesen. Meine tariflichen Gehaltserhöhungen haben immer Gewerkschafter verhandelt, niemals Plaudertaschen.

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03.08.2021, 19.33 Uhr
Fönix | Hallo @ Grevmeier,
wie ich es erwartet habe, liegen sie dreimal voll daneben. Wie das eben so ist, wenn die eigenen Vorurteile die grauen Zellen bei der Arbeit behindern. Aber ich kann Ihnen insofern weiterhelfen, dass die Lösung darin besteht, dass ich als Gesamtbetriebsrat eines großen Nordthüringer Unternehmens dort im Zeitraum von mehreren Jahren in der Tarifkommission in den jeweiligen Tarifrunden die Löhne und Gehälter für den ganzen Branchenverband verhandelt habe. Da macht man so seine Erfahrungen und Beobachtungen ...

Apropos Erfahrungen: Nach meinem Kenntnisstand leisten in diesem Zusammenhang immer noch die Betriebsräte die meiste Arbeit für die Arbeitnehmer. Und Betriebsräte werden gemäß Betriebsverfassungsgesetz für diesen Teil von ihren Arbeitgebern freigestellt. Soviel zum Thema "größtenteils ehrenamtlich"! Dabei bestreite ich ja gar nicht, dass in den Gewerkschaften auch in erheblichen Teilen ehrenamtliche Arbeit geleistet wird. Aber das hat weder etwas mit den Tarifverhandlungen noch mit dem Rechtsbeistand für Gewerkschaftsmitglieder zu tun, wie sie ja auch selber schreiben. Und in diesen Bereichen liegt nun mal der Schwerpunkt der gewerkschaftlichen Aktivitäten. Also bitte immer schön bei Wahrheit bleiben, auch wenn das Schaumpaket vor dem Mund einen ausgewachsenen Kürbis in den Schatten stellt ... :-)))))

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03.08.2021, 20.39 Uhr
Statler Waldorf | Na da haben wir doch schon mal einen Schuldigen
an den unterdurchschnittlichen Ost-Löhnen. Mit dem Verhandlungsführer ging das wohl nicht anders. Dann der Gewerkschaft alles in die Schuhe zu schieben, ist nicht die feine englische Art. Der Wahrheitsgehalt wäre auch noch zu prüfen. Heute kann schließlich jeder alles behaupten.

Und wieso liege ich falsch? Punkt 2 und 3 sind doch alles Volltreffer! Selbst Punkt 1 könnte man bei der Geschichte gelten lassen.

Der Arbeitskampf bei Klemme hat aber nicht verdient, dass ich hier den schwarzen Ritter der Kokosnuss füttere. Maßgeblich bei Tarifverhandlungen sind immer die großen Gewerkschaften, hier die NGG. Also liebe Klemme Mitarbeiter, lasst euch keinen Blödsinn erzählen. Organisiert euch, am besten in der Gewerkschaft, und kämpft gemeinsam um bessere Löhne und Gehälter. Lasst euch nicht von Spaltern auseinanderdividieren. Nur so habt ihr Erfolg.

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03.08.2021, 20.58 Uhr
Frank Tabatt | Grevmaier
Mir ist heute im Laufe des Tages der Grund meines Termins damals beim Arbeitsgericht eingefallen- es war eine fristlose Kündigung . Der Kollege war krank geschrieben und ich traf ihn am Samstag mit Arbeitssachen beim Materialeinkauf im Baumarkt - was folgerichtig eine fristlose Kündigung nach sich zog - das werden Sie sicher auch verstehen.

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04.08.2021, 15.15 Uhr
Fönix | Hallo @ Grevmeier, da gibt es aber offensichtlich einige
Wissensdefizite darüber, wie Tarifverhandlungen dieser Art ablaufen ...

Verhandlungsführer ist immer ein "Hauptamtlicher" der Gewerkschaft und er vermittelt zwischen den Vorstellungen der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite, übrigens in getrennten Runden. Ich saß immer für die Arbeitnehmer mit am Tisch. An eine Tarifrunde erinnere ich mich besonders, da haben wir als Betriebsräte der Unternehmen des Branchenverbundes gemeinsam einen Entwurf erarbeitet, der fair war und wirklich viele konstruktive Lösungsansätze vereinigte. Der Verhandlungsführer begleitete die Gespräche wohlwollend, sprang dann aber zum Abschluss auf, tanzte wie ein Rumpelstielzen um unsere Runde herum und rief immer wieder "Das kriegen wir nicht durch, das kriegen wir nicht durch!" Der Rahmen für das Ergebnis war also vorgezeichnet und es wurde offenkundiger denn je, dass auch Tarif"verhandlungen" nicht das sind, was sie nach außen hin vorgeben sollen zu sein.

Übrigens habe ich diese konkrete Erlebnis und die immer wieder zähen Verhandlungen und die mageren Fortschritte bei der Einkommensentwicklung als Anlass genommen, aus der Gewerkschaft auszutreten und meinen Job nach 15 Jahren zu kündigen, obwohl ich mich hier fachlich entsprechend meiner persönlichen Interessen zu 110 Prozent entfalten konnte. Bei meiner neuen Tätigkeit (jetzt auch schon über 13 Jahre) in einem zentralen Bereich der Wertschöpfung geht es bezüglich der Arbeitsinhalte zwar ausgesprochen vielschichtig und abwechslungsreich, aber letztendlich doch deutlich nüchterner zu. Der entscheidende Punkt: Mein Einkommensniveau liegt um den Faktor 2,5 höher.

Zu Ihrer Interpretation der Zuordnung der Punkte 2 und drei und dem ganzen anderem Quatsch sage ich jetzt mal nichts, das disqualifiziert sich selbst. Wer harte stundenlange ununterbrochene Arbeit mit "Besuch" und dem Status eines Gastes gleichsetzt, der mal schnell die Manege gezeigt und vielleicht noch ein paar Häppchen gereicht bekommt, hat mit Sicherheit keine reale Vorstellung, worauf es bei Tarifverhandlungen ankommt und welche Spielräume es für die Arbeitnehmervertreter tatsächlich gibt.

Da kann ein Streik deutlich mehr Druck aufbauen, den Klemme-Mitarbeitern wünsche dazu viel Glück.

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04.08.2021, 17.12 Uhr
diskobolos | Da stimmt einiges nicht Fönix...
Betriebsräte und Gewerkschaften haben unterschiedliche Aufgaben, auch wenn das viele vermengen.

Es gibt bei Tarifverhandlungen keinen Verhandlungsführer, der zwischen AG und AN-Seite vermittelt. Jede Seite hat ihren eigenen, der die Diskussionen der eigenen Truppe führen muss. Dieser ist i. d. R. ein Hauptamtlicher, denn Tarifrecht ist eine sehr schwierige Materie, in die man sich länger einarbeiten muss.

Können sich beide Seiten nicht einigen, setzen sie häufig einen Schlichter ein, der mit eigenen Vorschlägen eine Vermittlung versucht.

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04.08.2021, 23.04 Uhr
Fönix | Sehr geehrter diskobolos, also wenn Sie sich schon mit den
anderen "Spezialisten" hier gemein machen und so einen großen Aufwand betreiben, mich diskreditieren zu wollen, dann sollten Sie das inhaltlich nicht so halbherzig gestalten.

Gehen wir Ihren Erguss mal durch:

Zitat diskobolos:

"Da stimmt einiges nicht Fönix… Betriebsräte und Gewerkschaften haben unterschiedliche Aufgaben, auch wenn das viele vermengen."

Schon Ihr Aufmacher ist bezeichnend. Ein Allgemeinplatz, dessen Grundaussage ja richtig ist, aber wo ist Ihrer geschätzten 'Meinung nach der Widerspruch zu meinem Kommentar? Natürlich sind die Aufgaben von Betriebsräten und Gewerkschaften nicht identisch, aber gerade im Zusammenhang mit den Tarifverhandlungen, die von den Gewerkschaften geführt und gemeinsam mit den Arbeitgebern auf der einen und den Betriebsräten als Arbeitnehmervertretern auf der anderen Seite umgesetzt werden gibt es große Schnittmengen. Nichts anderes habe ich beschrieben.

Und in dem gleichen Stil geht es weiter:

"Es gibt bei Tarifverhandlungen keinen Verhandlungsführer, der zwischen AG und AN-Seite vermittelt. Jede Seite hat ihren eigenen, der die Diskussionen der eigenen Truppe führen muss. Dieser ist i. d. R. ein Hauptamtlicher, denn Tarifrecht ist eine sehr schwierige Materie, in die man sich länger einarbeiten muss."

Ich weiß nicht, welchen Tarifverhandlungen Sie beigewohnt haben. In unseren Runden ist es immer so wie von mir beschrieben abgelaufen. Das schließt nicht aus, dass andere Tarifverhandlungen im Detail abweichend organisiert sind. Und dass die gewerkschaftlichen Verhandlungsführer immer hauptamtlich tätig sind, haben Sie ja quasi von mir abgeschrieben. Übrigens der Kern meiner Argumentation hier in diesem Thread, der die steile These eines Mitkommentatoren in Frage stellt, dass Gewerkschaftsarbeit überwiegend ehrenamtlich erfolgt. Was wollen Sie eigentlich?

Nächstes Zitat diskobolos:

"Können sich beide Seiten nicht einigen, setzen sie häufig einen Schlichter ein, der mit eigenen Vorschlägen eine Vermittlung versucht."

Noch so ein allgemein bekannter Sachverhalt. Wenn die Verhandlungen erfolglos bleiben, kommt der Schlichter. Die nächste Stufe wäre der Streik. Wo habe ich irgendetwas von dieser Abfolge in Frage gestellt?
Fazit: armselig !

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04.08.2021, 23.31 Uhr
Fönix | Noch eine Ergänzung:
Unser Verhandlungsführer war ein äußerst integrer, aufgeschlossener und angenehmer Zeitgenosse, der für unkonventionelle Vorschläge immer ein offenes Ohr hatte. Mit seiner Ehrlichkeit und Zielstrebigkeit begründete er regelmäßig ein Klima des Vertrauens in den Verhandlungsrunden. Leider änderte das nichts an der Tatsache, dass auch er der politischen Doktrin zu folgen hatte, dass der Osten auf absehbare Zeit Niedriglohngebiet bleiben sollte. Insofern waren und sind Tarifverhandlungen in erster Linie Rituale und weniger bis gar nicht ein offenes Kräftemessen gleichwertiger Partner oder auch Gegner. Dass seine beispielhafte Arbeitseinstellung nicht für alle Gewerkschaftsvertreter repräsentativ war und gerade hochrangige Gewerkschaftsvertreter immer wieder auch negative Schlagzeilen produziert haben, weil sie eine ganz eigene Interpretation ihrer Rechte und Pflichten gepflegt und gelegentlich sogar die Seiten gewechselt haben, sei hier nur am Rande erwähnt.

Noch etwas darf aus meiner Sicht nicht unerwähnt bleiben: Im Gegensatz zu manchen Beschimpfungen hier sind längst nicht alle Arbeitgeber geldgierige Blutsauger. Gerade im Mittelstand sind die hiesigen Arbeitgeber vielmehr oft ausgesprochen sozial eingestellt und helfen ihren (guten) Mitarbeitern gern, wenn diese mal in Schwierigkeiten geraten. Ich habe das bei meinem derzeitigen Arbeitgeber wieder und wieder erlebt, auch wenn dieser wie die meisten anderen auch nicht nur gute Jahre hatte. Ich erinnere da z.B. an die durch die Bankenkrise 2008 ausgelösten Turbulenzen, die gerade im produzierenden Gewerbe erhebliche Probleme mit sich brachten. Im Einzelfall wurde sein Vertrauen und sein Entgegenkommen sogar böse missbraucht. Das hat ihn aber nie dazu bewogen, seine Linie im Umgang mit seinen Mitarbeitern zu überdenken oder gar zu ändern.

Interessant ist dabei die Tatsache, dass in dem Unternehmen, in dem ich seit nunmehr über 13 Jahren meine Brötchen verdiene, seit Jahr und Tag kein Betriebsrat und auch kein Tarifvertrag existiert. Besteht die wohlwollende Haltung unseres Arbeitgebers gegenüber seiner Stammbelegschaft nun trotz oder wegen des Fehlens jeglicher gewerkschaftlicher Aktivität?

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05.08.2021, 08.39 Uhr
diskobolos | @Fönix
Sie hatten Ihren Kommentar Wissensdefizit ausgemacht. Da müssen Sie es sich schon gefallen lassen, auf eigene Mängel aufmerksam gemacht zu werden.

In Ihrem Kommentar stellen Sie es so dar, als würde der Verhandlungsführer der AN-Seite gewissermaßen neutral zwischen beiden Seiten vermitteln ("in getrennten Runden"). So ist es nicht. Diese Rolle kommt gegebenenfalls einem Schlichter zu, den ich deshalb erwähnt habe.

Am meisten habe ich mich aber über Ihre Aussage geärgert, dass ein Gewerkschaftsfunktionär Ihnen gegenüber geäußert hätte, die Mitglieder wären der Gewerkschaft egal, man wolle nur Ihre Beiträge. Eine solch dümmliche Aussage eines hauptamtlichen Gewerkschaftsfunktionär scheint mir nicht glaubhaft. Für mich haben Sie sich damit als Gegner von Gewerkschaften geoutet.

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05.08.2021, 14.41 Uhr
Fönix | @ diskobolos - grauenhafte Oberflächlichkeit!
Jeder der mich genauer kennt, ist immer wieder erstaunt über den Langmut, mit dem ich regelmäßig auch in kritischen Situationen versuche Ruhe und Überblick zu bewahren. Aber was sie hier vom Stapel lassen ist wirklich hart an der Grenze des Erträglichen. Der Ausspruch, über den sie sich so echauffieren, stammt NICHT von mir! Lesen sie dazu bitte den Kommentar, der hier am 2.08.21 um 20:40 Uhr eingestellt wurde und versuchen sie für sich zu erschließen, wer ihn verfasst hat! Man kann ja zu der Aussage stehen wie man will, jedenfalls habe ich den Kommentar, der offenbar Auslöser ihrer andauernden Verbalattacken ist, gar nicht geschrieben und deshalb sind ihre Vorwürfe in ihrer Gesamtheit so etwas von haltlos, das es schon weh tut. Egal was sie rauchen und/oder trinken, sie sollten mal ernsthaft über Alternativen nachdenken.

Ich erwarte hier eine deutliche Entschuldigung, sonst habe ich mich das letzte Mal auf ihren Nonsens eingelassen. Es tut mir leid, aber unter diesen Umständen kann ich sie und ihr Geschreibsel wirklich nicht mehr ernst nehmen!

Das eigentlich Schlimme ist ja, dass unbedarfte Leser ihren Stuss hier lesen und unter Umständen sogar für bare Münze nehmen!!!

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05.08.2021, 15.14 Uhr
Fönix | Ein notwendiger Nachtrag zur Sache, @ diskobolos...
Zitat diskobolos:

"In Ihrem Kommentar stellen Sie es so dar, als würde der Verhandlungsführer der AN-Seite gewissermaßen neutral zwischen beiden Seiten vermitteln ("in getrennten Runden"). So ist es nicht. Diese Rolle kommt gegebenenfalls einem Schlichter zu, den ich deshalb erwähnt habe."

Auch dies ist schon aus rein logischen Aspekten heraus völlig daneben. Es liegt in der Natur von Tarifverhandlungen, dass die Arbeitgeber- und die Arbeitnehmerseite in ihren jeweiligen Verhandlungsrunden unterschiedliche Vorstellungen entwickeln, wie der zukünftige Tarifvertrag aussehen sollte. Diese unterschiedlichen Entwürfe müssen ja zusammengebracht werden, wenn daraus aus ein von beiden Seiten akzeptiertes Papier entstehen soll. Wer wenn nicht die Verhandlungsführer (und da ist es zweitrangig, ob es wie von ihnen offensichtlich wahrgenommen zwei verschiedene oder wie in unseren Fällen nur einen gibt!) sollen denn ihrer Meinung diese Schnittstelle bedienen?

Nach ihrer Interpretation würde es ja jedes Mal einen Schlichterspruch geben müssen, wenn die Tarifpartner nicht wie von Geisterhand geführt zufällig identische Entwürfe vorlegen würden. Da aber oft genug auch Tarifabschlüsse entstehen ohne dass ein Schlichterspruch oder gar ein Streik notwendig waren, zerlegt sich ihre seltsame Argumentation schon an dieser Stelle aus sich selbst heraus!

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05.08.2021, 15.24 Uhr
Richie Tannenhäher | Grauenhaftes Gewerkschafts Gebashe
"...Ansonsten bin ich ganz bei Herrn Tabatt, Politker und Gewerkschaftler ..."

Nur der Vollzähligkeit halber. Geschrieben von einem gewissen Fönix. Wer Gegenargumente nicht vertragen kann, sollte sich selbst beim Bashen anderer zügeln. Im Übrigen ist das Wissen über den Ablauf von Tarifverhandlungen wirklich sehr dünn für eine angebliche persönliche Teilnahme.
Aber es wird schon Gründe geben, warum die Gewerkschaften hier so pauschal und ohne konkrete Beweise angegriffen und madig gemacht werden.

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05.08.2021, 16.08 Uhr
Fönix | Der nächste Kandidat, die gleiche Leier...
Informieren Sie sich doch bitte mal über die Rolle der Gewerkschaften bei der Zerschlagung der ostdeutschen Kaliindustrie! Ich war auch da live dabei und mittendrin.

Wenn Sie diesen üblen Akt deutscher Geschichte, der ja insbesondere auch in unserer Region gravierende, bis heute nachwirkende Folgen mit sich gebracht hat, in seiner ganzen Komplexität durchdrungen haben, können sie vielleicht verstehen, warum ich da von Anfang an ein sehr gespaltenes Verhältnis zur politischen Dimension dieser Institution habe.

Auch der Porschefahrer und viele andere Eskapaden zeigen mir überdeutlich, das Gewerkschaftler auch nur Menschen sind!

PS.
Es ist schon erstaunlich, wie bestimmte Fangruppen immer wieder neue Geister auferstehen lassen, um unliebsame Widersacher mit Kübeln voller Schmutz und Unrat zu übergießen. Nur weiter so, ihr offenbart auf diese Art und Weise immer deutlicher, wie ihr tatsächlich tickt!

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05.08.2021, 19.15 Uhr
diskobolos | Bitte um Entschuldigung Fönix
Bezüglich der angeblichen Aussage eines Gewerkschafts-"Bonzen" habe ich mich wohl tatsächlich beim Scrollen vertan. Die stammte nicht von Ihnen. Dafür bitte ich Sie um Entschuldigung.
Zum Rest meiner Kommentare stehe ich 100%-ig. In Ihren letzten Kommentaren relativieren Sie aber das, was Sie vorher geschrieben haben.
"Grauenhafte Oberflächlichkeit" weise ich weit von mir. Das ist doch einfach eine nichtssagende Floskel.
Aber Sie wissen schon: Nicht jede Beurteilung sagt etwas über den Beurteilten aus, aber immer über den Urteilenden!

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05.08.2021, 20.53 Uhr
Fönix | Respekt @ diskobolos, Entschuldigung in
diesem Punkt angenommen. Zu den anderen Differenzen brauchen wir uns auch nicht mehr auszutauschen, da kommen wir nicht mehr zusammen. Sie haben ihre Position und ich die Erinnerung an gut 10 Jahre engagierter Tätigkeit als Betriebsratsvorsitzender und Gesamtbetriebsrat, in denen ich manchen Mitarbeiter vor einer Kündigung bewahren konnte.

Noch ein Wort zum eigentlichen Thema: Es gibt hier ja Gewerkschaftsfetischisten, die meinen, das die viel zu niedrigen Ostlöhne von den mitverhandelnden Betriebsräten (in dem betreffenden Fall also von mir) zu verantworten sind. Ich stelle hier einfach mal die Gegenfrage: Was haben die Gewerkschaften in 30 Jahren Tarifverhandlungen in dieser Hinsicht in ganz Ostdeutschland erreicht? Genau nichts! Da war ja sogar die Hartz4-SPD besser und hat mit Mindestlohn und Grundrente für die unzähligen betroffenen armen Menschen ein wenig Linderung von den Folgen ihrer unseligen Politik durchgesetzt. In Wahlkampfzeiten sind Sachargumente aber verpönt, Demagogie und Polemik dominieren vor allem bei den Emporkömmlingen.

Es wäre trotzdem schön, wenn solche Diskussionen auch bei gegensätzlichen Positionen wieder mit mehr Sachlichkeit geführt werden könnten, da hätten (fast) alle etwas davon. Denn so deutlich wie hier formuliere ich meinen Unmut nur, wenn unsachliche und unberechtigte Vorwürfe überhand nehmen. Sie haben sicher auch schon gemerkt, dass ich viel lieber Sachargumente in das Zentrum meiner Kommentare und Beiträge setze. Da ich im Gegensatz zu vielen anderen hier keiner politischen Linie verpflichtet bin, kann ich meinen Gedanken und Positionen in der nnz und anderswo freien Lauf lassen. Das ist gut so und macht auch Sinn, denn dem einen oder anderen kann ich damit vielleicht sogar helfen, bestimmte Sachverhalte und Zusammenhänge besser zu verstehen. Dass das nicht jedem gefällt, liegt in der Natur der Sache. Was hier aber manchmal abgeht, ist jenseits von Gut und Böse. Stören tut es mich aber nicht wirklich. Wer nicht in der Lage ist, meine Ausführungen zumindest als Einzelmeinung zu respektieren, ist nicht zu einem konstruktiven Dialog fähig und entblößt sich nur selber. Und das hilft manchmal durchaus schon weiter beim Erkenntnisgewinn.

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05.08.2021, 21.05 Uhr
Richie Tannenhäher | Sie kleben in der Vergangenheit Fönix
"...in seiner ganzen Komplexität durchdrungen haben,..."

Ich habe überhaupt keine Lust und auch nicht die Zeit, mich mit Ihren "komplexen" Kalikumpelproblemen aus dem letzten Jahrhundert zu beschäftigen. Das ist dreißig Jahre her und das kommt nicht wieder. Die Deindustrialisierung hat damals alle getroffen. Ich bin kein Historiker und interessiere mich auch nicht die Bohne für Kalisalz.

Die Leute bei Klemme leben im Hier und Heute und die brauchen anständigen Lohn. Ihre überhebliche Verurteilung gewerkschaftlicher Arbeit zeigt, welcher Geist in Ihnen tickt.

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05.08.2021, 22.50 Uhr
Fönix | @ dedective
Wenn Sie irgendwo in Ihrer Nähe einen Tellerrand erspähen dann sollten Sie versuchen ihn zu erreichen und einen Blick über denselben zu werfen. Sie könnten dann vielleicht erkennen, dass die (Arbeits-)Welt nicht nur aus der Fa. Klemme und ihren Mitarbeitern besteht. Es mag für Sie überraschend erscheinen, aber der Niedriglohn ist kein Problem dieser einen Firma, sondern nahezu in ganz Ostdeutschland präsent und für die betroffenen Menschen und ihre Familien ein Riesenproblem. Wenn man diesen Missstand strukturell bekämpfen will, reichen ein paar von bunten Westen hochgehaltene Transparente nicht aus, das zu erwartende Verhandlungsergebnis wird maximal ein kleines Pflaster auf einer großen Wunde.

Auch wenn es ihre Möglichkeiten nach eigenem Bekunden ganz offensichtlich übersteigt, lohnt sich ein Blick in die Historie des gewerkschaftlichen Arbeitskampfes in Ostdeutschland nach der politischen Wende 1990. Denn nur wenn man die Ursachen für die Mindestlohnmisere in Ostdeutschland erkennt, nur wenn man weiß, wer diese Degradierung eines ganzen Volkes politisch gewollt, durchgesetzt und damit auch zu verantworten hat, wird die richtigen Schlussfolgerungen ziehen und den Hebel an der richtigen Stelle ansetzen. In ein paar Wochen haben auch Sie die Möglichkeit, sich daran zu beteiligen. Zumindest, wenn Sie die betreffenden Zusammenhänge doch noch erkennen und verstehen.

Ein kleiner, in Ihrem Fall sicher wirkungsloser, aber trotzdem wichtiger Tipp dazu:

Vor nicht allzu langer Zeit gab es eine auch im Bund allmächtige Regierungspartei in unserem beschaulichen Thüringen, die das niedrige Lohnniveau als Standortvorteil propagierte. Das schon seit 1990 viele insbesondere junge und vor allem gut ausgebildete Fachkräfte mit den Füßen abgestimmt und ihre Heimat (meist auf Nimmerwiedersehen, mindestens aber bis zum Erreichen des Rentenalters) verlassen haben, wurde ignoriert und als Lösung des Problems die Zuwanderung von "Fachkräften" aus aller Herren Ländern präsentiert. Was sich daraus für eine Katastrophe entwickelt hat (übrigens einer der wenigen Punkte, wo ich der AfD durchaus zustimme), kann jeder, der mit offenen Augen durchs Leben geht, sehen. Fachkräftemangel wohin man schaut!

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07.08.2021, 00.08 Uhr
Statler Waldorf | Neuer Streik bei Aryzta
Genau so muss das laufen. Menschen mit Hungerlohn abspeisen muss ein Ende haben.

Traurige Geschichten vom "Uni-Kommentar-Experten Fönix" werden nicht aufhalten, dass sich die Menschen um ihre eigenen, sie selbst betreffenden Belange kümmern werden.

Wichtig ist, dass man sich gegen die immer weiter auseinander gehende "Schere" zwischen Arm und Reich einsetzt.

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