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Di, 12:13 Uhr
13.07.2021
Starkregen und Niedrigwasser

Thüringen will sich wappnen

Starkregen-Prognosen in diesen Tagen Ausblick auf Trockenheit im Sommer. Nachdem sich das Kabinett bereits mit Starkregen beschäftigt hatte, wurden heute zusätzlich Eckpunkte für eine Niedrigwasserstrategie verabschiedet...

Dazu erklärt Umweltministerin Siegesmund: „Was wir durch die klimatischen Veränderungen erleben, ist eine für uns kritische Verteilung von Wasser mal zu viel, mal zu wenig. Meteorologinnen und Meteorlogen liefern dazu ständig neue Fakten, die den Fokus auf eine große Herausforderung lenken: Extremwettereignisse nehmen zu Hochwasser und Starkregen ebenso wie Dürre und Trockenheit. Darauf wollen und müssen wir durch vorsorgende Klimaanpassung vorbereitet sein.“

Zur Starkregenvorsorge des Landes gehört:
  • Mit KlimaInvest fördert das Umweltministerium in Kommunen Klimaanalysen, Verwundbarkeitsuntersuchungen, Machbarkeitsstudien und Konzepte sowie Teilkonzepte zur Klimafolgenanpassung. Dies beinhaltet auch Starkregenkonzepte für Kommunen.
  • Darüber hinaus werden auch geeignete Maßnahmen wie Entsiegelungen, dezentraler Rückhalt und Versickerung von Niederschlagswasser, Schaffung und Restauration von Retentions- und Rückhalteflächen, Herstellung von Anlagen zur Starkregenaufnahme und Wasserentnahme im Bedarfsfall und Hangbepflanzungen zur Stabilisierung gegen Starkregen gefördert.
  • Die neuen und geförderten Gewässerunterhaltungsverbände sind Partner bei der Hochwasserprävention beim Starkregeneinsatz.
  • Das Land wirbt dafür, dass Bürgerinnen und Bürger sowie Kommunen Elementarschadenversicherungen abschließen.
  • Das Umweltministerium fördert die Erstausstattung von gemeindlichen Wasserwehrdiensten (z.B. für Pumpen, Schutzausrüstung) mit bis zu 50 000 Euro.


Zudem könnte ein von Ministerin Siegesmund bereits geforderter Klimanotfonds für Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und Unternehmen nach Unwettern unbürokratisch und schnell helfen. Baden-Württemberg hat damit bereits gute Erfahrungen gemacht. Ein solcher Fonds hilft auch bei anderen Extremwetterereignissen, bei Sturm oder Dürre.

Mit Blick auf steigende Temperaturen im Sommer verabschiedete das Kabinett heute zudem Eckpunkte einer Niedrigwasserstrategie (s. Anhang). Diese Eckpunkte gehen nun an Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Forst und Kommunen und sollen im August auf einer Niedrigwasserkonferenz zusammen weiterentwickelt werden.

Dazu erklärt Umweltministerin Siegesmund: „Die vergangenen drei Sommer haben uns deutlich vor Augen geführt, wie kostbar Wasser gerade in Trockenzeiten ist - für unsere Wälder, für die Landwirtschaft, für uns alle. Es muss darum gehen, die natürlichen Ressourcen des Grundwassers und der Gewässer besser zu schützen, mehr Wasser in der Fläche, den Städten und Gewässern und Talsperren zurückzuhalten und das verfügbare Wasser effizienter nutzen.“

Die Niedrigwasserstrategie wird wichtige Eckpfeiler für den Zeitraum 2022-2027 umfassen. Erste Ansatzpunkte, die im August auf der Niedrigwasserkonferenz diskutiert werden sollten, sind:

  • Eine sichere Trinkwasserversorgung muss auch in Zukunft zu gewährleistet werden. Dazu ist es unter anderem wichtig, dass die Wasserversorgung Thüringens unter Berücksichtigung der Szenarien aus unseren Klimamodellen einem Stresstest unterzogen wird.
  • Es sollen Wasserbilanzen von den Landeswasserexperten in Jena (TLUBN) erstellt werden um herauszufinden, wieviel Wasser uns zukünftig zur Verfügung stehen wird.
  • Wir haben bereits ein Niedrigwasserportal Thüringen (tlubn.thueringen.de/nw) als Frühwarnsystem, um unsere Gewässer, das Grundwasser und auch die Böden zu beobachten, um rechtzeitig auf kritische Entwicklungen reagieren zu können. Das Portal enthält aktuelle Informationen und Bewertungen zum quantitativen Zustand der Gewässer, zum Niederschlag des zurückliegenden Monats, zur aktuellen Bodenfeuchte, zur Verfügbarkeit des Grundwassers und zum Wasserstand der Talsperren. Dieses Portal soll weiterentwickelt werden.
  • Die Steuerung der Talsperren, die Mindestwasserabgabe, aber auch die Nutzbarkeit weiterer Speicheroptionen (z.B. der Herrenlosen Speicher) wird immer wieder überprüft und angepasst werden müssen.
  • Es kommt an auf naturnahe Gewässer mit hoher Resilienz, wasserspeichernde Auen, eine angepasste Unterhaltung und Beschattung der Gewässer. Hier werden unsere Gewässerunterhaltungsverbände eine wichtige Rolle spielen.
  • Mit dem LP Gewässerschutz wird zudem die weitere Senkung der Nähr- und Schadstofffrachten vorangetrieben, um kritische Konzentrationen bei weniger Wasser im Gewässer zu verhindern.


Weitere Informationen zum Thema Trockenheit und Niedrigwasser in Thüringen finden Sie hier: https://umwelt.thueringen.de/themen/top-themen/trockenheit-niedrigwasser
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