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Mo, 14:42 Uhr
08.03.2021
Ärger über Straßenzustände im westlichen Landkreis

Die Euphorie wurde abrupt gedämpft

Größere Bauarbeiten auf dem Lande können Wohl und Wehe mit sich bringen. Im westlichen Landkreis hat man dem Bau einer modernen Kläranlage mit Freude entgegen gesehen. Inzwischen ist die Euphorie dem Ärger gewichen, schreibt Schiedungens Ortsteilbürgermeister Jens Thomas...

Eine kleine Gemeinde mit neun Ortsteilen im Norden Thüringens will und muss abwassertechnisch in das 21. Jahrhundert, und da kommt ein Förderprogramm der EU und ein Partner vor der Haustür wie ein Segen.
 Die EU fördert eine Kläranlage, die für die Einhaltung der Nitrat Grenzwerte nötig ist, mit bis zu 80%. Die Mittel werden beantragt und der verlässliche Partner, der SEB Nordhausen, bereitet alles Erforderliche für eine Realisierung vor.


Nötig für die Förderung durch die EU ist ein Baubeginn noch im Jahr 2020. Der Plan steht und soll in dem kleinen 200 Seelen Ort Holbach verwirklicht werden. Die Förderung wird genehmigt, die Maßnahme ausgeschrieben und im August 2020 erfolgt der 1. Spatenstich. Es kann losgehen.

Noch ehe die langersehnten Schachtungen richtig beginnen, fällt die Entscheidung, dass es bis zum Jahresende eine Vollsperrung der Ortsdurchfahrt geben wird. Gut für die Bauarbeiten, denn so war ein zügiges Arbeiten möglich, welches zum Teil Schachttiefen bis zu sechs Meter und mehr erforderte, ohne auf den vorbeiziehenden Verkehr einer Bundesstraße Rücksicht nehmen zu müssen. 
Eine Umleitungsstrecke musste gefunden werden. Die Straßenverkehrsbehörde grübelt und berät, es gibt nur eine Strecke: über Pützlingen nach Schiedungen und zurück auf die B243 kurz hinter Holbach. Alle Straßen in der Kategorie "Landesstraße".

Der Baulastträger, das größte Amt im Freistaat Thüringen, das TLBV: Das passt! 
Die Baufirma in Holbach setzte alle verfügbaren Mittel und Kräfte daran, dass die Vollsperrung der Ortsdurchfahrt zum Jahresende wieder aufgehoben werden kann.

Hier ahnte noch keiner, welches Drama sich entwickeln wird, und zusätzlich noch verstärkt durch die frei initiierten Umleitungsstrecken von Google. Die Euphorie der zügig laufenden Bauarbeiten in Holbach wird abrupt gedämpft, als sich der Baugrund unter der Bundesstraße mehr als katastrophal herausstellte und enorme Bedenken aufkamen, dass nach Abschluss der Abwassermaßnahme hier für die kommenden Jahre (bis zur Fertigstellung der B243n) der Verkehr einer Bundesstraße wieder rollen kann. Eine neuer Plan musste her und in einer gemeinsamen Maßnahme mit dem TLBV wird die Ortsdurchfahrt fit gemacht.

Leider hatte das Ganze aber einen Wehmutstropfen, die Vollsperrung muss um vier Monate verlängert werden. Die Umleitungsstrecke ist seit Beginn für die kleinen Orte Pützlingen und Schiedungen eine enorme Belastung, die die Bewohner nun bereits seit Ende September letzten Jahres geduldig ertragen, denn eine Alternative gab es nicht.

Aber es soll nun noch schlimmer kommen:
Normalerweise muss eine Landesstraße die Verkehrslast einer übergeordneten Bundestraße aufnehmen können. Aber so nicht in diesem Fall. Anfang März gab die Landesstraße (Baulastträger der Freistaat Thüringen), welche sich bereits vor der Umleitungsmaßnahme in einem schlechten Zustand befand auf. Es brachen so viele Stellen der Straßendecke auf, die auch einen katastrophalen Unterbau ans Licht beförderten und die Straße absolut unbefahrbar machten. Und wieder muss die Verkehrsbehörde eine Lösung aus dem Hut zaubern. Die Nerven liegen im gesamten westlichen Landkreis Nordhausen und in der kleinen Gemeinde blank.

Letztendlich wirft sich die Frage auf, ob man im größten Amt Thüringens den Norden des Landes nicht komplett auf dem Schirm hat? Solche Zustände an Straßen in TLBV Verantwortung, wie im Landkreis Nordhausen und Landkreis Kyffhäuser,  gibt es im restlichen Nordthüringen gefühlt nicht.

Grüße nach Leinefelde und Grüße nach Erfurt,
aus dem kleinen Ortsteil Schiedungen in der kleinen Gemeinde Hohenstein, ganz weit entfernt im Norden Thüringens
Jens Thomas, Ortsteilbürgermeister Schiedungen
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Kommentare

08.03.2021, 16.28 Uhr
Flitzpiepe
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Gehört nicht zum Thema, aber Danke für den Hinweis
08.03.2021, 19.53 Uhr
Fönix | Letztendlich sind diese unerträglichen
(Straßen-) Verhältnisse das Ergebnis von 25 Nachwendejahren mit CDU-geführten Landesregierungen. Über längere Zeiträume Eichsfeld-dominiert haben die politischen Entscheidungsträger in Thüringen maßgeblich dazu beigetragen, dass sich im westlich benachbarten Landkreis geradezu paradiesische Zustände entwickelt haben. Das fängt bei der hochkarätigen (und somit steuerzahlungskräftigen) Besetzung vieler Industrie- und Gewerbegebiete an und hört bei der Vielzahl von verkehrsflussfreundlichen Kreisverkehren noch lange nicht auf. Das Eichsfeld profitierte und profitiert davon dauerhaft, Kyffhäuserkreis und Südharz wurden dafür sträflich vernachlässigt. Ich unterstelle mal, dass die verantwortlichen Akteure in Politik und Verwaltung genau wussten, was sie taten bzw. was sie zu tun hatten.

Alle heimatliebenden Nordthüringer sollten sich deshalb genau überlegen, wem sie bei den anstehenden Wahlen ihre Stimme geben. Die Eichsfelder klammere ich da mal aus, die wissen es ja jetzt schon und dafür haben sie mindestens einen guten Grund.

Ich persönlich bin jedenfalls von den Schwarzen zutiefst enttäuscht, sie wirtschaften ja offensichtlich vorsätzlich und ganz skrupellos in ihre eigene Tasche und dabei ist ihnen die Not der Benachteiligten scheißegal.

Pfui Teufel !!!!

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08.03.2021, 20.27 Uhr
Harzer66 | Und
es geht weiter. Bevor in den Landkreisen Ndh und Kyf neu gebaut wird, wird erstmal jeder Setzungsriss auf dem bestens asphaltierten Landwirtschaftsweg 7.Ordnung im Eichsfeld repariert. Gut dass für dieses Amt die damalige Ministerin Keller Geschichte ist. Den jetzigen Hoff interessiert eh nix. Dann weiter so wie immer.

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