Erste Reaktionen zur nnz-Sperrung im Rathaus
LINKE erwartet gleichen Umgang mit allen Medien
Nachdem wir heute Vormittag über die Sperrung des nnz-Seite auf den Rechnern der städtischen Angestellten berichteten, erreichte uns nun als erste Stellungnahme ein Statement vom LINKEN Fraktionsvorsitzenden Michael Mohr...
"Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut, das hart erkämpft wurde. Presse darf und muss sich kritisch äußern und berichten. Diese Äußerungen müssen Politikerinnen, Politiker und staatliche Institutionen aushalten und damit umgehen. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung müssen Zugang zu dieser Berichterstattung haben um in ihren Entscheidungen alle Informationen einzubeziehen.
Wir erwarten vom Oberbürgermeister, dass er vor allem die lokalen Medien gleichberechtigt mit Informationen versorgt, damit sich die Nordhäuserinnen und Nordhäuser über alle Entscheidungen ein umfassendes Bild verschaffen können."
Michael Mohr, im Namen der Fraktion DIE LINKE im Nordhäuser Stadtrat
Autor: red
Kommentare
Ismael
06.01.2021, 18:25 Uhr
Künstliche Aufregung im Wahljahr
Ich weiß gar nicht über was sich hier aufgeregt wird. Der Dienstrechner ist bitteschön zum Arbeiten da und nicht dazu seiner privaten Neugier zu fröhnen. Außerdem sollten dich die meisten Mitarbeiter der Stadtverwaltung so viel Geld verdienen das sie sich ein privates Smartphone leisten können. Damit kann man durchaus in der Pause nnz, Spiegel online , Bild etc lesen. In privatwirtschaftlichen Unternehmen funktioniert das hervorragend.
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Anmerkung tech. Support
Hier geht es weniger darum, dass die nnz auf den Dienstrechnern gesperrt wurde, sondern darum das wir keine Pressemitteilungen mehr zugesendet bekommen. Auch Anfragen werden nicht beantwortet.
Hierzu ist die Stadtverwaltung, nach Presserecht eigentlich gesetzlich verpflichtet.
Nachtigall
06.01.2021, 18:36 Uhr
Kritik unerwünscht
Den Herrn Buchmann kenne ich noch aus seiner Zeit im Südharz Krankenhaus.
Schon damals hat er berechtigte Kritik nicht vertragen.
Warum soll sich sein Verhalten geändert haben?
Wenn die Mitarbeiter der Stadtverwaltung auf ihren Dienst-PCs nicht die NNZ lesen dürfen, dann bleibt ihnen immer noch die private Technik zur Information.
Das Verhalten des OB erinnert an eine unterste Stufe der KITA.
Eckenblitz
06.01.2021, 18:36 Uhr
Habe ich da etwas verpasst?
Von der Partei die LINKE solche Töne zu hören, freut mich, Hauptsache sie bleiben auch bei dieser Strategie. Ja und hier sehe ich das Problem, aber warten wir einmal ab. Die Wahlen stehen an.
alterNeunordhäuser
06.01.2021, 18:46 Uhr
Ups
Was für Töne, aus dieser Fraktion, ich bin zwar meistens nicht der Meinung von den Fans vom Bodo, aber hierfür selbst einmal ein fettes Daumen hoch von mir, oder ist das jetzt schon Wahlkampf Geplänkel?
Gudrun1974
06.01.2021, 18:53 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Geduld, wir schreiben da noch was zu.
Kama99
06.01.2021, 18:55 Uhr
Buchmann's ...
letzte Zuckungen. Bei der nächsten Wahl hat der sich erledigt. Ist ja nur noch peinlich, was der von sich gibt.
Leser X
06.01.2021, 19:16 Uhr
Skandalös
Dieses Statement in diesem Wortlaut hätte auch von der AfD sein können. Ich glaube nicht, was ich da lese! Was bin ich froh, dass ich diese Partei längst verlassen habe. Mit links hat das längst nichts mehr zu tun. Was meint eigentlich die Linke Parteibasis dazu, falls es noch eine gibt??? Das würde mich wirklich sehr interessieren.
Katzengreis
06.01.2021, 19:24 Uhr
Erst lesen, dann kommentieren
Was hier in letzter Zeit an Kommentaren geschrieben wird ist schon ein Trauerspiel.
Ich empfehle nicht nur die Überschriften zu lesen.
Es geht hier nicht um Sperrung von Seiten auf Dienstrechnern sondern um das Aussperren (Informationsverweigerung) von Journalisten welche nicht genehm sind.. Herr Trump veranstaltete so etwas zum Beispiel.
Lieber Gott wirf Hirn von Himmel.
Einfach nur noch lächerlich wie sich die so genannten gewählten Volksvertreter benehmen. Was nicht passt wird nun also ausgeblendet. Toll, erinnert mich irgendwie an früher , so vor 1989.
free Gigi
06.01.2021, 19:35 Uhr
wow
schon das 2.Mal das ich mit der LINKEN übereinstimme!
Das erste Mal war übrigens eine gewisse Fr. Wagenknecht, die da auch eine sehr realistische Meinung zur s.g. "Aufnahme" hatte.
Man könnte meinen es ist bald Wahlkampf...?
Für die links-außen Fangemeinde wird es nun eng...
Totofino
06.01.2021, 19:53 Uhr
es wäre gut
wenn alle Parteien im Stadtrat sich so wie Die Linke positionieren würden, denn sie wollen ja alle Demokraten sein. Es wäre zu erwarten, dass Sie Druck auf die Stadtverwaltung ausüben um die Pressefreiheit wieder herzustellen.
Leser X
06.01.2021, 20:26 Uhr
Wenn Deine Feinde dich loben...
... dann hast du etwas falsch gemacht.
LeserX
"Wenn Deine Feinde dich loben...hast du etwas falsch gemacht"
Das denke ich mir über die CDU auch immer wieder.
Aber wenn dein Feind sagt 1 plus 1 ist 2 ist es doch die trotzdem Wahrheit.
Mit dem meisten, wenn auch nicht allem was in der TAZ steht bin ich auch nicht einverstanden. Trotzdem sollte sie nicht verboten werden.
Typisches Beispiel für linke Doppelmoral.
Real Human
07.01.2021, 11:12 Uhr
Halbweisheiten sind meist schädlicher als Dummheiten
… besonders, wenn sie aus den Mündern oder Federn anerkannter Autoritäten stammen.
Wenn mich meine Feinde loben, kann ich sicher sein, einen Fehler gemacht zu haben.
Das soll nach erstem Googeln August Bebel gesagt haben. Vor dem Hintergrund der perfiden Bismarckschen Sozialistengesetze ist eine solche Sicherheit nachvollziehbar. Diese Weisheit könnte aber auch so oder ähnlich in der Bibel stehen. (z.B. über falsche Propheten)
Immer wieder wird sie reflexartig – insbesondere aus dem linken Lager – wie ein Mantra wiederholt und hat sich wie ein scheinbar freundliches Virus im Stammhirn als dogmaähnliche ÜBERZEUGUNG festgesetzt.
Soweit muss ich RWE Recht geben, wenn er schreibt: Aber wenn dein Feind sagt 1 plus 1 ist 2 ist es doch die trotzdem Wahrheit. *) Aber Politik-Wissenschaft ist im Gegensatz zur Mathematik eben keine exakte Wissenschaft.
Besser gefällt mir die positiv formulierte Volksweisheit:
– Zu einem guten Rat gehört auch immer der eigene (kritische) Verstand. –
Gut, dass ich solche Betrachtungen in der nnz ungekürzt und unredigiert veröffentlichen kann. Das ist nicht in allen Tageszeitungen so. Redaktioneller Paternalismus ist leider weit verbreitet. Sollte mich irgendwann einmal die Altersdemenz erwischen, hätte ich gern einen entsprechenden Hinweis an meine E-Mail-Adresse.
*) Redigieren oder nicht?
Wie Bitte
07.01.2021, 13:56 Uhr
Viel wurde gestern und heute geschrieben über Kommentare -
- deshalb getraue ich mich, einen Kommentar nachzufragen.
Wenn unter der Mitteilung der Partei Die Linke, dass sie sich gegen die Sperrung von journalistischen Inhalten ausspricht ( und damit übrigens als erstes auf die Nachrichtensperre aus dem Rathaus gegenüber der nnz reagierte) ein Kommentar freigeschaltet wird: "Wenn deine Feinde dich loben, dann hast du etwas falsch gemacht" - - - was bedeutet das?
Wenn Die Linke als Feind der nnz bezeichnet wird, und die nnz-redaktion das ebenfalls so sieht, sonst hätte sie den Kommentar ja nicht freigeschaltet: was bedeutet das für die nnz?
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Anm. d. Red.: Es handelt sich um ein Zitat und nicht um unsere eigene Meinung. Wir betrachten niemanden, auch keine Partei als "Feind".
Wie Bitte
07.01.2021, 14:06 Uhr
Naja, wie gesagt:
Gerade deshalb hinterfrage ich ja den Kommentar. ;o)
Flitzpiepe
07.01.2021, 14:52 Uhr
Ich glaube,
Leser X hat nicht mit Feind die nnz gemeint.
Ich denke, er meint damit manche Kommentarschreiber, die DIE LINKE loben.
Aber genau kann das nur Leser X erklären...
Real Human
08.01.2021, 10:55 Uhr
Des Rätsels Lösung:
Michael Mohr, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE im Stadtrat Nordhausen:
"Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut, das hart erkämpft wurde. Presse darf und muss sich kritisch äußern und berichten. Diese Äußerungen müssen Politikerinnen, Politiker und staatliche Institutionen aushalten und damit umgehen.
Leser X findet das Skandalös und weiter:
Mit links hat das längst nichts mehr zu tun.
Im Klartext heißt dass:
Wer links sein will, muss GEGEN die Pressefreiheit sein.
Naja, solange die Presse nicht links ist. Und zwar so, wie ER/SIE sich links sein vorstellt. Also, Back to the GDR!? Was damals in der Zeitung Das Volk stand, war quasi Gesetz – SAKROSANKT und Leserbriefe hatten grundsätzlich zustimmend oder garnicht zu sein.
(Ein winziger Rest dieses Verständnisses von Presse- und Meinungsfreiheit hat sich in die nnz und ihre Derivate hinüber gerettet: Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich., steht unter fast jedem LICHTBLICK.)
Da braucht man keine weitere Erklärung. Wer Pressefreiheit skandalös findet, hat sich ausreichend erklärt.
Animal Farm - Aufstand der Tiere gibt’s frei im Internet in voller Länge.
Aber ich warne euch, Genossen! Wenn ihr Bauer Jones los seid, verfallt nicht in seine Laster! Das gilt selbstverständlich auch für die richtigen Rechten! (Ernst Röhm grüßt aus der Gruft!)
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