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Fr, 13:00 Uhr
18.12.2020
Stadt veröffentlicht Antikorruptionsbericht 2017

Da sehen sie schwarz

Die Stadt Nordhausen macht den Antikorruptionsbericht des Jahres 2017 öffentlich zugänglich. Dem Schritt war eine mehrjährige Auseinandersetzung mit SPD-Stadtrat Georg Müller vorausgegangen. Der sieht nun, wie die weitere Öffentlichkeit, vor allem schwarz...

Auszug aus dem nun veröffentlichtem Antikorruptionsbericht 2017 (Foto: nnz, Bildschirmfoto) Auszug aus dem nun veröffentlichtem Antikorruptionsbericht 2017 (Foto: nnz, Bildschirmfoto)

Die Stadtverwaltung folgt mit der Veröffentlich der Ansicht des Landesbeauftragten für Datenschutz (TLfDI) und hat alle Angaben gekürzt oder geschwärzt, die es möglich machen würden, betroffene Personen zu erkennen oder zu identifizieren lassen, teilt die Verwaltung mit. Die Stadt Nordhausen komme dieser Vorgabe des TLfDI „ohne Probleme und fristgerecht“ nach.

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Dem Schritt der Verwaltung war eine längere Auseinandersetzung mit Stadtrat Georg Müller vorausgegangen, den Werdegang hatten wir hier nachgezeichnet. Mitte Oktober diesen Jahres erreichte Müller die Ankündigung, dass man ihm den Bericht nun doch zugänglich machen wolle. Wieder gingen fast zwei Monate ins Land. Im letzten Stadtrat am vergangenen Mittwoch fragte das Stadtratsmitglied schließlich erneut nach, wann er den Bericht erhalten würde. „Morgen“, hatte Oberbürgermeister Buchmann daraufhin entgegnet und seit gestern steht der Bericht nun nicht nur Herrn Müller zu Verfügung, sondern der Öffentlichkeit als Ganzes.

Kritisiert werden unter anderem die Auftragsverteilung der Fachämter über Zeitverträge, in zwei Fällen zeichne sich "Hoflieferantentum" ab, heißt es in dem Bericht, die Amtsleiter würden zum Teil ihren Aufsichtspflichten nicht nachkommen. Diese Verfahrensweise sei einzustellen. In Bezug auf möglicherweise angenommene "Geschenke" ist dem Dokument nicht viel zu entnehmen, gestellte Fragen wurden geschwärzt. Der Leser erfährt lediglich, dass der oder die Betroffene nicht schriftlich geantwortet haben.

Im Abschnitt "Risikoanalyse" stellt die Antikorruptionsbeauftragte einen Fragenkatalog auf, der einsehbar ist, was für die Schlussfolgerungen nur zum Teil gilt. Die tabellarische Auflistung ist voll sichtbar, der Prüfbericht der Innenrevision hingegen wurde weitestgehend geschwärzt. Vermerkt wird unter anderem, dass die "Ermessenspielräume" in 10 Fällen "weit ausgelegt" wurden.

In der Zusammenfassung heißt es knapp: "Es gibt eine Vielzahl an derzeit noch laufenden Verfahren, die teilweise schon sehr lange, etliche Jahre, in Bearbeitung sind. Die ausführlich dargelegten Beispiele belegen dieses Dilemma. Wie viele [...] kann nicht beurteilt werden. Dieser Umstand führt automatisch zur [...]". Damit endet der Bericht.

Die Dokumente können hier eingesehen werden, allerdings nicht als zusammenhängendes Dokument, sondern in Form von 34 abfotografierten Seiten, die einzeln durchgeklickt und bei Bedarf manuell heruntergeladen werden können. Am Schwarz-Stift wurde nicht gespart, der Bericht wurde offensichtlich nicht digital, sondern von Hand bearbeitet.

Über den Informationsgehalt, den der Antikorruptionsbericht nach gut zwei Jahren Tauziehen in der jetzigen Form bietet, möge jeder sein eigenes Urteil fällen.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Andreas H.
18.12.2020, 13:46 Uhr
ich sehe schwarz ...
für die Stadt !!!
Das alles ist doch soooooooo lächerlich !!! Ein Verhalten wie ein trotziger Teenager !!
Die einzelnen Photographien hätte man ja auch als PDF zusammenfassen können. Aber warum sollte man interessierten Bürgern den Zugang / die Lesbarkeit erleichtern ??
Aber eigentlich ist der Bericht sooooo nichtssagend. Die interessanten Stellen sind halt SCHWARZ. Schade ....
Kontrapost
18.12.2020, 14:07 Uhr
Man hat viel Zeit im Rathaus...
... für Kinderspielchen und Respektlosigkeiten gegenüber den Bürgern, man will zeigen, wer hier die Obrigkeit ist und dass man den Bürgern Infos vorenthält, wie man lustig ist.

Und das mitten zu Corona-Zeiten, wo Leute verängstigt sind oder um ihre Existenz bangen. Die Kluft zwischen "oben" in der Politik und der Bevölkerung "unten" wird immer größer.
alexa
18.12.2020, 14:10 Uhr
Korruption??? Was ist mit dem Landratsamt?
Liest sich wie ein ziemlich kleinteiliger Bericht über Vergabeformalitäten. Ernstzunehmende Korruption ist in den ungeschwärzten Bereichen nicht erkennbar. Fraglich ist, warum das Ganze bei der Stadt so lange gedauert hat?

Was ist mit dem Antikorruptionsbericht des Landratsamtes? Herr Müller, bleiben Sie dran!
Realist 1.0
18.12.2020, 14:27 Uhr
Verschwörungs Müller kann alles essen, braucht aber
nicht alles zu wissen.Das hat aber nichts mit dem Verhalten eines trotzigen Teenager zu tun,wie Andreas.H hier schreibt. Wie im Artikel schon angeklungen ist, wurde wegen offenen Verfahren und Datenschutz geschwärzt. Für Leute die damit nicht viel am Hut haben, lege ich die Internetseite: gesetze-im-internet ans Herz und dort das Bundesdatenschutzgesetz(kurz BDSG), die Nutzung ist kostenfrei.
Opa Hardrock
18.12.2020, 16:18 Uhr
Wie können wir nur zweifeln,
Gustav von Rochow (1792 - 1847), preußischer Innenminister,
hat es doch ganz treffend beschrieben, wie der gemeine Bürger sich zu verhalten hat:

"Es ziemt dem Untertanen, seinem Könige und Landesherrn schuldigen Gehorsam zu leisten und sich bei Befolgung der an ihn ergehenden Befehle mit der Verantwortlichkeit zu beruhigen, welche die von Gott eingesetzte Obrigkeit dafür übernimmt; aber es ziemt ihm nicht, die Handlungen des Staatsoberhauptes an den Maßstab seiner beschränkten Einsicht anzulegen und sich in dünkelhaftem Übermute ein öffentliches Urteil über die Rechtmäßigkeit derselben anzumaßen".

Der Mann würde heute ganz groß politische Karriere machen...
diskobolos
18.12.2020, 20:15 Uhr
Die Formulierung dass der Untertan
nicht den "Maßstab seiner begrenzten Einsicht" an die Handlungen der Obrigkeit anlegen darf stammt meines Wissens von Friedrich Wilhelm von Brandenburg, dem "Großen Kurfürst".
Heute darf natürlich jeder seinen eigenen Maßstab an was auch immer anlegen, sei dieser auch noch so beschränkt.
Alex Gösel
18.12.2020, 23:37 Uhr
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Gudrun1974
01.01.2021, 11:17 Uhr
Es zeigt, was das Rathaus vom Bürger hält
Dieses Dokument in dieser Form ist eine Verhöhnung der Bürger durch die Stadtverwaltung, eine Respektlosigkeit ohne gleichen und Ausdruck von Arroganz. Man sollte es sich zur nächsten Wahl merken.
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