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Do, 11:10 Uhr
21.05.2020
Heftige Reaktion auf nnz-Artikel zu Petersdorfer Schulhof

Stadt beschuldigt Planungsbüro

Für einigen Wirbel sorgte unser Artikel zur misslungenen Schulhofsanierung in Petersdorf bereits gestern Abend im Stadtrat. In der Nacht erreichte uns dann eine „Richtigstellung“ des kommunalen Pressesprechers, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen …

Neue Schulhofanlage in Petersdorf (Foto: privat) Neue Schulhofanlage in Petersdorf (Foto: privat)


In insgesamt neun Punkten geht der Pressebeauftragte der Stadt Nordhausen, Lutz Fischer, auf unseren gestrigen Artikel ein, wobei er außer der Beschuldigung des Planungsbüros für die aufgetretenen Mängel substanziell nichts Neues zur Sachlage beitragen kann. Verständlich, dass Herr Fischer einen anderen Blickwinkel auf die Baumaßnahme hat und diesen von Amts wegen auch vertreten muss. Wenn er das noch nachts um 23.29 Uhr tut, zeugt das von einer hohen Arbeitsmoral, erhöht aber nicht die Aussagekraft seiner „Richtigstellung“.

digital
Schon in Punkt 1 seiner Ausführungen steht Aussage gegen Aussage, wie im Protokoll der gestrigen Stadtratssitzung nachlesbar ist. Die nächsten Punkte 2 und 3 haben wir nicht in Abrede gestellt. Punkt 4 seiner Aufzählung wird von Punkt 5 aufgehoben, der ein entscheidender ist. Die Anlage kann nicht in Betrieb genommen werden - genau darum geht es in unserem Artikel. Zu den erhobenen Schuldzuweisungen an das Planungsbüro wird die nnz weiter recherchieren und in Kürze hier berichten.

Punkt 6 spiegelt Herrn Fischers subjektive Wahrnehmung wider, die sein gutes Recht ist. Der 7. Punkt kann von uns so bestätigt werden. Wir sahen bei der offensichtlichen Faktenlage keine Veranlassung für Rückfragen. In Punkt 8 irrt Herr Fischer, wenn er meint, die Presse dürfe keine Fotos vom Schulhof anfertigen. Wie auf dem verwendeten Foto oben deutlich zu erkennen ist, sind auf unserem Bild auch keine Kinder abgelichtet.

Was nun den „Maulkorb“ betrifft, so ist das unsere Einschätzung des Sachverhalts, wenn insgesamt vier Pädagogen, die es von Berufs wegen gewohnt sind zu kommunizieren, auf gezielte Anfragen mit der Eloquenz eines Goldfischs reagieren. Diese Einschätzung muss Herr Fischer selbstverständlich nicht teilen. In Punkt 9 brauchte Herr Fischer nicht so bescheiden sein. Eine solche Aufwertung des Schulhofs lässt sich unseres Erachtens durchaus als Attraktion bezeichnen.

Abschließend sei festgestellt: Ob wir in der Redaktion einen Schulhof als Spielplatz oder Festplatz des Dorfes oder noch ganz anders bezeichnen, werden wir weiterhin selbst entscheiden.

Hier nun die offiziell gewünschte „Richtigstellung“:

„Sehr geehrter Herr Schulze,
sehr geehrter Herr Franke,

ich bitte um umgehend Richtigstellung des Artikels www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=275417. Herr Glashagel im Rahmen der heutigen Stadtratssitzung der mündlichen Richtigstellung gegenüber den Stadträten beigewohnt. 

Hier die Richtigstellung im Wortlaut:
1.
In die Planungen der Umgestaltung des Schulhofes der Grundschule Petersdorf waren neben dem Ortsteilbürgermeister auch die Schulleitung eingebunden. Wobei das Bauamt bemüht war, die Wünsche der Schule umzusetzen. Die Planung von Baumaßnahmen erfolgt immer über entsprechende Fachplaner.

2.
2019 begann die Umsetzung der Planung, da das Geld im städtischen Haushalt eingestellt wurde.

3.
Es wurden u.a. befestigte Flächen im Haupteingangsbereich, ein Spielhügel mit Weidentipi, diverse Spielgeräte, ein grünes Klassenzimmer, ein Fußballfeld und auch die Scateranlage errichtet.

4.
Es fand eine Abnahme durch einen Prüfer statt, welcher für Spielplätze zugelassen war. Dieser bestätigte keine Mängel.

5.
Die Stadt hat trotzdem den TÜV eingeschaltet, um eine Zweitbegutachtung durchzuführen. Hierfür waren Mängel nur (!) an der Scateranlage ausschlaggebend, so dass diese nicht in Betrieb genommen werden kann und ggf. baulich verändert werden muss. Durch das Bauamt erfolgte eine Mangelanzeige an das Büro am 24.03.2020. Die Haftpflichtversicherung des Büros hat sich bereits am 22.04.2020 gemeldet; der Schaden wurde vom Planer angezeigt.

6.
Die im Beitrag der NNZ erhobenen Vorwürfe sind nicht treffend und zurückzuweisen. Die Aussagen des Beitrags entbehren jeglichen Zusammenhang.

7.
Die Stadt Nordhausen war zu keinem Zeitpunkt seitens des Redakteurs des Mediums zu einer Stellungnahme angefragt worden. 

8.
Es wurden keine „Maulkörbe„ an Mitarbeitende der Schulen verteilt. Das Fotos in das Schulgelände hinein untersagt sind, liegt beim Thema Schutz von Kindern auf der Hand und sollte seitens der Medien auch respektiert werden. 

9.
Es wurde auch seitens der Stadt keine „Attraktion“ - wie kolportiert - auf den Schulhof gestellt. Die Baumaßnahmen hat zum Ziel, eine Gesamtaufwertung des Schulgeländes zu erreichen.

Ferner bitte ich um Richtigstellung der Überschrift zur Freigabe des Spielplatzes in Petersdorf (www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=275430). Darauf habe ich Sie bereits hingewiesen! Es gibt in Petersdorf nur einen Spielplatz! Schulhöfe werden in der Stadt Nordhausen nicht als Spielplätze ausgewiesen.“

Wir haben das Originalschreiben, so wie es in der Redaktion eingegangen ist, hier als screenshot noch einmal angehängt.
Olaf Schulze

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Kommentare

21.05.2020, 14.43 Uhr
Fönix | Also in meinen Augen
ist diese "Richtigstellung" des kommunalen Pressesprechers nicht nur grammatikalisch geradezu eine "Meisterleistung".
Ohweeh...

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21.05.2020, 15.35 Uhr
Stechbarth | Vergnügliche Himmelfahrtslektüre...
... die uns da die Stadtverwalter bescheren. Ich möchte gern dabei sein wenn Herr Buchmann und sein Gefolge die Überschriften und Artikel der nnz und der anderen Presse"organe" zur gefälligen Freigabe vorgelegt bekommen. Gab's alles schon mal.

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21.05.2020, 16.05 Uhr
Marco Müller-John | ..... gepflegte Ahnungslosigkeit mit Hang zur Selbstüberschätzung....
Der Themenkomplex zeigt schonungslos offen wie gut die nnz recherchiert und welches Wissen zu den veröffentlichten Themen bei dem Autor, besser glaube ich, Agitator herrscht.

In Unkenntnis von Vertrags-, Vergabe- und Gewährleistungsrichtlinien im Kontext zu Abahme, Haftung und Betriebserlaubnis ist hier so eklatant, das ich mir schon beim ersten Artikel dachte: "boah, wasn Unsinnsartikel".

Und diese niedliche Rechtfertigungsorgie, auf die Pressemitteilung der Stadt, zeugt noch eindrücklicher vom persönlichen Unverständnis der Sachlage und der eigentlichen Notwendigkeit einer Richtigstellung.

Und wenn man keine Ahnung hat, sollte man dies auch zugeben.

Es ist so lächerlich und naiv von Ihnen zu glauben, die Stadt würde in Kenntnis des laufenden Betriebs von zig Spielplätzen in ihrem Geltungsbereich, eine Sport- und Spielanlage selbst planen, bauen und betreiben. In der realen Wirklichkeit benötigen Sie einen externen Fachplaner für die Ersteinrichtung, zertifizierte Beläge, Baustoffe und Spielgeräte, um solche Plätze abgenommen und damit versichert zu bekommen. Da in der Pressemitteilung dies auch so explizit kommuniziert wurde, hat also der Fachplaner ein Bauwerk geplant, während des Baus betreut und abgenommen. Erst die externe Prüfung von Spielplatzprüfern, die übrigends alle Spielplätze der Stadt regelmäßig prüfen müssen, ergab den eklatanten Mangel, der die Nutzungserlaubnis verhindert.

Der Planer hat einen Fehler gemacht. So what ! Herr Schulze, dafür muss er dann wohl aufkommen müssen. Menschen die Arbeiten machen Fehler, immer und überall. Es wird also, umgebaut und geändert und dann erneut abgenommen.

Was für ne Story nnz ! Chapou !
__________________________________________________
Anm. d. Autors: Danke für Ihre Belehrung Herr Müller-John, ich hatte schon darauf gewartet :)

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21.05.2020, 16.29 Uhr
Marco Müller-John
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21.05.2020, 16.34 Uhr
SeniorRepente | Nicht Spielplatz, Herr Müller,
... sondern Schulhof. Das haben wir ja alle gelernt. Und Dank ihrer Lesart haben wir auch gelernt: So what, shit happend. Will be paid by the taxpayer too.
Nur ne Frage: Wenn alles so "easy" und klar ist, warum dann die Geheimniskrämerei??

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21.05.2020, 20.06 Uhr
Zukunft | Lieber Herr Marco Müller-John,
Sie lenken mit Ihren grundsätzlichen Ressentiments gegen die nnz vom eigentlichen Thema ab. Hier ging es um das deutlich Machen einer glatten Fehlleistung. Nämlich darum, dass ein Sportplatz oder Spielplatz (ist doch eigentlich egal) nicht abgenommen wurde, weil die Planungen und die sich anschließenden Bauleistungen fehlerhaft waren. Das ist doch ein Merkmal von Medien, das Aufzeigen von Mängeln. Für Sie kein Problem. In einer kleinen Stadt wie Nordhausen sind es die kleinen Mängel, in größeren Städten die größeren. Bleiben Sie doch diesem Medium fern, niemand zwingt Sie, das hier zu konsumieren. Vermutlich kennen Sie sich in Vergaben, Planungen dieser Art und Gesetzlichkeiten und sind darin ein Fachmann. In punkto Medienarbeit nicht.

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21.05.2020, 20.43 Uhr
alex300800 | Herr Müller - John
Sie mögen ja teilweise recht haben, aber auch Sie scheinen nicht aufgepasst zu haben. Sie schreiben:
Es ist so lächerlich und naiv von Ihnen zu glauben, die Stadt würde in Kenntnis des laufenden Betriebs von zig Spielplätzen in ihrem Geltungsbereich, eine Sport- und Spielanlage selbst planen, bauen und betreiben. In der realen Wirklichkeit benötigen Sie einen externen Fachplaner für die Ersteinrichtung, zertifizierte Beläge, Baustoffe und Spielgeräte, um solche Plätze abgenommen und damit versichert zu bekommen.

Entweder kann ich nicht lesen oder Sie haben in Ihrer Anstrengung, die Stadt hier zu rechtfertigen, offenbar gestern dem OB nicht richtig zugehört, wenn ich denn dem nnz Beitrag zur Stadtratssitzung glauben darf.....
19.00..........
An der Schule musste man sich einen Planer aufgrund der Schulträgerschaft ins Boot holen. Dabei sei man "auf den Hintern gefallen". "Was wir alleine machen klappt gut".........
Ja und genau das, was Sie oben in Abrede stellen, hat die Stadt doch angeblich bei dem gerade eröffneten Spielplatz in Petersdorf gemacht.... Wie denn nun?

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21.05.2020, 23.13 Uhr
Hans Dittmar | Schulhof Petersdorf verplant, Wer hat Schuld?
Die Petersdorfer Pädagogen haben doch schon im Herbst letzten Jahres beim Rohbau dieser Anlage Kritik geäußert. Ich kann gar nicht glauben, dass man da bis zum Ende weiterbaut und nun den Planer in die Haftung setzt. Aber mal ehrlich, wer plant diese Betonpfosten an einer Skaterbahn, wo Kinder im Alter zwischen 7 bis 12 Jahren spielen sollen.

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21.05.2020, 23.47 Uhr
alexa | Das die NNZ polarisiert ist kein Geheimnis ...
... sie braucht die Klicks. Jeder Klick generiert Werbeinnahmen, soweit so klar.

Es ist aber tatsächlich geradezu reißerisch, wenn die Überschrift lautet: "Stadt beschuldigt Planungsbüro."
In der Richtigstellung des Pressesprechers habe ich diese vereinfachende Botschaft nicht herausgelesen.

Das Thema ist komplex und wird lösbar sein. Da muss ich M. Müller-John Recht geben. Jeder , der sich in der Baubranche auskennt weiß, dass es Abweichungen von der Planung gibt. Und ja, auch Fehler schleichen sich ein. Meist wird die Haftung geteilt. Die ausführende Firma hätte ja auch Bedenken anmelden können. Hier haben offenbar mehrere Beteiligte geschlafen.

.... Trotzdem muss man das Ziel im Auge behalten. Der Schulhof wird neu! Das ist doch auch was positives. Ich hätte mich über eine Skaterbahn gefreut. Freuen kann hier in NDH scheinbar schon lange keiner mehr.... nur Genöle. Perlen vor ....

Eine Bitte am Rande:
Es wäre schön, wenn die NNZ sich wieder mehr auf sauberen Journalismus besinnt, Herr Glashagel macht es doch vor. .... Und: Der Niveau-Verfall der TA reicht doch schon. ... meine Meinung.

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22.05.2020, 08.30 Uhr
Salatrachen | Ist Irren Menschlich ?
Normal ja,aber in einigen Bereichen des öffentlichen Lebens in letzter Zeit scheinbar gewünscht und nicht erlaubt zu hinterfragen.Solche Projekte verschlingen Steuern (also unser Geld)und müssen dann wieder von Steuern nachgebessert werden aber woanders kann kein Freibad ,Sporthalle oder Schule renoviert werden .Und außerdem kann man das Projekt ja auch eigentlich abreißen,da in unserer neuen Normalität ja eh Kinder nicht mehr zusammen spielen dürfen.Ein Hoch auf die unsichtbaren Maulkörbe und tragbaren Maulkörbe! (Ironie) Es ist traurig wie mit Haushaltsgeldern und Entscheidungen umgegangen wird,nur um irgendwann mal Medienwirksam ein Band durchzuschneiden.Bei ner renovierten Schultoilette kommt man nicht auf eine Titelseite

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22.05.2020, 08.32 Uhr
Wolfi65 | Ja genau
Ein richtiger Verfall ist das hier in der NNZ.
Oder ist die NNZ einfach nur noch ein Vorfall?
Oder bin ich das?

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22.05.2020, 09.07 Uhr
SeniorRepente | Nnz hat Aufgabe erfüllt
In Petersdorf gab es einen erheblichen und für alle sichtbaren Missstand der die öffentliche Hand berührt und damit Steuergelder.
Die nnz hat diesen Missstand aufgegriffen und darüber berichtet. Offenbar wollte das Rathaus diesen Vorfall wohl undiskutiert wissen.
Echte Fehler in der Berichterstattung gab es wohl nicht und auch "Reißerisches" sehe ich nicht
Alles richtig gemacht, nnz.

Nein das Rathaus sollte niemals die Überschriften für Zeitungen diktieren dürfen!
Nein, es nicht Aufgabe der Presseorgane, nur über gute "Leistungen" der Politik zu berichten oder nur Harmonie-Artikel wiederzugeben.

Das gab es alles schon zweimal in Deutschland und hat jeweils nichts Gutes gebracht.

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22.05.2020, 09.09 Uhr
Ismael | @alexa
Vielen Dank für ihren Kommentar. Genau das habe ich auch gedacht als ich den Artikel gelesen habe.

Herr Schulze, bei einem kontroversen Thema alle Beteiligten Parteien zu befragen sollte eigentlich zum guten journalistischen Geschäft gehören.
Etwas weniger Meinung und etwas mehr Fakten dürfen durch auch Mal sein. Ansonsten sollte man auch Kolumne drüber schreiben...

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