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Fr, 07:05 Uhr
03.04.2020
Gespräch mit Robert Becke, Geschäftsführer der Nordbrand Nordhausen GmbH

„Wir stehen das durch und können helfen“

Der verheiratete Familienvater Robert Becke steht seit 2013 an der Spitze des Nordhäuser Traditionsbetriebes. In wenigen Tagen wird er 62 Jahre alt und stand Olaf Schulze Rede und Antwort zu Fragen in Zeiten der Virus-Krise

Erst gestern hatte das Unternehmen die Zahlen für das vergangene Jahr veröffentlicht, wonach der Absatz von Nordbrand Nordhausen im Jahre 2019 stolze 49 Millionen Flaschen betrug. Die Investitionen am Standort Nordhausen beliefen sich auf 4 Millionen Euro. 135 Mitarbeiter (davon 5 Azubis) arbeiten derzeit im Nordhäuser Beitrieb.

Robert Becke (Foto: Rotkäppchen-Mumm) Robert Becke (Foto: Rotkäppchen-Mumm)
Der Chef prüft selbst: Robert Becke im Fasslager

Herr Becke, wie arbeitet der Krisenstab im Betrieb, wie laufen die Absprachen zwischen Nordhausen und den anderen Firmenstandorten?
Unsere Task Force bei Rotkäppchen-Mumm ist seit über fünf Wochen im täglichen, engen Austausch miteinander. Hier sind alle Standorte und unterschiedlichste Fachbereiche eingebunden und werden situativ ergänzt. Durch unseren Standort Valdobbiadene in Norditalien waren wir schon frühzeitig für viele schwierige Themen sensibilisiert.

Läuft der Produktionsbetrieb in voller Auslastung in Nordhausen weiter oder welche Beschränkungen gibt es?
Wir bei Nordbrand Nordhausen und auch die anderen deutschen Standorte von Rotkäppchen-Mumm sind voll liefer- und handlungsfähig. Eine Prognose für die nächsten Wochen, Monate ist zum jetzigen Zeitpunkt natürlich nicht möglich.

Wenn ja, wie geht die Belegschaft mit den Kontaktbeschränkungen um? Welche Maßnahmen wurden intern ergriffen?
Das Team in Nordhausen und auch an allen Standorten geht überragend mit der Situation um. Wir alle sind hochmotiviert und stellen uns der Situation absolut pragmatisch. Eine der internen Maßnahmen ist es, dass sich einzelne Mitarbeiter beim Schichtwechsel nicht mehr persönlich begegnen, was hervorragend klappt. Zudem haben wir wenn möglich den Arbeitsplatz ins Homeoffice verlegt, um die Ansteckungsrisiken für alle soweit wie möglich zu verringern.

Wenn nicht, wie geht es weiter? Ist Kurzarbeit beantragt?
Wir haben keine Kurzarbeit beantragt, unsere Produktion ist derzeit voll ausgelastet. Oberste Priorität hat für uns immer die Gesundheit der Beschäftigten und die Erhaltung der Arbeitsplätze. Aber auch da ist es momentan natürlich nicht möglich, eine verlässliche Prognose über einen längeren Zeitraum zu machen.

Produktion (Foto: Rotkäppchen-Mumm) Produktion (Foto: Rotkäppchen-Mumm)
Produktionsanlage in Nordhausen

Wurden die ohnehin umfangreichen hygienischen Standards noch erhöht?
Wir sind ein lebensmittelherstellendes, systemrelevantes Unternehmen mit immer sehr hohen hygienischen Standards. Und natürlich haben wir auch noch tiefergreifende Maßnahmen ergriffen und in vielen Detailfragen die hohen Standards noch mehr geschärft.

Gibt es Überlegungen, die Produktion umzustellen, um bspw. den hohen Bedarf an Desinfektionsmitteln decken zu können?
Wir haben bereits in den letzten vier Wochen rund 100.000 Liter reinen Alkohol vielen Apotheken und Kliniken zur Verfügung gestellt und 22 ortsansässige Apotheken mit einer Alkoholspende zur Herstellung von Desinfektionsmitteln unterstützt. Wir helfen sehr gerne und werden das auch weiterhin machen. Allerdings haben wir in unserer Brennerei in der Erfurter Straße überhaupt nicht die technischen Möglichkeiten, jetzt kurzfristig Desinfektionsmittel herzustellen. Das überlassen wir den dafür spezialisierten Unternehmen, die das auch besser können.

Wie kann das Traditionsunternehmen in dieser Krisenzeit in der Region helfen oder benötigt es selbst Hilfe, um weiter bestehen zu können?
Wir als eine Tochter des traditionsreichen Familienunternehmens Rotkäppchen-Mumm stehen das durch. Und natürlich helfen wir dort auf direktem Weg, wo immer es uns möglich ist.
Das Gespräch führte Olaf Schulze
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