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07.07.2019
nnz-Forum

Gedankenlose Sprache

Mit der deutschen Sprache wird immer mehr Schindluder getrieben. Schon ein Blick in diese Rubrik liefert laufend Beweise. Offenkundig hat die Oberlehrerin Margot ihr Soll in Orthographie und Grammatik nicht erfüllt, sonst würden ihr Stammtisch-Strategen hier ein besseres Zeugnis ausstellen, meint nnz-Leser Martin Roland...

Der Bundespräsident geht mit schlechtem Beispiel voran. Bescheinigte er doch neulich nach dem Mord in Kassel dem Rechtsextremismus eine „neue Qualität“. Mit demselben inflationär gebrauchten Begriff sind schon Drohnen im Afghanistan-Krieg, raffinierte Tricks bei Geldwäsche, brutalere Methoden im Rauschgifthandel, schärferes Vorgehen in der Terrorbekämpfung sowie schonende Kastration von jungen Ebern bezeichnet worden.

„Qualität“ ist im normalen Sprachgebrauch positiv besetzt. Die lateinische „qualitas“ sagt etwas über die Beschaffenheit oder den Zustand eines Produktes oder einer Dienstleistung aus. Früher wurde „Qualität“ vorwiegend als Synomym für Güte verwandt. Das kommt auch in der Bezeichnung „Qualitätsprodukt“ oder „Qualitätswein“ zum Ausdruck.

In jüngster Zeit erscheint sie allerdings mehrdeutig und verschwommen. Einen Sinneswandel erfährt auch die „Kultur“. Mit Ess-, Trink- und Wohnkultur können wir noch Vorstellungen verbinden; das Gleiche gilt auch für Spiel-und Unternehmenskultur. Bei den meisten Kombinationen mit „Kultur“, die dieser Tage angewendet werden, hat es aber mit derselben wenig zu tun.

So ist die „Kultur“ zu einem diffusen Bereich verkommen. Während Willkommens- und Streitkultur noch in den gewohnten Rahmen passen, wird es bei der Mülltrennungs- und Verbrechenskultur schon schwieriger.

„Nicht wenige Menschen möchten sich (durch die Kultur ihrer Vorfahren) von anderen Völkern unterscheiden und sich ihrer Heimat zugehörig fühlen, die sie als etwas Besonderes ansehen“, lautet eine Erklärung zur „Kultur“ in einem Wörterbuch. Diese Deutung sollte in der Tagespolitik mehr Beachtung finden.
M.R.
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare

08.07.2019, 10.21 Uhr
Paulinchen | Ja das Blauköpfchen...
... war schon ein Fall für sich. Dennoch haben unsere Kinder in der Schule noch die Dinge gelernt, welche sie heute zu Leben brauchen. Doch leider ging es aus meiner Sicht, mit der Wende in Sachen Bildung bergab.
Was unsere Kultur betrifft, so ergeht es dieser eher sehr schlecht. Da kommen mir Vergleiche mit der Treuhand in den Sinn. Diese war einst darauf gerichtet, die Konkurrenz im Osten auszuschalten. Unsere Kultur hat ihren Feind im Islam gefunden. Diese politische Vereinigung lässt nichts aus, uns längst vertraute Dinge zu verbieten. Da wären die fast in allen Städten unserer Republik vorhandenen Mohrenapotheken, das Zigeunerscnitzel, der Mohrenkopf, das Ballspiel Völkerball, das Leuten unserer Kirchenglocken und das Verwenden unserer Staatsflagge. Sicher könnte man hier noch viel mehr Beispiele nennen, aber die will ich mir sparen. Unsere Kanzlerin und ihr Gefolge sind es, welche unsere Kultur mit allen Mitteln verändern wollen.
Heute steht in einer Zeitung, früher hat Deutschland andere Länder besetzt, heute will Deutschland andere Länder belehren. So werden die Wunden unserer Geschichte niemals verheilen. Obwohl wir, die derzeitige Generation, daran keine Aktien mehr haben.
Mit der Öffnung der Grenzen, im Jahr 2015,begann eine neue Zeit, in der Deutschland in einen Status in Europa geraten ist, der uns nicht gut tut. Und die Reaktionen unserer Politiker, in dem Fall Carola Rakete, stoßen unseren Nachbarn etwas sauer auf. Und tragen nicht dazu bei, daß unser Volk auf sein Land stolz sein kann.
Dies ist meine Meinung und wer es anders sieht, dem sei es freigestellt, in seinem Land zu leben, wie es ist. Nur Deutschland ist nicht mehr das Land, in dem seine Einwohner sich unbeschwert frei bewegen können. Es ist nicht mehr das Land, in dem es einen Nationalstolz gibt, wie ihn unsere Nachbarländer haben. (F, A, NL, I, CH u. a. m.)

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08.07.2019, 13.08 Uhr
Latimer Rex | Paulinchen/ Im Pauken ganz groß
Wenn Nationalstolz in Islamaphobie umschlägt, wird er
zur Bedrohung der eigenen Lebensart. Gewiss doch, in
der DDR wurde richtig gepaukt, aber keine humanistische
und freiheitliche Bildung vermittelt.

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08.07.2019, 13.52 Uhr
Strandläufer | DDR Schulsystem
...mhm, soweit ich weiß, war das DDR Schulsystem eines der besten der Welt, weswegen es u.a. die Skandinavier seinerzeit kopierten. Bekanntermaßen sind sie uns auch im Bereich Bildung weit voraus. So ganz schief liegt Paulinchen nicht.

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08.07.2019, 14.59 Uhr
Spätzlevernichter | Strandläufer...
.. Ich denke, dem Latimer Rex geht es eher um die vermittelten Inhalte als um das Schulsystem.

Jeder der heute Kinder in der Schule hat wird bestätigen, dass es in diesem Fall tatsächlich besser war... Das ddr-schulsystem.

Ich erinnere mich lebhaft an die staatliche /ideologische Einflussnahme nicht nur in Staatsbürgerkunde, sondern in nahezu allen Fächern, die nicht naturwissenschaftlich waren.

Jetzt werden hier einige wieder schreien: na das ist ja heute nicht anders! Den en muss ich sagen: doch, ist es! In der DDR wurde Kindern eine Ideologie vermittelt. Heute wird den Kindern Demokratie und Toleranz bei gebracht.

Methodik und System... Sind verbesserungswürdig, aber zu den Inhalten der DDR-Bildung wollen wir wirklich nicht zurück.

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08.07.2019, 18.52 Uhr
shershen834 | DDR Bildungssystem
Ich wundere mich immer wieder,wie alle selbsternannten Toleranzler und Demokraten,mit Dingen umgehen,die nicht ihren Vorstellungen entsprechen.
Wenn geschrieben wird,das in der DDR das Schulsystem,ideologiebezogen war,ausser in den naturwissenschaftlichen Fächern , ist das vollkommen richtig. Dies wird so von der herrschenden Klasse vorgegeben.Dies ist in jeder Gesellschaftsordnung so.
Nur gab es damals klare Regeln und Vorgaben,an die sich der Einzelne im Interesse der Gesellschaft zu halten hatte.
Heute dagegen wird mit den Begriffen Demokratie und Toleranz um sich geschmissen,was dazu führt,das viele denken,sie können machen,was sie wollen.
Um nur beim Bildungssystem zu bleiben,heute werden Leistungsanforderungen an die Schüler herabgesetzt,Prüfungen aller Art erleichtert,Abiturabschlüsse entschärft.Werden die Anforderungen beim Studium auch nach unten korrigiert,oder führt das zu massenhaften Studiumsabbrüchen,weil die Vorbildung fehlt?
Ich bin der Meinung,das den Menschen mal beigebracht werden muss,das Demokratie und Toleranz auch Grenzen haben,und diese von niemanden übertreten werden dürfen.
Jeder muss dazu seinen Teil beitragen,nicht nur immer wieder nur ein Teil der Bevölkerung,die sich vorschreiben lassen müssen,was sie zu tun(für die Steuer zu arbeiten,sonst aber stillzuhalten und alles andere im Namen von Demokratie und Toleranz über sich ergehen zu lassen).Das kann so nicht sein,das hat mit Toleranz und Demokratie nicht das Geringste zu tun.Was das ist ,sollte jeder selber wissen.
Übrigens war in der DDR mit Demokratie und Toleranz nichts zu verdienen.......

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08.07.2019, 19.24 Uhr
DDR-Facharbeiter | Einführung des DDR-Bildungssystems erfolgte schleppend und auf verschiedenen Wegen
Das Bildungssystem in der DDR entstand 1946 in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) mit dem Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule als Einheitsschule.
Die Einführung des DDR-Bildungssystems erfolgte schleppend.und auf verschiedenen Wegen: Bereits im Wintersemester 1949/50 wurden parallel Arbeiter-und Bauern-Fakultäten (ABF) für Kinder von Arbeitern und Bauern eingerichtet:
Ziel. In drei oder zwei Jahren zum Abitur.
In Nordhausen wurden 1950 Schüler mit einem guten Noten-Durchschnitt in den Hauptfächern von der 8. Klasse ( "Begabtenzug" im Gebäude der Heinrich-Mittelschule Domstrasse) in die 9. Klasse an der Humboldtschule versetzt.
Der in der SU stalinistisch geprägte Schulleiter Hub drückte die Einführung der Gegenwartskunde, damals "DiaMat" (Dialektischer Materialismus) genannt, erbarmungslos durch.
Wer nachdenkliche Fragen stellte oder Hubs Klassenstandpunkt nicht teilte ,
flog von der Schule oder bekam keinen Studienplatz.
Das DDR-Abitur wurde in Westdeutschland nicht anerkannt.
Um im Westen eine Studiengenehmigung zu erlangen,
wurde ein 13. Schuljahr in einem sechsmonatigen Lehrgang mit Abschluss-Prüfungen im April verlangt. Die Schüler "aus der Ostzone" sollten keinen Vorteil geniessen gegenüber den westdeutschen Schülern mit 13 Schuljahren.

Lediglich das Abitur der humanistisch geprägten A.H.Francke-Oberschule Halle/S.,
des Grauen Klosters in Ostberlin, der Oberschule Schulpforta und der Klosterschule Rossleben wurde bis 1955 im Westen anerkannt.
Meine DDR-Abi Noten in Deutsch, Mathe, Physik und einer Fremdsprache wurden
von einer westdeutschen Technischen Universität als Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ohne Wenn und Aber anerkannt.
Habe im Vergleich mit westdeutschen Studenten auf den naturwissenschaftlichen Fachgebieten kaum Wissenslücken verspürt.
In der Kenntnis der Fakten der neueren deutschen Geschichte war ich ihnen sogar überlegen.
Die Ideologie -Überfrachtung der einst humanistisch geprägten DDR- Oberschulen begann nach meiner Beobachtung erst 1955 .

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08.07.2019, 20.46 Uhr
Trüffelschokolade | Verdrehte Welt
Dieses Deutschland, was Paulinchen zu betrauern scheint, erscheint mir eher wie ein Alptraum.

Der Versuch an rassistischen und kolonialen Begriffen festzuhalten, die freudlose Freude an Kirchenglocken bei zeitgleicher Ablehnung anderer Religionen, der Wunsch nach einem wie auch immer gearteten Nationalstolz, das ist ein Alptraum.
Zeitgleich verkennt es total, dass gerade diese Sachen noch extrem weit verbreitet sind.

Ein Vorteil an D war, dass zumindest offener Nationalstolz für eine geraume Zeit zumindest eingeht schien. Und das ist was positives. Nationalstolz ist schlechtweg nichts anderes als dumpfer Nationalismus nur schöner verpackt. Keins von beidem braucht man. Allen geht es besser, wenn dieses Arbiträre und Ausgrenzende überwunden ist. Es ist ja auch relativ absurd: warum zur Hölle sollte ich auf so ein seltsames Konstrukt stolz sein, was nichts mit mir zu tun hat? Schopenhauer hat es mal ganz gut ausgedrückt:
"Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen."

Und dabei wäre ich sogar ein idealer Zeitgenosse für diesen plumpen Nationalismus: in Deutschland geboren und aufgewachsen, mit einer Familie, die sich über Generationen meines Wissens weitgehend auf dem Gebiet des Deutschen Reiches befunden hat. Aber auf Dystopie wie Paulinchens Deutschland habe ich keine Lust.

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08.07.2019, 21.00 Uhr
tannhäuser | National und Islam...
...was hat das mit Paulinchens Kommentar zu tun, Latimer Rex?

Schon wieder etwas voreilig in Stellung gegangen gegen Aussagen, die Sie exklusiv zwischen den Zeilen gelesen haben contra Ihrer Agenda "Alles und jeder gehört zu Deutschland ausser den Mitsingern der Nationalhymne und Aufhängern der Flagge..."?

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08.07.2019, 21.46 Uhr
guckan | Was Nationalstolz und Islamphobie
mit Paulinchens Kommentar zu tun haben? Ganz einfach, Beides steht klar drin und muss nicht zwischen den Zeilen gesucht werden. Beispiel gefällig? Hier : "Unsere Kultur hat ihren Feind im Islam gefunden". Deutlicher geht es doch gar nicht!

Ich persönlich habe auch das eine oder andere Problem mit der Auslegung des Islams. Das habe ich aber auch mit der Auslegung des Katholizismus. Und wenn ich in Texten nicht mehr den Inhalt erkenne wie Sie, Tannhäuser, dann mime ich nicht den Belehrungsonkel!

Zu dieser verklärten Glorifizierung des DDR Schulsystems nur soviel, nicht die Skandinavier haben das in den sechziger/siebziger Jahren (in Teilen) übernommen, sondern lediglich die Finnen. Und deren System orientierte sich insgesamt mehr am schwedischen Schulsystem als am DDR Schulsystem.

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08.07.2019, 23.50 Uhr
Spätzlevernichter | DDR-Facharbeiter...Danke
...Wow...das ist sehr interessant, was Sie da schreiben. Und tatsächlich haben Sie Recht, wenn Sie sagen, dass die jeweilige Ideologie in jeder Gesellschaftsordnung an den Schulen gelehrt wird.

Heute ist ein gewisser Humanismus in das Schulsystem eingekehrt. Auch der letzte, unwillige Schüler soll die Chance haben, nach dem Erkennen seines Fehlers... weiter machen zu können. Glauben Sie mir, ich spreche da aus Erfahrung. Es ist gut, dass es so ist... gerade in der Zeit der Prüfungen mit 16 Jahren an der Realschule.... die Kids stecken mitten in der Pubertät - wissen nicht wo vorn und hinten ist - sollten sie sich deswegen das ganze Leben versauen ?

Es fehlt an den Schulen ein bisschen die harte Hand... so wie wir das noch erlebt haben... aber insgesamt ist es nicht verkehrt, den hormongepushten Teenagern einen Notausgang zu gewähren, finde ich.

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09.07.2019, 08.12 Uhr
henry12 | Gedankenlose Kommentare
Hier sind ja wieder fast alle Bildungskoryphäen am Start.
Erfahrungsgemäß finden die ehemaligen Schüler mit unterdurchschnittlichen Leistungen alles ganz furchtbar und schieben es heute auf die Lehrer und früher auf irgendein System. Das ist ja auch schön einfach.
Zum Thema Nationalstolz. Der Schoko- Kommentator hat vollkommen recht. Kann man auf diesen Staat nun wirklich nicht haben. Worauf auch ?
Zum eigentlichen Artikel. Qualität bedeutet "die Summe aller Eigenschaften eines Objektes, Systems oder Prozesses"
also kann das pos. oder neg. sein .
Kultur siehe Wiki. , ( zu viel Text ) . Wo ist Ihr Problem, Herr
Roland ?

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09.07.2019, 10.24 Uhr
Strandläufer | @guckan
Ich glorifiziere gar nichts.

Aber Fakt ist, dass wir eine bessere Allgemeinbildung beigebracht bekamen. Glauben Sie mir, ich fand es als Schüler nicht so gut erst die 10te Klasse: volles Programm Abschlussprüfung und dann noch mal zum Abitur: ohne das ich was groß abwählen durfte. Im Nachgang war es gut, da ich zu jedem Zeitpunkt etwas abgeschlossenes vorweisen konnte und ich mehr Möglichkeiten hatte.

Den Punkt der Allgemeinbildung habe ich nach der Wende des Öfteren feststellen können und glaube Sie mir, ich bin etwas herum gekommen...gerade Georgafie und selbst die Innerdeutsche: nicht zu fassen.

Warum wohl geht man wieder zum Konzept der Gesamtschulen über?

Ich verstehe auch nicht was das soll, dass jedes Bundesland ein eigenes Schulsystem hat.

Dasselbe Prinzip hatte man bei den Polikliniken angewandt - erst platt gewalzt und nun haben wir MVZ.

Abschliessend: ich glorifiziere nichts, aber was gut war, kann man auch benennen dürfen. Und: das immer die, die weniger Erfolg haben, die sind, die die Schuld bei Anderen suchen und Nebelbomben zünden: das war früher wie heute....

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09.07.2019, 12.17 Uhr
Andreas Dittmar | Demokratie ja aber Ideologie nein
Wenn Vereine, wie die Amadeu Antonio Stiftung in die Bildung der Kinder eingreift, halte ich das für sehr bedenklich. Das eine Erziehung im Sinne von Demokratie und Toleranz seinen Mitmenschen gegenüber erfolgen muß, steht außer Frage. Ideologische und politische Bevormundung haben auf einem Lehrplan nichts zu suchen. Ich habe damals auch die POS besucht. Wenn der Lehrer (in dem Fall nicht Staatsbürgerkunde) 25 Jahre Dienst in der NVA geleistet hatte, ging es im Unterricht etwas zackiger von statten. Dafür konnte er aber im Gelände seine ganzen Erfahrungen, wie zb. den Umgang mit Karte und Kompass vermitteln.
Auch in Staatsbürgerkunde haben wir die unterschiedlichen Staatsformen und deren Aufbau kennen gelernt. In wieweit die Schüler ideologisch gebrieft wurden, hing auch davon ab, wie der Lehrer selbst tickte. Dass einige Lehrer ihren Job dazu missbrauchten, um gewonnene Informationen an die Stasi weiterzureichen, ist natürlich verwerflich. Auch die Lücken in der Geschichte oder die teilweise falsche Bewertung von Ereignissen wie 17.Juni, Prager Frühling, Ungarnaufstand sind eher dem herrschenden Regime zuzuschreiben, als dem Lehrer selber.

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09.07.2019, 12.31 Uhr
Andreas Dittmar | Kleiner Nachtrag
Im Nachhinein betrachtet, errinnerten die Aufmärsche zu den gesellschaftspolitischen Feiertagen an die Zeit des Faschismus auch wenn der Inhalt der Parolen und der Text der Lieder leicht von denen des Dritten Reiches abwichen. Diktatur und Personenkult haben den selben Anstrich auch wenn die Farben manchmal etwas unterschiedlich sind.

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