nnz-Forum
Gedankenlose Sprache
Sonntag, 07. Juli 2019, 14:32 Uhr
Mit der deutschen Sprache wird immer mehr Schindluder getrieben. Schon ein Blick in diese Rubrik liefert laufend Beweise. Offenkundig hat die Oberlehrerin Margot ihr Soll in Orthographie und Grammatik nicht erfüllt, sonst würden ihr Stammtisch-Strategen hier ein besseres Zeugnis ausstellen, meint nnz-Leser Martin Roland...
Der Bundespräsident geht mit schlechtem Beispiel voran. Bescheinigte er doch neulich nach dem Mord in Kassel dem Rechtsextremismus eine neue Qualität. Mit demselben inflationär gebrauchten Begriff sind schon Drohnen im Afghanistan-Krieg, raffinierte Tricks bei Geldwäsche, brutalere Methoden im Rauschgifthandel, schärferes Vorgehen in der Terrorbekämpfung sowie schonende Kastration von jungen Ebern bezeichnet worden.
Qualität ist im normalen Sprachgebrauch positiv besetzt. Die lateinische qualitas sagt etwas über die Beschaffenheit oder den Zustand eines Produktes oder einer Dienstleistung aus. Früher wurde Qualität vorwiegend als Synomym für Güte verwandt. Das kommt auch in der Bezeichnung Qualitätsprodukt oder Qualitätswein zum Ausdruck.
In jüngster Zeit erscheint sie allerdings mehrdeutig und verschwommen. Einen Sinneswandel erfährt auch die Kultur. Mit Ess-, Trink- und Wohnkultur können wir noch Vorstellungen verbinden; das Gleiche gilt auch für Spiel-und Unternehmenskultur. Bei den meisten Kombinationen mit Kultur, die dieser Tage angewendet werden, hat es aber mit derselben wenig zu tun.
So ist die Kultur zu einem diffusen Bereich verkommen. Während Willkommens- und Streitkultur noch in den gewohnten Rahmen passen, wird es bei der Mülltrennungs- und Verbrechenskultur schon schwieriger.
Nicht wenige Menschen möchten sich (durch die Kultur ihrer Vorfahren) von anderen Völkern unterscheiden und sich ihrer Heimat zugehörig fühlen, die sie als etwas Besonderes ansehen, lautet eine Erklärung zur Kultur in einem Wörterbuch. Diese Deutung sollte in der Tagespolitik mehr Beachtung finden.
M.R.
Der Bundespräsident geht mit schlechtem Beispiel voran. Bescheinigte er doch neulich nach dem Mord in Kassel dem Rechtsextremismus eine neue Qualität. Mit demselben inflationär gebrauchten Begriff sind schon Drohnen im Afghanistan-Krieg, raffinierte Tricks bei Geldwäsche, brutalere Methoden im Rauschgifthandel, schärferes Vorgehen in der Terrorbekämpfung sowie schonende Kastration von jungen Ebern bezeichnet worden.
Qualität ist im normalen Sprachgebrauch positiv besetzt. Die lateinische qualitas sagt etwas über die Beschaffenheit oder den Zustand eines Produktes oder einer Dienstleistung aus. Früher wurde Qualität vorwiegend als Synomym für Güte verwandt. Das kommt auch in der Bezeichnung Qualitätsprodukt oder Qualitätswein zum Ausdruck.
In jüngster Zeit erscheint sie allerdings mehrdeutig und verschwommen. Einen Sinneswandel erfährt auch die Kultur. Mit Ess-, Trink- und Wohnkultur können wir noch Vorstellungen verbinden; das Gleiche gilt auch für Spiel-und Unternehmenskultur. Bei den meisten Kombinationen mit Kultur, die dieser Tage angewendet werden, hat es aber mit derselben wenig zu tun.
So ist die Kultur zu einem diffusen Bereich verkommen. Während Willkommens- und Streitkultur noch in den gewohnten Rahmen passen, wird es bei der Mülltrennungs- und Verbrechenskultur schon schwieriger.
Nicht wenige Menschen möchten sich (durch die Kultur ihrer Vorfahren) von anderen Völkern unterscheiden und sich ihrer Heimat zugehörig fühlen, die sie als etwas Besonderes ansehen, lautet eine Erklärung zur Kultur in einem Wörterbuch. Diese Deutung sollte in der Tagespolitik mehr Beachtung finden.
M.R.
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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