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Mi, 21:13 Uhr
12.12.2018
Drohnenflug über Sollstedt

Messungen in luftiger Höhe

Wem in den frühen Morgenstunden des nahenden Donnerstags über dem Sollstedter Himmel seltsame Lichter auffallen sollten, der kann gelassen bleiben, es handelt sich weder um ein UFO noch den Herrn Nikolaus, sondern um eine Drohne mit sensibler Messtechnik an Bord...

Die Messdrohne der Firma airmess startet in den Morgenstunden und fliegt über Sollstedt (Foto: Sven Kaleta ) Die Messdrohne der Firma airmess startet in den Morgenstunden und fliegt über Sollstedt (Foto: Sven Kaleta )

Das Gerät, das ab halb fünf über Sollstedt aufsteigen wird, ist gute sechs Kilo schwer, wird von vier Rotoren angetrieben und hat eine hochauflösende Wärmebildkamera an Bord. Mit deren Hilfe soll das Fernwärmenetz des Ortes auf mögliche Lecks überprüft werden.

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Bis zu vier Meter tief kann das Infrarot-Auge blicken und selbst Temperaturabweichungen von 0,2 Grad Celsius erfassen, erklärt Drohnenpilot Sven Kaleta. "Der Betreiber speist hier mit 90 Grad ein, bei manchen Kunden kommen aber nur 60 Grad an, das ist schon ein enormer Unterschied", sagt er. Sven Kaleta und sein Kollege Marco Füstner sind sich sicher, dass sie fündig werden, bei Lecks im Leitungssystem ließen sich die Temperaturunterschiede mit der Wärmebildtechnik gut erkennen und bisher habe man noch nie daneben gelegen.

Seit zwei Jahren ist die Firma "airmess" aus Dresden mit ihrer Messtechnik unterwegs, vor allem im Winter kümmere man sich um Aufträge wie den in Sollstedt, im Sommer stünden hingegen eher Vermessungen im Tagebau an. Die Drohne ist Maßarbeit, auf die Bedürfnisse der Vermesser zugeschnitten. Mit bis zu 10 Meter pro Sekunde kann das Fluggerät ganz schön Fahrt aufnehmen, Sollstedt wird man aber mit gemütlichen drei Metern pro Sekunde auf knapp 30 Metern Höhe überfliegen.

Drohnenpilot Sven Kaleta und Kollege Marco Fürstner  (Foto: Angelo Glashagel) Drohnenpilot Sven Kaleta und Kollege Marco Fürstner (Foto: Angelo Glashagel)

Der Einsatz ist von langer Hand geplant, anders geht es nicht. Im Tageslicht hat das Duo die Flugstrecke noch einmal abgefahren um etwaige Hindernisse wie Oberleitungen und Strommasten ausfindig zu machen. Die Strecke wird dann per Software vorprogrammiert.

Kaleta führt, wie seine drei Pilotenkollegen in der Firma auch, den "großen" Drohnenführerschein, darf also Drohnen über fünf Kilo Gewicht in die Luft bringen und ist zu Nachtflügen berechtigt. Die entsprechende Genehmigung des Luftfahrtbundesamtes liegt vor, die örtlichen Behörden sind informiert und auch die Bevölkerung hat man über eine Meldung im Amtsblatt auf den Einsatz vorbereitet.

Theoretisch zumindest. Nachfragen von Anwohnern erlebe man dennoch bei jedem Flug, erzählt der Messtechniker. Man verstehe die Skepsis, meint Kaleta, "wir wollen in niemandes Privatsphäre eindringen und können das auch gar nicht. Alles was wir auf unseren Monitoren zu sehen bekommen sind Blau, Rot- und Orangetöne".

Insgesamt drei mal wird die Drohne für jeweils 13 bis 15 Minuten über Sollstedt aufsteigen und dabei ein Gebiet von knapp zwei Quadratkilometern abfliegen. Nur eines kann den Flug theoretisch noch verhindern: das Wetter. "Die besten Bedingungen haben wir wenn es kalt und trocken ist", erzählt Kaleta, sollte es in der Nacht zu stark regnen, dann könnte die Messung buchstäblich ins Wasser fallen und man müsste noch einmal anrücken. Denn Wasser oder auch metallische Oberflächen können unter Umständen wie Spiegel wirken und die Ergebnisse stark verfälschen. Und da kommt auch die neueste Technik noch nicht mit, wenn die Qualität stimmen soll.
Angelo Glashagel
Drohnenpilot Sven Kaleta und Kollege Marco Fürstner bereiten ihre Technik vor (Foto: Angelo Glashagel)
Drohnenpilot Sven Kaleta und Kollege Marco Fürstner bereiten ihre Technik vor (Foto: Angelo Glashagel)
Drohnenpilot Sven Kaleta und Kollege Marco Fürstner bereiten ihre Technik vor (Foto: Angelo Glashagel)
Drohnenpilot Sven Kaleta und Kollege Marco Fürstner bereiten ihre Technik vor (Foto: Angelo Glashagel)
Autor: red

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