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Sa, 07:00 Uhr
14.05.2016
Lichtblick

Die Taube ist das Zeichen

Auf der Straße nach einer Erklärung gefragt, ist das Pfingstfest eines der Feste, das viele Menschen nicht mehr erklären können. War das was mit Jesus? Wüssten Sie es einfach zu erklären? Muss ja nicht in einfacher Sprache sein...


Kurz gesagt ist Pfingsten der Geburtstag der Kirche. Die ersten Christen wurden verfolgt. Zuerst die Jünger, denn die römische Geheimpolizei kannte kein Erbarmen mit den Anhängern des nunmehr gekreuzigten Mannes aus Nazareth, von dem die Jünger nun auch noch bezeugten, dass er auferstanden sei. Das hatte das Potential zur Rebellion und die gefällt Despoten generell nie und zu keinen Zeiten.

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Die Jünger verstecken sich und haben Angst, als Jesus plötzlich im Raum ist. Er wird vor Ihnen weggenommen und ist nun eins mit dem Vater. Doch er sprach schon während seines irdischen Lebens von einem Tröster (Johannes 14,26; 15,26; 16,13), der traditionell mit dem Heiligen Geist gleichgesetzt wird und der die Trinität, die Dreieinigkeit, komplett macht.
Das Symbol ist dabei die Taube. Sie steht für den Heiligen Geist, der den Menschen die Nähe GOTTes symbolisieren soll. Fortan ist sie mehr als ein Vogel, findet sich in vielen Kirchen auf Bildern, Skulpturen und in besonders vielen im Schalldeckel der Kanzel, auf der der/die Pfarrer*in steht, wenn er/sie predigt.

Die dahinter stehende Vorstellung ist, dass der/die Geistliche bei der Auslegung der Heiligen Schrift den Geist GOTTes besonders nötig hat, denn er soll nicht eigene Ideen vertreten und äußern, sondern er soll das Wort GOTTes auslegen, d.h. in die heutige Zeit hineinsprechen und -übersetzen. Da brauchen wir Pfarrer wirklich jede Stärkung, die wir bekommen können. Denn Worte werden in unserer Zeit viele gemacht. So mancher Zeitgenosse folgt dabei dem Motto Konrad Adenauers: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“ Andere reden getreu der Maßgabe: „Wie soll ich wissen was ich denke, wenn ich nicht höre was ich sage?“ Dabei wird verletzt, Ehre abgeschnitten, mit dem Finger auf andere gezeigt, übel verleumdet und so mancher Stab über andere gebrochen.

Ist denen, die mit Fingern auf andere zeigen, eigentlich bewusst, dass jedes Mal, wenn Sie mit dem Zeigefinger auf andere zeigen, mindestens drei Finger auf sie selbst weisen? (Das gilt auch für Schmähworte von selbsternannten und -gerechten Moralaposteln und vorgeblichen Neuzeitphilosophen, die auf Andachten des Lichtblicks despektierlich herabschauen und sich mit ihren Äußerungen all zu oft selbst bloß stellen).
Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes. Er will uns beGEISTern und uns für das Leben einnehmen und gewinnen, uns zu fröhlichen Menschen machen, die dankbar sind für das, was sie haben und sind.

Das drückt sich in mannigfaltigen Bräuchen aus, die von geschmückten Pfingstbrunnen, Pfingstochsen und Pfingstbäumen (Maibaum) über Pfingstsingen, Pfingstfeuer, Pfingstbrezeln bis zur Pfingstmilch reichen je nach Region verschieden. Und wir haben allen Grund dankbar zu sein, denn wir haben mehr als wir wirklich brauchen. Wir sind Glückspilze verglichen mit den vielen Pechvögeln dieser Welt.

Da ist es schön und gut, dass viele Menschen zu Pfingsten die Weite (nicht „das Weite“) suchen, wandern, gesellig sind, miteinander Dinge unternehmen und sich aufsuchen - einander begegnen. Die Bibel erzählt davon, dass die ängstlichen Jünger in diesen Tagen, von dieser Gemeinschaft ermutigt, sich öffentlich zu ihrem Glauben bekannten und keine Angst vor dem real dräuenden Tod hatten. Aus „Angsthasen“ wurden „Mutmenschen“. Sie bekannten sich mit Name und Hausnummer, nicht wie die meisten heute im Netz, die ihre wenig geistvollen Ergüsse anonym hervorwürgen und nur noch „Wutmenschen“ sind.

Pfingsten will uns beGEISTern, will uns empfindsam für die Kostbarkeit des Lebens machen. Selbstverständlich dürfen wir unsere Ängste sagen, aber wir müssen ihnen keine Macht über uns geben, weil wir sie der höchsten Macht anvertrauen können, die sich in Vater, Sohn und Heiligem Geist zeigt.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Zeit und Muße für diese Entdeckungsreise finden, geistvolle Gespräche führen können und beGEISTert werden für das Geschenk des Lebens. Es ist uns nur anvertraut, machen wir das sinnvollste daraus, schauen wir auf uns, beginnen wir bei uns. Dann wird der GEIST GOTTes uns anrühren und tragen - unser ganzes Leben lang.

Ein gesegnetes Pfingstfest wünscht Ihnen,
Superintendent Kristóf Bálint

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Autor: psg

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