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Mo, 06:32 Uhr
16.01.2012

nnz-Forum: Ist die FHN wirklich nur gut?

Von der öffentlichen Seite ist nur zu hören, wie gut doch unsere Fachhochschule ist. In der vergangenen Woche fand in der Fachhochschule Nordhausen ein Vortagsabend unter dem Motto: „Vom Alptraum zum Traumjob“ statt. Referent war Klemens Himpele...


Was ich da zu hören bekam war alles andere als Lob für die Fachhochschule. Es sei aber gleich vornweg gesagt, es steht nicht nur um die Nordhäuser FH so schlecht. Ich habe schon des Öfteren von Studenten gehört, dass es um unsere FH nicht so gut bestellt ist, wie es uns vorgemacht wird. Vor allem von unseren Politikern, denen ja angeblich die gute Bildung am Herzen liegt.

Ja es ist nun einmal so: Bildung und Bildung ist zweierlei, dass beweisen ja viele unsere Politiker immer wieder, wenn man sich so anhört, was sie von sich geben? Nun kann es sein, dass jene Studenten, mit denen ich gesprochen habe die Ausnahme bilden und genau aus diesem Grund habe ich den Vortrag besucht.

Was ich da so zu hören bekam, war schon eine sehr ernst zunehmende Angelegenheit. Es steht wirklich nicht so gut um die FH. In Deutschland. Viele der Lehrkräfte sind nur noch in Teilzeitbeschäftigung tätig. Da stellt sich schon die Frage, wie sollen da die Studenten vernünftig lernen wenn sie jedes Semester eine andere Lehrkraft haben? Welche Lehrkraft gibt sich richtig Mühe um den Studenten etwas beizubringen, wenn sie nicht weiß, ob sie in zwei Monaten überhaupt noch unterrichten darf.

Ja es ist richtig es gibt Arbeitsplätze, die sind auf zwei Monate befristet. 74 Prozent der Hochschullehrer haben eine befristete Anstellung. Davon sind 53% unter einem Jahr, wie schon gesagt, auf zwei Monate befristet. Über ein Jahr sind 36% befristet. Nur 11% haben eine Befristung über zwei Jahre. Wenn ich richtig zugehört habe, gibt es in Nordhausen keine befristete Stellen, bin mir aber nicht ganz sicher.

2010 war das Verhältnis der unbefristeten zu den befristeten Stellen 1:8. Ich glaube so etwas sollte einem zu denken geben. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist jeder, der keine Professur hat, eine Art von Hilfskraft und so setzt sich auch die schlechte Bezahlung zusammen.
  • Hilfskräfte bekommen 8,60 €
  • Bachelor bekommen 10,03 €
  • Hilfskräfte mit Hochschulbildung bekommen 13,61 €
Bei so einer Bezahlung muss man sich nicht wundern, dass die guten Lehrkräfte lieber in die Wirtschaft oder ins Ausland gegen. Was tut die Schulleitung dagegen, man sagt: „Na ja, dann kommt eben jemand anderes.“ Erschwerend kommt hinzu, dass die Meisten der befristet Angestellten sofort in Hartz-IV landen.

Des Weiteren ist die Belastung so hoch, dass viele dem psychischen Druck nicht gewachsen sind. Darunter leidet zum Schluss die Qualität der Ausbildung der Studenten, welche diese sehr oft zu beklagen haben. Man hat das Gefühl, dass die Angestellten in einer bestimmten Abhängigkeit gehalten werden, nur so kann man allzu große Kritik unterbinden.

Bei den meisten Hochschulen gibt es kein richtig durchdachtes Personalsystem. Man lockt junge Leute an die Hochschulen und Unis. Man verspricht gute bis sehr gute ja sogar exzellente Bedingungen. Was zu wünschen übrig lässt, sind die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen, die sind alles andere als exzellent. Viele Hochschulleitungen denken nur an ihre Posten. Deshalb verfallen die meisten FH zusehends. Es gibt kein soziales Engagement. Wenn bei Aldi oder Lidl Arbeitskräfte befristet angestellt oder unterbezahlt werden, hört man Kritik aber die Hochschulen sind nicht viel besser. Im Prinzip werden die Angestellten ausgebeutet.

Fazit: Bei den Unis und Fachhochschulen liegt so manches im Argen. Unsere Politiker werden nicht müde, von guter Bildung zu schwafeln, jedoch im gleichen Atemzuge kürzt man auf Umwegen die Mittel für die hochgepriesene Bildung. Herr Himpele stellte unter anderem das Templiner Manifest vor, es soll dabei helfen die Missstände zu beseitigen.
  • Promotionsphase besser absichern und strukturieren.
  • Pstdocs verlässliche Perspektiven geben.
  • Daueraufgaben mit Dauerstellen erfüllen.
  • Prekäre durch reguläre Beschäftigung ersetzen.
  • Im Gleichgewicht lehren, forschen und leben.
  • Ausgleichendes Geschlechterverhältnis durchsetzen.
  • Gleichberechtigt mitbestimmen.
  • Mobilität fördern, nicht bestrafen.
  • Hochschule und Forschung bedarfs- und nachfragegerecht ausbauen.
  • Alle Beschäftigungsverhältnisse tarifvertraglich aushandeln.
Wenn sie mehr über das Manifest wissen möchten und sie dieses vielleicht auch unterstützen möchten, können sie das unter www. Templiner-manifest.de.

Wagen wir, die Dinge zu sehen, wie sie sind (Albert Schweizer)
Harald Buntfuß, Nordhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Bodo Schwarzberg
16.01.2012, 10:22 Uhr
Super-Beitrag zur FH und zur Bildungspolitik, Herr Buntfuß!
Ich persönlich habe mich über den Beitrag von Herrn Buntfuß zum Zustand der (Hochschul-)Bildung in Deutschland im Allgemeinen und an der Fachhoschule Nordhausen im Besonderen sehr gefreut. Der Autor dürfte so ziemlich den Kern des Problems beleuchten, macht aber auch vor den Details der Auswirkungen einer verfehlten deutschen Hochschulpolitik nichtr halt. Solche Beiträge wünsche ich mir in der NNZ viel häufiger. Bitte schreiben Sie weiter, lieber Herr Buntfuß!

Ich habe selbst einen Bekannten, der an der Uni Potsdam (natürlich befristet) tätig ist, und ich bekomme so ständig mit, wie drunter und drüber es an den angeblich höchsten Bildungseinrichtung der Bundesrepublik oftmals geht: Professorenstellen bleiben mitunter, wohl um Geld zu sparen, unbesetzt. Die vielen befristeten wissenschaftlichen Mitarbeiter fahren täglich oft weite Strecken, um zu ihrem kurzfristigen Arbeitsplatz zu kommen und sie stehen unter einer hohen psychischen Belastung wegen der Zukunftsunsicherheit, was sich wiederum auf Lehre und Forschung auswirkt.

Das schreibt Herr Buntfuß vollkommen korrekt: Die Mitarbeiter wissen nie genau, ob sie nach ihrer aktuellen Befristung eine Verlängerung bekommen. Armut kann schnell die Folge sein - und das bei promovierten Wissenschaftlern.

Da denke ich doch schon recht gern an die DDR-Zeit zurück. Als 1990 di ersten westdeutschen Studenten an die Uni und an die PH in Halle kamen, dachten sie, sie seien im Schlaraffenland: Fast um jeden konnte sich ein Mitarbeiter persönlich kümmern und kein Student musste auf Grund von Platzmangel einen Stuhl mit in den Seminarraum bringen. Und das Ganze in den Naturwissenschaften auf einem hohen inhaltlichen Niveau. Von der damals absterbenden M/L-Schiene einmal abgesehen, wobei ich auch hier Teile, zum Beispiel zur Dialektik, auch heute noch sehr gern sehen würde.

Ein Land wie die Bundesrepublik, das an der Bildung spart, dass Kinder in einigen Ländern nicht mehr sitzen bleiben lässt und am liebsten die Kopfnoten abschaffen würde, ein Land, in dem Schüler Hitler, Honecker und Kohl miteinander verwechseln und in dem viele zwar 50 Automarken, aber nur drei Pflanzenarten aufzählen können, hat in der Bildungspolitik versagt. Dazu kommt noch, dass die oftmals sehr leistungsfähigen privaten Schulen als Konkurrenz angesehen werden. Sie finanziell trocken zu legen, ist in Thüringen gängige Politik.

So aber gräbt sich unser Land selbst das Wasser ab, das wir doch für die Bewältigung der vielen Zukunftsprobleme so überaus dringend brauchen - im Umweltbereich und im Pflegebereich zum Beispiel. Auch bei diesem Thema wird das übliche Denken in Ledislaturperioden deutlich: Die Suppe, die uns die Poltiker heute éinbrocken, müssen niccht diese, sondern ihre Kinder und Enkel auslöffeln. Und der satte Bürger hält, von wenigen Ausnahmen abgesehen, wie immer still. Kein Wunder also, wenn die Politiker zwischen den Polen "Nichts tun" oder "Kurzsichtiges tun" und schon gar nichts "Langfrsitiges tun" hin und her taumeln.

Nun noch ein Satz zur FH: Wennn ich Herren von dort über ihre Einrichtung sprechen höre, dann denke ich ebenfalls, ich sei in der DDR: Kritik oder gar Selbstkritik habe ich selten gehört: Wie aber passt das mit der hier dargestellten Realität zusammen? Hat die Leitung um Prof. Dr. Wagner etwa Angst, in Erfurt für Stirnrunzeln zu sorgen, wenn er öffentlich Kritisches ausspricht? Solche Ängste hatten wir doch schon einmal vor 30 oder 40 Jahren! Traurig wäre es, wenn ich mit meiner Mutmaßung recht hätte.

Der Vortrag an der FH, den Herr Buntfuß besucht hat, sollte uns und den hervorragend bezahlten Damen und Herren in Erfurt und Berlin endlich ein Licht aufgehen lassen. Und ich wünsche mir weiterhin solch kritische Veranstaltungen - und nnz-Leser, wie Herrn Buntfuß.
Herr Taft
16.01.2012, 12:22 Uhr
da ist was dran...
Ich sehe die Berichte von Herrn Buntfuß sehr kritisch. In aller Regel sind sie sehr einseitig mit einem großen Hang zur Polemik. Dennoch stimmen die Fakten. Entfernt man den ganzen "systemkritischen" Schmuß bleibt eine traurige Wahrheit übrig. Diese trifft jedoch nicht nur auf die FH zu. Es ist eine häufig zu findende Einstellung: "Dann kommt eben jemand anderes."

Es ist nur eine Frage der Zeit, dass Arbeitgeber erkennen, dass Loyalität und Erfahrung der Mitarbeiter mit den Jahren wachsen. Gehen diese Mitarbeiter gehen neben Sachverstand und Erfahrung häufig auch Engagement und Motivation. Man tauscht erste gegen zweite Wahl - um vermeintlich Geld zu sparen. Tatsächlich wäre es oft billiger gewesen, den scheidenden Kollegen ein wenig besser zu behandeln...
Eckenblitz
16.01.2012, 13:53 Uhr
Deutschland und Bildung
Wenn DEUTSCHE Politiker von Bildung sprechen, muss man sehr genau aufpassen, was sie unter Bildung verstehen? Schauen sie sich einmal in den diversen Medien um, was ihnen da geboten wird, dass kann doch ein NORMALER Mensch nicht mehr verstehen.

Die Shows die da den ganzen Tag laufen, beleidigen den Verstand , sollte man meinen.Die Einschaltquoten sprechen eine andere Sprache. Früher waren es in erster Linie die Privaten Sender und die Boulevardblätter die sich auf ein GEISTLOSES Niveau herabließen.

Heute haben sich auch die staatlichen Sender und Blätter auf das untere Niveau begeben.
Es gibt nur noch wenige die sich bemühen der Verdummung entgegen zu treten. Ich erinnere mich da an einen Spruch aus dem Mittelalter.

Der Kaiser sagt zum Papst:“ Halt du sie BLÖD und Ich halte sie ARM.“ Heute könnte das auf die Politiker und die Wirtschaftsbosse zu treffen.
TeeEff
16.01.2012, 15:54 Uhr
Halbwahrheiten...
und viel zu kurze Gedankenschlüsse des Herrn Buntfuß - wie so oft.

Man hätte hier nämlich sonst die Fragen nach der Sinnhaftigkeit und den Folgen des Bologna-Prozesses stellen müssen und ebenso erwähnen müssen, dass nur all zu viele Professoren an Universitäten (!) sich nur zu ungern noch mit den Anstrengungen der Lehre belasten wollen, da sie mit eigenen Firmenausgründungen, Projekten und Buchgeschäften genug beschäftigt sind, diese auch gut was zusätzlich abwerfen, sie aber dank Beamtenstatus faktisch unkündbar sind - siehe auch die Folgenlosigkeit der de facto Nicht- bzw. Fehlbegutachtung beim Herrn Guttenberg durch den ihn betreuenden Doktorvater.

Dagegen sind die Fachhochschulen in unserem Land noch ein leuchtendes Licht, auch wenn ein SPD Matschie dort nur zu gern massiv kürzen möchte und z.B. Grundfächer zur Kostensparung mittels Video unterrichten lassen will um Personal zu sparen und Lehranstalten zusammenlegen zu können.

Wenn der Herr Buntfuß darüber hinaus sich mal in den goldenen Westen begeben würde, Göttingen wäre da schon als traditionelle Universitätsstadt nicht zu weit weg, würde er wirklich Probleme erkennen!

Daran sind aber auch diese unausgegorenen Aktionen wie Verkürzung der Abiturzeit in vielen Bundesländern mit parallelem Abschließen doppelt so vieler junger Leute im gleichen Zeitraum, wie auch die recht kurzfristigen komplette Aussetzung der Wehrpflicht durch die Initiative des schon erwähnten Herrn Guttenberg zum gleichen Zeitpunkt schuld.

Und das alles ohne wirkliche Konzepte oder auch nur Berücksichtigung der direkten Folgen! Wobei hier auch das Wegfallen der Zivis und die nicht einmal ansatzweise dadurch angekündigten Einspareffekte, durch die Bundeswehrreform, erwähnt werden sollen!
wessi_07
16.01.2012, 17:25 Uhr
Es gibt keine ....
Es gibt keine unbefristeten Beschäftigten an der FH Nordhausen. Es gibt keine wissenschaftlichen Perspektiven an der FH Nordhausern. Es gibt keine gute und motivierende Lehre an der FH Nordhausen. Es gibt keine FH Nordhausen. Es gibt keinen Text vor deinen Augen.
andreas66
17.01.2012, 08:37 Uhr
Hochschulstadt?
Bis jetzt hat man die FH immer als Aushängeschild betrachtet. Sämtliche Ortseingangsschilder wurden neu beschriftet mit "Hochschulstadt...." und dann solche Zustände. Was kommt denn noch alles raus?
Flitzpiepe
17.01.2012, 09:14 Uhr
Verheerend
Ich finde es verheerend für die FHN, wenn auf dieser Art auf ihr herumgetrampelt wird, wo es sich doch um ein globales Problem des deutschen Bildungssystems handelt.

Ich selbst hatte zu Gründungszeiten der FHN versucht bei ihr eine Anstellung zu bekommen. Es wurde mir auch eine angeboten. Aber es wäre nur die Hälfte meines bisherigen Gehaltes gewesen und natürlich befristet. So musste ich leider ablehnen. Vielleicht war es aber auch gut so.
98maschr
17.01.2012, 09:17 Uhr
Wers glaubt...
Da kommt ein junger Bursche von der GEW nach Nordhausen, erzählt was und auf einmal denken alle an der FH gibts unerträgliche Zustände? Vor allem Leute, die das FH-Gelände mit Sicherheit noch nicht einmal betreten haben.

Grade wenn die GEW etwas von sich gibt sollte man hellhörig werden. Ich kann mich noch an letztes Jahr erinnern als die GEW, damals namentlich Herr Hoffmann, zum Bildungsstreik aufrief und wohlwissentlich falsche Informationen an die Studentenschaft verbreitet hat.

Es ist bestimmt nicht alles Gold was glänzt an der FH, aber meiner Erfahrung nach sollte man alles was von der GEW kommt äußerst kritisch betrachten ;)
H.Buntfuß
17.01.2012, 11:52 Uhr
Gewerkschaften sind Schuld
es ist immer erfrischend zu lesen,dass die Gewerkschaft die wahren Schuldigen sind an den misserablen Zuständen an unseren Schulen. Sie reden alles nur so schlecht.

Verlangen denn die Gewerkschaften geringe Löhne, befristete Arbeitsplätze oder Kürzungen der Geldmittel.

Wie kann hier jemand auf den Gedanken kommen, die Damen und Herren aus der Politik sind die Schuldigen.

Da heißt es die Fh ist so gut, nur arbeiten möchte man dort nicht.
suedharzer
17.01.2012, 13:30 Uhr
nun mal sachlich
Herr Buntfuß ahnt es ja schon in seinem Artikel: "Vielleicht habe ich etwas missverstanden...". Nein lieber Herr Buntfuß - Sie haben nicht etwas missverstanden, sondern nahezu alles. Die von Ihnen widergegebenen Zahlen sind so nicht genannt worden, stimmen überdies nicht einmal Annäherungsweise, werden außerdem im falschen Kontext gesetzt und nahezu sämtliche Begriffe werden falsch verwendet. Weder der Gewerkschaftsvertreter noch die Fachhochschule hat daher diese Kritik verdient.
Mister X
17.01.2012, 19:22 Uhr
Bildung für Politiker ein Fremdwort?
So sollte man die Frage stellen. Ich bin selber Studentin an einer Fachhochschule und kann das, was Herr Buntfuß geschrieben hat, nur bestätigen. Bei mir schleicht sich immer stärker das Gefühl ein, dass unsere Politiker einen großen Löffel Bildung gebrauchen könnten.

Wenn sie gut gebildet wären, würde es nicht so katastrophale ZUSTÄNDE an unseren Schulen geben. Dieses bildungsfeindliche VORGEHEN der Politiker trifft auf alle Bildungseinrichtungen zu. Das heißt von der Grundschule über das Gymnasium bis hin zur Universität.
Susi58
17.01.2012, 19:57 Uhr
Politik und Bildung?
Dieser Artikel spricht mir aus der Seele. Ich selber kenne Studenten, die nicht sehr begeistert sind von unserer Fachhochschule. Da wird geklagt über Ausfälle, schlechte Qualität der Vorlesungen usw.

Ich glaube unsere Politiker wünschen sich ein ungebildetes Volk. Sie haben es nicht gern, wenn sie vom Volk durchschaut werden. Wie oft kommt es vor, dass das gemeine Volk mehr Verstand beweist, als viele unserer Politiker. Die dann erst Einsichten zeigen, wenn sie nicht mehr weiter wissen.

Liebe Politiker, überlasst den Lehrern und Professoren das UNTERRICHTEN, macht ihr eure Arbeit von der ihr ja auch nicht allzu viel versteht. Lasst einfach die Finger von der Bildung, oder habt ihr Angst vor einem zu schlauen Bürger? Wenn ja sollten sie noch einmal auf die Schulbank, oder?

Eine Frage bleibt noch? Was haben die Zivis und Bundeswehr mit der Bildung unserer Kinder zu tun? Sollen wir unsere Kinder mit 6 Jahren gleich an die Bundeswehr geben, nur so zum Kanonenfutter, lieber TeeEff?
Peppone
17.01.2012, 20:29 Uhr
Gibts bei FHN auch Deutsch als Fach?
Das ständige Großschreiben von Worten mitten im Text und die sich ständig wiederholende Grammatik in Kommentaren geht mir langsam auf den Docht! Man muss die Fachhochschule nicht schlechter schreiben als sie ist. Wir haben nur die Eine!

Und wer nicht kapiert, dass Abschaffung der Wehrpflicht und des Zivildienstes auf Schlag zu Problemen an den Hochschulen und Uni's führt, sollte lieber mal die Finger still halten anstatt gequirlten Mist zu schreiben.
Eckenblitz
17.01.2012, 20:49 Uhr
Wahrheit
Ich frage mich in welchem Punkt Herr Buntfuß die Gewerkschaft kritisiert hat und welche Zahlen stimmen nicht. Das würde mich nun doch einmal interessieren.

Geht es um die Gehälter oder um das Beschäftigungsverhältnis 1:8 im Jahr 2010 oder um die Prozente der Befristeten Beschäftigten.

Es wäre schön, wenn sie uns aufklären.
altmeister
17.01.2012, 21:17 Uhr
Schade,
dass sich nicht ein offizieller Vertreter der Nordhäuser FH zu diesem doch sehr drastisch und meiner Meinung nach überspitzt dargestellten und meist auch so kommentierten Artikel äußert. Ich kann nur aus "zweiter Hand" meine Meinung dazu geben, da ich kein Student oder Mitarbeiter bin, aber da schneidet unsere FH nicht mal schlecht ab, bei allem, was ich so gehört habe.

Sei es nun von Studenten aus Ost oder West oder aber auch von Mitarbeitern der FH.
Es ist schon schlimm, wenn hier nur Halbwissen als DIE Information weitergegeben wird!
Eckenblitz
18.01.2012, 15:27 Uhr
Nun mal sachlich
Unter dieser Überschrift hat jemand einen Kommentar geschrieben. In den Kommentar wurden die Zahlen die Herr Buntfuß in seinem Artikel genant hat, als nicht korrekt bezeichnet.

Seitdem warte ich auf eine Richtigstellung. Wo bleibt denn diese, oder müssen die Zahlen erst geschönt, Entschuldigung, aufgearbeitet werden. Es ist schon eine geraume Zeit vergangen, aber von den Zahlen ist nicht zu sehen.

Hat hier der Kommentarschreiber nur auf den Putz gehauen?
T.H.
18.01.2012, 17:14 Uhr
In der Realität angekommen
Der von der Bildungsgewerkschaft GEW letzte Woche organisierte Vortrag mit Diskussion hat an sich nichts anderes gezeigt, als dass unsere Fachhochschule inzwischen in der bundesdeutschen Wissenschaftsrealität angekommen ist:

Mehr als ein Viertel aller Beschäftigten sind befristet angestellt, viele davon in unfreiwilliger Teilzeit. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter (das sind allerdings weder Professoren noch Lehrkräfte) sind vollständig befristet beschäftigt. Diese Werte entsprechen denjenigen der anderen Thüringer Fachhochschulen und in etwa auch bundesdeutschen Durchschnitten. Genaue Angaben zur Personalstruktur Thüringer Hochschulen am Stichtag 01.12.2009 kann man in Drucksache DS 5/1886 vom 25.11.2010 der Thüringer Landtages (zu finden unter www.parldok.thueringen.de/parldok/ ) nachlesen.

Die vollständigen Hochschulstatistiken findet man auf den Seiten des statistischen Bundesamtes (www.destatis.de). Bei detaillierter Analyse dieser Zahlen kann man herausfinden, dass an den Universitäten etwa die Hälfte des gesamten Personals befristet beschäftigt ist, und etwa 90% der wissenschaftlichen Mitarbeiter.

Dabei handelt es sich um hochqualifizierte, meist junge Leute, denen keine dauerhafte Perspektive im Wissenschaftssystem geboten wird und die sich von einem befristeten (Teilzeit-)Vertrag zum nächsten hangeln müssen, falls sie das System nicht ganz verlassen, um außerhalb der Wissenschaft eine verlässlichere Perspektiven zu finden. Familienplanung und der Aufbau einer mittelfristigen Existenz sind unter diesen Bedingungen kaum möglich.

Viele dieser befristet Beschäftigten werden aus so genannten Drittmitteln finanziert. Das sind Mittel, die nicht zum Grundbudget der Hochschule gehören und die in der Regel zweckgebunden – oft für Forschungsprojekte – eingeworben wurden und nur begrenzte Zeit zur Verfügung stehen. Und das Perverse an dieser Situation ist, dass gerade die auf dem Gebiet der Drittmitteleinwerbung besonders erfolgreichen Hochschulen aus diesem Grund mehr befristet Beschäftigte haben als diejenigen, die nur wenig Drittmittel eingeworben haben.

Ermöglicht wird diese ausufernde Befristungspraxis durch das „Wissenschaftszeitvertragsgesetz“, teilweise verbunden mit restriktiven Vorschriften auf Landesebene, die den Hochschulen nur schwer ermöglichen, aus Drittmitteln finanziertes Personal dauerhaft einzustellen.

Genau das bewusst zu machen, war Ziel der GEW-Veranstaltung, die in Thüringen schon in Jena, Erfurt und Ilmenau so durchgeführt worden ist. Verantwortliche in Politik und Verwaltung (also der Bundes- und Landesgesetzgeber, aber auch die Hochschulleitungen und Personalräte als Akteure vor Ort) müssen diese prekäre Situation erkennen und infolgedessen in ihrem jeweiligen Handlungsrahmen einen Beitrag dazu leisten, dass es verlässliche Karriereplanungen auch in der Wissenschaft gibt und unbefristete Vollzeitarbeitsverhältnisse wieder zur Regel werden.

Das Templiner Manifest (www.templiner-manifest.de) der GEW hat jedenfalls einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, für diese Problematik auf Bundesebene zu sensibilisieren, so dass notwendige Änderungen der Gesetzeslage quer durch alle Bundestagsfraktionen diskutiert werden. Und die Hochschulen sollten sich nach den Vorstellungen der Bildungsgewerkschaft in einem "Kodex für gute wissenschaftliche Arbeit“ zu einer vorausschauenden Personalentwicklung und einem wirksamen Personalmanagement verpflichten.

Jedoch wäre es verfehlt, aus der Diskussion zu diesem Thema zu schließen, dass unsere Fachhochschule nun besonders gut oder schlecht wäre. Nach fast 15 Jahren ist sie schlicht und einfach in der bundesdeutschen Wissenschaftsrealität angekommen.
Pressesprecher FHN
19.01.2012, 16:47 Uhr
Offizielle Reaktion der Fachhochschule Nordhausen
Liebe Leserinnen und Leser der NNZ-Online,

die Fachhochschule Nordhausen hat eine offizielle Reaktion auf die Berichterstattung von Herrn Buntfuß hier bei der NNZ eingestellt.

Sie finden den Artikel unter den Nachrichten des heutigen Tages. Hier der Link:

http://nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=105786

Ich bitte alle kritischen und positiven Kommentatoren um aufmerksame Lektüre.

Mit besten Grüßen
Arndt Schelenhaus
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