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Mi, 07:53 Uhr
11.01.2012

Ungeschönte Zahlen auf den Tisch

Soll das Nordhäuser Südharz-Krankenhaus nicht zur Ruhe kommen? Fast ist man geneigt, die Frage mit einem klaren Nein zu beantworten...


Seit Ende vergangenen Jahres kursiert ein Brief in Nordhausen. Ein anonymer Brief, der auch der nnz-Redaktion zugegangen ist. Darin werden schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsleitung des Krankenhauses erhoben. Details wollen wir an dieser Stelle nicht nennen, soviel nur: sie sind finanzieller und personeller Natur. Adressiert war dieser Brief auch an die Mitglieder des Nordhäuser Stadtrates und des Kreistages.

Und in deren Reihen kommt jetzt Bewegung. Hektisch wurde zwischen den Feiertagen telefoniert. Auch mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates der gGmbH, Prof. Dr. Heinrich Markgraf. Der gibt eigentlich nicht viel auf anonyme Schreiben. Dennoch: Der Brief ist vollgepackt mit Zahlen, Daten und Fakten, die auch ihn zu einer genaueren Hinterfragung veranlassten.

Und so gab es nach dem Jahreswechsel auch eine außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrates der Krankenhaus-Gesellschaft, wie Prof. Markgraf auf Nachfrage der nnz bestätigte. Ein Beschluss dieser Sitzung sei gewesen, noch in diesem Monat den Hauptausschuss Stadtrates und den Kreisausschuss des Kreistages zu einer Informationsveranstaltung in das Krankenhaus einzuladen.

Von der Geschäftsleitung des Hauses verlangt er, dieser Sitzung nicht den Charakter einer PR-Veranstaltung, sondern einer Informationsveranstaltung zu geben, bei der alle Zahlen ungeschönt auf den Tisch gelegt werden müssen. Markgraf ist sich sicher, dass dies erfolgen wird.

“Ich gehe - obgleich die Zahlen noch nicht endgültig vorliegen können - davon aus, dass es im vergangenen Jahr ein besonders gutes Ergebnis im Rahmen der Geschäftstätigkeit für unser Krankenhaus gegeben hat. Wesentlich ist dabei allerdings, wie auch in dem anonymen Schreiben angemahnt, wieviel des Ergebnisses zum Beispiel aus dem operativen Geschäft kam”, so die Ansage des Aufsichtsratsvorsitzenden.

Und wer Markgraf kennt, der weiß, dass sich alle Seiten darauf verlassen können, dass er sich diese Zahlen beschaffen und ungeschönt auf dieser Informationsveranstaltung vorlegen wird. Ob letztlich diese Sitzung einen öffentlichen Charakter haben wird, das ließ der Aufsichtsratsvorsitzende offen: “Das liegt nicht allein in meiner Hand...”
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Kommentare

11.01.2012, 08.24 Uhr
NDHler | Privatisieren!
Wann wird man endlich munter und beginnt dieses „Heiligtum“ zu privatisieren. Da oben in Nord steht eine Perle, die viel mehr leisten könnte als das SHK es unter diesen (kommunalen) Bedingungen kann. Was ist denn beispielsweise mit der „Stroke Unit“ (Schlaganfallstation)? Stimmt es, dass einige Patienten hier nicht mehr optimal versorgt werden können da es an Ärzten fehlt? Wenn man gute Ärzte für den Südharz begeistern will muss man auch ein ordentliches Gehalt bieten. Ich weiß gar nicht, ob es eine kommunale Aufgabe ist ein Krankenhaus zu führen.

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11.01.2012, 09.11 Uhr
ich11 | es geht schon wieder los
Ich finde es nicht schön, dass hier schon wieder über eine Privatisierung nachgedacht wird im Volk. Alle sollten doch froh sein das man hier in NDH noch ein kommunales Krankenhaus besitzt. Was passiert denn wenn man es verkauft als erstes werden Bereiche ausgegliedert die keinen Gewinn abgeben (Küche, Wäscherei, Pflegeheime,...) und was ist mit den Mitarbeitern die können dann die selbe Arbeit für weniger Geld machen wenn sie überhaupt weiterarbeiten dürfen und nicht durch billiglohn Kräfte aus Osteuropa ersetzt werden.

Wenn das passiert dann sehe ich die Artikel schon vor mir wie konnten die unser Krankenhaus nur verkaufen,... . Ich denke ja auch das jeder Bewohner des LK Nordhausen mindestens einen Verwandten hat, der im Krankenhaus arbeitet oder. Darüber sollte man mal nachdenken bevor man hier schon wieder über eine Privatisierung spricht oder. Zu den Zahlen die da vorgelegt wurden, ist ja nur zu sagen woher hat den der Informant die denn? Die gibt es ja nicht bei Google, ich habe da zu mindestens noch keine gefunden.

Da möchte doch nur jemand der GF des Krankenhauses und dem Krankenhaus selbst schaden und da gibt es ja nur 2 Personen (Namen nenne ich nicht), die meines Erachtens dazu ein Motiv besitzen und auch Zugriff auf die Zahlen hatten oder ?

Mal sehen was da noch so kommt wird bestimmt interessant.

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11.01.2012, 20.23 Uhr
abc123 | @ich11
"Ich denke ja auch das jeder Bewohner des LK Nordhausen mindestens einen Verwandten hat, der im Krankenhaus arbeitet oder."

Also ich nicht und bei ~90.000 Einwohnern im Landkreis bin ich bestimmt bei weitem nicht der einzige.

Zum Thema Billiglohnkräfte aus Osteuropa. Warum sollten Bereiche wie die Küche oder die Wäscherei nicht mit solchen Arbeitnehmern besetzt werden? Bei den Ärzten und dem medizinischen Personal wird das doch auch gemacht. Es ist wirklich sehr angenehm wenn Verwandte oder man selbst im Krankenhaus liegen und man sich mit dem Arzt o. ä. kaum verständigen kann. Bei einem Fall in meinem Bekanntenkreis wäre Beinahe ein Fehler bei der Narkose unterlaufen, nur weil die Anästhesistin die deutsche Sprache nicht wirklich beherrschte. Es wird einfach an allen Ecken und Kanten gespart, auf Kosten der Patienten.

Da ich persönlich in den vergangenen Jahren ausschließlich negative Erfahrungen mit den Südharz Krankenhaus gemacht habe kann ich nur sagen schlimmer kann es in meinen Augen eh kaum noch kommen, auch nicht durch eine Privatisierung.

Man kann heutzutage wirklich nur noch hoffen, dass man nicht so krank wird das man ins Krankenhaus muss.

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12.01.2012, 08.03 Uhr
ich11 | @abc123
Ich finde es traurig das dieser Fehler passiert sein soll. Aber denke die Leute wirklich das die ärztliche Situation sich verbessert, was deutschsprachige Ärzte angeht? Ich denke nicht. Desweiteren kann ich mir kaum vorstellen das ein deutscher Arzt im Krankenhaus mehr Geld bekommt wie ein ausländischer Arzt für die selber Arbeit.

Wenn sie nur negative Erfahrungen gemacht habe, habe sie diese Beschwerden mal bei der GF des Krankenhauses schriftlich angebracht ?

Was aber auch lustig ist, wenn man mal in anderen Regionen von Deutschland schaut ist immer das dortige Krankenhaus schlecht und das um die Ecke besser.

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12.01.2012, 11.25 Uhr
TeeEff | Arbeitsbelastung...
für Ärzte im Krankenhaus ist enorm hoch und die Arbeitszeiten arg lang, daher sind die Jobs eher unbeliebt. Dazu eine naja, bescheidene, Bezahlung - da sucht man sich lieber was außerhalb des Krankenhauses, wo auch das soziale Miteinander unter den Kollegen, die eher Konkurrenten sind, und das gesamte Arbeitsklima besser ist.

Behandlungsfehler durch Spachmissverständnisse werden übrigens nicht wirklich oder gesondert erfasst...aber wie sollten sie auch vorkommen, wenn 2 Ärzte mit unterschiedlichen Muttersprache untereinander in Fremdsprache unter Stress durch z.B. Lebensgefahr agieren müssen...

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