Mi, 09:14 Uhr
29.06.2011
224 Liter Heizöl pro Kopf
Den Gebäudebestand im Landkreis Nordhausen auf den Energie-Prüfstand gehievt: Erstmals hat jetzt eine Studie das Energiespar-Potenzial für den Wohnungsmarkt im Landkreis Nordhausen ermittelt. Und wir haben die Einzelheiten...
Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass sich pro Jahr mehr als 202.000 Megawattstunden an Energie sparen lassen, wenn alle Altbauten im Landkreis Nordhausen auf das Energieniveau eines Neubaus gebracht werden. Umgerechnet auf die Einwohner im Landkreis Nordhausen würde dies einer jährlichen Einsparung von 224 Litern Heizöl pro Kopf entsprechen.
Das geht aus Berechnungen hervor, die das Pestel-Institut zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE) gemacht hat. Die Untersuchung wurde für den Deutschen Mieterbund (DMB), die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), den Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) durchgeführt. Diese haben sich in der Initiative Impulse für den Wohnungsbau zusammengeschlossen.
Ziel ist es, das enorme Potenzial, das der Wohnungsbau beim Energiesparen bietet, zu nutzen, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut. Immerhin gehe rund 35 Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf das Konto von Gebäuden. Insbesondere bei Nachkriegsbauten sind die Heizkosten enorm – und sie werden weiter steigen. Wenn gerade für Einkommensschwache das Wohnen künftig noch bezahlbar bleiben soll, dann führt kein Weg an der energetischen Gebäudesanierung vorbei, so Matthias Günther.
Auch die Investitionen für eine umfassende Gebäudesanierung haben die Wissenschaftler errechnet – und zwar für den kompletten Wohnungsbestand, der bis Ende der 70er Jahre gebaut worden ist: 850 Millionen Euro sind demnach notwendig, um die Altbauten im Landkreis Nordhausen auf das Wärmespar-Niveau zu bringen, das nach der Energieeinsparverordnung für Neubauten (Effizienzhaus 100) vorgeschrieben ist. Das ist Geld, von dem in erster Linie die heimische Bauwirtschaft profitieren würde, sagt Matthias Günther.
Damit könnten im Landkreis Nordhausen für die kommenden 30 Jahre sogar mehr als 280 neue Arbeitsplätze auf dem Bau dauerhaft geschaffen werden, so das Pestel-Institut. Die berechneten Sanierungskosten deckten von A-Z alles ab: Vom Aufbau des Gerüstes über die Dämmplatten bis zum letzten Maurerhandschlag mit Ziegel und Zement.
Um Hausbesitzern den nötigen Anstoß zum energiesparenden Sanieren zu geben, sind dringend zusätzliche Anreize notwendig, so die Initiative Impulse für den Wohnungsbau. Die Förderung für die energetische Gebäudesanierung müsse auf sichere Füße gestellt werden. Daher sollte der Bund für die Fördergelder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über mehrere Jahre hinweg eine feste Zusage geben. Wer sein Haus saniere, brauche eine Finanzierung, auf die er sich verlassen könne. Denn Hausbesitzer, die befürchten müssten, dass Fördertöpfe leer liefen bevor die Arbeiten abgeschlossen seien, fingen erst gar nicht mit der Sanierung an.
Deshalb seien kurzfristig mindestens 2 Milliarden Euro an KfW-Fördermitteln jährlich für die energetische Gebäudesanierung notwendig. Mittelfristig sogar 5 Milliarden Euro, so die Initiative von Mieterbund, IG BAU, Mauerwerks- und Wohnungsbau-Dachverband sowie Baustoff-Fachhandel. Die Bundesregierung habe jedoch angekündigt, lediglich 1,5 Milliarden Euro bereitzustellen. Das sei eindeutig zu wenig. Darüber hinaus müssten für die energetische Gebäudesanierung gezielt steuerliche Anreize und Abschreibungsmöglichkeiten geschaffen werden. Mieter sollen davon übrigens profitieren: Es müsse sichergestellt werden, dass jede staatliche Förderung, die die Sanierungskosten senke, auch an die Mieter weitergegeben werde.
Eines sei klar: Die Bundesregierung könne die geplante Energiewende nur schaffen, wenn es ihr gelinge, auch die Gebäude-Energiewende im Landkreis Nordhausen hinzubekommen, so die Initiative Impulse für den Wohnungsbau.
Autor: nnzDie Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass sich pro Jahr mehr als 202.000 Megawattstunden an Energie sparen lassen, wenn alle Altbauten im Landkreis Nordhausen auf das Energieniveau eines Neubaus gebracht werden. Umgerechnet auf die Einwohner im Landkreis Nordhausen würde dies einer jährlichen Einsparung von 224 Litern Heizöl pro Kopf entsprechen.
Das geht aus Berechnungen hervor, die das Pestel-Institut zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE) gemacht hat. Die Untersuchung wurde für den Deutschen Mieterbund (DMB), die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), den Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) durchgeführt. Diese haben sich in der Initiative Impulse für den Wohnungsbau zusammengeschlossen.
Ziel ist es, das enorme Potenzial, das der Wohnungsbau beim Energiesparen bietet, zu nutzen, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut. Immerhin gehe rund 35 Prozent des gesamten Energieverbrauchs auf das Konto von Gebäuden. Insbesondere bei Nachkriegsbauten sind die Heizkosten enorm – und sie werden weiter steigen. Wenn gerade für Einkommensschwache das Wohnen künftig noch bezahlbar bleiben soll, dann führt kein Weg an der energetischen Gebäudesanierung vorbei, so Matthias Günther.
Auch die Investitionen für eine umfassende Gebäudesanierung haben die Wissenschaftler errechnet – und zwar für den kompletten Wohnungsbestand, der bis Ende der 70er Jahre gebaut worden ist: 850 Millionen Euro sind demnach notwendig, um die Altbauten im Landkreis Nordhausen auf das Wärmespar-Niveau zu bringen, das nach der Energieeinsparverordnung für Neubauten (Effizienzhaus 100) vorgeschrieben ist. Das ist Geld, von dem in erster Linie die heimische Bauwirtschaft profitieren würde, sagt Matthias Günther.
Damit könnten im Landkreis Nordhausen für die kommenden 30 Jahre sogar mehr als 280 neue Arbeitsplätze auf dem Bau dauerhaft geschaffen werden, so das Pestel-Institut. Die berechneten Sanierungskosten deckten von A-Z alles ab: Vom Aufbau des Gerüstes über die Dämmplatten bis zum letzten Maurerhandschlag mit Ziegel und Zement.
Um Hausbesitzern den nötigen Anstoß zum energiesparenden Sanieren zu geben, sind dringend zusätzliche Anreize notwendig, so die Initiative Impulse für den Wohnungsbau. Die Förderung für die energetische Gebäudesanierung müsse auf sichere Füße gestellt werden. Daher sollte der Bund für die Fördergelder der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über mehrere Jahre hinweg eine feste Zusage geben. Wer sein Haus saniere, brauche eine Finanzierung, auf die er sich verlassen könne. Denn Hausbesitzer, die befürchten müssten, dass Fördertöpfe leer liefen bevor die Arbeiten abgeschlossen seien, fingen erst gar nicht mit der Sanierung an.
Deshalb seien kurzfristig mindestens 2 Milliarden Euro an KfW-Fördermitteln jährlich für die energetische Gebäudesanierung notwendig. Mittelfristig sogar 5 Milliarden Euro, so die Initiative von Mieterbund, IG BAU, Mauerwerks- und Wohnungsbau-Dachverband sowie Baustoff-Fachhandel. Die Bundesregierung habe jedoch angekündigt, lediglich 1,5 Milliarden Euro bereitzustellen. Das sei eindeutig zu wenig. Darüber hinaus müssten für die energetische Gebäudesanierung gezielt steuerliche Anreize und Abschreibungsmöglichkeiten geschaffen werden. Mieter sollen davon übrigens profitieren: Es müsse sichergestellt werden, dass jede staatliche Förderung, die die Sanierungskosten senke, auch an die Mieter weitergegeben werde.
Eines sei klar: Die Bundesregierung könne die geplante Energiewende nur schaffen, wenn es ihr gelinge, auch die Gebäude-Energiewende im Landkreis Nordhausen hinzubekommen, so die Initiative Impulse für den Wohnungsbau.


