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Mi, 07:02 Uhr
29.06.2011

Es ist geschafft

Seit einigen Wochen rollen die Züge zwischen Göttingen, Northeim und Nordhausen wieder ungehindert durch den Südharz, die als schier endlos wahrgenommene Zeit der diversen Schienenersatzverkehre ist vorüber. Es wird, so ist zu hoffen, in den kommenden Jahren auch nicht mehr erforderlich sein, derart umfangreiche und lang anhaltende Ersatzverkehre zu organisieren. Dazu ein Beitrag von der Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz"...


Wer seither die Züge der Südharzstrecke benutzt hat, wird bemerkt haben, dass diese auf den erneuerten Abschnitten wesentlich ruhiger rollen. Das Reisen zwischen Northeim und Nordhausen hat eine durchaus merkliche Komfortsteigerung erfahren. Soweit wir das bisher feststellen konnten, hat sich freilich an den möglichen Höchstgeschwindigkeiten nichts geändert. Trotz ausgezeichneten Gleiszustandes ist nach wie vor bei 100 km/h Schluss. Zur Verbesserung der Fahrplanstabilität bei Verspätungen, zu denen es vor allem in Herzberg infolge des Abwartens der Züge aus Braunschweig immer wieder einmal kommt, hätte man sich eine Anhebung auf 120 km/h auf der „Flachlandstrecke“ Herzberg – Northeim durchaus vorstellen können.

In Herzberg ist der Gleisplan merklich reduziert worden, wobei, dies sei zugestanden, vorwiegend schon lange nicht mehr benutzte Gleise abgeklemmt wurden. Immerhin wurden einige der verbleibenden Ausweich- und Ladegleise gleich mit saniert und erlauben langfristig die Nutzung für die Holzverladung bzw. das Abstellen und Überholen von Ganzzügen mit Holz oder Kalk aus Scharzfeld. Die weniger gut gelungene Gestalt der westlichen Einfahrt in den Bahnhof bleibt uns freilich erhalten – und mit ihr die fehlende Flexibilität im Verspätungsfall.

Hier dürfte eine Verbesserung wohl erst beim Anschluss an das elektronische Stellwerk zu erwarten sein – und der ist bekanntlich weit, weit nach hinten verschoben worden. Immerhin aber wurden die Weichen im Ostkopf auf elektrischen Antrieb umgerüstet (wohl nicht ohne Geburtswehen, denn es wurde nach Scharzfeld lange auf dem „falschen“ Gleis gefahren), was ihren Anschluss an ein „EStW“ leichter machen dürfte.

In Wulften kann nunmehr auf beiden Seiten niveaugleich ein- und ausgestiegen werden, auch dies eine durchaus begrüßenswerte Verbesserung. Obgleich auch in Katlenburg an den Gleisen gewerkelt wurde, ist es hier nicht gelungen, den Bahnsteig in Fahrtrichtung Herzberg gleich mit anzuheben – Schade. In Herzberg wurden die Bahnsteige zwar auch nicht angepasst, aber immerhin wurden abgängige Bahnsteigkanten wieder in Ordnung gebracht. Hier müssen wir auf die Maßnahmen aus dem niedersächsischen Bahnhofsprogramm warten.

Die meisten Bahnhöfe an der Südharzstrecke verfügen nun auch über die elektronischen Anzeigesysteme, auf denen Verspätungen und andere Unregelmäßigkeiten angezeigt werden (hoffentlich nicht zu oft). Verbesserungen der Reisendeninformation sind immer zu begrüßen, also auch diese.

Was fehlt nun noch? Die Einfahrt in den Bahnhof Walkenried aus Richtung Westen ist seit 1989 eine ständige Quelle langsamen Fahrens. Lange schon ist hier vorgesehen, die durchgehende Zweigleisigkeit wieder herzustellen, um einerseits flott in den Bahnhof ein- und ausfahren zu können und andererseits das Tempo vom Sachsenstein her grundsätzlich anheben zu können (heute werden die Züge aus Richtung Westen im Grunde schon ab Vorsignal Walkenried, mithin praktisch wenige hundert Meter nach Abfahrt in Bad Sachsa, ausgebremst).

So lange Walkenried als Bahnhof besetzt bleibt, muss hierzu auch kein Umbau der Bahnsteige erfolgen. Ein Außenbahnsteig wäre hier aufgrund der dann enormen Entfernung zur Bushaltestelle auch nicht wünschenswert. Die Bauarbeiten in Niedersachswerfen, die sich ankündigen, dienen primär dem Ziel, den Gleisplan drastisch zu vereinfachen (und das Verladen von Holz künftig dort unmöglich zu machen), aber ein paar neue Weichen dürften immerhin dennoch dabei herausspringen.

Bleibt als Dauerbrenner der Bahnhof Nordhausen. Die jetzt genutzte Bahnsteigkante (offiziell Gleis 5) ist nicht wirklich gut, da es keinen Wetterschutz gibt und die Wege zu den Zügen auf den Gleisen 2 und 4 ziemlich lang sind. Auch ist der Bahnsteig sehr niedrig und in keinem guten Zustand, bei Regen mit Pfützen reichlich ausgestattet, oft unmittelbar an den Ausstiegstüren.

Hier ist es nach wie vor unser Wunsch, die Südharzer Züge auf das Gleis unmittelbar am Hausbahnsteig zu bekommen: Letzterer ist vollständig überdacht und auch sonst gut in Schuss. Der jetzige Kopfbahnsteig könnte dann sogar aufgegeben werden: Das müsste doch für die Rückbaufans im Bahn-Controlling wirklich Anlass genug sein, über eine Änderung intensiv nachzudenken!
Michael Reinboth
Autor: nnz

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Kommentare
Wolfi65
29.06.2011, 07:43 Uhr
Was wollen Sie?
Sehr geehrter Herr Reinboth.
Aus Ihrem Artikel ist zu entnehmen, daß eine gewisse Freunde über das Ende des SEV (Schienenersatzverkehr) vorliegt. Deswegen ist es um so unverständlicher, daß mit einer gewissen Freude, über Gleisrückbau und geplante Gleisstilllegungen berichtet wird.

So auch im BHF-NSW(Bahnhof-Niedersachswerfen) Dabei muß man sich im klaren sein, daß jeder Rückbau oder Stillegung von Bahnanlagen in der heutigen Zeit ein unumkehrbarer Vorgang ist und wieder mehr an Transportaufkommen auf die Strasse verlegt wird.

Da in dem Bereich Niedersachswerfen - Woffleben gerade in jüngster Zeit von maroden Strassen und deren Kosten berichet wurde, ist es nicht nachvollziehbar die Holverladung auch noch auf "die Strasse" zu bringen.

Jeder Meter Gleis, welcher stillgelegt wird, balastet die Strassen noch ein wenig mehr. Aber man will ja Kosten sparen und setzt voll auf einen Verkehrskollaps, der alsbald eintreten wird, wenn nicht eine Wende im Denken geschieht.

Vorsignale (Vf) und Langsamfahrtsignale (Lf) stehen nicht ohne Grund an den betreffenden Orten, wie z.B. im Bremswegabstand zum Hauptsignal in Walkenried.

PS:Ein Blick in das Signalbuch oder in die Fahrdienstvorschrift, wäre vielleicht des Rätsels Lösung.
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