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Mi, 11:25 Uhr
01.06.2011

nnz/kn-Wetterrückblick: Ein sonniger Frühling

Ein heißer Tag und 14 Sommertage. 760 Stunden Sonnenschein, in jedem der drei Frühlingsmonate mehr als 200 Stunden. 60 Stunden mehr Sonne als im Rekord-Frühjahr 2007. Das ist die kurze, strahlende Bilanz des Nordhäuser Frühlings 2011 von Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp.


Die Lufttemperatur in Nordhausen betrug in den drei Frühlingsmonaten März, April und Mai 10,6°C (LJM 8,5°C). 2009 und 2007 waren es mit 11,8 und 11,5°C auf dem Campus noch etwas wärmer. Also nur Platz 3 im Ranking der Frühlings-Monate seit 1956. Deutschlandweit betrug die mittlere Temperatur 10,1°C. Nach dem DWD war dies der zweitwärmste Frühling seit 1881.

Die Temperaturspanne driftet in den Frühlingsmonaten naturgemäß weit auseinander. So betrug in Nordhausen die minimale Tagesmitteltemperatur -0,9°C am 7. März, die maximale mittlere Temperatur wurde mit 21,5° am 30. Mai gemessen. Die absoluten Minima und Maxima lagen noch weiter auseinander, die polaren und subtropischen Luftmassen kämpfen noch um die Vorherrschaft:

-7,6°C am 08. März standen +31,2°C am 30. Mai gegenüber. Im Mai sank das Thermometer an zwei Tagen nochmals unter den Gefrierpunkt: -0,7 und -0,5°C, also leichter Bodenfrost wurden am 04. und 05. Mai registriert, im Vormonat April hingegen gab es keinen Frosttag. Der Mai brachte es auf 14,4°C im Mittel auf dem Campus (Mittel 12,9°C). Spitzenreiter in der Nordhäuser Messreihe war hier jedoch das Jahr 1989 mit 15,4°C. Die Tagesschwankungen waren recht groß, was auf eine Vielzahl von Strahlungsnächten (ohne oder wenige Wolken am Himmel) zurückzuführen ist.

Die Temperatur ist das eine, der Sonnenschein aber für uns Menschen fast noch wichtiger. Nachdem im Winter mit 160 Stunden die Sonne bereits 30 Stunden mehr schien als üblicherweise in Nordhausen, schlug das Frühjahr 2011 auch in Nordhausen alle Rekorde, es ist der höchste, gemessene Wert seit 1972: 760 Stunden Sonnenschein, rund 300 Stunden länger als im 25-jährigen Mittel. Auf den Mai entfielen davon 288 Stunden Sonne, dieser Wert liegt jedoch „nur“ auf Rang 4 seit 1972 ein. Insbesondere der März lieferte wie an dieser Stelle berichtet besonders viel Sonne, was sich in der Bilanz besonders bemerkbar macht.

Viel Sonne, blauer Himmel und wenig Wolken, das sind die typischen Hinweise auf dynamische Hochdruckgebiete. Sie sind verantwortlich für das außergewöhnlich schöne Frühjahr. Der Luftdruck betrug im 3-Monats-Mittel 1020 hPa (2010: 1010 hPa). Die Hochdruckgebiete im Frühjahr 2011 waren zum einen sehr häufig, zum anderen handelte es sich um die sogenannten blockierenden Hochdrucklagen, die die Tiefs auf dem Weg von West nach Ost in südliche Richtung ablenken. Der Niederschlag fiel im Mittelmeerraum.

Und dieser Niederschlag fehlte in Deutschland. Im Mittel fielen in Deutschland 88 L/m² (Soll 186 L/m²), Nordhausen konnte etwas mehr Niederschlag verzeichnen: 103 L/m² fielen im Frühjahr (Soll: 140L/m²), wobei die Hälfte des Niederschlags auf den Mai entfiel: 54,5 L/m² wurden auf dem Campus registriert. Drei stärkere Regenereignisse haben dazu beigetragen: Am 11. Mai fielen 14,2 L/m², am 12. Mai nochmals 19,4 L/m² und am 31. Mai kamen noch mal 7,6 L/m² hinzu. Neben dem geringeren Niederschlag trug die starke Sonneneinstrahlung und die hohen Lufttemperaturen dazu bei, dass die Böden austrockneten: Die Verdunstung, berechnet nach Haude, betrug in den Frühlingsmonaten bereits 287 L/m². Die klimatische Wasserbilanz für 2011 ist mit 287 L/m², die theoretisch verdunsten könnten, negativ, was bedeutet, dass die Pflanzen verstärkt auf den Bodenwasservorrat zurückgreifen mussten.

Der Wind wehte im Frühling und auch im Mai 2011 überwiegend aus westlicher Richtung mit ca. 1,1 m/s, wobei die Böigkeit (ständig wechselnde Windrichtungen) nicht nur an den meisten Mai-Tagen, sondern auch bereits im März und April aufgrund der starken Einstrahlung auf die Erdoberfläche sehr ausgeprägt war.

Ein sonniger und warmer Frühling 2011 ist vorbei und der erste heiße Tag des Jahres überstanden. Ein neuer Sonneschein-Rekord wurde erzielt und die heftigen Regenereignisse im Mai mit überfluteten Straßen und einer überfluteten Autobahn könnten auch die Klimadiskussion wieder etwas anregen.
Dr. Parnieske-Pasterkamp
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