Do, 12:30 Uhr
28.04.2011
Mehr Stalker
Das erste Mal im Leben eines Nordhäuser Journalisten wurde heute zu einer Vorstellung der Unfall- und Kriminalstatistik für den Landkreis Nordhausen von der Polizeiinspektion eingeladen. Die nnz war bei dieser Premiere dabei...
Es war das Jahr 2010, das die verantwortlichen Mitarbeiter von PI-Leiter Ronny Groos heute resümierten. Im vergangenen Jahr wurden im Landkreis 3.865 Straftaten registriert, das waren 34 mehr als im Jahr davor. Fast zwei Drittel davon konnten von den insgesamt rund 16 Beamten des Ermittlungsdienstes aufgeklärt werden.
Der Leiter des Ermittlungsdienstes der Polizeiinspektion, Hartmut Speiser, schätzte das als beispielhaft innerhalb Thüringens ein. Die Ursachen hierfür seien sehr vielfältig, zum Beispiel die Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen innerhalb der Polizeidirektion aber auch mit zivilen Institutionen und Kommunen.
Bei ausgewählten Straftaten wurden heute unter anderem die Nachstellung (Stalking) und die Nötigung dargestellt. Von den 40 Nötigungen konnten alle aufgeklärt werden, beim Stalking wurden 73 Anzeigen (2008=36) aufgenommen, 96 Prozent konnten hier jedoch aufgeklärt werden. Nahezu gleich geblieben sind die Delikte der Körperverletzung mit 388 oder der Betrug mit 633 im Jahr 2010, nach unten zeigt der Trend bei Diebstahl oder bei Sachbeschädigungen. Besonders beängstigend ist die Tendenz hinsichtlich des Widerstands gegen Polizeibeamte. Wurde das im Jahr 2009 16 mal zur Anzeige gebracht, so waren es im zurückliegenden Jahr schon 25 Anzeigen.
Noch einige Anmerkungen: Rund 40 Prozent der ermittelten Straftäter sind weiblich, mehr als die Hälfte sind zwischen 25 und 60 Jahre alt. Im Jahr 2010 wurden 170 Personen als vermisst gemeldet, die für die Beamten sehr viel Arbeit bedeuten. Darunter auch die 116 Dauerausreißer. Von den 170 Vermissten, kehrten 91 freiwillig zurück, 62 wurden durch die Polizei aufgegriffen, bei 17 ist der Aufenthalt ermittelt worden. In 140 Fällen wurde Abenteuerlust als Motiv für das Ausbüchsen angegeben. Der Großteil der Vermissten ist jünger als 18 Jahre (148).
Zu den Unfällen: Hier setzte sich nach Angaben von Jochen Schulze, dem Leiter des Verkehrsdienstes, der Trend der vergangenen Jahre fort. 165 Unfälle weniger als 2009, das waren – absolut gesehen – 2.365. Auch bei den tödlichen Unfällen ist dies zu beobachten. Gab es im Jahr 2009 noch fünf Verkehrstote, so mussten im vergangenen Jahr nur noch zwei Tote im Landkreis Nordhausen verzeichnet werden. Ähnlich sieht es bei den Verletzten aus. Zu den Hauptunfallursachen gehörten Rückwärtsfahren, Parken sowie Wildunfälle. Zu hohe Geschwindigkeit ist aus dem Ursachenkatalog verschwunden.
Gefährlich angestiegen ist die Zahl der Unfälle, die unter Einfluss von Drogen verursacht wurden. Im Jahr 2009 waren es sieben Fälle, im Jahr 2010 waren es 32 Drogenfahrten, die in einem Unfall endeten.
Nicht gesunken, sondern eher gestiegen ist die Zahl der Kradunfälle. Von 38 Unfällen waren 25 mal die Biker auch die Verursacher. Dagegen hat sich die Zahl der Schulwegunfälle reduziert und auch die Unfälle mit Radfahrern sind zurückgegangen. 30 mal waren im Jahr 2010 Fußgänger beteiligt, achtmal waren sie die Verursacher. Zum Schluss der Blick auf die Senioren: Die Frauen und Männer ab 65 Jahre waren an 361 Unfällen beteiligt, 247 mal waren die älteren Herrschaften die Verursacher.
Und noch ein Trend macht sich bemerkbar: Immer mehr Fahrzeuge werden ohne Haftpflichtversicherung geführt, im vergangenen Jahr wurde das allein im Landkreis Nordhausen über 1.100 mal festgestellt.
Autor: nnzEs war das Jahr 2010, das die verantwortlichen Mitarbeiter von PI-Leiter Ronny Groos heute resümierten. Im vergangenen Jahr wurden im Landkreis 3.865 Straftaten registriert, das waren 34 mehr als im Jahr davor. Fast zwei Drittel davon konnten von den insgesamt rund 16 Beamten des Ermittlungsdienstes aufgeklärt werden.
Der Leiter des Ermittlungsdienstes der Polizeiinspektion, Hartmut Speiser, schätzte das als beispielhaft innerhalb Thüringens ein. Die Ursachen hierfür seien sehr vielfältig, zum Beispiel die Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen innerhalb der Polizeidirektion aber auch mit zivilen Institutionen und Kommunen.
Bei ausgewählten Straftaten wurden heute unter anderem die Nachstellung (Stalking) und die Nötigung dargestellt. Von den 40 Nötigungen konnten alle aufgeklärt werden, beim Stalking wurden 73 Anzeigen (2008=36) aufgenommen, 96 Prozent konnten hier jedoch aufgeklärt werden. Nahezu gleich geblieben sind die Delikte der Körperverletzung mit 388 oder der Betrug mit 633 im Jahr 2010, nach unten zeigt der Trend bei Diebstahl oder bei Sachbeschädigungen. Besonders beängstigend ist die Tendenz hinsichtlich des Widerstands gegen Polizeibeamte. Wurde das im Jahr 2009 16 mal zur Anzeige gebracht, so waren es im zurückliegenden Jahr schon 25 Anzeigen.
Noch einige Anmerkungen: Rund 40 Prozent der ermittelten Straftäter sind weiblich, mehr als die Hälfte sind zwischen 25 und 60 Jahre alt. Im Jahr 2010 wurden 170 Personen als vermisst gemeldet, die für die Beamten sehr viel Arbeit bedeuten. Darunter auch die 116 Dauerausreißer. Von den 170 Vermissten, kehrten 91 freiwillig zurück, 62 wurden durch die Polizei aufgegriffen, bei 17 ist der Aufenthalt ermittelt worden. In 140 Fällen wurde Abenteuerlust als Motiv für das Ausbüchsen angegeben. Der Großteil der Vermissten ist jünger als 18 Jahre (148).
Zu den Unfällen: Hier setzte sich nach Angaben von Jochen Schulze, dem Leiter des Verkehrsdienstes, der Trend der vergangenen Jahre fort. 165 Unfälle weniger als 2009, das waren – absolut gesehen – 2.365. Auch bei den tödlichen Unfällen ist dies zu beobachten. Gab es im Jahr 2009 noch fünf Verkehrstote, so mussten im vergangenen Jahr nur noch zwei Tote im Landkreis Nordhausen verzeichnet werden. Ähnlich sieht es bei den Verletzten aus. Zu den Hauptunfallursachen gehörten Rückwärtsfahren, Parken sowie Wildunfälle. Zu hohe Geschwindigkeit ist aus dem Ursachenkatalog verschwunden.
Gefährlich angestiegen ist die Zahl der Unfälle, die unter Einfluss von Drogen verursacht wurden. Im Jahr 2009 waren es sieben Fälle, im Jahr 2010 waren es 32 Drogenfahrten, die in einem Unfall endeten.
Nicht gesunken, sondern eher gestiegen ist die Zahl der Kradunfälle. Von 38 Unfällen waren 25 mal die Biker auch die Verursacher. Dagegen hat sich die Zahl der Schulwegunfälle reduziert und auch die Unfälle mit Radfahrern sind zurückgegangen. 30 mal waren im Jahr 2010 Fußgänger beteiligt, achtmal waren sie die Verursacher. Zum Schluss der Blick auf die Senioren: Die Frauen und Männer ab 65 Jahre waren an 361 Unfällen beteiligt, 247 mal waren die älteren Herrschaften die Verursacher.
Und noch ein Trend macht sich bemerkbar: Immer mehr Fahrzeuge werden ohne Haftpflichtversicherung geführt, im vergangenen Jahr wurde das allein im Landkreis Nordhausen über 1.100 mal festgestellt.

