Di, 13:46 Uhr
26.04.2011
Keine Angst vor dem 1. Mai
Wenn in wenigen Tagen auch in Deutschland die vollständige Arbeitnehmerfreizügigkeit für die acht mittel- und osteuropäischen EU-Beitrittsstaaten gilt, birgt das mehr Chancen als Gefahren. Meint jedenfalls die Erfurter IHK...
Das zeigt ein Blick nach Großbritannien, Irland und Schweden, die ihre Arbeitsmärkte bereits 2004 geöffnet haben. Verdrängungs- und Lohndumping-Effekte, wie sie hierzulande jetzt vielfach befürchtet werden, blieben dort aus, sagt Dieter Bauhaus, Präsident der Erfurter Industrie- und Handelskammer (IHK). Ebenso wenig ließen die bisherigen Erfahrungen mit Zuwanderung in Deutschland eine solche Entwicklung erwarten und auch wissenschaftliche Studien würden Entwarnung geben.
Mit einer großen Zuwanderungswelle ist kaum zu rechnen. Akademiker können infolge einer Ausnahmeregel ohnehin schon seit zwei Jahren nach Deutschland kommen. Außerdem sind viele Fachkräfte bereits in Länder mit frühzeitig geöffneten Arbeitsmärkten gezogen, so Bauhaus weiter. Auch verlaufe die demografische Entwicklung in den Beitrittsstaaten zum Teil ähnlich wie hierzulande:
Der Anteil der Jüngeren sinke und die wirtschaftliche Lage hätte sich dort in den letzten Jahren positiv entwickelt, so dass sich der Anreiz auszuwandern ebenfalls verringere.
Die Arbeitnehmerfreizügigkeit bietet deshalb eher Chancen, als dass sie Gefahren bringt, ist sich der IHK-Präsident sicher. Dies gelte gerade vor dem Hintergrund zunehmender Fachkräfteengpässe: Gut jedes dritte Unternehmen betrachte laut einer aktuellen IHK-Umfrage den Fachkräftemangel als ein wesentliches Risiko für die eigene wirtschaftliche Entwicklung – vor einem Jahr waren es nur 16 Prozent. Deutschland müsse daher künftig auch auf mehr Zuwanderung setzen.
Damit die Integration der Zuwanderer in den Arbeitsmarkt bestmöglich gelingt, bedarf es gleichzeitig eines transparenten Verfahrens zur Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen, unterstreicht Bauhaus. Die Unternehmen müssten die Qualifikationen der Bewerber verlässlich einschätzen können. Hier hapere es heute vielfach noch. Damit Deutschland im Wettbewerb um die klugen Köpfe weltweit vorne mitspielen kann, braucht es eine Willkommenskultur – dazu gehört auch die Offenheit gegenüber den Fachkräften aus den neuen Beitrittsstaaten, mahnt der IHK-Präsident.
Autor: nnzDas zeigt ein Blick nach Großbritannien, Irland und Schweden, die ihre Arbeitsmärkte bereits 2004 geöffnet haben. Verdrängungs- und Lohndumping-Effekte, wie sie hierzulande jetzt vielfach befürchtet werden, blieben dort aus, sagt Dieter Bauhaus, Präsident der Erfurter Industrie- und Handelskammer (IHK). Ebenso wenig ließen die bisherigen Erfahrungen mit Zuwanderung in Deutschland eine solche Entwicklung erwarten und auch wissenschaftliche Studien würden Entwarnung geben.
Mit einer großen Zuwanderungswelle ist kaum zu rechnen. Akademiker können infolge einer Ausnahmeregel ohnehin schon seit zwei Jahren nach Deutschland kommen. Außerdem sind viele Fachkräfte bereits in Länder mit frühzeitig geöffneten Arbeitsmärkten gezogen, so Bauhaus weiter. Auch verlaufe die demografische Entwicklung in den Beitrittsstaaten zum Teil ähnlich wie hierzulande:
Der Anteil der Jüngeren sinke und die wirtschaftliche Lage hätte sich dort in den letzten Jahren positiv entwickelt, so dass sich der Anreiz auszuwandern ebenfalls verringere.
Die Arbeitnehmerfreizügigkeit bietet deshalb eher Chancen, als dass sie Gefahren bringt, ist sich der IHK-Präsident sicher. Dies gelte gerade vor dem Hintergrund zunehmender Fachkräfteengpässe: Gut jedes dritte Unternehmen betrachte laut einer aktuellen IHK-Umfrage den Fachkräftemangel als ein wesentliches Risiko für die eigene wirtschaftliche Entwicklung – vor einem Jahr waren es nur 16 Prozent. Deutschland müsse daher künftig auch auf mehr Zuwanderung setzen.
Damit die Integration der Zuwanderer in den Arbeitsmarkt bestmöglich gelingt, bedarf es gleichzeitig eines transparenten Verfahrens zur Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen, unterstreicht Bauhaus. Die Unternehmen müssten die Qualifikationen der Bewerber verlässlich einschätzen können. Hier hapere es heute vielfach noch. Damit Deutschland im Wettbewerb um die klugen Köpfe weltweit vorne mitspielen kann, braucht es eine Willkommenskultur – dazu gehört auch die Offenheit gegenüber den Fachkräften aus den neuen Beitrittsstaaten, mahnt der IHK-Präsident.


