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Fr, 15:37 Uhr
25.02.2011

Polemik nützt niemand

In der Goldenen Aue gibt es seit 19 Jahren eine Bürgerzeitung. In der ist jetzt ein Beitrag erschienen, der sich gegen den Wasserverband Nordhausen richtet. Absender ist der Chef des Trinkwasserzweckverbandes "Alter Stolberg", Karl-Heinz Riechel...

Der Beitrag (Foto: privat) Der Beitrag (Foto: privat)

Um es kurz zu machen, Herr Riechel warnt vor einer Expansion der Nordhäuser Wasserverbandes und schürt mit scheinbar fadenscheinigen Argumenten die Stimmung. Martin Höche, der Vorsitzende des Nordhäuser Wasserverbandes sagt dazu:

In Zeiten des Wahlkampfes gehen die Wellen hoch – dafür hat man Verständnis. In einigen Orten der Goldenen Aue herrscht zurzeit stürmischer Seegang, der Vorsitzende des Trinkwasserzweckverbandes „Alter Stolberg“ (und Bewerber um einen Sitz im künftigen Rat der Landgemeinde) hätte im o.g. Beitrag allerdings Kurs halten sollen. Dort gibt es einige Unwahrheiten zum Wasserverband Nordhausen, die hier klar gestellt werden sollen.

1. Nein, der Wasserverband Nordhausen will dem Trinkwasserzweckverband „Alter Stolberg“ nicht schaden. Allerdings gilt für uns: Ja - nicht nur die Vernunft-, sondern auch der kommunale Geldbeutel sagt: Große Verbandsstrukturen sind besser als ein egoistisches und teures Klein-Klein.

Deshalb haben wir uns auch Zusammenarbeitsanfragen des „Alten Stolbergs“ nicht verschlossen. So sind wir gern eingesprungen, um künftige Investoren im Industriegebiet „Goldene Aue“ mit Wasser versorgen zu können, in dem der Wasserverband Nordhausen das Industriegebiet komplett erschließen wird.

Und im Jahr 2007 haben wir die Menschen im Verbandsgebiet „Alter Stolberg“ mit gesundem Trinkwasser versorgt, als die Wasserqualität in den Gewinnungsanlagen des „Alten Stolberg“ nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben entsprach. Innerhalb kurzer Zeit haben beide Seiten mit dem Anschluss an das Wassernetz unseres Verbandes eine schnelle Lösung gefunden, wie es die Menschen auch erwarten können. Damit ist der Wasserverband Nordhausen schon jetzt Partner einer Vielzahl von Menschen in der Goldenen Aue.

Es sei klar gesagt: Einer Fusion mit dem „Alten Stolberg“ würde sich unser Verband nicht verschließen, denn er ist schon jetzt ein Solidarverbund von 24 kleinen und großen Städten und Gemeinden im Landkreis, der 80.000 Menschen mit Trinkwasser versorgt. Allerdings haben allein die Menschen, die vom „Alten Stolberg“ versorgt werden, zu entscheiden, ob sie unserem Verband beitreten möchten oder nicht.

2. Nein, nach meiner Kenntnis haben die Nordhäuser Vertreter in der Verbandsversammlung den Bau eines Hochbehälters nicht verzögert. Natürlich ist für uns Fachleute klar: Vor großen Investitionen, wie zum Beispiel zur Sanierung eines Hochbehälters – immerhin eine halbe Million Euro -, sollten aus finanziellen Gründen Alternativen geprüft werden. Und nur dies ist geschehen.

3. Auch sei erlaubt, einen kleinen Lapsus des Herrn Riechel hier zu korrigieren: Es ist falsch, dass die Wassernutzungssatzung die zwangsweise Erneuerung von Hausanschlussleitungen fordert. Herr Riechel hat offenbar die 2007 in Kraft getretene Änderungssatzung nicht zur Hand gehabt. Ihm sei dort die Lektüre des neuen Paragraphen 9 empfohlen: Erneuert werden muss natürlich nur, was kaputt ist- und nur in Rücksprache mit den Hausbesitzern, denn Hand in Hand geht besser.

Herr Riechel sagt, der Wasserverband zerstört Straßen. Ja, Herr Riechel – wie wollen Sie Zuleitungen aber anders bzw. reparieren, als durch die kurzzeitige Öffnung der Oberfläche? Auch hier mein Appell an Herrn Riechel bleiben Sie fair: Keine der von Ihnen genannten Straßen muss aufgeschnitten werden – es sei denn, der Zustand der Wasserleitungen in einer Straße allgemein verlangt eine Sanierung.

Und dann geht zumindest der Wasserverband Nordhausen auch hier den Weg der Kooperation: Man sucht das Gespräch mit den Kollegen der Abwasser- und Energieversorgung und des Straßeneigentümers. Anschließend folgt eine konzertierte Aktion: Einmal Straße auf, alle sanieren Ihren Teil; Straße anschließend zu, und die Kosten werden geteilt. Ein gutes Beispiel dafür ist neben vielen anderen die aktuelle Sanierung des Nordhäuser Beethovenrings.

Abschließend noch zu Ihrem Nachsatz, dass die Stadt Nordhausen und Görsbach höhere Gebühren im Alten Stolberg wollen: Sagen Sie ihren Bürgern, was Sie hoffentlich längst wissen: Dass das Land Thüringen künftig keine Fördermittel mehr für die Investitionen in die Wasserversorgung zahlen wird. Entsprechend muss neu kalkuliert werden. Und eventuell anstehende höhere Kalkulationen können aufgefangen werden, in dem eben auf vernünftige - statt auf kleine Strukturen setzt und auf Kooperation statt Konfrontation – gerade in Zeiten, in denen die Wellen hoch gehen, nicht nur im Wahlkampf.
Martin Höche, Vorsitzender des Wasserverbands Nordhausen
Autor: nnz

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Kommentare
Peppone
25.02.2011, 18:03 Uhr
Polemik nützt niemanden?
Seit wann denn das und warum polemisieren Sie dann Herr Höche?

Grundsätzlich ist es Nonsens, auf einen Beitrag eines Regionalen (;-)) Blattes in der nnz zu antworten. Die meisten Leser hier kennen Herrn Riechel's Argumente gar nicht. Richtig wäre gewesen, wenn Sie ihren Text an einen kleinen Verlag in A. geschickt hätten, dann hätten es wohlmöglich sogar die betroffenen Bürger gelesen!

Es betrifft mich zwar nicht, aber ich kenne die Materie ein klein wenig. Herr Riechel hat schon nicht ganz unrecht. Über den Bielener Sitz im TWZV Alter Stolberg versucht ein Gesellschafter ihres Verbandes seit geraumer Zeit, diesen, für die Bürger finanziell sehr günstigen, TWZV "auszutrocknen".

Es stellt sich also auch hier leider wieder die Frage, geht es um Politik für den Bürger, oder geht es um die "Kombinatisierung" der Region auf Wunsch eines einzelnen Herren des Rathauses? (Pawlow, übernehmen Sie)

Wenn Sie diesen TWZV schlucken wollen, müssen Sie den dortigen Bürgern ein gescheites Angebot in Form des Wasserpreises machen. So einfach ist das.
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