Mo, 12:27 Uhr
13.12.2010
Keine Gewohnheit
Tagtäglich müssen Magen und Darm die Nahrung in ihre Bestandteile zerlegen. Die Verdauung funktioniert meist unbemerkt - außer wenn der Darm ins Stocken gerät. Verstopfung ist kein seltenes Problem, wird von den Betroffenen aber nur ungern angesprochen...
Gerade im Alter nehmen Verdauungsprobleme zu, Frauen leiden dabei häufiger unter Verstopfung als Männer. Thüringens Apotheker raten, sich bei der so genannten Obstipation beraten zu lassen.
"Die Verdauungsprozesse können immer mal wieder aus dem Gleichgewicht kommen", erklärt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Region Nordhausen. Das hänge beispielsweise mit Stress, Umstellungen in der Lebenssituation oder der Ernährung zusammen. Auch über die Weihnachtsfeiertage, wenn Schokolade, Plätzchen und Gänsebraten auf dem Speiseplan stehen, bleibe dies selten ohne Konsequenzen für den Verdauungsapparat. Allerdings: "Von Verstopfung ist erst die Rede, wenn der Darm über einen längeren Zeitraum seltener als dreimal pro Woche entleert wird", erklärt Garke. Beschwerden beim Stuhlgang, Völlegefühl und Druck im Unterbauch sind die Folge.
"Häufig lässt sich ein träger Darm mit einfachen Maßnahmen wieder in Schwung bringen", sagt Garke. Dazu gehören Spaziergänge und Sport ebenso wie ballaststoffreiches Essen und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Nicht immer können die Beschwerden damit behoben werden. "Im Akutfall können Arzneimittel aus der Apotheke helfen", so Garke. Neben Zäpfchen und Klistieren gibt es auch Tabletten und Dragees, die abführend wirken. "Der Gebrauch von Abführmitteln sollte auf keinen Fall zur Gewohnheit werden", warnt Garke. Einige Präparate mit Sennesblättern, Aloe oder synthetischen Wirkstoffen können bei häufigem Gebrauch die Darmtätigkeit herabsetzen und selbst Verstopfung auslösen. Garke rät Patienten, sich in der Apotheke über Arzneimittel zu informieren, die auch langfristig unbedenklich sind.
"Wer immer wieder Probleme mit dem Stuhlgang hat, sollte auf Quell- und Füllstoffe zurückgreifen", rät Garke. Lein- oder Flohsamen quellen im Darm auf und regen dadurch die Darmtätigkeit an. Wichtig ist, bei der Einnahme viel zu trinken. Auch Lactulose eignet sich für die längerfristige Einnahme. Allerdings können einige Personen mit Blähungen reagieren.
"Chronische Verstopfung ist zwar meist harmlos", so Garke. Dennoch rät Garke, die Ursachen der Beschwerden abzuklären. Beispielsweise können Medikamente wie starke Schmerzmittel oder Arzneimittel, die die Magensäure reduzieren, auf den Darm wirken. Wer Abführmittel länger als ein bis zwei Wochen benötigt, sollte sich daher ärztlichen Rat einholen. Auch wenn Übelkeit, Fieber oder Blut im Stuhl mit der Verstopfung einhergehen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Autor: nnzGerade im Alter nehmen Verdauungsprobleme zu, Frauen leiden dabei häufiger unter Verstopfung als Männer. Thüringens Apotheker raten, sich bei der so genannten Obstipation beraten zu lassen.
"Die Verdauungsprozesse können immer mal wieder aus dem Gleichgewicht kommen", erklärt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Region Nordhausen. Das hänge beispielsweise mit Stress, Umstellungen in der Lebenssituation oder der Ernährung zusammen. Auch über die Weihnachtsfeiertage, wenn Schokolade, Plätzchen und Gänsebraten auf dem Speiseplan stehen, bleibe dies selten ohne Konsequenzen für den Verdauungsapparat. Allerdings: "Von Verstopfung ist erst die Rede, wenn der Darm über einen längeren Zeitraum seltener als dreimal pro Woche entleert wird", erklärt Garke. Beschwerden beim Stuhlgang, Völlegefühl und Druck im Unterbauch sind die Folge.
"Häufig lässt sich ein träger Darm mit einfachen Maßnahmen wieder in Schwung bringen", sagt Garke. Dazu gehören Spaziergänge und Sport ebenso wie ballaststoffreiches Essen und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Nicht immer können die Beschwerden damit behoben werden. "Im Akutfall können Arzneimittel aus der Apotheke helfen", so Garke. Neben Zäpfchen und Klistieren gibt es auch Tabletten und Dragees, die abführend wirken. "Der Gebrauch von Abführmitteln sollte auf keinen Fall zur Gewohnheit werden", warnt Garke. Einige Präparate mit Sennesblättern, Aloe oder synthetischen Wirkstoffen können bei häufigem Gebrauch die Darmtätigkeit herabsetzen und selbst Verstopfung auslösen. Garke rät Patienten, sich in der Apotheke über Arzneimittel zu informieren, die auch langfristig unbedenklich sind.
"Wer immer wieder Probleme mit dem Stuhlgang hat, sollte auf Quell- und Füllstoffe zurückgreifen", rät Garke. Lein- oder Flohsamen quellen im Darm auf und regen dadurch die Darmtätigkeit an. Wichtig ist, bei der Einnahme viel zu trinken. Auch Lactulose eignet sich für die längerfristige Einnahme. Allerdings können einige Personen mit Blähungen reagieren.
"Chronische Verstopfung ist zwar meist harmlos", so Garke. Dennoch rät Garke, die Ursachen der Beschwerden abzuklären. Beispielsweise können Medikamente wie starke Schmerzmittel oder Arzneimittel, die die Magensäure reduzieren, auf den Darm wirken. Wer Abführmittel länger als ein bis zwei Wochen benötigt, sollte sich daher ärztlichen Rat einholen. Auch wenn Übelkeit, Fieber oder Blut im Stuhl mit der Verstopfung einhergehen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

