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Fr, 13:31 Uhr
10.01.2003

nnz-Doku (21): Geschäftsentwicklung

Nordhausen (nnz). Die Kreissparkasse Nordhausen hat sich im Geschäftsjahr 2002 wacker geschlagen. Die Wettbewerbsposition als Marktführer konnte erfolgreich behauptet, in Teilbereichen sogar ausgebaut werden. nnz veröffentlicht innerhalb ihrer Doku-Reihe den Bericht über die Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres.


Ein Jahr der Herausforderungen für die Kreditwirtschaft ist zu Ende gegangen. Es dürfte betriebswirtschaftlich zu den schwierigsten der Vergangenheit gehören. Eine Bankenkrise, wie sie in den Medien gelegentlich dargestellt wird, sehen wir allerdings nicht. Es gibt in der Finanzwirtschaft sicher einige Probleme, z.B. die erheblichen Steigerungen bei den Personal- und Sachkosten oder die erheblichen Aufwendungen für die Risikovorsorge.

Die schwache Konjunktur hinterlässt deutliche Spuren in den Bilanzen zahlreicher Unternehmen. Die Unternehmen in Ostdeutschland sind mit ihren zu geringen Eigenkapitalquoten besonders hart betroffen. Unser Geschäftsgebiet bildet da keine Ausnahme. Die Verunsicherung der Bevölkerung über die zukünftige Entwicklung lähmt den Konsum. Aufgrund der Erfahrungen an den Aktienmärkten der letzten Jahre sind die meisten Anleger sehr vorsichtig geworden.

Der Rückgang bei Einwohnerentwicklung im Landkreis hielt weiterhin an. Der Einwohnerverlust erreichte mit einem minus von fast 1000 im Jahr 2001 eine neue Höchstmarke. Die Anzahl der Privatgirokonten konnte trotz reduzierter Basis geringfügig auf 50.779 Stück gesteigert werden. Dieser beachtliche Erfolg resultiert überwiegend auf der großen Akzeptanz unseres Jugendgirokontos „YoungStar“.

Das abgelaufene Geschäftsjahr nutzte die Sparkasse um die strategische Neuausrichtung weiter zu forcieren. Die Konzentration auf die Kernkompetenzen, die Optimierung der Zusammenarbeit mit den Kunden und die Verbesserung der Arbeitsabläufe stehen im Mittelpunkt der Veränderung.

Die schwache wirtschaftliche Entwicklung in der Region spiegelt sich im leichten Rückgang der Bilanzsumme um 0,8 % auf 914,1 Mio. Euro wieder. Die geringen Erwartungen des Vorstandes an das Geschäftsjahr haben sich bestätigt.

Kreditgeschäft mit Zuwachs

Es gehört zur Strategie der Sparkasse, wichtigster kreditwirtschaftlicher Partner der kleinen und mittleren Unternehmen zu sein. Dieser Aufgabe sind wir auch im Jahr 2002 nachgekommen. Von einem Rückzug der Banken aus dem Firmenkreditgeschäft, der häufig kolportiert wird, kann bei der Kreissparkasse Nordhausen keine Rede sein. Der jüngste Bundesbankbericht zeigt im Geschäft mit Firmenkrediten sogar Marktanteilsgewinne der Sparkassen und Landesbanken gegenüber den anderen Bankengruppen auf. Die Beziehung zwischen Kreditnehmer und Bank wird im Vorfeld von „Basel II“ allerdings intensiver und offener. Der Blick auf die Risikosituation wird in Anbetracht der häufig eklatanten Eigenkapitalschwächen in den Unternehmen genauer.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hat sich das Kreditvolumen mit einem Bestandzuwachs von 2,1 % ( + 12,0 Mio. Euro) auf 584,5 Mio. Euro positiv entwickelt. Die wesentlichen Wachstumsimpulse gingen vom Kreditgeschäft mit Unternehmen aus, die um 19,8 Mio. Euro ( +7,5 % ) auf 282,6 Mio. Euro zulegten. Der private Wohnungsbau befindet sich weiterhin auf Talfahrt. Die Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser sind deutlich zurückgegangen und für 2003 erwarten wir eine Fortsetzung dieses Negativtrends. Die Verunsicherung der Bevölkerung aber auch die Beschneidungen bei der staatlichen Eigenheimförderung zeigen ihre Wirkung. Die Krise in der Bauwirtschaft dürfte das weiter verschärfen.


Wertpapiergeschäft wächst überdurchschnittlich

Die Kapitalmärkte zeigten sich im Jahr 2002 ausgesprochen volatil. Entgegen zahlreicher Prognosen der Analysten verloren die meisten Aktienbörsen erneut. Die Verunsicherung der Kunden wurde durch Firmenzusammenbrüche am Neuen Markt sowie der Aufdeckung von Bilanzmanipulationen weiter verstärkt. Demzufolge erfreuten sich sichere Anlageformen großer Beliebtheit. Die höherverzinslichen Anlageformen wie Sparbriefe und Inhaberschuldverschreibungen sowie Immobilienfonds waren die eindeutigen Favoriten.

Der Bestand an Kundeneinlagen beträgt zum 31.12.2002 694,2 Mio. Euro und liegt damit 1,0 % unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang ist im wesentlichen auf die Entwicklung der Einlagen öffentlicher Haushalte zurückzuführen. Die Kundeneinlagen werden maßgeblich von den Privatpersonen getragen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Bestand mit 0,5 % zurückgegangen. Das hat verschiedene Ursachen. Das gesamte Mittelaufkommen, also die Summe der Ersparnisbildung, lag im abgelaufenen Geschäftsjahr ca. 50 % unter dem Wert des Vorjahres. Hier spielt der Sondereffekt wegen hoher DM-Bargeldeinzahlungen im Dezember 2001 im Vorfeld der Einführung des EURO-Bargeldes eine besondere Rolle. Die rückläufigen Einwohnerzahlen, der Rückgang der verfügbaren Einkommen sowie daraus folgend eine niedrige Sparquote wirken sich aus. Hinzu kommt die seit 1999 anhaltende Präferenz der Kunden für das Wertpapiersparen. In der Steigerung des Wertpapiernettoabsatz um gut 55 % gegenüber dem Vorjahr kommt diese Verhaltensänderung deutlich zum Ausdruck. Die Kunden bevorzugten die Anlage in risikominimierten Anlagen, insbesondere Immobilienfonds waren stark gefragt.

Bei den bilanzwirksamen Anlagen hielt die Umschichtung zu den höherverzinslichen Eigenemissionen an. Sparbriefe und Inhaberschuldverschreibungen erzielten mit plus 4 % auf 256,3 Mio. Euro gute Zuwachsraten. Die Kursrückgänge an den Aktienmärkten wirkten sich auf den betreuten Bestand an außerbilanziellen Anlageformen mit einem geringfügigen Rückgang auf 109,7 Mio. Euro (Vorjahr 115,7 Mio Euro). Die Anzahl der betreuten Wertpapierdepots inkl. DEKA-Bankdepots (Investmentfonds) stieg um 82 Stück auf 10073 Stück.


Dienstleistungsgeschäft erfolgreich

Die Anzahl der Privatgirokonten konnte um 320 Stück auf 50.779 Stück gesteigert werden. Bei dem Geschäftsgirokonten lag der Zuwachs bei 4,5 % auf rd. 4.800 Stück. Ein erneuter Vertrauensbeweis der Kunden im Landkreis spiegelt sich hier wieder. Der Marktanteil nähert sich 60 %. Im Landkreis halten wir flächendeckend 28 Geldautomaten ( Vorjahr 28 ) und 37 Kontoauszugsdrucker ( Vorjahr 36 ) für unsere Kunden vor. Die Zahl der Multifunktionsterminals hat sich von 26 auf 27 Stück erhöht. Im Monatsdurchschnitt werden mittels dieser Technik inzwischen fast 20.000 Überweisungen kostengünstig abgewickelt. Der S-Shop im Marktkauf hat sich gut etabliert. Die Servicebereitschaft mit Bankdienstleistungen 68 Stunden in der Woche wird von der Bevölkerung angenommen.

Im Bauspargeschäft konnte die Sparkasse an die guten Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen. Der Marktanteil der Landesbausparkasse Hessen-Thüringen in unserem Geschäftsgebiet wurde weiter ausgebaut. Das Versicherungsgeschäft betreiben wir seit Mai 2001 als alleiniger Generalvertreter der Sparkassenversicherung im Landkreis. Unser Angebot umfasst die gesamte Produktpalette in diesem Geschäft. Einen Schwerpunkt der Beratungstätigkeit bildet eindeutig die Private Altersvorsorge. Die Diskussionen um die sogenannte Riester-Rente hat das Bewußtsein für die Eigenvorsorge geschärft. Als Produkt stellt Sie maximal den Einstieg dar. Im Vordergrund steht die eher die komplexe Beratung rund um die gesamte Thematik. Ein zunehmende Rolle spiel die Betriebliche Altersvorsorge. Die vielfältigen Möglichkeiten haben wir unseren Unternehmen im Herbst 2002 vorgestellt. Unser Spezialist für diesen Geschäftszweig wird inzwischen stark frequentiert. Das Lebens- und Sachversicherungsgeschäft konnte erneut gesteigert werden.


EURO-Bargeldeinführung

Das EURO-Bargeld hat seinen ersten Geburtstag erlebt. Die Einführung hat dank exzellenter Vorbereitung reibungslos funktioniert. Die Gewöhnungsphase an das neue Geld ist noch nicht ganz abgeschlossen. Vereinzelt und in gewissen Umfang muss man feststellen, dass es leider zu Preiserhöhungen gekommen ist. Bei niedrigerer Preissteigerungsrate leben wir mit einem „gefühlten TEURO“.


Personal

Die Mitarbeiteranzahl haben wir zur Erfüllung der gestiegenen Anforderungen an Beratungs- und Abwicklungsqualität um weitere 5 auf 295 erhöht. Darin enthalten sind 30 Auszubildende, davon einer für den Beruf IT-Kaufmann. Wir bilden weiterhin über Bedarf aus, stellen zunehmend einen Bewerber und Qualitätsrückgang fest. In der Vergangenheit wurden unsere Auszubildenden fast vollständig in ein Arbeitsverhältnis übernommen. Die Personalentwicklung genießt einen hohen Stellenwert. Dadurch sind wir in der Lage zahlreiche Positionen aus den eigenen Reihen zu besetzten.


Investitionen

Zur langfristigen Sicherung unserer Sparkasse und Positionierung als Marktführer haben wir im Jahr 2002 rd. 2,9 Mio. Euro investiert. Wesentliche Maßnahme war der Erwerb des City-Hotels, mit dem auch dauerhaft zukünftige Expansionsflächen zur Verfügung stehen. Die Herstellung unseres S-Immobiliencenters sowie der umfassende Umbau der Filiale in der Grimmelallee bildeten weitere Investitionsschwerpunkte. Mit der Fertigstellung der Geschäftsstelle rechnen wir im April 2003. Bei der Vergabe der Baugewerke bevorzugen wir soweit möglich Unternehmen der heimischen Wirtschaft.


Engagement für die Region – Nutzenbilanz

Wie schon in den vergangenen Jahren – sehen wir es als freiwillige Aufgabe - aktiv und passiv die Lebensbedingungen in unserer Region mitzugestalten. Neben den zahlreichen von uns durchgeführten Aktivitäten (z.B. Berufsmesse, div. Ausstellungen, Kultur- und Vortragsveranstaltungen usw. ) haben wir mit über 160.000 Euro kulturelle, sportliche, soziale und karitative Zwecke im Landkreis unterstützt. Die Landesgartenschau 2004 unterstützen wir mit einem namhafte Betrag, der in der genannten Summe nicht enthalten ist.


Ausblick

Für das Geschäftsjahr 2003 erwarten wir keine durchgreifenden Veränderungen und gehen lediglich von einem geringen Anstieg in unserer Geschäftsentwicklung aus. Die Konjunktur wird voraussichtlich weiterhin vom Export getragen, vom privaten Konsum werden auch 2003 keine wesentlichen Impulse ausgehen. Mit einem Anziehen der Wirtschaft rechnen wir frühestens im 2. Halbjahr. Inwieweit unsere regionalen davon profitieren können, bleibt abzuwarten. Für die Bauwirtschaft sehen wir eine weitere Verschärfung der Lage.

Das Kreditgeschäft mit Unternehmen wird sich unter diesen Rahmenbedingungen kaum steigern lassen. Die daraus resultierenden Risiken bleiben weiterhin hoch. Der Aktienmarkt sollte sich sukzessive erholen, mit kurzfristigen Kursrückgängen aufgrund von Gewinnmitnahmen ist zu rechnen. Insgesamt dürfte das Vertrauen in die Märkte zunehmen. Deutliche Risiken gehen allerdings von einem möglichen Irak-Krieg oder von terroristischen Anschlägen aus.

Die meisten Anleger werden allerdings die Sicherheit bei Ihrer Geldanlage in den Vordergrund stellen. Die bilanzwirksamen höherverzinslichen Anlageformen sowie die Immobilienfonds sollten davon profitieren. Ingesamt dürfte die gesamte Ersparnisbildung der Kunden aufgrund des Rückgangs der verfügbaren Einkommen durch gestiegene Abgaben weiterhin auf niedrigem Niveau verharren.

Einen wichtigen Schwerpunkt sehen wir auch im nächsten Jahr bei der privaten und der betrieblichen Altersvorsorge.

Das kurzfristige Zinsniveau wird weiter nachgeben, falls die EZB sich zu einer weiteren Zinssenkung entschließt. Die langfristigen Sätze erwarten wir im Jahresverlauf eher leicht steigend. Die Aussichten für Investoren sind von der Zinsseite gut.

Für unsere Sparkasse stehen wieder zahlreiche Aufgaben an. Einige Projekt im Rahmen unserer internen Umstrukturierung werden abgeschlossen. Die Vorbereitungen auf „Basel II „ beginnen. Kleinere Veränderungen stehen in unseren Filialen Sülzhayn und Kleinfurra an.


Als Baumaßnahmen sind zu nennen:

- die Fertigstellung der Filiale Grimmelallee im April 2003
- der Umbau unserer Filiale in der Robert-Koch-Straße ( Nord)
- der Umbau unserer Filiale in Bleicherode
- die grundhafte Sanierung und Renovierung des erworbenen City-Hotels

Nicht Bauherr aber maßgeblich Betroffene sind wir durch den Bau einer Tiefgarage unter dem Parkplatz vor unserem Hauptstellengebäudes. Baubeginn soll noch im ersten Halbjahr sein.

Wir haben im Herbst 2002 begonnen ein telefonisches Servicecenter aufzubauen, welches bis zum März 2003 voll funktionsfähig ist. Zu gegebener Zeit stellen wir dieses neue Angebot unserer Sparkasse der Öffentlichkeit vor. Wir erwarten davon eine deutliche Verbesserung unserer Erreichbarkeit und Servicequalität.

Die Optimierung von zahlreichen Geschäftsprozessen und die Beschleunigung von Entscheidungen bildet einen weitern Schwerpunkt unserer Aktivitäten. Der Ausbau unseres Internetauftritts mit dem Ziel von Produktabschlussmöglichkeiten soll 2003 realisiert werden.

Der Personalbestand wird sich voraussichtlich nur geringfügig erhöhen. Die Anpassung von Personalmenge an den jeweiligen Bedarf wollen wir über die Forcierung von Teilzeitarbeit erreichen. Zunehmend schwierig gestaltet sich die Auswahl geeigneter zukünftiger Auszubildender.
Der Vorstand
Autor: nnz

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