So, 12:00 Uhr
01.03.2026
Nicht nur zugehört
Endlich mal wieder Musik gespürt
Die Nordhäuser Jazzgemeinde ist immer mal wieder für Überraschungen in Form von ganz besonderen Konzerten zu haben. Manchmal sind es glückliche Fügungen, die zu einem Event führen, das die Gäste so schnell nicht vergessen werden. Gestern Abend war es so weit...
Chad Wackerman, Alex Machacek, Jimmy Haslip und Steve Hunt (Foto: nnz)
Das letzte Mal, da mir das mit dem Spüren widerfuhr, das war am 12. Juli des Jahres 2024. Rammstein spielten ihr zweites von drei Konzerten in Frankfurt am Main. Jedes mal, wenn Oliver Riedel an den Saiten seiner Bassgitarre zupfte, spürte ich das verstärkte Spiel auf meiner Bauchdecke. Ja, so muss Musik sein, empfand ich. Damals lagen zwischen den Boxen und meiner Bauchdecke rund 80 oder 90 Meter.
Gestern Abend war der Abstand zwischen die beiden Maxbass-Boxen lediglich knapp zwei Meter. Das Resultat war ähnlich, nur die Musik und die Musiker waren andere. Sie waren damals und gestern Handwerker - die ihre Kunst verstehen. Die elektrischen Impulse, die aus den beiden Boxen kamen, wurden auf der sechssaitigen Linkshändergitarre von Jimmy Hasslip erzeugt”, der zu den L.A. All-Stars um Drummer Chad Ackerman gehört. Ackerman ist nicht irgendwer in der Jazzszene, er spielte am längsten mit dem Meister”, mit Frank Zappa, zusammen. Ich will und kann hier nicht beschreiben, was da gestern zu hören und eben auch zu spüren war - vielleicht kann man es mit Weltmusik beschreiben. Neben Ackerman beseelten Alex Macharek an der Gitarre sowie Steve Hunt an den Keyboards den viel zu kleinen Raum der Jazz-Mangel in Nordhausen.
Diejenigen, die gestern dabei waren, werden sich noch lange an das Gesehene, Gehörte und Gespürte erinnern. Sie waren dabei, wie Musik einen Klangteppich weben kann, in dem eingewickelt wird und nur schwerlich wieder rauskommt.
Jeff Aug gab gestern ein Solokonzert (Foto: nnz)
Nicht nur der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass es vor dem Trio ein halbstündigen Solokonzert von Jeff Aug gab, der seiner Akustikgitarre alles abverlangte, was sie imstande war herzugeben”. Schon dieses Konzert war eines der Extraklasse. Was also will man mehr, als solch einen Abend erleben, auch wenn es danach” ein merkwürdiges Rauschen in einigen Ohren gegeben haben dürfte. Aber das gehört dazu, wenn man Musik spüren will.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg
Chad Wackerman, Alex Machacek, Jimmy Haslip und Steve Hunt (Foto: nnz)
Das letzte Mal, da mir das mit dem Spüren widerfuhr, das war am 12. Juli des Jahres 2024. Rammstein spielten ihr zweites von drei Konzerten in Frankfurt am Main. Jedes mal, wenn Oliver Riedel an den Saiten seiner Bassgitarre zupfte, spürte ich das verstärkte Spiel auf meiner Bauchdecke. Ja, so muss Musik sein, empfand ich. Damals lagen zwischen den Boxen und meiner Bauchdecke rund 80 oder 90 Meter.
Gestern Abend war der Abstand zwischen die beiden Maxbass-Boxen lediglich knapp zwei Meter. Das Resultat war ähnlich, nur die Musik und die Musiker waren andere. Sie waren damals und gestern Handwerker - die ihre Kunst verstehen. Die elektrischen Impulse, die aus den beiden Boxen kamen, wurden auf der sechssaitigen Linkshändergitarre von Jimmy Hasslip erzeugt”, der zu den L.A. All-Stars um Drummer Chad Ackerman gehört. Ackerman ist nicht irgendwer in der Jazzszene, er spielte am längsten mit dem Meister”, mit Frank Zappa, zusammen. Ich will und kann hier nicht beschreiben, was da gestern zu hören und eben auch zu spüren war - vielleicht kann man es mit Weltmusik beschreiben. Neben Ackerman beseelten Alex Macharek an der Gitarre sowie Steve Hunt an den Keyboards den viel zu kleinen Raum der Jazz-Mangel in Nordhausen.
Diejenigen, die gestern dabei waren, werden sich noch lange an das Gesehene, Gehörte und Gespürte erinnern. Sie waren dabei, wie Musik einen Klangteppich weben kann, in dem eingewickelt wird und nur schwerlich wieder rauskommt.
Jeff Aug gab gestern ein Solokonzert (Foto: nnz)
Nicht nur der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass es vor dem Trio ein halbstündigen Solokonzert von Jeff Aug gab, der seiner Akustikgitarre alles abverlangte, was sie imstande war herzugeben”. Schon dieses Konzert war eines der Extraklasse. Was also will man mehr, als solch einen Abend erleben, auch wenn es danach” ein merkwürdiges Rauschen in einigen Ohren gegeben haben dürfte. Aber das gehört dazu, wenn man Musik spüren will.
Peter-Stefan Greiner





