Do, 13:26 Uhr
04.03.2010
Nicht mehr ganz so schief
Ja, ja: Überfällige Zahlungen sind ein großes Problem für den Mittelstand und oftmals ein Insolvenzgrund. Neben Absatzproblemen und einer liquiditätszehrenden Finanzierungsstruktur sind bei fast 20 Prozent der insolvenzgefährdeten Betriebe hohe Außenstände die Hauptursachen für eine wirtschaftliche Schieflage. Letztere soll jetzt nicht mehr so schief sein...
Allerdings registrieren wir in zahlreichen Gesprächen mit Unternehmern bereits seit Ende des vergangenen Jahres eine verbesserte Zahlungsmoral der Kunden, was als deutliches Zeichen der konjunkturellen Erholung zu werten ist, sagt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. Die auch von Creditreform festgestellte deutschlandweite Tendenz einer langsamen aber stetigen Verbesserung des Zahlungsverhaltens bestätige sich auch im Kammerbezirk. Aktuell verstreichen durchschnittlich 13 Tage bis zum Begleichen offener Rechnungen, so der IHK-Chef.
Aber gerade für den Mittelstand zähle jeder Tag. Denn als Lieferant und Dienstleister müssten die Betriebe in der Regel in Vorkasse gehen, um entsprechende Aufträge abzuarbeiten. Trotz des aktuell leichten Aufschwungs hätten viele Firmen noch Liquiditätsschwierigkeiten und kaum einen Spielraum in der Betriebsmittelfinanzierung.
Für das laufende Jahr erwarte die Kammer deshalb auch einen Anstieg der Insolvenzen vor allem bei Klein- und Mittelständlern. Durch vorfinanzierte Geschäfte in vielen Branchen drohten eigenkapitalschwachen Unternehmen ohne ausreichende Kreditlinien große Finanzierungslücken oder sogar Zahlungsunfähigkeit. Ein gut funktionierendes Mahnwesen und ein professionelles Debitorenmanagement sind deshalb der Schlüssel zum effizienten Eintreiben offener Forderungen, empfiehlt Grusser. Unabhängig von der Betriebsgröße und der Branche wären dies wichtige Eckpfeiler für ein krisenfestes Management.
Sollte es dennoch zur Insolvenz kommen, bedeute dies nicht immer gleich das Ende, sondern könne gleichwohl auch eine Chance zum Neuanfang sein. Allerdings werde das seit zehn Jahren gültige Insolvenzplanverfahren kaum genutzt, bedauert Grusser. Es sollte den betroffenen Firmen eigentlich eine Rettungsperspektive bieten. Die Praxis sehe aber anders aus: Maximal zwei Prozent der insolventen Firmen würden davon Gebrauch machen, die überwiegende Zahl der Unternehmen jedoch in der Insolvenz zerschlagen.
Autor: nnz/knAllerdings registrieren wir in zahlreichen Gesprächen mit Unternehmern bereits seit Ende des vergangenen Jahres eine verbesserte Zahlungsmoral der Kunden, was als deutliches Zeichen der konjunkturellen Erholung zu werten ist, sagt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. Die auch von Creditreform festgestellte deutschlandweite Tendenz einer langsamen aber stetigen Verbesserung des Zahlungsverhaltens bestätige sich auch im Kammerbezirk. Aktuell verstreichen durchschnittlich 13 Tage bis zum Begleichen offener Rechnungen, so der IHK-Chef.
Aber gerade für den Mittelstand zähle jeder Tag. Denn als Lieferant und Dienstleister müssten die Betriebe in der Regel in Vorkasse gehen, um entsprechende Aufträge abzuarbeiten. Trotz des aktuell leichten Aufschwungs hätten viele Firmen noch Liquiditätsschwierigkeiten und kaum einen Spielraum in der Betriebsmittelfinanzierung.
Für das laufende Jahr erwarte die Kammer deshalb auch einen Anstieg der Insolvenzen vor allem bei Klein- und Mittelständlern. Durch vorfinanzierte Geschäfte in vielen Branchen drohten eigenkapitalschwachen Unternehmen ohne ausreichende Kreditlinien große Finanzierungslücken oder sogar Zahlungsunfähigkeit. Ein gut funktionierendes Mahnwesen und ein professionelles Debitorenmanagement sind deshalb der Schlüssel zum effizienten Eintreiben offener Forderungen, empfiehlt Grusser. Unabhängig von der Betriebsgröße und der Branche wären dies wichtige Eckpfeiler für ein krisenfestes Management.
Sollte es dennoch zur Insolvenz kommen, bedeute dies nicht immer gleich das Ende, sondern könne gleichwohl auch eine Chance zum Neuanfang sein. Allerdings werde das seit zehn Jahren gültige Insolvenzplanverfahren kaum genutzt, bedauert Grusser. Es sollte den betroffenen Firmen eigentlich eine Rettungsperspektive bieten. Die Praxis sehe aber anders aus: Maximal zwei Prozent der insolventen Firmen würden davon Gebrauch machen, die überwiegende Zahl der Unternehmen jedoch in der Insolvenz zerschlagen.


