Fr, 19:21 Uhr
25.09.2009
Wende in Ilmenau?
Zwei der fairsten Mannschaften der Vorsaison, der Erste Germania Ilmenau und der Dritte Wacker Nordhausen, treffen am Sonnabend um 14.30 Uhr im Ilmenauer Hammergrund am 7. Spieltag aufeinander. Der Vorbericht in der nnz von Klaus Verkouter, der einen Blick in den Gemütszustand des Vereins wagt...
Die Reserve (Foto: Archiv Verkouter)
In der Thüringenligatabelle dieses Jahres liegen beide Vereine weit auseinander. Germania ist nach sehr gutem Beginn überraschend Tabellenzweiter, ebenso unerwartet liegt Wacker nur auf Rang 14. Für die Nordhäuser kommt es darauf an, den heimstarken Ilmenauern ein Bein zu stellen, um möglichst schnell wieder die Talsohle zu verlassen.
Dass Teile der Mannschaft und des Präsidiums nach den bisherigen Ergebnissen verunsichert oder enttäuscht sind und die öffentliche Schelte einiger Experten Spuren hinterlässt, muss jedem, der am Verein hängt, klar sein. Nicht nur, dass in der Vorbereitungsphase einige Spieler und auch Trainer u.a. wegen des damaligen Gezeters in einigen Medien bzw. Foren oder durch unglückliche Schlagzeilen von einem Engagement in Nordhausen Abstand nahmen, so wird jetzt, wo der Punktspielerfolg momentan ausbleibt, scharf nachgeladen.
Von mir als leseeifrigem Wackeraner sind derartig aufgebrachte Wogen gegen den eigenen Klub in keinem Vereinsumfeld der Thüringenliga zu entdecken. Präsident Detlef Zeitler formulierte es so: Für konstruktive Kritik ist der Verein immer offen, auch für Kritik an spielerischen Leistungen, wenn die nicht stimmen, besonders auch für Hinweise, was in der Arbeit des ehrenamtlichen Präsidiums verbesserungsbedürftig ist. Das Scheibenschießen auf einzelne Sportler oder Verantwortungsträger findet jedoch unsere Missbilligung, weil es uns kontraproduktiv erscheint.
Ein Martin Jäschke, der z.B. gegen Erfurt über weite Strecken ein richtig gutes Spiel machte, ist das erste Opfer. Als Geschäftsmann ist es in seinem Tätigkeitsumfeld unerträglich, so beleidigt zu werden. Seine Abmeldung liegt auf dem Tisch. Bravo. Nachschlagen ohne Ball wird das in der Fußballsprache genannt. Rote Karte? Für wen? Für welchen Zweck? Ziel erreicht?
Als nächstes Opfer wird der Trainer aufs Korn genommen, dann bin vielleicht ich dran, weil ich z. T. anderer Meinung bin, die auch öffentlich vertrete und das mit meinem bürgerlichen Namen (wie es übrigens nur sehr wenige Kritikaster tun), dann, dann, dann…Und wo endet das? Auch ich war in dieser Woche ernsthaft am Überlegen, ob ich mir als Rentner den oft Zehn-Stunden-Tag FÜR den Verein in diesem Umfeld weiter antun muss.
Muss ich; denn das ist mein Verein seit meiner Kindheit. Zum Fußball gehören Siege und Niederlagen. Gegenwärtig läuft es nicht so gut. Gerade da ist es erforderlich, sofern einem wirklich etwas am Verein liegt, zu helfen, mitzumachen, sofern es die Zeit zulässt. Die Beobachterposition, mancher sogar als Heckenschütze, nein, mein Stil ist das nicht. Auch wenn es mehrere Baustellen, die kennen wir, von der Führungsarbeit bis zur Ordnertätigkeit gibt – oder gerade deshalb – so kommt, packt mit an (oder wieder), damit der Verein wieder das wird, was er schon einmal war. Ich meine nicht nur die Geldgeber, die alles erst möglich machen, jede einzelne Hand, jede Idee ist gefragt, vor allem aber die Leute, die auch etwas TUN.
Am Sonnabend muss die Mannschaft etwas tun, nämlich möglichst mit einer Trotzreaktion gewinnen. Erst dreimal in sechzehn Punktspielen siegten die Nordhäuser in Ilmenau. Allein das zeigt die Schwere des Unterfangens. Aber waren Sondershausen und Erfurt wirklich leichtere Gegner? Zeigt, dass es geht. Bei einer neuerlichen Niederlage wird bald das Nervenflattern des unbedingten Siegen-Müssens auftauchen. Wir kennen das von vor zwei Jahren, wo der Klassenerhalt erst ziemlich spät endgültig gesichert werden konnte.
Können sich unsere Reihen auf das gewohnt steile Spiel Germanias einstellen, sollte eine positive Überraschung im Bereich des Möglichen liegen. Voraussetzung sind im Fußball aber auch eigene Treffer. Außer Klaus und Töpfer konnte in 6x90 Minuten noch keiner wegen eines eigenen Erfolgs in Torjubel ausbrechen. Ich bleibe Optimist.
Die Zweite (Bild) scheint die wesentlich leichtere Aufgabe zu haben. Schließlich reist der Tabellenletzte Salza an. Da viele schon im Wackerdress spielten, man sich also kennt, muss es durchaus keine klare Sache für den Tabellenzweiten zu Hause am Sonntag ab 14.30 Uhr werden. Angeschlagene Teams können mit einem einzigen Befreiungsschlag die Wende zum Besseren schaffen. Doch Wacker ist im AKS dieses Jahr noch ungeschlagen und will dies auch blieben. Die Dauerkarten gelten – wie bereits berichtet – auch für die Bezirksliga.
Klaus Verkouter
Autor: nnz
Die Reserve (Foto: Archiv Verkouter)
In der Thüringenligatabelle dieses Jahres liegen beide Vereine weit auseinander. Germania ist nach sehr gutem Beginn überraschend Tabellenzweiter, ebenso unerwartet liegt Wacker nur auf Rang 14. Für die Nordhäuser kommt es darauf an, den heimstarken Ilmenauern ein Bein zu stellen, um möglichst schnell wieder die Talsohle zu verlassen. Dass Teile der Mannschaft und des Präsidiums nach den bisherigen Ergebnissen verunsichert oder enttäuscht sind und die öffentliche Schelte einiger Experten Spuren hinterlässt, muss jedem, der am Verein hängt, klar sein. Nicht nur, dass in der Vorbereitungsphase einige Spieler und auch Trainer u.a. wegen des damaligen Gezeters in einigen Medien bzw. Foren oder durch unglückliche Schlagzeilen von einem Engagement in Nordhausen Abstand nahmen, so wird jetzt, wo der Punktspielerfolg momentan ausbleibt, scharf nachgeladen.
Von mir als leseeifrigem Wackeraner sind derartig aufgebrachte Wogen gegen den eigenen Klub in keinem Vereinsumfeld der Thüringenliga zu entdecken. Präsident Detlef Zeitler formulierte es so: Für konstruktive Kritik ist der Verein immer offen, auch für Kritik an spielerischen Leistungen, wenn die nicht stimmen, besonders auch für Hinweise, was in der Arbeit des ehrenamtlichen Präsidiums verbesserungsbedürftig ist. Das Scheibenschießen auf einzelne Sportler oder Verantwortungsträger findet jedoch unsere Missbilligung, weil es uns kontraproduktiv erscheint.
Ein Martin Jäschke, der z.B. gegen Erfurt über weite Strecken ein richtig gutes Spiel machte, ist das erste Opfer. Als Geschäftsmann ist es in seinem Tätigkeitsumfeld unerträglich, so beleidigt zu werden. Seine Abmeldung liegt auf dem Tisch. Bravo. Nachschlagen ohne Ball wird das in der Fußballsprache genannt. Rote Karte? Für wen? Für welchen Zweck? Ziel erreicht?
Als nächstes Opfer wird der Trainer aufs Korn genommen, dann bin vielleicht ich dran, weil ich z. T. anderer Meinung bin, die auch öffentlich vertrete und das mit meinem bürgerlichen Namen (wie es übrigens nur sehr wenige Kritikaster tun), dann, dann, dann…Und wo endet das? Auch ich war in dieser Woche ernsthaft am Überlegen, ob ich mir als Rentner den oft Zehn-Stunden-Tag FÜR den Verein in diesem Umfeld weiter antun muss.
Muss ich; denn das ist mein Verein seit meiner Kindheit. Zum Fußball gehören Siege und Niederlagen. Gegenwärtig läuft es nicht so gut. Gerade da ist es erforderlich, sofern einem wirklich etwas am Verein liegt, zu helfen, mitzumachen, sofern es die Zeit zulässt. Die Beobachterposition, mancher sogar als Heckenschütze, nein, mein Stil ist das nicht. Auch wenn es mehrere Baustellen, die kennen wir, von der Führungsarbeit bis zur Ordnertätigkeit gibt – oder gerade deshalb – so kommt, packt mit an (oder wieder), damit der Verein wieder das wird, was er schon einmal war. Ich meine nicht nur die Geldgeber, die alles erst möglich machen, jede einzelne Hand, jede Idee ist gefragt, vor allem aber die Leute, die auch etwas TUN.
Am Sonnabend muss die Mannschaft etwas tun, nämlich möglichst mit einer Trotzreaktion gewinnen. Erst dreimal in sechzehn Punktspielen siegten die Nordhäuser in Ilmenau. Allein das zeigt die Schwere des Unterfangens. Aber waren Sondershausen und Erfurt wirklich leichtere Gegner? Zeigt, dass es geht. Bei einer neuerlichen Niederlage wird bald das Nervenflattern des unbedingten Siegen-Müssens auftauchen. Wir kennen das von vor zwei Jahren, wo der Klassenerhalt erst ziemlich spät endgültig gesichert werden konnte.
Können sich unsere Reihen auf das gewohnt steile Spiel Germanias einstellen, sollte eine positive Überraschung im Bereich des Möglichen liegen. Voraussetzung sind im Fußball aber auch eigene Treffer. Außer Klaus und Töpfer konnte in 6x90 Minuten noch keiner wegen eines eigenen Erfolgs in Torjubel ausbrechen. Ich bleibe Optimist.
Die Zweite (Bild) scheint die wesentlich leichtere Aufgabe zu haben. Schließlich reist der Tabellenletzte Salza an. Da viele schon im Wackerdress spielten, man sich also kennt, muss es durchaus keine klare Sache für den Tabellenzweiten zu Hause am Sonntag ab 14.30 Uhr werden. Angeschlagene Teams können mit einem einzigen Befreiungsschlag die Wende zum Besseren schaffen. Doch Wacker ist im AKS dieses Jahr noch ungeschlagen und will dies auch blieben. Die Dauerkarten gelten – wie bereits berichtet – auch für die Bezirksliga.
Klaus Verkouter

