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Do, 12:10 Uhr
03.10.2002

nnz-Kino-Tipp: "Big brother"

Nordhausen (nnz). Viele Zukunftsvisionen sind düster , natürlich auch in der Kunst. Wie die Idee der totalen Überwachung aus "1984" Mitte dieses Jahrhunderts aussehen könnte, erfährt der Leser im Kino und schon jetzt in der nnz.


Es klingt verlockend: Eine Welt, in der es keine Morde und ähnliche Kapitalverbrechen mehr gibt. Die "Täter" werden schon vor der Tat aus dem Verkehr gezogen. All dies ist allerdings nur möglich durch eine umfassende Überwachung in allen Lebensbereichen sowie durch die wahrlich mystischen Vorhersagen von drei menschenähnlichen Wesen, "Pre-Cogs" genannt. Sie können in die Zukunft sehen und so auch Morde vorhersagen, die dann von der Spezialeinheit "Pre-Crime" verhindert werden können.

John Anderton (Tom Cruise wieder einmal in Hochform), Chef von "Pre-Crime" ist hundertprozentig überzeugt von seiner Arbeit. Bis er eines schönen Tages selbst unter Verdacht gerät: Er soll angeblich in 36 Stunden einen Menschen töten, den er nicht einmal kennt. Plötzlich wird Anderton vom Jäger zum Gejagten. Gemeinsam mit der "Pre-Cog" Agatha macht er sich auf, seinen Häschern zu entgehen und die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Dieser Film von Steven Spielberg verwirrt auf verschiedenen Ebenen: Zum Einen ist es immer wieder verwunderlich, welch düstere Zukunftsvisionen doch gerade aus den so optimistischen USA zu uns kommen. Andererseits läßt die beinahe lückenlose Überwachung der Menschen den Betrachter erschrecken: Beginnen wir Deutschen nicht auch gerade mit der Installation von Videokameras auf Plätzen und Straßen?

Spielberg gehört gemeinsam mit George Lucas zu den "Erfindern" der totalen Vermarktung. Und dies sieht man dem Film auch ganz genau an: Uns allseits bekannte Marken haben im Film und somit im Jahr 2054 eine beinahe vollständige Herrschaft über den Verbraucher. Eine fantastische, aber nicht undenkbare, sondern vorstellbare Zukunft, die Spielberg hier dank der gedanklichen Zuarbeit von Zukunftsforschern und Science-Fiction-Autoren auf die Leinwand bringt.

Ach ja, der Film heißt übrigens "Minority Report", basiert auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick ("Blade Runner", "Total Recall") und läuft ab heute im Kino. Und er ist unbedingt sehenswert, meint
Dirk Daniel.
Autor: nnz

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