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Fr, 13:18 Uhr
28.11.2008

Pfad der Erinnerung

Mit zahlreichen Veranstaltungen und der Einrichtung eines Erinnerungsweges will die Stadt Nordhausen im gesamten kommenden Jahr der friedlichen Revolution vor 20 Jahren gedenken. Dazu hat sich jetzt im Nordhäuser Rathaus eine Arbeitsgruppe getroffen. Die nnz mit ersten Einzelheiten...


„Wir wollen jene ehren, die in Nordhausen im Stillen jahrelang für die Änderung der gesellschaftlichen Verhältnisse gearbeitet haben, was letztlich im Herbst 1989 in die friedliche Revolution mündete. Wir wollen keine weitere Aufarbeitung der Stasi-Geschichte, sondern eine Erinnerung daran, was im Jahr 1989 in Nordhausen geschehen ist und wo“, so Frau Rinke.

„Eine umfassende Aufarbeitung kann es sowieso erst geben, wenn weitere 20 Jahre vergangen sind. Mit den Veranstaltungen im kommenden Jahr wollen wir aber die Sichtweise auf die Ereignisse des Jahres 1989 in Nordhausen weiter vervollkommnen. Und dabei sollen auch die Nordhäuserinnen und Nordhäuser ihren Beitrag leisten: Wir rufen die Menschen auf, uns ganz persönliche Zeitdokumente aus ihren Lebensbereichen zur Verfügung zu stellen, die mit der Wende im Herbst 1989 zusammenhängen – ob aus dem privaten oder beruflichen Lebensumfeld, dem Vereinsleben oder dem Wirken in den gesellschaftlichen Organisationen bzw. den Parteien und anderen Bereichen. Das können zum Beispiel Fotos oder Briefe sein oder Dokumente wie Filme, Plakate oder Transparente, bzw. alles, was aus persönlicher Sicht eng mit dem Jahr 1989 zusammenhängt und persönlich wichtig erscheint. Die Unterlagen können im städtischen Kulturamt zur Verfügung gestellt werden und werden nach Ablauf der Veranstaltungen den Eigentümern selbstverständlich wieder zurückgegeben.“

Auftakt für die Veranstaltungsreihe ist am 10. Januar, sagte Kulturamtsleiterin Dr. Cornelia Klose „mit der Eröffnung einer Ausstellung des Fotografen Roger Melis, der bis Anfang März im Kunsthaus Meyenburg Bilder aus seinem Buch `In einem stillen Land. Fotografien aus der DDR´ zeigen wird.“

Im März solle dann der Erinnerungsweg „Nordhausen 1989“ eröffnet werden. Dieser führe vom August-Bebel-Platz bis zum Rathaus, vorbei an der Frauenberg-Kirche, der früheren Stasi-Zentrale, dem ehemaligen Wehrkreiskommando, der früheren SED-Kreisleitung und der Propstei in der Stolberger Straße. „Alle diese Orte sind mit den Ereignissen im Jahr 1989 eng verbunden, deshalb sollen auch dort jeweils Informationstafeln augestellt werden. Die Stadtführungen entlang dieses Weges sollen künftig Schüler des Humboldt-Gymnasiums übernehmen im Rahmen des Projektes `Nordhausen in der Wendezeit´, so die Kulturamtsleiterin.

Im April werde dann Christoph Dieckmann, Redakteur bei der Wochenzeitung „Die Zeit“ aus seinem Buch „Das wahre Leben im falschen“ lesen. Der Berliner Historiker Stefan Wolle – Spezialist zum Thema DDR-Geschichte - sei am 7. Mai in Nordhausen und halte einen Vortrag unter der Überschrift „Das letzte Mal Zettelfalten – Die Volkswahlen vom 7. Mai 1989 und die Entlarvung des Wahlbetruges durch Oppositionsgruppen.“

DEFA-Filme aus der Wendezeit sowie DEFA-Klassiker stehen im Juni im Mittelpunkt eines Filmprojektes; von Juli bis August gibt es dann eine Plakat-Ausstellung zum Thema „Wir sind ein Volk“. Die Kunst des Sozialistischen Realismus steht vom Juni bis September im Mittelpunkt einer Kunsthaus-Ausstellung unter dem Titel "Gudrun Brüne, Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke.“

Im September 2009 soll dann eine Gedenkanlage auf dem Bebel-Platz eingeweiht werden. „Dort wollen wir unter anderem eine Portraitbüste von August Bebel aufstellen sowie Tafeln, die Informationen vermitteln über die Bedeutung des Bebel-Platzes als zentralen Demonstrationsplatz während der friedlichen Revolution in Nordhausen. Beides passt gut zusammen, da August Bebel für die Durchsetzung freiheitlicher Ideen eingetreten war“, sagte Frau Rinke.

Im Mittelpunkt der traditionellen Auszeichnungsfeier für das Ehrenamt am 3. Oktober sollen dann jene Akteure ausgezeichnet werden, die entscheidenden Anteil am Gelingen der friedlichen Revolution hatten – „ob im Lichte der Öffentlichkeit oder als stille Helfer hinter den Kulissen“, so Frau Rinke. Die Kreissparkasse hat im selben Monat Pfarrer Führer zum Gespräch ins Nordhäuser Theater eingeladen, der von den Ereignissen in der Leipziger Nikolaikirche berichten- und mit den Besuchern diskutieren will.

Im November soll ein Buch vorgestellt werden, das derzeit den Arbeitstitel „20 Jahre friedliche Revolution in Nordhausen“ trägt und für dessen Erstellung in den kommenden Monaten Zeitzeugen befragt werden. Abschluss der Veranstaltungen bilden dann eine Ausstellung der Nordhäuser Künstlerin Katrin Hattenhauer im Kunsthaus sowie eine Aufführung im Theater des Musicals „Mein Freund Bamburi“ von Gerd Natschinski.

„Darüber hinaus werden wir noch die Vorschläge integrieren, die aus dieser Arbeitsgruppe kommen werden“, sagte Frau Rinke zum Abschluss der Arbeitsgruppensitzung.
Autor: nnz

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