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Mi, 08:53 Uhr
19.09.2007

nnz-doku: Neue Maßstäbe

Nordhausen (nnz). In der vergangenen Woche fand an der Fachhochschule Nordhausen das nunmehr schon 10. Südharz-Symposium statt. Das Landratsamt Nordhausen hat die Ergebnisse für die nnz aufbereitet, die wir im Rahmen der doku-Reihe veröffentlichen.


Das am 14. und 15. September von der Fachhochschule ausgerichtete 10. Südharz-Symposium war ein voller Erfolg. Die 19 anspruchsvollen Beiträge engagierter und kompetenter touristischer Akteure der Harzregion aus drei Bundesländern mit zahlreichen Anregungen zum Nachahmen stießen bei den Zuhörern auf großes Interesse.

Die sehr gut organisierte Veranstaltung war mit einem intensiven Erfahrungsaustausch verbunden und gab eine Vielzahl von Impulsen entsprechend der Haupttrends ‚Naturerleben, Gesundheit, Aktivität und Qualität’ für die erforderliche Vertiefung von Kontakten in der Harzregion und die Initiierung weiterer gemeinsamer Tourismusprojekte.

Mit dem Thema „Tourismus im Südharz - Tradition und Innovation“ gelang es, den Blick sowohl auf die Pflege bewährter Angebote als auch auf künftige Erfordernisse des Tourismusmarketings zu richten. Um den Tourismus als Wirtschaftsfaktor im Südharz zu stärken, wurden im Symposium folgende Schwerpunkte herausgearbeitet:

1. Das A und O für erfolgreichen Harztourismus ist die länderübergreifende Bündelung der Ressourcen. Einem wie auf dem Symposium praktizierten vielfältigen Meinungsaustausch aller beteiligten Partner aus Politik, Tourismusgewerbe, Wissenschaft, Verbänden und Kommunen müssen Kooperationen mit dem Ziel der Stärkung der Tourismuswirtschaft folgen. Daher gilt es, auch durch die Politik auf den verschiedensten Ebenen motivierte Netzwerkpartner zu unterstützen, die sich verantwortlich fühlen und mit Ideen vorangehen.

Besonders deutlich wurde dies in den Beiträgen zum Geopark und zur Harzer Wandernadel. Letzteres Projekt zeigt, wie in relativ kurzer Zeit mit vielen aktiven Partnern eine Erfolgsgeschichte realisiert wurde. 16 000 Wanderpässe wurden schon verkauft, viele Kinder und Familien erkunden die schönsten Stellen des Harzes und belohnen sich für ihre Wanderleistungen. Auch im Landkreis wurden mit Unterstützung vieler Partner bisher 12 Stempelstellen eingerichtet. Wanderungen zu diesen reizvollen Orten sollen gezielt angeboten werden. Der Landkreis wird sich auch mit verschiedenen Aktivitäten in die 2008 startende Initiative „Ich wandre ja so gerne ... -Wanderglück vom Rennsteig bis zum Harz" einbringen.

2. Die Bewahrung der regionalen Identität ist der Rahmen aller Aktivitäten. Bei unseren Menschen muss das Bewusstsein für die Schönheit und das Besondere der eigenen Heimat noch weiter gestärkt werden, denn nur wenn wir selbst unsere Heimat lieben, können wir auch ein erfolgreiches Innenmarketing für unsere Gäste betreiben.

3. Es gilt alles zu tun, um die reizvolle Kulturlandschaft des Südharzes zu schützen. Sie bietet zahlreichen Zielgruppen eine große Vielfalt an Sehenswertem, z.B. in den Bereichen Wandern in reizvoller Natur, Geschichte, Kultur, Geologie, Mystik, Abenteuer.
Insbesondere die Südharzer Karstlandschaft weist eine außergewöhnliche Flora und Fauna auf, die zu erhalten ist. Schutzgebiete wie das „Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz“ in Sachsen-Anhalt und der Naturpark Harz sollen diesem Erfordernis gerecht werden. Auf dem Symposium wurde die Hoffnung ausgesprochen, dass das Land Thüringen dem Beschluss des Kreistages Nordhausen vom 16.05.2006 zur Ausweisung des Südharzes als Naturpark entspricht. Dies bietet die Voraussetzung, in einem einheitlichen, drei Bundesländer umfassenden Naturpark eine nachhaltige Tourismusentwicklung zu befördern.

4. Tradition und Innovation im Tourismus liegen zwar eng beieinander, die wachsenden Ansprüche der Gäste an touristische Leistungen erfordern aber immer stärker die Anwendung innovativer Kommunikations- und Marketinginstrumente mit hoher Informationsdichte. Die hier vorhandenen wissenschaftlichen Ressourcen der Fachhochschule Nordhausen speziell mit ihrem Fachbereich Ingenieurwissenschaften sowie dem Projekt Geoportal sind eine Chance und starker Impulsgeber für innovative Marketingprojekte im Tourismus.

Mit der Präsentation digitalisierter multimedialer touristischer Informationen im Internet, dem Know-how der Informationstechnologie für touristische Anwendung „Herman“, der Nutzung von GPS und GIS, dem Geocaching und anderen interaktiven Kommunikationsformen erhöht sich die Chance, auch die junge Generation für das Wandern zu begeistern. Auf diese Weise wäre der in Befragungen ermittelte scheinbare Widerspruch aufzulösen, dass zwar 47 % der befragten Jugendlichen selten bis nie wandern, 50 % und mehr sich aber in der Natur frei bewegen wollen. Für Geocaching wird nun im Landkreis Nordhausen ein Projekt vorbereitet.

5. Der länderübergreifende, vor 25 Jahren ins Leben gerufene Karstwanderweg steht symbolisch für das zu erhaltende Wanderparadies Südharz und für ein perfektes Beispiel zur Vernetzung von Tourismusaktivitäten. Der für das Außenmarketing im Harz zuständige Harzer Verkehrsverband zählt diesen Weg zu den 4 wichtigsten thematischen Wanderwegen des Harzes. Dennoch bestehen bei der Vermarktung des Weges Defizite. Zur Überwindung dieser Situation hat die Arbeitsgemeinschaft „Drei Länder-ein Weg“ beschlossen, durch den Deutschen Wanderverband Wanderführer zur Bestandsaufnahme des Karstwanderweges auszubilden. Danach wird im Jahr 2008 eine Entscheidung zur Beantragung der mit hohen Ansprüchen verbundenen Zertifizierung des Weges mit dem Gütesiegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ getroffen.

Qualitätswege allein machen den Wanderer von heute natürlich noch lange nicht glücklich. Auch die richtige Unterkunft spielt u.a. eine Rolle. Hier kann die Bewerbung von Beherbergungseinrichtungen um das von der Thüringer Tourismus GmbH vergebene Siegel “Wanderfreundliche Unterkunft" Anreiz sein.

6. Die Tourismusentwicklung ist auf die Stärkung des ländlichen Raumes auszurichten: Der Landkreis Nordhausen beteiligt sich am Auswahlverfahren im Rahmen der Initiative zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds in der neuen Förderperiode 2007-2013. Zur Zeit wird hierfür die Regionale Entwicklungsstrategie erarbeitet. Gegründet wird ein eigenständiger Verein, der als regionale Aktionsgruppe tätig werden und die Förderprojekte umsetzen wird.

Die Entwicklung der touristischen Infrastruktur der Südharzregion soll ein Schlüsselprojekt in der neuen Förderperiode werden. Die Beiträge des 10. Südharz-Symposiums können demnächst aus dem Internet unter www.geoportal-nordthueringen.de oder www.karstwanderweg.de abgerufen werden.
Autor: nnz

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