Di, 11:31 Uhr
01.05.2007
Du hast mehr verdient
Nordhausen (nnz). Unter diesem Motto fanden heute bundesweit die DGB-Veranstaltungen zum 1. Mai statt. Auch in Nordhausen hatten die Gewerkschaften zu einer Kundgebung auf den Rathausplatz eingeladen. Rund 200 Nordhäuser hörten sich die Thesen eines Gewerkschaftssprechers an. Die schrammten mitunter an der Grenze der Zumutbarkeit vorbei.
Eröffnet wurde die Kundgebung durch Andreas Wieninger, den örtlichen Gewerkschaftschef, der unter anderem Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) unter den Gästen begrüßte. Eine Talkrunde gab es in diesem Jahr nicht, es wird ja nicht gewählt. Dafür mussten die Menschen mehr als 30 Minuten lang einer Rede von Gewerkschaftssekretär Martin Fischer lauschen. Fischer breitete das gesamte Spektrum der gewerkschaftlichen Ansichten, Forderungen und Schlußfolgerungen auf dem Rathausplatz aus. Nur eines tat der Mann nicht, er ging nicht auf die konkrete Situation in Nordhausen oder Nordthüringen ein.
Originell (Foto: nnz)
Die einzige Zahl mit regionalem Kolorit, die Fischer nannte, war die 26.000. Das sind jene Männer und Frauen, die in Nordthüringen ohne Arbeit sind. Das war es dann auch, statt dessen spulte der Mann am Mikrofon eine Rede runter, die mit Allgemeinplätzen gespickt war. Diese Rede hätte man auch in Suhl, in Sangerhausen oder Duderstadt halten können, die hätten auch Klaus Sommer oder Frank Bsirske runterreden können: Exorbitant steigende Managergehälter, das Geizen bei Löhnen und Gehältern der Beschäftigten, die Situation am Ausbildungsmarkt wurde angeprangert. Vielleicht hätte man hier und heute erfahren können, wie viele Jungendliche unter 25 Jahren in Nordthüringen immer noch ohne Arbeit oder Ausbildung sind?
Vielleicht hätte man hier und heute erfahren können, wie es mit der Einhaltung von Tarifverträgen in Nordhäuser Unternehmen bestellt ist? Dafür gab es Allgemeinplätze zur bundesdeutschen Rentenpolitik, zur Gesundheitsreform oder zum Kündigungsschutz. Mal ehrlich: Die Menschen hätten mehr verdient gehabt.
Für die musikalischen Farbtupfer sorgten am Vormittag eine Multi-Kulti-Trommlertruppe und die Gruppe Smaragd, auf deren Rückfront eines Notenpultes zu lesen war: Dieses System – nein Danke. An den Info-Ständen der Einzelgewerkschaften und der Parteien waren Informationen weniger gefragt, dafür Kugelschreiber, Traubenzuckerbonbons oder Luftballons. Es war eben ein 1. Mai in Nordhausen – nicht weniger aber auch nicht mehr.
Autor: nnzEröffnet wurde die Kundgebung durch Andreas Wieninger, den örtlichen Gewerkschaftschef, der unter anderem Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) unter den Gästen begrüßte. Eine Talkrunde gab es in diesem Jahr nicht, es wird ja nicht gewählt. Dafür mussten die Menschen mehr als 30 Minuten lang einer Rede von Gewerkschaftssekretär Martin Fischer lauschen. Fischer breitete das gesamte Spektrum der gewerkschaftlichen Ansichten, Forderungen und Schlußfolgerungen auf dem Rathausplatz aus. Nur eines tat der Mann nicht, er ging nicht auf die konkrete Situation in Nordhausen oder Nordthüringen ein.
Originell (Foto: nnz)
Die einzige Zahl mit regionalem Kolorit, die Fischer nannte, war die 26.000. Das sind jene Männer und Frauen, die in Nordthüringen ohne Arbeit sind. Das war es dann auch, statt dessen spulte der Mann am Mikrofon eine Rede runter, die mit Allgemeinplätzen gespickt war. Diese Rede hätte man auch in Suhl, in Sangerhausen oder Duderstadt halten können, die hätten auch Klaus Sommer oder Frank Bsirske runterreden können: Exorbitant steigende Managergehälter, das Geizen bei Löhnen und Gehältern der Beschäftigten, die Situation am Ausbildungsmarkt wurde angeprangert. Vielleicht hätte man hier und heute erfahren können, wie viele Jungendliche unter 25 Jahren in Nordthüringen immer noch ohne Arbeit oder Ausbildung sind?Vielleicht hätte man hier und heute erfahren können, wie es mit der Einhaltung von Tarifverträgen in Nordhäuser Unternehmen bestellt ist? Dafür gab es Allgemeinplätze zur bundesdeutschen Rentenpolitik, zur Gesundheitsreform oder zum Kündigungsschutz. Mal ehrlich: Die Menschen hätten mehr verdient gehabt.
Für die musikalischen Farbtupfer sorgten am Vormittag eine Multi-Kulti-Trommlertruppe und die Gruppe Smaragd, auf deren Rückfront eines Notenpultes zu lesen war: Dieses System – nein Danke. An den Info-Ständen der Einzelgewerkschaften und der Parteien waren Informationen weniger gefragt, dafür Kugelschreiber, Traubenzuckerbonbons oder Luftballons. Es war eben ein 1. Mai in Nordhausen – nicht weniger aber auch nicht mehr.


