Di, 09:15 Uhr
01.05.2007
Gigantisch in den Mai
Nordhausen (nnz). Das hatte Nordhausen in den vergangenen Jahren wohl nicht gesehen. Dort, wo einst die Gebäude der alten Roland-Bräu-Brauerei standen, dort drängelten sich gestern Abend mehrere Tausend Menschen mit einem Erkennungsmerkmal: Sie hatten Bierkrüge in der Hand und gaben sie nicht mehr her.
Es begann gegen 21 Uhr so langsam dunkel zu werden am Nordhäuser Taschenberg. Eigentlich war Axel Heck ein wenig positiv resigniert. Resigniert deshalb, weil er und seine Mitgesellschafter Peter Winsel, Andreas Hichert und Cristoph Thormann nicht im entferntesten mit einem derartigen Ansturm auf die Abrissparty gerechnet hatten und am Einlass sich immer noch eine Menschenschlange staute. Mitunter gab es sogar Engpässe in der Versorgung mit dem Saft, zu dessen Wiedergeburt alle Gäste an den Taschenberg gekommen waren. Doch der Reihe nach.
Mit einem klitzekleinen Festakt begann die Party. Es ist augenfällig: Was Axel Heck in den vergangenen Jahren angepackt hatte, konnte als gelungen bezeichnet werden. Schon bei der Sanierung der Industriebrache am Grimmel hatte der Immobilienmann eine glückliche Hand bewiesen. Politik und Wirtschaft zollten es dem Ur-Nordhäuser mit Aufmerksamkeit und Interesse. Zu den Gästen gehörten denn auch die Thüringer Minister Dr. Zeh und Jürgen Reinholz (beide CDU) mit Gattinnen, Oberbürgermeisterin Barbara Rinke und Bürgermeister Matthias Jendricke (beide SPD) sowie Landrat Joachim Claus (CDU), der allerdings nur auf ein Bier gekommen und schnell wieder weg war, bevor die Feierstunde losging.
Die Zeit ist reif für ein Nordhäuser Bier, so hatte Axel Heck seine Rede überschrieben und er berichtete dem interessierten Publikum die Geschichte einer Idee, die bis zur jetzigen Phase vieler Partner bedurfte. Indirekt hatte Heck in diese knapp einjährige Story auch die nnz mit eingebaut. Axel Heck kam Mitte vergangenen Jahres zur nnz und erzählte seine Vision eines Nordhäuser Biers. Ob die nnz mal eine Umfrage machen könne? Klar, konnten wir das. Und so fragte die nnz vom 21. bis 28. Juni 2006: In Nordhausen gebrautes Bier – was würden Sie dazu sagen? Die Antwort fiel klar aus: 63 Prozent der nnz-Leser würden gutes Nordhäuser Bier trinken!
Das war, so erzählte Axel Heck dem Publikum am Nachmittag, der Moment, um das Gesellschafterquartett komplett zu machen. Der Brauer, der Verleger und der Techniker kamen hinzu. Was bisher geleistet wurde, das konnte man gestern sehen. Auch Manfred Spangenberg, alias Altstadt-Manne, sah sich am Abend um: Mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Es freue ihn, dass es wieder in Nordhausen gebrautes Bier geben werden, zum anderen konstatiert Manne, dass dort, wo die Tanzfläche aufgebaut war, einst mal sein Büro war.
Es ist der Lauf der Zeit, es ist ein guter Lauf, der jetzt am Taschenberg ins Rollen gekommen ist. Es mögen gestern drei oder viertausend oder mehr Menschen gewesen sein, die in den Mai, die vor allem das Nordhäuser Bier feiern wollten. Für 10 Euro gab es soviel Mann oder Frau trinken wollte oder konnte, inklusive Bierkrug.
Es war ein gigantischer Anfang. Doch man sollte ehrlich sein: Es war lediglich die Geburt des Nordhäuser Biers. Jetzt muss das Kind aufgezogen werden. Darum bemühen sich selbstredend die vier Gesellschafter. Das aber wird auf Dauer zu wenig sein, das Bier muss gekauft und getrunken werden. Der Preis wird sich im mittleren Segment ansiedeln müssen. Unter 10 Euro, mehr als 9 auf jeden Fall.
Ein Bier aus der Heimatstadt, das kann wieder was sein, das schafft Identität, ob das Politiker nun wahr haben wollen oder nicht. Identität wie eine Straßenbahn, ein Hallenbad und ein Theater. Und natürlich auch der Roland. Dessen einstiger Darsteller, Peter Schwarz, befand: Das Bier schmeckt sehr gut. Als Gastwirt muss er es wissen, er war mit dieser seiner Meinung gestern nicht allein, sie wurde tausendfach verstärkt. Und genau dieses Echo muss nachhallen.
Letztlich geht es nicht nur um das Risiko, das vier Männer eingegangen sind, es geht um eine 700jährige Brautradition in Nordhausen, die im kommenden Jahr mit der Eröffnung des bürgerlichen Brauhauses gefeiert werden soll und es geht dann um Arbeitsplätze, die geschaffen werden. Vielleicht sind all das zusammen die Argumente für einen Kauf des Nordhäuser Premium Pils.
An dem können sich drei Männer aus dem Landkreis Nordhausen ab sofort laben. Sie hatten Vorschläge für den Namen des neuen Nordhäuser Biers gemacht. Insgesamt waren 137 eingegangen. Klaus Pfand kann sich drei Monate lang über einen Kasten Nordhäuser Premium Pils pro Woche freuen, bei Mario Gerlach (beide Nordhausen) wird diese Freude ein halbes Jahr anhalten und der Sollstedter Phillipp Belz wird ein komplettes Jahr lang mit dem Bier aus der Rolandstadt versorgt.
Autor: nnzEs begann gegen 21 Uhr so langsam dunkel zu werden am Nordhäuser Taschenberg. Eigentlich war Axel Heck ein wenig positiv resigniert. Resigniert deshalb, weil er und seine Mitgesellschafter Peter Winsel, Andreas Hichert und Cristoph Thormann nicht im entferntesten mit einem derartigen Ansturm auf die Abrissparty gerechnet hatten und am Einlass sich immer noch eine Menschenschlange staute. Mitunter gab es sogar Engpässe in der Versorgung mit dem Saft, zu dessen Wiedergeburt alle Gäste an den Taschenberg gekommen waren. Doch der Reihe nach.
Mit einem klitzekleinen Festakt begann die Party. Es ist augenfällig: Was Axel Heck in den vergangenen Jahren angepackt hatte, konnte als gelungen bezeichnet werden. Schon bei der Sanierung der Industriebrache am Grimmel hatte der Immobilienmann eine glückliche Hand bewiesen. Politik und Wirtschaft zollten es dem Ur-Nordhäuser mit Aufmerksamkeit und Interesse. Zu den Gästen gehörten denn auch die Thüringer Minister Dr. Zeh und Jürgen Reinholz (beide CDU) mit Gattinnen, Oberbürgermeisterin Barbara Rinke und Bürgermeister Matthias Jendricke (beide SPD) sowie Landrat Joachim Claus (CDU), der allerdings nur auf ein Bier gekommen und schnell wieder weg war, bevor die Feierstunde losging.
Die Zeit ist reif für ein Nordhäuser Bier, so hatte Axel Heck seine Rede überschrieben und er berichtete dem interessierten Publikum die Geschichte einer Idee, die bis zur jetzigen Phase vieler Partner bedurfte. Indirekt hatte Heck in diese knapp einjährige Story auch die nnz mit eingebaut. Axel Heck kam Mitte vergangenen Jahres zur nnz und erzählte seine Vision eines Nordhäuser Biers. Ob die nnz mal eine Umfrage machen könne? Klar, konnten wir das. Und so fragte die nnz vom 21. bis 28. Juni 2006: In Nordhausen gebrautes Bier – was würden Sie dazu sagen? Die Antwort fiel klar aus: 63 Prozent der nnz-Leser würden gutes Nordhäuser Bier trinken!
Das war, so erzählte Axel Heck dem Publikum am Nachmittag, der Moment, um das Gesellschafterquartett komplett zu machen. Der Brauer, der Verleger und der Techniker kamen hinzu. Was bisher geleistet wurde, das konnte man gestern sehen. Auch Manfred Spangenberg, alias Altstadt-Manne, sah sich am Abend um: Mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Es freue ihn, dass es wieder in Nordhausen gebrautes Bier geben werden, zum anderen konstatiert Manne, dass dort, wo die Tanzfläche aufgebaut war, einst mal sein Büro war.
Es ist der Lauf der Zeit, es ist ein guter Lauf, der jetzt am Taschenberg ins Rollen gekommen ist. Es mögen gestern drei oder viertausend oder mehr Menschen gewesen sein, die in den Mai, die vor allem das Nordhäuser Bier feiern wollten. Für 10 Euro gab es soviel Mann oder Frau trinken wollte oder konnte, inklusive Bierkrug.
Es war ein gigantischer Anfang. Doch man sollte ehrlich sein: Es war lediglich die Geburt des Nordhäuser Biers. Jetzt muss das Kind aufgezogen werden. Darum bemühen sich selbstredend die vier Gesellschafter. Das aber wird auf Dauer zu wenig sein, das Bier muss gekauft und getrunken werden. Der Preis wird sich im mittleren Segment ansiedeln müssen. Unter 10 Euro, mehr als 9 auf jeden Fall.
Ein Bier aus der Heimatstadt, das kann wieder was sein, das schafft Identität, ob das Politiker nun wahr haben wollen oder nicht. Identität wie eine Straßenbahn, ein Hallenbad und ein Theater. Und natürlich auch der Roland. Dessen einstiger Darsteller, Peter Schwarz, befand: Das Bier schmeckt sehr gut. Als Gastwirt muss er es wissen, er war mit dieser seiner Meinung gestern nicht allein, sie wurde tausendfach verstärkt. Und genau dieses Echo muss nachhallen.
Letztlich geht es nicht nur um das Risiko, das vier Männer eingegangen sind, es geht um eine 700jährige Brautradition in Nordhausen, die im kommenden Jahr mit der Eröffnung des bürgerlichen Brauhauses gefeiert werden soll und es geht dann um Arbeitsplätze, die geschaffen werden. Vielleicht sind all das zusammen die Argumente für einen Kauf des Nordhäuser Premium Pils.
An dem können sich drei Männer aus dem Landkreis Nordhausen ab sofort laben. Sie hatten Vorschläge für den Namen des neuen Nordhäuser Biers gemacht. Insgesamt waren 137 eingegangen. Klaus Pfand kann sich drei Monate lang über einen Kasten Nordhäuser Premium Pils pro Woche freuen, bei Mario Gerlach (beide Nordhausen) wird diese Freude ein halbes Jahr anhalten und der Sollstedter Phillipp Belz wird ein komplettes Jahr lang mit dem Bier aus der Rolandstadt versorgt.



