Mo, 08:44 Uhr
31.07.2006
nnz-Forum: Erlaubte Fragen
Nordhausen (nnz). Nach mehreren Meinungsäußerungen der Arbeitgeberseite zur Situation in der Nobas, veröffentlich die nnz im Forum jetzt ein Statement der IG Metall.
In einem erst kürzlich in der nnz online erschienen Beitrag des Nordhäuser Unternehmerverbandes und nun von C. Schmidt im Namen von NOBAS Zulieferern wird Entsetzen über eine nur und ausschließlich an den Betriebsrat mitgeteilte unternehmerische Entscheidung vom 31. Mai 2006 bekundet und schon mal vorsichtshalber der "Schwarze Peter" der IG Metall zugeschoben.
Wieso, so muss erlaubt sein zu fragen, ist eigentlich das Beileid und Entsetzen nicht bei denen, die 2003 im guten Glauben die Firma zu retten in die NOBAS Spezialstahlbau GmbH gegangen sind und die jetzt nicht etwa im Klassenkampf zwischen Gewerkschaft und Unternehmen, sondern im Kampf über das Handelsregister ihren Arbeitsplatz verloren haben? Wieso ist das Beileid und Entsetzen nicht bei denen, die seit dem 1. April 2006 zwar einen vertraglich zugesicherten Arbeitsplatz in der NOBAS haben, auch arbeiten wollen aber nicht dürfen?
Wieso ist das Beileid und Entsetzen nicht bei der Gemeinschaft der Steuerzahler, die für solche Fälle erstmal einspringen muss? Wieso wurde bereits der Delegation des NUV statt "reinem Wein" nur "kalter Kaffee" aufgetischt?
Ach ja, und ist es überhaupt zulässig Nordhäuser Unternehmen die "NOBAS"-Beschäftigte einstellen schlechte Bezahlung vorzuwerfen obwohl das gar nicht stimmt? Es handelt sich dabei nämlich um Unternehmen, die seit Jahren äußerst erfolgreich am Markt präsent sind und die mit Betriebsrat und zuständiger Gewerkschaft seit Jahren eine konstruktive Sozialpartnerschaft praktizieren und die sich, wie man das auch von Vertragspartnern erwarten darf, an geschlossene Verträge, inklusive Tarifverträge und Arbeitsverträge halten.
Und überhaupt: Wieso schwingen sich nach eigener Darstellung Geschäftspartner der Günter Papenburg AG auf, ausgerechnet Herrn Günter Papenburg das Recht auf die Freiheit der unternehmerischen Entscheidung abzusprechen?
Die IG Metall war nicht unglücklich darüber, das Mitte der neunziger Jahre nach einigen gescheiterten Privatisierungsbemühungen der NOBAS, nun endlich Herr Günter Papenburg die unternehmerische Entscheidung getroffen hatte, sich am Standort Nordhausen zu engagieren. Vielleicht war die Günter Papenburg AG auch nicht unglücklich über das Vorhandensein der IG Metall. Jedenfalls haben beide Seiten über einen Zeitraum von immerhin acht Jahren! abweichende tarifliche Regelungen zur Begleitung des Sanierungs-Prozesses getroffen. Wenn die Günter Papenburg AG dieses bewährte Regelungsinstrument über einen solch langen Zeitraum als untauglich empfunden hatte, hätte man das die IG Metall sicher wissen lassen.
Im übrigen: Seit 2003 hat die IG Metall nicht mehr zur Sanierung, sondern zur Begleitung der erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens zahlreiche abweichende Regelungen angeboten. Mit dem Chef der Papenburg AG waren mehrere Lösungsvorschläge, erst letzlich im November 2005 gefunden. Warum die dann nicht vor Ort umgesetzt wurden, wie so vieles andere auch nicht, bleibt sicher hausintern zu klären. Logische Antworten, wie von den Verfassern verlangt, hätten wir zu diesen Fragen auch gern.
Darüber hinaus ist es spannend in Erfahrung zu bringen wie es kommt, das Externe über vertrauliche Informationen der Günter Papenburg AG verfügen, wieso die Entscheidungen des Amtsgerichtes Mühlhausen zur Insolvenz der NOBAS Spezialstahlbau GMBH und die Pressemitteilungen der Staatsanwaltschaft als Propaganda der Gewerkschaft dargestellt werden, wieso Gerüchte von Strategiepapieren in die Welt gesetzt werden usw. Eine ehrliche Antwort erwarten wir nicht.
Wir erwarten, dass sich die GP Günter Papenburg AG zum Standort Nordhausen mit 140 Beschäftigten bekennt und die hausinternen Probleme löst. Wenn nötig und erwünscht werden wir die Günter Papenburg AG mit den bekannten Regelungsinstrumenten unterstützen.
Astrid Schwarz-Zaplinski, IG Metall
Autor: nnzIn einem erst kürzlich in der nnz online erschienen Beitrag des Nordhäuser Unternehmerverbandes und nun von C. Schmidt im Namen von NOBAS Zulieferern wird Entsetzen über eine nur und ausschließlich an den Betriebsrat mitgeteilte unternehmerische Entscheidung vom 31. Mai 2006 bekundet und schon mal vorsichtshalber der "Schwarze Peter" der IG Metall zugeschoben.
Wieso, so muss erlaubt sein zu fragen, ist eigentlich das Beileid und Entsetzen nicht bei denen, die 2003 im guten Glauben die Firma zu retten in die NOBAS Spezialstahlbau GmbH gegangen sind und die jetzt nicht etwa im Klassenkampf zwischen Gewerkschaft und Unternehmen, sondern im Kampf über das Handelsregister ihren Arbeitsplatz verloren haben? Wieso ist das Beileid und Entsetzen nicht bei denen, die seit dem 1. April 2006 zwar einen vertraglich zugesicherten Arbeitsplatz in der NOBAS haben, auch arbeiten wollen aber nicht dürfen?
Wieso ist das Beileid und Entsetzen nicht bei der Gemeinschaft der Steuerzahler, die für solche Fälle erstmal einspringen muss? Wieso wurde bereits der Delegation des NUV statt "reinem Wein" nur "kalter Kaffee" aufgetischt?
Ach ja, und ist es überhaupt zulässig Nordhäuser Unternehmen die "NOBAS"-Beschäftigte einstellen schlechte Bezahlung vorzuwerfen obwohl das gar nicht stimmt? Es handelt sich dabei nämlich um Unternehmen, die seit Jahren äußerst erfolgreich am Markt präsent sind und die mit Betriebsrat und zuständiger Gewerkschaft seit Jahren eine konstruktive Sozialpartnerschaft praktizieren und die sich, wie man das auch von Vertragspartnern erwarten darf, an geschlossene Verträge, inklusive Tarifverträge und Arbeitsverträge halten.
Und überhaupt: Wieso schwingen sich nach eigener Darstellung Geschäftspartner der Günter Papenburg AG auf, ausgerechnet Herrn Günter Papenburg das Recht auf die Freiheit der unternehmerischen Entscheidung abzusprechen?
Die IG Metall war nicht unglücklich darüber, das Mitte der neunziger Jahre nach einigen gescheiterten Privatisierungsbemühungen der NOBAS, nun endlich Herr Günter Papenburg die unternehmerische Entscheidung getroffen hatte, sich am Standort Nordhausen zu engagieren. Vielleicht war die Günter Papenburg AG auch nicht unglücklich über das Vorhandensein der IG Metall. Jedenfalls haben beide Seiten über einen Zeitraum von immerhin acht Jahren! abweichende tarifliche Regelungen zur Begleitung des Sanierungs-Prozesses getroffen. Wenn die Günter Papenburg AG dieses bewährte Regelungsinstrument über einen solch langen Zeitraum als untauglich empfunden hatte, hätte man das die IG Metall sicher wissen lassen.
Im übrigen: Seit 2003 hat die IG Metall nicht mehr zur Sanierung, sondern zur Begleitung der erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens zahlreiche abweichende Regelungen angeboten. Mit dem Chef der Papenburg AG waren mehrere Lösungsvorschläge, erst letzlich im November 2005 gefunden. Warum die dann nicht vor Ort umgesetzt wurden, wie so vieles andere auch nicht, bleibt sicher hausintern zu klären. Logische Antworten, wie von den Verfassern verlangt, hätten wir zu diesen Fragen auch gern.
Darüber hinaus ist es spannend in Erfahrung zu bringen wie es kommt, das Externe über vertrauliche Informationen der Günter Papenburg AG verfügen, wieso die Entscheidungen des Amtsgerichtes Mühlhausen zur Insolvenz der NOBAS Spezialstahlbau GMBH und die Pressemitteilungen der Staatsanwaltschaft als Propaganda der Gewerkschaft dargestellt werden, wieso Gerüchte von Strategiepapieren in die Welt gesetzt werden usw. Eine ehrliche Antwort erwarten wir nicht.
Wir erwarten, dass sich die GP Günter Papenburg AG zum Standort Nordhausen mit 140 Beschäftigten bekennt und die hausinternen Probleme löst. Wenn nötig und erwünscht werden wir die Günter Papenburg AG mit den bekannten Regelungsinstrumenten unterstützen.
Astrid Schwarz-Zaplinski, IG Metall
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.

