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Mo, 11:49 Uhr
31.01.2022
Aktuelle Studie belegt: Lehren gefährdet die Gesundheit

"Kümmern Sie sich endlich um das Personalproblem!"

Lehren gefährdet die Gesundheit – und zwar mehr denn je. Zu diesem Ergebnis kommt eine bundesweite forsa-Studie, deren Ergebnisse der Verband Bildung und Erziehung (VBE) heute Vormittag vorgestellt hat...

Die repräsentative Umfrage unter Schulleitungen in ganz Deutschland ergab: In der Hälfte der Kollegien ist es in den letzten Jahren vermehrt zu langfristigen Ausfällen im Kollegium gekommen. Dabei liegen physische und psychische Erkrankungen als Ursachen gleichauf. In der letzten Befragung dieser Art, im Jahr 2019, sah noch lediglich ein Drittel der Schulleitungen diese Tendenz im eigenen Kollegium.

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Rolf Busch, Landesvorsitzender des tlv thüringer lehrerverband – ein Landesverband des VBE – zeigt sich angesichts dieser Ergebnisse „zutiefst besorgt, aber nicht überrascht“. Er erklärt: „Die allermeisten Kollegen arbeiten seit Jahren am Limit, haben ihre Belastungsgrenzen längst überschritten. Aber die Politik tut absolut nichts, um sie zu entlasten. Im Gegenteil: Es kommen immer mehr Aufgaben hinzu, aber keine Unterstützung. Darüber hinaus sind viele Prozesse schlecht strukturiert, klemmt die Kommunikation. Schon vor der Pandemie war das ein Trauerspiel – inzwischen ist es ein wirkliches Desaster.“

Erschütternd, so Busch weiter, sei die hohe Zahl an Schulleitungen, die scheinbar resigniert haben. „Wenn mehr als zwei Drittel angeben, dass sie nicht ausreichend Möglichkeiten haben, dazu beizutragen, dass die Lehrkräfte an ihrer Schule möglichst gesund bleiben, dann ist das ein Armutszeugnis für unsere Dienstherrin – die Landesregierung von Thüringen.“

Umfragen in Thüringen belegen Ergebnisse
Davon, dass auch die Lehrer:innen, Erzieher:innen und Sonderpädagogischen Fachkräfte in Thüringen zunehmend unter den Belastungen des Berufslebens leiden, zeugen zwei regionale Umfragen. Bei beiden handelt es sich um Befragungen, die der tlv online durchgeführt hat. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, geben jedoch ein Bild von der aktuellen Situation.

Im März 2021 hat der Junge tlv Kolleg:innen unter 40 Jahren mit eigenen Kindern zu den Mehrfachbelastungen während der Pandemie befragt. Das erschreckende Ergebnis: Gut die Hälfte der knapp 400 Teilnehmer zweifelt daran, den Beruf bis zum Erreichen des regulären Rentenalters ausüben zu können. Das aufgrund der Pandemie nochmals gesteigerte Arbeitspensum, so erklärte damals Tim Reukauf, Sprecher des Jungen tlv, habe direkte Auswirkungen auf das körperliche und seelische Wohlbefinden der Betroffenen. So gaben 79 Prozent der Befragten an, seit dem Lockdown im Dezember 2020 unter körperlichen Beschwerden zu leiden – besonders häufig genannt wurden hier Rückenprobleme, Kopfschmerzen, Magenprobleme, Müdigkeits- und Erschöpfungszustände sowie Augenprobleme. 65 Prozent leiden zudem unter seelischen Beschwerden, allen voran Schlafproblemen, depressiven Verstimmungen, Ängsten und einer erhöhten Anspannung.

Mit Aspekten des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz Schule befasste sich eine Umfrage, die der tlv im Juni 2021 durchgeführt hat. „Neun von zehn Kolleg:innen hatten in den letzten 12 Monaten Beschwerden mit der Wirbelsäule bzw. der Nacken- und Rückenmuskulatur“, berichtete der tlv-Landesvorsitzende Rolf Busch damals. „Jede:r Vierte sogar fast jeden Tag.“ Was besonders besorgniserregend sei, so Busch weiter, sei der Umstand, dass dieser Anteil unter den jüngeren Lehrpersonen sogar noch höher liege. „In der Gruppe der Unter-40-Jährigen hatten sogar 94 Prozent der Teilnehmenden innerhalb des letzten Jahres Probleme mit dem Bewegungsapparat.“

Die Ursachen, so der tlv-Landesvorsitzende, sehen die Betroffenen sowohl auf der körperlichen als auch auf der seelischen Ebene. Die größte Belastung für das Personal in den Thüringer Schulen stellt jedoch der psychische Druck durch den zu hohen Arbeitsaufwand dar. Dieser Faktor rangierte auf einer Liste, bei der die gut 350 Teilnehmer:innen bis zu drei für sie besonders belastende Dinge angeben konnten, mit 58 Prozent ganz oben. Auf Platz 2 folgte der Lärm, den 53 Prozent als Bedrohung für ihre Gesundheit ansehen. Auf Rang 3 schließlich kam mit 35 Prozent die einseitige Haltung durch langes Sitzen oder Stehen. Die psychische Belastung durch Konflikte im Arbeitsumfeld – etwa durch Gewalt gegen Lehrpersonen im Zusammenhang mit der Durchsetzung der Coronamaßnahmen – nannte immerhin jede:r Fünfte.

„Lösen Sie endlich Ihr Versprechen ein!“
Angesichts der Studienergebnisse appelliert der tlv-Landesvorsitzende erneut an die Politik: „Ich weiß, wir wiederholen uns. Aber solange Sie sie nicht erfüllen, werden wir an unseren Forderungen festhalten: Kümmern Sie sich endlich wirksam um das massive Personalproblem, das wir in den Schulen haben. Und lösen Sie endlich das Versprechen aus dem Koalitionsvertrag ein und etablieren Sie multiprofessionelle Teams an allen Schulen. Das ist – und da dürfen Sie der Einschätzung derjenigen, die an der Basis arbeiten, gern Vertrauen schenken – der einzige Weg, um die Lage Ihrer Beschäftigten zu verbessern.“
Autor: red

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Kommentare
Fischkopf
31.01.2022, 14:35 Uhr
die armen Lehrer
Sorry, aber das Gejammere der Lehrkörper kann sich keiner mehr mit anhören und ist auch jammern auf hohem Niveau, vor allem die unter 40.
So viele Arbeitsjahre können ja noch nicht mit U 40 zusammen gekommen sein, aber sie sind jetzt schon fix und fertig, physisch wie psychisch.

Mein Gott, was sollen die Leute sagen, die jeden Tag körperliche Arbeit verrichten ?

Glauben die denn, andere Berufe hatten keine Mehrbelastung durch Corona gehabt ?
ossi1968
31.01.2022, 20:36 Uhr
Gendersprech
Ich habe zwar auch einen 14jährigen Jungen und man hört viel aus der Lehrerschaft das sie eigentlich nur noch unter größten Schmerzen unterrichten würden. Aber irgendwie packen sie es doch am Ende.
Aber wenn ich dem Busch sein Gendersprechgesülze hier lesen muß, da weiß ich wie ein Teil der Lehrerschaft hier tickt. Von denen kann nicht erwartet werden, ordentlich ihren Job auszuführen. Punkt.
T.Nickel
31.01.2022, 21:18 Uhr
Lesen und ...
...Verstehen will gelernt sein.

Sie, ossi1968, müssen keineswegs "dem Busch sein Gendersprechgesülze hier lesen", denn Busch gendert in seinen als Zitat kenntlich gemachten Aussagen (Stichwort: Gänsefüßchen) überhaupt nicht... im Gegenteil...

Das Gendersprechgesülze, wie sie es nennen - ich nehme an, gemeint sind die Doppelpunkte - stammen zwar wohl auch vom tlv, aber der von Ihnen Kritisierte nutzt gerade das von Ihnen so verabscheute Gendersprech in seinen Aussagen nicht.

Arbeiten Sie einfach ein wenig an Ihrem Text-Lese-Verständnis und der das/daß/dass-Schwäche und dann können Sie Ihrem 14-Jährigem etwas Sinnvolleres mit auf seinen Lebensweg geben, als Ihre Unzufriedenheit.
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