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Di, 11:32 Uhr
18.01.2022
Salza

Sanierung am Salza-Grün

Nachdem im März vergangenen Jahres ein neuer barrierefreier Weg entlang des Salzaquellbereichs sowie eine neue Brücke über die größte Karstquelle Thüringens der Öffentlichkeit übergeben werden konnte, kann die Stadt Nordhausen nun ein weiteres Projekt angehen...

Dazu hat man Fördermittel vom Land Thüringen aus dem Förderbudget „Nachhaltige Regionalentwicklung der Biosphärenregion Südharz/Kyffhäuser/Hohe Schrecke“ erhalten. Der Gewässerunterhaltungsverband (GUV) „Harzvorland“, der wieder mit der Umsetzung beauftragt wurde, hat jetzt mit diesem 3. Bauabschnitt im Bereich der Salzaquelle begonnen.

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Schon vor einem Jahr sei klar gewesen, so Kerstin Windisch vom GUV „Harzvorland“, dass der Gehölzbestand entlang des Salzaquellbereiches stark überaltert ist und dass ein Großteil der Bäume erhebliche Schadbilder aufweisen. „Diese reichen von Bruchästen und Kronenausbrüchen bis hin zu höhlenreichen Stämmen und einem häufigen Befall mit Baumpilzen, vorrangig Feuerschwamm. Ein beauftragtes Büro erarbeitete daher ein genehmigungsfähiges Sanierungskonzept zum langfristigen Erhalt und Entwicklung des Baumbestandes mit dem Ziel zur Erhaltung und Förderung der Habitat- und Biotopfunktion des Salzaquellbereiches bei gleichzeitiger Erhöhung der Attraktivität dieses Ausflugsortes“, erklärt sie. Nicht zuletzt im Rahmen der Einwohnerversammlung vom 28. September 2021 war die Verbesserung der Gewässergüte der Salza Thema.

Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässergüte an der Salza (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen) Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässergüte an der Salza (Foto: Stadtverwaltung Nordhausen)


Aufgrund des hohen naturschutzrechtlichen Schutzstatus und der wasserrechtlichen Vorgaben gestaltete sich das Vorhaben sehr schwierig. Nach einem intensiven Abstimmungsprozess mit den Behörden werden nun folgende Projekte umgesetzt.

Die Schäden am Gehölzbestand haben zur Folge, dass Pilze allmählich das Holz zu Zellulose mit einer schwammigen Struktur zersetzen. Die Folge des Pilzbefalls sei zum einen eine zunehmende Brüchigkeit der Äste, aber zum anderen seien diese Verwundungen und die schwammige Struktur der zersetzten Stämme u. a. für Spechte zum Bau von Bruthöhlen oder auch für Fledermäuse als Rückzugsort sehr geeignet. „An diesen Bäumen werden wir nur zwingend notwendige Erhaltungsschnitte durchführen“, sagt Kerstin Windisch. Jedoch müssten auch vereinzelt Bäume entnommen werden. Da die Bäume am Ufer der Salza eine sehr einheitliche Altersstruktur aufweisen, sei langfristig eine allmähliche Verjüngung erforderlich. Für eine Ufersicherung seien besonders Erlen geeignet, die zudem auch weniger bruchgefährdet sind. Neben jungen, baumartigen Gehölzen werden hier ca.40 Erlen-Bäume gepflanzt.

„Des Weiteren soll links der Salza eine sogenannte Überstromstrecke eingerichtet werden, an der bei hoher Wasserführung Wasser aus der Salza in die linke Aue fließen kann. Dazu wird eine Mulde in der Aue modelliert, in welcher sich langfristig Nass- bzw. Feuchtwiesenbereiche entwickeln und temporäre Wasserflächen entstehen können“, so Windisch. Damit solle erreicht werden, dass die jährliche Mahd in der Salza, die naturschutzrechtlich einen Eingriff darstellt, nicht mehr erforderlich ist.

Außerdem ist hier auch der Rückbau des in der Wiese vorhandenen Fundamentes eines Strommastes sowie der aus Betonteilen bestehende Zulauf der Salza für das Freibad vorgesehen, erklärt sie. In früheren Zeiten wurde das Salzaquellbad Nordhausen mit dem Wasser der Salzaquelle durch diesen Zulauf gespeist. Da es heute jedoch für das Bad eine geänderte Wasserzuführung gibt, ist dieser nun nicht mehr erforderlich.

Nach dem Rückbau muss der betroffene Uferabschnitt zunächst ingenieurbiologisch gesichert werden. Dies soll durch eine Pfahlreihe aus Eichen/Robinien mit einer Hinterpflanzung durch Erlen-Junggehölze, sogenannte Heister, erfolgen. Die Erlen werden in Zukunft die Ufersicherung übernehmen, so dass bei einem Verfall der Pfahlreihe die Wurzelbereiche der Erlen langfristig eine natürliche Strukturaufwertung des Uferbereiches darstellen.

„Da der Salzaspring nicht nur attraktiv für Touristen, sondern besonders erfahrbar auch als Lernort für Kindergärten, Schülerinnen und Schüler unserer Region ist, soll die naturpädagogische Ausstattung des oberen Gewässerabschnittes ebenfalls weiter vervollständigt und erweitert werden,“ sagt Kerstin Windisch im Auftrag des Gewässerunterhaltungsverbandes.
Autor: red

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