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Fr, 14:13 Uhr
02.11.2001

Metamorphose einer Altlast

Nordhausen (nnz). Ein verwahrlostes Industriegelände in Nordhausen soll ein neues Zentrum für Wohnen, Kultur und Bildung werden. „Vielleicht wird es einmal ein Ersatz für den im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten Stadtkern“, beschreibt der Göttinger Architekt und Landschaftsplaner Günter Quentin seine Visionen.


Hier wird saniert Rund 30 Millionen Mark soll das Projekt kosten. Das Projekt, das ist die Reaktivierung des ehemaligen Gaswerkgeländes, das der Landkreis Nordhausen einst für das Anlegen von Parkplätzen für die Kreismusikschule von der TEAG kaufte. Mitgekauft wurden damals auch die Umweltaltlasten. Nun muß der Landkreis damit umgehen, auch ein zeitweiliger Untersuchungsausschuß des Kreistages brachte nicht viel über Schuld und Verantwortung für diesen Millionen-Deal ans Tageslicht.

Das Gelände entlang der Geseniusstraße wird von einer Mauer, der Zorge und einem großen zweigeschossigen Fachwerkhaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts eingerahmt. Früher diente das Gebäude als Siechen- sowie Krankenhaus und Heim für wandernde Handwerker. Jetzt ist es das Zuhause für die Kreismusikschule. Gegenüber steht die mehrgeschossige ehemalige Direktorenvilla, ein grauer Empirebau von großer handwerklicher Qualität. Türen und Fenster sind zugemauert, um Vandalismus zu stoppen. Zierrat und gusseiserne Balustraden wurden sicher gestellt. Ein Jugendgästehaus, Büros der Verwaltung und Ausstellungsräume böten sich darin an, meint Quentin.

„Das ehemalige Ofenhaus und Kohlenlager - ein Backsteinbau von 1870 mit Toren und Ecktürmchen - ist so groß, dass wir daraus sogar neben anderem bequem eine Stadthalle machen könnten“, sagte die Leiterin des Fachbereichs Umwelt- und Naturschutz der Kreisverwaltung, Gisela Hartmann einer großen Nachrichtenagentur. „Es muss etwas geschehen, unsere Region ist am Verdursten“, meint sie. In den lang gestreckten, dreigeschossigen früheren Magazinen und Werkstätten sowie in den anderen Gebäuden sollen nach den Vorstellungen des Architekten „soziokulturelle, ökologische und ökonomische Aktivitäten verschiedenster Art in einem ansprechenden Umfeld möglich werden“. Nach Quentins und Hartmanns Vorstellungen können in den Dreigeschosser Musik- oder Umweltgruppen, Künstler, Restaurants und Geschäfte einziehen. Der prächtige Bau mit seinen großen Rundbogenfenstern könne auch Vereinen und Jugendgruppen als Standort dienen. Pferdeställe und ein früheres Feuerwehrhaus böten Räume für Kunst, Bildung, Kultur und Schauwerkstätten. Die Frage nach der Betreibung und Bewirtschaftung bleibt da schon mal außen vor.

Soweit die Ideen der Planer. Ob sie auch in einigen Jahren immer noch Visionen sind, das hängt in erster Linie von Fluß des Geldes in Richtung Nordhausen ab. Die Intensität der Sanierung des verseuchten Geländes hängt nach nnz-Informationen ab von der Art der Nachnutzung. Das bereits Angedachte könnte bis zu 75 Prozent gefördert werden, auch diverse Stiftungen könnten „begeistert“ werden. Bleibt aber immer noch ein beträchtlicher Eigenanteil für den Eigentümer der Altlasten, den Landkreis Nordhausen. Zurück zu den Visionen: Ein neuer Stadtkern wird entlang der Geseniusstraße bestimmt nicht entstehen, die neue Mitte für die Stadt ist längst gefunden und eine Wohnbebauung halten bereits andere Unternehmen, die an der Zorge ebenfalls sanieren, für utopisch. „Wer will da schon wohnen?“
Autor: nnz

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