nnz-tv Nachrichten aus Nordthüringen Eichsfelder Nachrichten Kyffhäuser Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
Anzeige
Mo, 09:14 Uhr
08.03.2021
IG Metall nimmt die Altersvorsorgelücke unter die Lupe

Alterssicherung von Frauen

Frauen erhalten im Alter niedrigere Renten als Männer und sind häufiger von Altersarmut betroffen. Die Gründe dafür liegen im Erwerbsleben: „Frauentypische Berufe werden oft schlechter bezahlt. Frauen sind häufiger prekär beschäftigt und machen seltener Karriere...

Anzeige MSO digital
Sie arbeiten häufig in Teilzeit und nehmen längere Auszeiten. Die Entgeltlücke wird so zur Rentenlücke.“, sagt Alexander Scharff von der IG Metall Nordhausen.

Die geschlechtsbezogene Rentenlücke beträgt im Bundesdurchschnitt ca. 53 Prozent. Das bedeutet, Frauen erhalten im Durchschnitt über die Hälfte weniger Rente als Männer. Dabei werden neben der gesetzlichen Rente alle Renteneinkommen berücksichtigt, also auch Einkünfte aus der betrieblichen Altersversorgung und privater Vorsorge.

Für jedes Kind, das vor 1992 geboren wurde, werden 2,5 Entgeltpunkte gutgeschrieben. Für jedes Kind, das 1992 oder später geboren wurden, gibt es drei Entgeltpunkte. Diese zusätzlichen Entgeltpunkte sollen die durch Auszeiten oder Teilzeittätigkeit entgangenen Entgeltpunkte beim späteren Rentenbezug ersetzen. Sie schließen aber nicht die Rentenlücke, die sich aus jahrelanger Teilzeittätigkeit oder dem dauerhaften Verzicht auf Erwerbstätigkeit ergibt.

„Wenn die Sorgearbeit in der Familie nicht partnerschaftlich geteilt wird, sollte das Risiko für die Alterssicherung partnerschaftlich getragen werden. Zum Beispiel durch freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung.“, heißt es aus den Reihen des Ortsfrauenausschusses der IG Metall.

Zum Schließen des sogenannten Gender Pension Gaps, also der geschlechterspezifischen Rentenlücke, setzt sich die IG Metall für eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung, die gleichberechtigte Teilhabe der Frauen am Erwerbsleben ein und fordert folgende Punkte:
  • Rentenniveau stabilisieren und langfristig anheben
  • niedrige Einkommen beim Rentenbezug aufwerten (Stichwort Grundrente)
  • Förderung von mehr Partnerschaftlichkeit durch Ausbau der Partnermonate beim Elterngeld
  • mehr und bessere KiTa-Plätze, um Familie und Beruf vereinbaren zu können
  • Entgeltgleichheit für Frauen und Männer
  • Abbau steuerlicher Fehlanreize (Stichwort Ehegattensplitting, Minijob)
  • Frauenförderung für gleiche Chancen bei der beruflichen Entwicklung
→ Druckversion
← zum Nachrichtenüberblick

Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

 
Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.