eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
So, 12:04 Uhr
30.08.2020
SCHULPARTNERSCHAFT MONTESSORI - DEGAMBA

Unendlich dankbar für Hilfe aus Nordhausen

Zwischen der Nordhäuser Montessori-Schule und der Degambaschule in Äthiopien besteht seit Jahren eine rege Schulpartnerschaft. Über die Beziehungen beider Einrichtungen schreibt Catrin Cieslak regelmäßig für die nnz...

Hilfe, die ankommt (Foto: privat) Hilfe, die ankommt (Foto: privat)
Nordhausen/Degamba. Liebe Äthiopienfreunde und Paten. Ich hoffe, alle haben ausgiebig den Sommer, die Ferien und den Urlaub genossen. Nun geht der normale Schulalltag bald wieder los. In Äthiopien gab es eine gute Regenzeit, was uns auf eine gute Ernte hoffen lässt. Doch noch ist es nicht soweit.

Anzeige symplr (1)
Neben Corona ist immer noch Hunger in vielen Teilen Afrikas der größte Feind. Die politische Situation in Äthiopien ist nach wie vor sehr angespannt. Besonders im Süden des Landes und auch in der Hauptstadt Addis Abeba kommt es immer wieder zu Demonstrationen und zu gewaltsamen Ausschreitungen. Als Ende Juni ein beliebter Sänger der Volksgruppe der Oromo ermordet wurde, kam es erneut zu Unruhen und gewaltsamen Ausschreitungen, bei denen es viele Verletzte und auch Tote gab. Daraufhin stellte die Regierung kurzerhand vier Wochen das Internet ab. So hatte auch ich nur sehr wenig telefonischen Kontakt zu Kiros.

Inzwischen werde ich wieder regelmäßig von Kiros, der auch in Nordhausen weilte und mit uns rege Verbindung hält, über die aktuelle Lage informiert. Darüber möchte ich euch in Kürze teilhaben lassen.Die Spannungen zwischen einzelnen Volksgruppen werden durch die Politik der aktuellen Regierung nicht genug entkräftet und es wird ein Zerfall des föderalen Systems des Landes befürchtet. Die Situation im Bundesland Tigray ist ruhig und friedlich. Kiros spricht davon, dass sehr viele aus anderen Landesteilen nach Tigray kommen. Dies bringt natürlich für die einheimische Bevölkerung neue Probleme, denn das Land ist oft von Dürre betroffen und kann nicht immer genug Nahrungsmittel produzieren.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist auch die Grenze zu Eritrea wieder geschlossen. Es findet kein Reiseverkehr statt, die Heuschreckenplage in den mittleren und südlichen Landesteilen ist noch nicht restlos besiegt und es fehlt für sehr viele an Arbeit und damit an Einkommen. Also besonders für die Ärmsten der Armen ist diese eine sehr schwere Zeit.

Außenpolitisch wird die Situation durch die Spannungen zwischen Äthiopien und Ägypten wegen des Staudammprojektes am Blauen Nil noch verschärft. Auf der einen Seite Äthiopien, das dringend die Elektrizität für die eigene Bevölkerung und zum Ankurbeln der Wirtschaft benötigt, auf der anderen Seite Ägypten, das Angst hat, dass zu wenig Wasser sein Land erreicht. Wir können nur hoffen, dass die Situation friedlich bleibt. Angesichts dieser Probleme können wir hierzulande froh und dankbar sein, in Deutschland leben zu dürfen.

Dank der eingegangenen Spenden, die teilweise auch durch die zahlreichen internationale Kontakte von Kiros unterstützt werden, die sich an unserer Lebensmittelaktion beteiligen, können wir die Ärmsten in Degamba weiter bis zur Ernte mit Lebensmitteln versorgen. Diese Woche machte sich Kiros wieder auf den Weg um Reis und Öl zu verteilen. Ich denke das wir in den nächsten zwei Wochen noch einmal Lebensmittel verteilen werden. Auf Wunsch der Spender soll die Unterstützung auch auf die umliegenden Communitys, die normalerweise vom Tourismus leben, ausgeweitet werden.

Ich bin sehr dankbar, dass ich mit Kiros vor Ort einen kundigen und zuverlässigen Partner habe. Er kümmert sich um den Einkauf und die Verteilung der Lebensmittel. Außerdem leitetet er Unterstützungsanfragen an mich weiter, so dass eine gute Koordination möglich ist. An dieser Stelle noch einmal ein ganz großes Dankeschön an alle Spender. Die Menschen vor Ort sind unendlich dankbar für unsere Hilfe. Im September will die Regierung den Tourismusverkehr wieder öffnen, aber bis die ersten Touristen wieder ins Land kommen wird noch geraume Zeit vergehen, so dass viele Menschen vorerst weiter ohne Einkommen bleiben werden und so immer noch auf unsere Unterstützung angewiesen sind.

Ob und wann der Schulunterricht in den Dörfern wieder beginnt steht noch nicht ganz fest. Wir gehen davon aus, dass die Schule, so wie jedes Jahr, nach dem großen Meskelfest wieder beginnen wird. Ich werde euch rechtzeitig informieren und dann um die Schulbeiträge für eure Patenkinder bitten.
Katrin Cieslak
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Herr Schröder
30.08.2020, 12:49 Uhr
Prima!
Fluchtuhrsachen bekämpfen und den Menschen vor Ort eine Perspektive bieten. Allemal besser als mit Schleusen Hand in Hand die Menschen aus ihrer Heimat zu schleusen!
Kritiker2010
31.08.2020, 08:50 Uhr
Regt zum Nachdenken an
Man kann vor Ort mit vergleichsweise wenig Geld und Ressourcen weit mehr erreichen als durch die Einlagerung und Bespaßung von GeflüchtetInnen in unserem Land - in unserer westlichen Gesellschaft mit all Ihren Konsum- und Zivilisationssünden.

Nur müssen wir den MenschenInnen in diesen Ländern auch gleich ein ökologisches Grundverständnis vermitteln, damit die schönen neuen Plastikflaschen und -säcke nicht kurze Zeit später im nächsten Fluss oder Meer landen und so die nächste Notlage erzeugen an der wir eine Mitschuld tragen.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)