Fr, 19:00 Uhr
24.07.2020
Wochengezwitscher (1)
Da kackt der Hund drauf!
Seit einigen Tagen bin ich bei Twitter angemeldet. Eigentlich wollte ich nicht noch einen Kanal zur Information, doch dann las ich, dass dieser Kurznachrichtendienst zum mächtigsten Redakteur aufgestiegen sein soll. Und das nicht etwa in der nnz oder in einer anderen Provinzzeitung, in der sich leibhaftige Redakteure selbst loben, sondern in der Mutter des investigativen Journalismus, der NYT…
… also der New York Times. Und das kam so: Eine Journalistin, die 2017 in die Redaktion geholt wurde, um nach der Wahl von Donald Trump das ideologische Spektrum zu erweitern, hatte jüngst gekündigt. Sie sei nicht nur von ihren links-grünen Kolleginnen und Kollegen gemobbt worden, sondern vor allem von deren Twitter-Gefolgschaft. Und die Meinungsmache auf Twitter habe wiederum die redaktionelle Arbeit in der NYT beeinflusst.
Nachzulesen ist das alles online beim SPIEGEL, dem selbsternannten Meinungsmacher-Flaggschiff in diesem Deutschland. Auch für den digitalen Senker SPON ist Twitter vermutlich langsam dabei, in den Redakteursstatus aufzusteigen. Heute zum Beispiel: Da ist von zahlreichen Twitternutzern die Rede, die sich an einem Videoschnipsel des IOC stören, in dem 32 Sekunden Filmmaterial der 1936er Spiele gezeigt werden. Das finden zahlreiche Twitternutzer nicht chick. Und diese zahlreichen Twitternutzer reichen SPON aus, um daraus eine Meldung zu fabrizieren und einen Artikel ins Netz zu stellen und als Überschrift zu wählen IOC erntet…. Massive Kritik.
Da fehlen mir die Worte. Die fehlen mir schon lange, denn immer wieder wird zur Rechtfertigung von Haltungsjournalismus auf den Kurznachrichtendienst zurückgegriffen, so, als wäre das die Welt, wie sie uns umgibt. Meine Welt ist das nicht, ich will es nicht mit Ali Aldi oder ballongman zu tun haben, sondern mit Menschen, die man treffen oder anrufen kann.
Zurück zu Twitter und einem Fundstück der besonderen Art. Eine meiner Lieblingsgazetten ist die taz. Und die widmet sich Lobby-Depp Philipp Amthor und leitet auf Twitter folgendermaßen ein: Der Politiker kommt mit seiner Lobby-Arbeit für das Start-up #Augustusintelligence davon. Als Weißer in Deutschland kann er das. Wie bitte? Die Staatsanwaltschaft Berlin hat das Verfahren gegen Amthor eingestellt, weil er kein PoC ist? Sondern Weißer ist? Für mich ist das Rassismus pur, oder?
Und dann, zum Schluss, des Gezwitschers kommt die Linke, also die Partei, zu Wort. Die kritisiert unsere Verteidigungsexpertin AKK. Nicht etwa, weil ihr die militärische Grundausbildung fehlt, sondern weil sie allen linken Ernstes das Wort Heimatschutz verwendet hat. Das Wort Heimatschutz würde an Rechtsextreme erinnern, meinte der Genosse Riexinger.
Also, ich bin meiner Heimat, die nun mal in Deutschland beheimatet ist, sehr verbunden. Sie ist Teil meiner Sozialisierung, meines ICH. Mit anderen Worten, ich liebe meine Heimat. Ob das LINKE nun für rechtsextrem halten, oder der Hund drauf kackt, wie man es in meiner Heimat deftig formulieren würde, ist mir herzlich egal.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg… also der New York Times. Und das kam so: Eine Journalistin, die 2017 in die Redaktion geholt wurde, um nach der Wahl von Donald Trump das ideologische Spektrum zu erweitern, hatte jüngst gekündigt. Sie sei nicht nur von ihren links-grünen Kolleginnen und Kollegen gemobbt worden, sondern vor allem von deren Twitter-Gefolgschaft. Und die Meinungsmache auf Twitter habe wiederum die redaktionelle Arbeit in der NYT beeinflusst.
Nachzulesen ist das alles online beim SPIEGEL, dem selbsternannten Meinungsmacher-Flaggschiff in diesem Deutschland. Auch für den digitalen Senker SPON ist Twitter vermutlich langsam dabei, in den Redakteursstatus aufzusteigen. Heute zum Beispiel: Da ist von zahlreichen Twitternutzern die Rede, die sich an einem Videoschnipsel des IOC stören, in dem 32 Sekunden Filmmaterial der 1936er Spiele gezeigt werden. Das finden zahlreiche Twitternutzer nicht chick. Und diese zahlreichen Twitternutzer reichen SPON aus, um daraus eine Meldung zu fabrizieren und einen Artikel ins Netz zu stellen und als Überschrift zu wählen IOC erntet…. Massive Kritik.
Da fehlen mir die Worte. Die fehlen mir schon lange, denn immer wieder wird zur Rechtfertigung von Haltungsjournalismus auf den Kurznachrichtendienst zurückgegriffen, so, als wäre das die Welt, wie sie uns umgibt. Meine Welt ist das nicht, ich will es nicht mit Ali Aldi oder ballongman zu tun haben, sondern mit Menschen, die man treffen oder anrufen kann.
Zurück zu Twitter und einem Fundstück der besonderen Art. Eine meiner Lieblingsgazetten ist die taz. Und die widmet sich Lobby-Depp Philipp Amthor und leitet auf Twitter folgendermaßen ein: Der Politiker kommt mit seiner Lobby-Arbeit für das Start-up #Augustusintelligence davon. Als Weißer in Deutschland kann er das. Wie bitte? Die Staatsanwaltschaft Berlin hat das Verfahren gegen Amthor eingestellt, weil er kein PoC ist? Sondern Weißer ist? Für mich ist das Rassismus pur, oder?
Und dann, zum Schluss, des Gezwitschers kommt die Linke, also die Partei, zu Wort. Die kritisiert unsere Verteidigungsexpertin AKK. Nicht etwa, weil ihr die militärische Grundausbildung fehlt, sondern weil sie allen linken Ernstes das Wort Heimatschutz verwendet hat. Das Wort Heimatschutz würde an Rechtsextreme erinnern, meinte der Genosse Riexinger.
Also, ich bin meiner Heimat, die nun mal in Deutschland beheimatet ist, sehr verbunden. Sie ist Teil meiner Sozialisierung, meines ICH. Mit anderen Worten, ich liebe meine Heimat. Ob das LINKE nun für rechtsextrem halten, oder der Hund drauf kackt, wie man es in meiner Heimat deftig formulieren würde, ist mir herzlich egal.
Peter-Stefan Greiner

