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Do, 15:00 Uhr
04.06.2020
Angemerkt

Mit dem Wolf leben

Die nnz hatte gestern über einen Wolfsriss in der Nähe der Sägemühle bei Herrmannsacker berichtet. Vier Schafe wurden getötet, dennoch soll der Wolf nicht verteufelt werden, sagt Felix Findeisen...

Natur pur, bei Herrmannsacker ist das möglich (Foto: privat, Familien Findeisen) Natur pur, bei Herrmannsacker ist das möglich (Foto: privat, Familien Findeisen)
"Ich finde es zwar schade um unsere Schafe, jedoch bin ich selbst in der Forstwirtschaft tätig und bin auch Jäger. Daher stehe ich auch für Artenreichtum sowie für Arterhaltung und deren Schutz", erzählt der Mann.

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Ihm ging es mit der Einwilligung zur Veröffentlichung auch darum, dass nicht nur die großen landwirtschaftlichen Betriebe von Amtsseiten her gewarnt werden, sondern auch die vielen kleinen Viehhalter im Südharz, damit die sich darauf auch einstellen können.

Die nächste Zeit werde nun zeigen, ob es nur eine durchziehende Fähe oder ein durchziehender Rüde war oder ob sich der oder die Wölfe hier auch ansiedeln. "Dies wäre schön, um die Art zu erhalten, fordert aber auch von der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft sowie den vielen kleinen Viehhaltern ein Umdenken. Betriebe müssen Herdenschutz-Hunde ausbilden, höhere Zäune kaufen und aufstellen", weiß der Fachmann und ergänzt, dass im Gebiet der Ohrdrufer Wölfin sogar Herdenschutz-Esel in den Schafsherden eingesetzt werden.

Auch in der Forstwirtschaft sowie in den vielen Jagdbezirken werde sich einiges ändern, das Wild verhält sich vorsichtiger und bildet große Rudel, die dann auch die Äsungszyklen so legen, um während der „Jagdzeit“ des Wolfes in sicherer Deckung zu sein. Andererseits: Größere Rudel oder Rotten bedeuten aber auch in der Feldflur und im Wald größere Schäden.

Es sind - wie so oft im Leben - die zwei Seiten einer Medaille, die betrachtet werden sollten. Familie Findeisen will sich diesem Spannungsfeld stellen. Bei den verbliebenen Schafen, aber auch bei den Pferden und Schweinen, die allesamt auf Grünland gehalten werden, sollen nun die Sicherheitsstufen erhöht werden.
Peter-Stefan Greiner
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Kommentare

04.06.2020, 16.20 Uhr
Paulinchen | Der Wolf und ich,… (Teil 1)
…werden in meinem Leben, ganz sicher keine Freunde mehr. Das hat aber irgendwie einen anderen Hintergrund. Denn ich bin auch kein Freund von Hunden, weil mich ein solcher mal unsanft attackiert hat. Nun wird der Fachmann sagen, dass man beide Arten vielleicht nicht in einen Topf stecken sollte, aber das soll hier nicht mein Thema sein.
In einem Kommentar zu dem nnz-Artikel konnte ich lesen, dass man ja auch gegen die Besiedlung der Wildschweine ist. Hier möchte ich mal ansetzen. Ich kann mich erinnern, dass unser Krankenhaus mal extreme Probleme mit diesen Borstentieren hatte. Auch die angrenzenden Gartenbesitzer waren damals nicht unbedingt begeistert von diesen Tieren. Aber was waren die Ursachen des plötzlichen Auftauchens dieser Rotten, welche die gesamte Landschaft auf ihre Art „kultivierten“?
Es war „nur“ der Mensch. Die Patienten des Krankenhauses, fütterten die Tiere mit allem was die Krankenhausküche zu bieten hatte. Schauen wir mal auf die Erweiterungen der Kommunen. Wird denn für die Schaffung von Eigenheimen irgendwo im Zentrum einer Stadt dafür Platz geschaffen? Nein – unser Wald muss in der Regel herhalten, bzw. verschwinden. Wem nehmen wir habgierigen Menschen den Lebensraum weg? Gehen wir tatsächlich mit unserem Hausmüll (insbesondere mit den Lebensmittelresten) gewissenhaft um? Das Füttern von Tauben ist in Nordhausen verboten. Das Gleiche gilt im Raum Brandenburg für die Wildschweine. Doch was macht der Mensch? Er macht im Rahmen eines Familienausfluges, eine Wildtierfütterung daraus. Die Bauern fluchen über diese Wildschweine und verlangen von den Jagdpächtern den Abschuss derselben, weil sie z.B. die Maisfelder plündern.

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04.06.2020, 16.21 Uhr
Paulinchen | Der Wolf und ich,… (Teil 2)
Daher wäre es an der Zeit, darüber nachzudenken, welche Gattung von Lebewesen, soll nun wo leben und sich auch ernähren können? Es kann auch nicht die Lösung sein, dass der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird, wenn der Wolf wieder zugeschlagen hat. Nur wo soll Isegrim leben? Im Wald – den wir Menschen mit konstanter Boshaftigkeit mittels Kettensäge pflegen? In unseren Wäldern bekommen die Wildtiere inzwischen schon einen Sonnenbrand, weil sie so „dünn“ geworden sind. Deshalb ist es höchste Zeit, darüber nachzudenken, bevor jemand auf die Idee kommt und setzt kleine, braune Teddybären aus, ob und wie Mensch und Wildtier zusammen auf relativ engen Raum leben können. (wenn überhaupt)

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04.06.2020, 17.13 Uhr
Pe_rle | Wölfe
der Mensch wird immer ein Tier finden welches ihm missfällt.
Gestern war es der Kampfhund ,heute ist es der Wolf,und morgen der Braunbär
Nur über sich selbst denkt er nicht nach

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04.06.2020, 17.14 Uhr
harzwj | Ach, "Paulinchen",
Ihre Beiträge sind meistens so "herzzerreißend", spannend und gut zu lesen. Danke dafür.
W. Jörgens

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04.06.2020, 17.19 Uhr
tannhäuser | Respekt Familie Findeisen!
Damit haben Sie einige Kommentare (Von Stadtmenschen?) auf die Erstmeldung durch Ihr Verständnis für die natürliche Auslese ad absurdum geführt.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Tieren alles Gute!

Dachse, Waschbären, Wildschweine, Marder etc...Alle diese Räuber können Schäden verursachen. Aber der Wolf wird als schlimmste Bedrohung gehypt...

Vielleicht kommen irgendwann demnächst Bären zurück in unsere Wälder....Das Medien- und Kommentarsgeklingel möchte ich erleben.

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