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So, 10:11 Uhr
10.05.2020
ifo-Studie

Ist die deutsche Medizin abhängig vom Ausland?

Deutschland ist im Jahr 2019 beim Handel mit medizinischen Gütern kaum vom außereuropäischen Ausland abhängig gewesen. Laut einer Studie des ifo Instituts hat das Land in diesem Bereich einen Handelsüberschuss von 37 Mrd. Euro erwirtschaftet...

Einen Überschuss gibt es sowohl beim Handel von Arzneien als auch von medizinischer Ausrüstung wie etwa Beatmungsgeräten oder Desinfektionsmitteln.

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„Die These, dass Deutschland beim Handel medizinischer Güter am Tropf der Globalisierung hängt, ist empirisch nicht belegbar“, schreiben die ifo-Wissenschaftler Martin Braml, Feodora Teti und Rahel Aichele in einem Aufsatz für den ifo Schnelldienst. „Vielmehr hat Deutschland nach wie vor eine bedeutende Rolle im globalen Medizingüterhandel inne.“

Die Autoren sprechen sich dafür aus, einen nationalen Medikamentenvorrat anzulegen um die medizinischen Versorgungsengpässen vorzubeugen: Die Vorräte müssten mindestens so lange ausreichen, bis die die heimische Volkswirtschaft im Krisenfall selbst die Versorgung mit notwendigen Medizingütern sicherstellen könne. „Von protektionistischen Maßnahmen sollte die EU Abstand nehmen, um den freien Welthandel zu sichern“, erklären Braml, Teti und Aichele. Zudem sprechen sich die Autoren dafür aus, die EU-Einfuhrzölle auf alle medizinischen Produkte dauerhaft auf null zu setzen.

„Bei Importen ist die Anzahl der Bezugsquellen wichtiger als die Frage, ob ein Produkt heimisch produziert oder importiert wird“, erklären die Autoren und ergänzen: „Mit der Zahl der Zulieferer sinkt die Abhängigkeit, und bei einer hinreichend hohen Zahl kann die Versorgung sogar stabiler sein als allein durch heimische Produktion.“

„Knapp zwei Drittel der medizinischen Importgüter bezieht Deutschland aus 31 oder mehr Ländern, was einen hohen Grad an Diversifikation beim Bezug dieser Produkte bedeutet“, schreiben die ifo-Wissenschaftler. 72 Prozent seiner Arzneimittelimporte bezieht Deutschland aus den Mitgliedstaaten der EU. Außerhalb der EU sind die USA, die Schweiz und das Vereinigte Königreich bedeutende Exporteure medizinischer Güter nach Deutschland.

Der Arzneimittelimport aus China und Indien beträgt zusammen 409 Mio. Euro und damit 0,8 Prozent des gesamten deutschen Arzneimittelimports. „Dies widerlegt die Behauptung, Deutschland sei grundsätzlich vom Import aus asiatischen Ländern abhängig“, merken die Autoren an.
Autor: red

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Kommentare
ottilie
10.05.2020, 11:49 Uhr
Viele Medikamente jetzt schon Mangelware
Das merkt man jetzt schon in unseren Apotheken, dass es viele verschreibungspflichtige Medikamente nicht mehr zu bekommen sind und man Ersatzmittel erhält mit gleichen Wirkstoffen.
So mußte ich für ein Blutdruckmittel, das sonst 5 Euro Zuzahlung kostet, sage und schreibe, eine Zuzahlung von 25,41 Euro leisten. Ganz schön unverschämt. Und nun bleibt zu hoffen, dass es auch verträglich ist.

Man hofft, dass es nicht noch mehrerer dieser Zuzahlungen gibt.

Aber es wird wohl nach und nach alles teurer werden.
sputnik
10.05.2020, 12:02 Uhr
Gesundheitssystem eher kaputt gespart
Mit den diversen Gesundheitsreformen und Verordnungen hat man doch in den letzten Jahrzenten unser Gesundheitssystem nur noch auf Gewinn und "Marktwirtschaftlichkeit" getrimmt. Was es mit der Corona-Krise dann auf einmal alles nicht gab oder vorhanden war - und wie alle Bereiche der Wirtschafstunternehmen die Marktwirtschaft in vollen Zügen ausgenutzt und ausgelebt haben um irgendwo in China, Timbukto oder wo auch immer produzieren zu lassen um maximale Gewinne einfahren zu lassen, das haben doch alle Bürger am eigenen Leib und im täglichen Leben gespürt. Von wegen einen gewissen Grundbedarf als Dauervorrat, auch für solche Pandemien oder Extreme zur Verfügung zu haben. Die Realität haben ja alle erlebt, nicht nur mit den nicht verfügbaren einfachen Masken.
Hier sehe ich wiedermal den Satz von Winston Churchill vor Augen von wegen Statistiken und so. Sinngemäß wiedergegeben, wer die Statistik nicht fälscht, mißbraucht und "hinbiegt wie er es braucht, ...

Es ist ein bundeseinheitliches Umdenken notwendig zur Sicherung einer guten grunversorgung und für solche Pandemien und andere Extreme. Dafür mußß aber in dewr Wirtschaft, Medizin, Politik umgedacht werden.
Paulinchen
10.05.2020, 14:08 Uhr
Nicht nur Deutschland hängt am Tropf...
... wenn es um den Mangel an Medikamenten geht. Es ist ja durchaus verständlich, dass nicht nur das Herstellen der Medikamente seinen Preis hat, nein auch die Forschung und Entwicklung müssen bezahlt werden. Nicht anders ist es mit dem Bau von guten und zuverlässigen Autos.

Nur hängen an unseren Kassenbeitragen leider zu viele "Parasiten", in Form von unzähligen Krankenkassen. Hinzu kommt auch, dass in Deutschland nicht alle Beschäftigten in die Sozialkassen einzahlen und dennoch dabei den Vorteil genießen, dass sie nicht so von den Mangelerscheinungen betroffen sind. (unsere lieben Beamten eben)

Es ist mit Sicherheit ein Kardinalfehler gewesen, die Apotheke nach Asien auszulagern. Dabei ist es auch nicht ausgeschlossen, dass wir wegen des Ausbruchs des Coronavirus in China, von dort keine Schutzmasken und sonstiges mehr bekommen haben. Sie saßen eben an der Quelle. Was hat man denn mit den Betrieben in Jena, Wernigerode und dem Rest in Deutschland gemacht? Von dort kamen hochwertige und saubere Medikamente her.

Wer hat zufällig am Donnerstag den Bericht im TV gesehen, als es um die Herstellung von Medikamenten in Indien ging? In engen Gassen, unter freiem Himmel, werden die Grundstoffe für Medizin zusammen gemehrt. Von Hygiene nicht die Spur einer Anstrengung! Aber hier in Deutschland wird damit eine Menge Geld gescheffelt, wenn gleich sie den Preis nicht wert ist.

Aus meiner Sicht ist das ein gefährliches Spiel, was die Krankenkassen mit uns spielen. Ich erinnere nur an das verunreinigte Valtarsan, welches zur Senkung des Blutdrucks benutzt wird. Die Pharmaindustrie gehört zurück nach Deutschland! Es sollte unseren Regierenden eine große Warnung sein, was durch das Coronavirus alles ans Tageslicht gekommen ist. Im Moment gibt es schon Probleme mit ca 400 Medikamenten bei der Versorgung. Es ist immer gut gesagt, es ist doch der gleiche Wirkstoff im Austauschmedikament, nur die restlichen Zusatzstoffe machen nicht selten das Problem. In der Apotheke habe ich mal gesagt, dass ich keine Medikamente mit gepressten Hühnerkot haben möchte. Die Apothekerin grinste und ließ mich wissen, dass sie doch dafür nicht verantwortlich ist.
memento mori
11.05.2020, 11:24 Uhr
Statistik vom ifo-Institut
Die Redewendung: "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast" ist ja in den Kommentaren bereits gefallen. Ich denke, die Statistik kann ja sogar so ausfallen, wie sie fallen, die Interpretation ist ja das wichtige, wie lasse ich es in der Auswertung dastehen.

Alleine der erste Absatz ist so nichtssagend wie sinnfrei:
Die Abhängigkeit von Importen kann man doch nicht am Handelsüberschuss fest machen? Nur, weil wir mehr exportieren als importieren, heißt es doch noch lange nicht, dass wir unabhängig sind. Wir könnten ja auch theoretisch 100% der Ressourcen importieren, hier verarbeiten und teuer weiterverkaufen, hätten einen Handelsüberschuss, sind jedoch zu 100% von Importen abhängig. Absolut kein Argument.

2. Die Einfuhrzölle auf 0% zu setzen, finde ich ebenfalls bedenklich. Die Pharma-Industrie schmeißt so viel sinnfreie und überteuerte Placebo-Medizin auf den Markt, da sollte eine EU-weite stabile Versorgung durch Eigenproduktion mit Schutzzöllen auf nicht unbedingt notwenige "Medizin" geschützt werden.

3. Den Arzeneimittelimport vom Umsatz abhängig zu machen, ist auch nicht sinnvoll. Man importiert aus China wahrscheinlich ein ganzes Container-Schiff voll mit Ibuprofen zum selben Preis, wie eine Ampulle eines speziellen Krebs-Mittels aus den USA oder der Schweiz. Natürlich ist der Umsatz aus China und Indien geringer, da dort die günstigen Mittel hergestellt werden. Versorgt man jedoch unsere Volkswirtschaft mal 2 Wochen nicht mit Kopfschmerztabletten, steht die Wirtschaft wohl noch mehr still als aktuell.

4. Die Diversität der Versorger stellt natürlich ein geringeres Ausfallrisiko dar. Gibt es in China ein Erdbeben, hat man noch die Importe aus Indien. Helfen tut einem das jedoch nicht in einer Lage wie der aktuellen, einer Pandemie. Denn dann werden einem alle Versorger die rote Karte zeigen und erstmal an sich selbst denken. Da hilft dann nur die Eigenproduktion.

Von daher ist der Vorschlag, einen Vorrat an Medikamenten zu haben, bis die eigene Produktion hochgefahren werden kann, für mich der sinnvollste Satz dieses Artikels.
diskobolos
11.05.2020, 13:50 Uhr
Es ist wie meistens komplizierter!
Man hat im Grunde immer zwei Möglichkeiten, Man macht es marktwirtschaftlich oder sozialistisch. Trifft nicht nur auf das Gesundheitswesen, sondern genauso die Wohnungswirtschaft zu. Die soz. Lösung wollten die Menschen nicht, dafür gab es Gründe. Jetzt merken einige, dass auch der Markt seine Nachteile un wollen so etwas wie einen sozialistischen Markt. Das gibt es aber so nicht.
1) Im Kapitalismus wird das Geld immer so investiert, dass es möglichst viel Gewinn abwirft. Wie auch sonst? Machen wir doch als Anleger auch so. Da steht dann ein Pharmabetrieb in D gegen z. B. eine Immobilie in Hongkong.
2) Der Wunsch, deutschen Firmen vorzuschreiben, was sie zu produzieren haben, ist zwar jetzt verständlich, widerspricht aber 1).
3) Wenn es "der Staat" richten soll, so müssen letztlich "die Politiker" alles entscheiden. Aber gerade von denen halten hier viele Kommentare nicht viel.
4) Ich befürchte, dass das ganze Gesundheitssystem deutlich teurer würde, wenn man Teile daraus aus der Marktwirschaft in staatlich Obhut überführt. Wer bitte soll die Mehrkosten bezahlen. Die implizite Antwort darauf ist meist "die Anderen".
5) bis 10) spare ich mir an dieser Stelle
geloescht.20240214
12.05.2020, 20:38 Uhr
Statistik
Wie sagte eine Nürnberger Professorin so schön im TV. Die Chinesen brauchen keine Atomwaffen um Europa zu vernichten. Einfach ein halbes Jahr keine Wirkstoffe für Arzneimittel liefern und Europa ist hin. Der Statistikwert im Artikel ist mehr als nebulös. Wenn wir massenhaft Traubenzucker nach China liefern würden steigt der sicher zu unseren Gunsten nützt aber niemand. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen umzudenken! Pharmafirmen die in Deutschland ihre Produkte verkaufen wollen, alles bezahlt durch die öffentlichen Kassen haben auch hier zu produzieren. Ggf. In Europa. Alles Andere ist eh nur deren Gewinn. Ansonsten sollen die doch in China produzieren und sehen wo sie das loswerden. Und über Preise brauchen wir nicht diskutieren. Wenn ihre ausländisch produzierten Waren nicht mehr nachgefragt werden und die auf dem Mist sitzenbleiben erledigt sich das vonselbst.Was haben die auf den Trigema grupp geschimpft. Seine Masken wären zu teuer. Gekauft wurden sie trotzdem. Und er hat keine Kurzarbeit gemacht. Mal drüber nachdenken. Schönen Abend noch.
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