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Mi, 10:28 Uhr
22.04.2020
Landesmusikrat Thüringen fordert in einer Stellungnahme:

Drohenden Schaden jetzt abwenden

Mit Bestürzung nimmt der Landesmusikrat Thüringen zur Kenntnis, dass die seit 02.04.2020 in Kraft getretenen Richtlinien zur Beantragung der Corona-Hilfe für Soloselbstständige freischaffende Musiker auch in Thüringen zum größten Teil von der Soforthilfe ausschließt, da diese Personen keine Betriebskosten im üblichen Sinn haben und somit geltend machen können... Diese Änderung der Richtlinie aufgrund der hinzugekommenen Bundesmittel kam für die Kulturszene völlig unerwartet und ohne vorherigen Hinweis der zuständigen Behörden.

Mit der Bekanntgabe am vergangenen Freitag, dass kulturelle Veranstaltungen bis mindestens zum 31. August 2020 kaum stattfinden können, haben besonders freischaffende Künstler mit erheblichen bis kompletten Honorarausfällen über mehrere Monate zu kämpfen. Anträge auf Arbeitslosengeld II können zwar vereinfacht gestellt werden, haben aber aufgrund der Prüfung von Bedarfsgemeinschaften und der Vermögensprüfung kaum eine Chance auf Erfolg.

Der Landesmusikrat Thüringen fordert daher eine, nach Vorbild der Bundesländer Bayern (1.000€) und Baden-Württemberg (1.180€), zeitlich begrenzte, monatliche Pauschalzahlung. Legt man die bei der Künstlersozialkasse im Bereich Musik gemeldete Personenzahl zu Grunde, würde dies rund 1.000 Thüringer Musikerinnen und Musiker und Musikpädagoginnen und Musikpädagogen die Existenz in den kommenden Monaten sichern. Aktuell hat rund die Hälfte der ca. 600 Honorarkräfte der kommunalen Musikschulen in Thüringen keine Absicherung ihrer Existenz aufgrund von Unterrichtsausfall.
Träger von sowohl kommunalen als auch privaten Musikschulen werden dringend gebeten, hier Lösungen zu erarbeiten, den Honorarkräften die Existenz zu sichern. Mit einem Grundeinkommen für die Zeit des Unterrichtsausfalls oder einem zeitnahen Wiedereinstieg in den Einzelunterricht wären für diese freischaffenden Künstler zumindest ein Teil ihres Einkommens gesichert.

Auch deshalb appelliert der Landesmusikrat an die Behörden, Thüringer Musikschulen die Möglichkeit zu geben, so schnell wie möglich wieder für den Einzelunterricht zu öffnen. Hygienevorschriften könnten problemlos umgesetzt werden. Mit der Möglichkeit des analogen Musizierens würde ein wichtiger Ausgleich geschaffen zur ansonsten stark eingeschränkten Aktivität von Kindern und Jugendlichen. Angespannte Situationen, hervorgebracht durch die räumlichen Einschränkungen, könnte somit entgegengewirkt werden.

Für alle Generationen von Konzertbesuchern ist es immanent wichtig, das Musikleben so schnell wie möglich, bei kritischer Prüfung und unter Berücksichtigung der Vorsichtsmaßnahmen, wieder hochzufahren. Das „Musikland Thüringen“ darf seinen Bürgern ein kulturelles Angebot, für viele Bürger*innen ein Grundbedürfnis, nicht länger als unbedingt nötig vorenthalten. Perspektiven für kleinere Veranstaltungsformate, in Bezug auf Ausführende und Publikumsgröße, um dem Totalverlust an Kultur vorzubeugen, werden schnellstmöglich benötigt.

Der Landesmusikrat appelliert an Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, den bereits vor zwei Wochen gefassten Beschluss der Wirtschaftsministerkonferenz für einen monatlichen Pauschalbetrag für Soloselbständige so schnell wie möglich umzusetzen und das Musikleben schrittweise wieder hochzufahren, um eine existentielle Notlage für Musiker und Musikpädagogen zu vermeiden und unser Kulturleben nicht auf Jahre hinaus nachhaltig zu schädigen.
Constanze Dahlet, Geschäftsführerin
Autor: red

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Kommentare

22.04.2020, 11.43 Uhr
Sonntagsradler 2
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
22.04.2020, 12.18 Uhr
Sonntagsradler 2 | Zum 2. Absatz des Artikels
Drohenden Schaden jetzt abwenden
Dann müssen die Leute mal in der Sauren Apfel beisen.
Es geht anderen Selbständigen Künstlern wie Film ,Fernsehen oder Comedy nicht anders.

Ich kenne etliche Leute die auch unverschuldet in solch eine Lage gebracht wurden und auch kein Geld vom Amt bekommen haben.
Also Augen zu und durch so leid es tut.

2   |  6     Login für Vote
22.04.2020, 20.51 Uhr
TilmannG | ...andere selbstständige...
Der Apfel von Sonntagsradler war wohl zu sauer...
Die Initiative des Landesmusikrates schließt andere Selbstständige - ob Künstler oder nicht - keineswegs aus.
Die Lage ist für viele die keine Betriebskosten gelten machen können existentiell. Das wird zunehmend erkannt und thematisiert.
Vielleicht mag der Kommentator in Zukunft erstmal lesen, bevor er Zuwendungen verweigert sehen möchte.

1   |  1     Login für Vote
23.04.2020, 06.37 Uhr
Sonntagsradler 2 | Wenn Sie den Sonntagsradler so nett interpretieren @ TilmannG
Andere Selbständige … Teil 2
Irgendwie Klasse Gefühl! Wenn einen die Felle davon schwimmen und es ans Eingemachte geht.
Es geht den Menschen wie den Leuten.
Na ja dann bekommen die Ballerman Sänger wie Jürgen Drews oder die selbständigen Rapper auch mal umsonst Kohle.

Ach ja zu Ihren letzten Satz.
Wollen wir den Artikel mal richtig auseinender nehmen und die Einzelheiten klarstellen?

Ach ja
Da hätte ich noch eine kleine Aufmunterung falls es nicht klappt und das Amt ruft
Hat mir oder meinen Bekanten auch immer geholfen

Always Look on the Bright Side of Life
Some things in life are bad,
They can really make you mad,
Other things just make you swear and curse,
When you're chewing life's gristle,
Don't grumble,
Give a whistle
And this'll help things turn out for the best.
And...

1   |  1     Login für Vote
23.04.2020, 09.36 Uhr
TilmannG | ...hat mir auch immer geholfen
Dann ist ja alles gut. Und sie sollten nichts dagegen haben, wenn den Schöpfern solcher Lieder ein bisschen geholfen wird.

0   |  1     Login für Vote

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