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Di, 09:59 Uhr
21.04.2020
ifo Institut:

Landflucht so stark wie nie

Der Anteil der deutschen Bevölkerung, der auf dem Land lebt, hat den niedrigsten Stand seit 1871 erreicht. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Dresdner Niederlassung des ifo Instituts...

Daniel Fürhapter auf Pixabay

Diese Verstädterung ist bundesweit zu beobachten – sowohl in wachsenden Bundesländern wie Hessen als auch in schrumpfenden Bundesländern wie Sachsen.

Für die Studie verwenden die Autoren Felix Rösel und Timo Weishaupt neue Daten, die die Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden bis 1871 zurückverfolgen. Die Forscher sehen anhand dieser Daten eine immer stärkere Ballung der Bevölkerung an wenigen Orten.

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„Deutschlands Bevölkerung hat sich während der gesamten Nachkriegszeit noch nie so ungleich im Raum verteilt wie heute“, sagt Studienleiter Rösel. „Vor allem junge Menschen meiden das Land. Dadurch fehlen Fachkräfte und Geburten, was die Unwucht auf mittlere Sicht zusätzlich verschärft.“

Die ifo-Forscher fordern eine Debatte über die Stärkung des ländlichen Raumes. Denkbar seien etwa neue oder reaktivierte Außenstellen von Behörden und Hochschulen auf dem Land sowie ein Abbau der Benachteiligung kleiner Gemeinden bei den Finanzzuweisungen der Bundesländer.

Der vollständige Aufsatz von Felix Rösel und Timo Weishaupt mit dem Titel „Städte quellen über, das Land dünnt sich aus: Anteil der Landbevölkerung auf niedrigstem Stand seit 1871“ ist in Heft 02/2020 der Zeitschrift „ifo Dresden berichtet“ veröffentlicht, das soeben erschienen ist. Die Beiträge des Heftes finden sie unten als Download.
Autor: red

Downloads:

Kommentare
N. Baxter
21.04.2020, 14.00 Uhr
ich lebe gern auf dem Land
umso mehr gehen, umso besser und ruhiger für mich...
Wolfi65
21.04.2020, 18.40 Uhr
Man muss bloß aufpassen...
dass es nicht dort auf dem Lande zu ruhig wird.
Ist man erst einmal nicht mehr in der Lage, mit dem Auto usw. mobil zu bleiben, dann wird es eng auf der eigenen Scholle.
Einkaufen und wichtige Arzttermine werden dann zum unlösbaren Problem.
Wenn irgendwann der Pflegedienst sich weigert, in die abgelegenste Ecke zu fahren, ist Schluss mit lustig.
Dann bleibt nur noch der Umzug in die Stadt und oder in das nächste Pflegeheim.
Das habe ich schon des Öfteren im Bekanntenkreis mitbekommen.
Mich selbst würde es im Moment auch lieber in den ländlichen Raum ziehen, aber man bleibt ja nicht ewig fit for fun.
Wer dann keinen mehr hat, der vieles mit dem Auto übernehmen könnte, ist voll in den Pops gekniffen.
Einmal, oder auch zweimal am Tag der Bus in die Stadt, wäre für mich keine Alternative.
DDR-Facharbeiter
21.04.2020, 20.44 Uhr
Immer mehr Leute ziehen wegen der hohen Stadtmieten aufs Land.
Immer mehr Leute ziehen wegen der hohen Stadtmieten aufs Land, habe ich gelesen.
Was stimmt denn nun?
Dass seit 1871 mit Beginn der Industrialisierung, in der sogenannten Gründerzeit, Kleinbauern und Landarbeiter auf der Suche nach besser bezahlter Arbeit und Befreiung von der Bevormundung durch Gutsherren vom Dorf in die Städte zogen, habe ich schon 1954 im Geschichtsunterricht an der Humboldtschule gelernt.
Ist bis heute eine Binsenweisheit.
"Eine Stärkung des ländlichen Raumes durch Aussenstellen von Behörden und Hochschulen" oder durch "Urbanisierung" auf Pump,
wie in dem Aufsatz der Herren Rösel und Weishaupt ifo-Institut Dresden vorgeschlagen wird, schafft keine oder wenig Wertschöpfung.
Wer soll die Zeche am Ende bezahlen?
Den ländlichen Raum und leerstehende Industrie-Areale füllt man durch Bereitstellung von Transport-Wegen, Boden für Produktions- Anlagen und Wohnungen, niedrige Gewerbesteuern, durch kompetente Werbung und und und.
Die florierenden Landgemeinden in Baden-Württemberg, Hessen und Bayern zeigen, wie es geht.
Die können sich auch "Urbanisierung" mit eigenen Schwimmhallen, Gymnasium , Kulturhäusern mit Bühnen-Ausrüstung und Fussball-Stadien leisten.
Der Aufsatz der Herrren Rösel und Weishaupt ist in meinen Augen nicht das Geld der Kreditanstalt für Wiederaufbau wert, die diese "Schülerarbeit" mitfinanziert hat.
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