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08.01.2020
25 Jahre Tanzstudio Radeva

Leben ist Bewegung

Vor 25 Jahren eröffnete Louiza Radeva ihre Tanzschule mit 27 eifrigen Schülerinnen. Heute betreut sie in Sondershausen und Nordhausen rund 190 Kinder und Jugendliche in 27 Gruppen. Den großen Geburtstag will man in diesem Jahr ordentlich feiern und auch Junggebliebenen Tanz, Balett und Körpergefühl nahe bringen…


Wenn die richtige Musik erklingt, dann bewegt sich der Mensch. Rhythmus und Bewegung sind Teil des Lebens seit die ersten Instrumente erfunden wurden. „Die ganze Welt kann tanzen“, sagt Louiza Radeva, tatsächlich Tänzer zu werden steht aber auf einem ganz anderen Blatt.

Die gebürtige Bulgarin weiß wovon sie spricht, vor 25 Jahren entschied sich die gelernte Balletttänzerin für die Familie und gegen die naturgemäß knapp bemessene Karriere als professionelle Tänzerin auf der großen Bühne. Die Freude am tanzen hat sie nie verloren, im Gegenteil: in Sonderhausen eröffnete ihr eigenes Tanzstudio. Bedarf und Nachfrage seien damals wie heute groß gewesen, sagt Radeva, nach nur drei Jahren wurde man auch in Nordhausen aktiv, 2006 bezog man hier die Proberäume, in denen man bis heute an Grazie und Technik feilt. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler nahm stetig zu, aus 27 Kindern wurden 27 Gruppen mit jüngeren und älteren Eleven, zumeist Mädchen hin und wieder aber auch jungen Herren.

Wer Profi werden will, vor dem lägen acht bis neun Jahre harter Arbeit in denen von früh bis spät geübt werden müsse, erzählt die Tanzlehrerin. Einige der Radeva’schen Schülerinnen haben diesen Schritt tatsächlich getan, der eigentliche Reiz liege für die meisten aber in der Erfahrung auf der Bühne, dem Teamgeist in der Mannschaft, der Disziplin der Proben und natürlich dem Spaß an Rhythmus und Bewegung. „Das nimmt man alles mit und die Erfahrung prägt für das ganze Leben“, meint Louiza Radeva.

Was man bei ihr von der Stange bis zum Spitzenschuh lernt, zeigen die Tanzschule immer wieder auf den Bühnen der Region, sei es im großen Haus in Nordhausen, auf den Schlossfestspielen, bei Volksfesten wie dem Wein- oder dem Rolandsfest oder bei Gastauftritten mit den Profis des Nordhäuser Theaters. Für den guten Draht zur Theaterszene, den man schon unter Intendant Christoph Nix hatte knüpfen können, und für die Möglichkeit vor viel Publikum auf die Bühne zu gehen sei man sehr dankbar, das gebe es in Städten wie Nordhausen und Sondershausen nur sehr selten.

Im Jubiläumsjahr will man die Freude an der Bewegung weiter tragen. Eine große Balett- und Tanzgala darf da natürlich nicht fehlen. Wann die genau stattfinden wird steht zwar noch nicht fest, wahrscheinlich im September, aber auch so hat man sich einiges vorgenommen. Ab dem 13. Januar startet man mit einer Schnupperwoche und jeder Menge neuer Kurse in die nächste Saison, darunter ausgefallenes wie „Kala“, eine tiefenentspannte Mischung aus Yoga, Tai-Chi und Tanz, populärem und schweißtreibenden wie „Zumba“ und überraschendem wie Seniorentanz, „Funky“ und „Country“-Dance, für junge, jungegebliebene und Line-Dance-Liebhaber, die etwas mehr Freiheit suchen.


Mit dem frischen Programm begibt man sich in bis dato unbekannte Gefilde. Möglich wird das auch, weil man sich mit Tanzlehrerin Tina Geßner Verstärkung ins Team geholt hat. Grundlage sei und bleibe das klassische Ballett, erzählt Radeva, nach einem Vierteljahrhundert müsse man aber auch einmal in neue Richtungen gehen.

Denn auch in der Tanzkunst bleibt die Zeit nicht stehen, die Öffnung hin zu neuklassischen Formen habe dem Ballett in den letzten Jahrzehnten zu einem Popularitätsschub verholfen und die Kunst zugänglicher gemacht, erzählen die Radevs und dem kreativen Prozess tue es gut, wenn man nicht immer nur im eigenen Sud bade, sondern auch neue Reize von außen kennen lerne. Einen solchen soll Selatin Kara Mitte Mai in zwei Workshops geben. Der Choreograph hat schon für Hollywood, den Eurovision-Song-Contest, die Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ und zuletzt für das deutsche Kino gearbeitet und wird sich in Nordhausen mit Neuklassik, Jazzdance und HipHop befassen. Bei Interesse kann man sich schon jetzt beim Tanzstudio Radeva per E-Mail oder telefonisch anmelden.

Wer nicht gleich ins kalte Wasser springen will, sondern erst einmal einen breiteren Einblick in die Welt des Tanzes und des tanzen-lernens bekommen will, den lädt man zum Tag der offenen Tür Anfang März in die Proberäume am Alten Tor. Und wer sich mehr für das Ergebnis als für den Prozess interessiert, dem sei der nächste große Auftritt der Tanzeleven ans Herz gelegt: am 19. Januar wird man um 16 Uhr noch einmal den „Nussknacker“ auf der großen Bühne des Nordhäuser Theaters tanzen.
Angelo Glashagel
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