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Mo, 07:21 Uhr
19.08.2019
nnz-doku

Bürger stellt viele Fragen

Am Fuße des Petersberges, zwischen Weberstraße und Töpferstraße will die SWG ein Parkhaus errichten. Gegen das Vorhaben, das die Einziehung einer öffentlichen Verkehrsfläche nach sich zieht, hat nnz-Leser Marcel Hardrath Einwände erhoben...


Dieser Einwand datiert vom 16. Mai dieses Jahres und wurde seitens der Stadt geantwortet . Damit jedoch will sich der Mann, der in Rodishain Zuhause ist, nicht zufrieden geben und hat erneut dem Rathaus einen Brief mit vielen Fragen zukommen lassen, den wir an dieser Stelle dokumentieren.


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Mitglieder des Stadtrates,

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als Tagesordnungspunkt 13.29 ist auf der Sitzung des Stadtrates am 28.08.2019 die Einziehung der oben genannten öffentlichen Verkehrsfläche geplant.

Im Rahmen der Bekanntmachung der Einziehungsabsicht wurden von mir gemäß Thüringer Straßengesetz (ThürStrG) Einwände erhoben und diese von der Stadt Nordhausen mit Schreiben vom 16.05.2019 zur Kenntnis genommen.

Dabei wurde von Seiten der Stadt erläutert, dass der Bau eines Parkhauses im Interesse der Stadt Nordhausen liegt und insbesondere verkehrsplanerische und städtebauliche Belange berücksichtigt wurden, jedoch keine inhaltlichen Angaben gemacht. Da die Bedenken daher nicht ausgeräumt wurden, stelle ich hiermit die folgenden Fragen:
  • Im ISEK 2030 werden die städtebaulichen Entwicklungsziele der Stadt Nordhausen beschrieben. Im Bereich des Sanierungsgebietes Innenstadt wird beschrieben, dass insgesamt 127 Wohneinheiten zurückgebaut wurden und mit der Tiefgarage am Bürgerhaus und das Parkhaus der Marktpassage weitere Parkmöglichkeiten entstanden sind.
  • Wird im ISEK 2030 oder anderen Stadtentwicklungsplänen im Bereich der Töpferstraße ein Bedarf für weitere Parkflächen gesehen?
  • Wurde im Nachgang der Errichtung der beiden genannten Anlagen Verkehrszählungen im Bereich Kornmarkt/ Töpferstraße vorgenommen? Kommt es auf diesem Stadtabschnitt bereits heute zu Rückstau/ zählflüssigem Verkehr in Richtung August Bebel Platz?
  • Wie hoch war die durchschnittliche Auslastung der Parkflächen am Bürgerhaus und liegen Zahlen zur Auslastung des Parkhauses der Marktpassage vor bzw. wurden sie bei der Bedarfsermittlung angefragt?
  • Ist es mit dem ThürStrG im Einklang, erst im Nachgang der Einziehung der öffentlichen Verkehrsflächen eine Prüfung der verkehrlichen und städtebaulichen Belange durch den Neubau des Parkhauses im Detail zu prüfen? In wieweit wurden Interessen der Theatersanierung, der damit wegfallenden Stellflächen gegenüber dem öffentlichen Interesse gewertet?
  • Wurde der aktuelle Bestand an Grünflächen im Bereich der öffentlichen Verkehrsfläche auf schützenwerten Bestand geprüft?
  • Wo befinden sich, unter Berücksichtigung der stromführenden Oberleitungen der Straßenbahn, die Feuerwehraufstellflächen der bebauten Flurstücke im Bereich Weberstraße / Einmündung Hundgasse, Kornmarkt / Einmündung Töpferstraße und Töpferstraße / Einmündung am Petersberg und wo werden sich diese in Zukunft befinden?
  • Können die internen Prüfungsberichte der Stadt Nordhausen zu den genannten Belangen, die vor dem Beschluss zur Einziehungsabsicht ermittelt wurden, der Öffentlichkeit zur Transparenz des Verwaltungshandelns veröffentlicht werden?
Freundliche Grüße
Marcel Hardrath
Autor: red

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Kommentare
Marco Müller-John
19.08.2019, 12:17 Uhr
Verkehrsinfrastruktur
Welch wortgewaltiger sprachlich sehr verwaltungsdeutscher Beitrag. Ich bitte Sie, in all Ihren Bestrebungen zu prüfen, wie vorteilhaft ein Parkhaus für die Ladeinfrastruktur der zukünftigen E Mobilität ist. Die Ausrüstung von Stellflächen mit Ladesäulen ist einfacher und unkomplizierter als die Nachrüstung bestehender Parkflächen. Also in diesem Sinne, einfach die SWG das Parkhaus bauen lassen und sich relevanten Themen zuwenden, letztlich mietet niemand eine Wohnung ohne Stellplatz. Und niemand kauft sich ein E Auto ohne Ladesäule direkt am Stellplatz. Umdenken statt Querdenken.... Grüsse
Paulinchen
19.08.2019, 20:28 Uhr
Vor einigen Wochen,...
... schrieb ich schon einmal zu diesem Thema. Leider ist unsere Stadt offenbar für die nächsten 25 Jahre noch immer in Sachen Finanzen am untersten Level. Warum baut man nicht gemeinsam mit den beiden großen Wohnungsunternehmen WBG und SWG, nicht auf dem August - Bebel - Platz ein großes Parkhaus mit zwei unterirdischen Etagen? Oben drüber baut man eine große Markthalle. Ich war vor einigen Tagen in Innsbruck, dort gibt es eine solche Markthalle. Dort ist auch eine Vielzahl von Gastronomie der verschiedensten Arten und jede Menge von Lebensmittelhaendlern untergebracht. Bitte - das ganze mit hohem Niveau. Ich bin gern bereit, davon ein paar Fotos bereit zu stellen. Der Platz, welcher letztlich auch ein Stück deutscher Geschichte geschrieben hat, zumindest für unsere Heimatstadt, hat ein wesentlich besseres Aussehen und Niveau verdient. Man kann drumherum auch Bäume anpflanzen und Bänke aufstellen. Selbst die Bewohner der Gemeinden Leimbach und Stegerthal würden davon profitieren. Da wird das Warten auf den Bus, zum Vergnügen. Nur man müsste endlich den Reiz für die Rolandstadt mal aufpolieren, dann klappt es auch mit dem Tourismus besser. Um die von mir genannte Markthalle gibt es auch noch einen Freimarkt,nebst Fahrgeschaeften für die Kleinen. Dieser ist aber nicht immer vorhanden. Was soll das Parkhaus am Kino? Die umliegenden Straßen sind vollgeparkt von Fahrzeugen der genannten Wohnungsunternehmen. Wenn denen dann im Parkhaus auf dem Bebel - Platz abgeschlossene Boxen vermietet werden, entlastet es den ruhenden Verkehr im Stadtzentrum erheblich. In unserer Stadt wird viel zu kleinkariert gedacht und gebaut. Es ist bisher nichts entstanden, was für die etwas fernere Zukunft, noch ausreichend ist. Me nsch- es muss doch möglich sein, wenn drei Bauherren gemeinsam ein Projekt planen, dieses auch zu realisieren. Kommt doch mal aus dem Knick! Es ist für die Bürger unserer Stadt und für die künftigen Gäste.
M_Hardrath
19.08.2019, 22:35 Uhr
@Paulinchen
Ich persönlich bin einfach nur enttäuscht, kein Neustart im Nordhäuser Rathaus.

Wenn man einen höheren Bedarf an PKW Stellflächen in der Innenstadt argumentiert, bedeutet dies doch automatisch im Umkehrschluss, dass die Straßenbahn und Busverbindung vor der Haustür nicht angenommen wird und pro Haushalt ein Zweitwagen hinzukommt. Die Stadtentwicklung hatte in der Vergangenheit immer das Ziel, Alternativen zum PKW zu fördern, weil man halt nicht nur auf die Kosten für sein eigenes Unternehmen geschaut hat, sondern die Kosten für die Allgemeinheit im Blick hatte. Wer darf denn nun dieses neue Parkhaus finanzieren? Es sind die Mieter der SWG, die bereits teure Sanierungen von kleinen Standorten in Altstadt bezahlen, Mieter an anderen Standorten, deren Mieten nun angepasst wurden, obwohl die Sanierung ihrer Blöcke mehr als 10 Jahre zurückliegt. Mieter die jetzt per Anschlusszwang an die Fernwärme angeschlossen werden sollen und künftig nie mehr Einfluss auf ihre Kostenabrechnung im Monopol Fernwärme haben.

All dies wäre zu verstehen, wenn man es ordentlich begründen würde, mit Plänen für die Zukunft über einen längeren Horizont und versucht in Bürgergesprächen um Zustimmung zu werben. Was man in dieser Stadt allerdings erlebt ist ein kurzfristiges Denken, geprägt von Sanierungsstau beheben, Kleinstandorte Entwicklern, ganz geheim in nicht öffentlichen Sitzungen, ohne einen Plan fürs große Ganze und ohne Bürgerbeteiligung und Transparenz.

Ziel meiner Anfrage ist es, dass die Gründe für den Bau an diesem Standort klar benannt werden und dass wir alle wissen auf was man sich hier einlässt.

Zum Baugrund, also zu dem auf was man hier ein Fundament setzt, habe ich nichts geschrieben.

Wenn man meint der Bebelplatz sei eine Tongrube, dann herzlichen Glückwunsch zur Töpferstraße. Echte Nordhäuser wissen noch wie der Bau der Kinos 1954 erfolgte und wie der Untergrund in der Umgebung beschaffen ist... . Die Kostenschätzung kann schon aus diesem Grund nicht stimmen und hier wird sehr viel mehr fällig für die Mieter der SWG.

Also ich warte auf die Beantwortung und auf die versprochene Transparenz aus dem Rathaus.
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