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Fr, 08:00 Uhr
28.12.2018
Bleicherode wird Landgemeinde

Rostek geht in den Ruhestand, ein bisschen

Im neuen Jahr wird sich in der Verwaltungsstruktur des Landkreises einiges ändern. Schlag zwölf in der Silvesternacht werden die Stadt Bleicherode und die Verwaltungsgemeinschaft Hainleite aufgelöst. An ihre Stelle tritt dann die Landgemeinde Bleicherode. Die Vorsitzende der VG, Uta Altenburg und Bleicherodes Bürgermeister Frank Rostek wurden deswegen gestern von Landrat Jendricke in den "Ruhestand" geschickt...


Nach einem guten Jahr voller Verhandlungen und Beschlussrunden in Gemeinde-, Ortschafts-, und Stadträten wird sich im westlichen Landkreis ab dem 1.1.2019 einiges ändern. Im Zuge der Gemeindegebietsreform wird es am Südharzrand dann statt 27 nur noch 15 Gemeinden geben. Nachdem Mitte des Jahres bereits die Gemeinde Harztor "gewachsen" war, wird sich nun die Stadt Bleicherode offiziell mit acht weiteren Gemeinden zur "Landgemeinde Bleicherode" zusammen, die Verwaltungsgemeinschaft Hainleite wird aufgelöst.

Damit einher gehen auch neue Verwaltungsstrukturen, die Vorsitzende der VG Hainleite, Uta Altenburg und Bleicherodes Bürgermeister Frank Rostek wurden am gestrigen Nachmittag deswegen von Landrat Matthias Jendricke formal in den Ruhestand versetzt.

Beide werden die Geschicke ihrer Gemeinde trotzdem weiter mitbestimmen. So wurde Rostek durch die Kommunalaufsicht bis zu den Wahlen im Mai kommenden Jahres als staatlicher Verwalter der neuen Landgemeinde eingesetzt und wird zudem als ehrenamtlicher Ortschaftsbürgermeister der Stadt Bleicherode fungieren, Frau Altenburg wird die Abwicklung der obsoleten VG weiter betreuen.

Sowohl für die Mitarbeiter der Verwaltung wie auch für die politischen Vertretungen beginnt damit eine Übergangsphase. Um den "Interessentransfer" der Gemeinden gestalten zu können, wird der Gemeinderat der neuen Landgemeinde für eine Legislaturperiode mit 34 Mitgliedern deutlich umfangreicher ausfallen, als es der Gesetzgeber verlangt, erklärte Rostek. Zudem bestehe eine fünfjährige Arbeitsplatzgarantie für die 43 Mitarbeiter der Verwaltungen. Wolkramshausen werde auch darüber hinaus als Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger erhalten bleiben, einzelne Mitarbeiter aber sicher schrittweise nach Bleicherode wechseln.

Die neue Landgemeinde umfasst 10.500 Einwohner, was eine ordentliche Finanzspritze von rund zwei Millionen Euro mit sich bringt, ein "schönes Startgeld", wie Landrat Jendricke meinte. Mit der Fusion einher geht auch eine generelle Professionalisierung der Verwaltungsarbeit insgesamt, so die Hoffnung in den Verwaltungen. "Wir sind sehr stolz darauf, 27 Jahre lang Dienstleister für die Menschen gewesen zu sein. Aber man muss ehrlich zu sich selbst sein und kommunal so handeln, wie es für die Gemeinden am besten ist", sagte Frau Altenburg, angesichts europaweiter Ausschreibungen und zunehmend komplexer Fördermittelanträge und -abrechnungen könnten kleinere Verwaltungsstrukturen heute nicht mehr effizient arbeiten. Der Zusammenschluss sei zukunftsfähig und nachhaltig.

Den Ortschaften der Landgemeinde wird, anders als bei eingemeindeten Ortsteilen, ein gewisses Maß an Autonomie verbleiben, erläuterte Rostek, zudem wird die neue Landgemeinde als "erfüllende Gemeinde" für die verbleibenden Kommunen der VG Hainleite tätig werden. Für die Bleicheröder ist das nichts neues, statt bisher sieben wird man in Zukunft dann aber nur noch fünf Gemeinden betreuen.

Auch im Landratsamt ist man froh über die freiwillige Neustrukturierung, in Bereichen wie dem Rechnungsprüfungsamt oder der Kommunalaufsicht werde man in der Übergangszeit zwar zunächst mehr zu tun haben. Insgesamt sollte sich der Arbeitsaufwand jedoch verringern, erklärte Landrat Jendricke.

Für Bleicherodes Noch-Bürgermeister verbleibt nur ein Haken an der Sache. Das Land billigt der neuen Landgemeinde lediglich eine Entschuldung von gut 2% zu, eine "marginale" Entlastung, meint Rostek und hofft, dass das letzte Wort hier noch nicht gesprochen ist.
Angelo Glashagel
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Kommentare

28.12.2018, 10.32 Uhr
anno domini
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Gehört nicht zum Thema
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