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Do, 20:00 Uhr
08.11.2018
Regionalplan 2018

Keine neuen Tagebaue

Heute lief die Frist zur Abgabe der Stellungnahmen zum ersten Entwurf des neuen Regionalplanes ab. Auch die Stadtverwaltung nahm Stellung zu den Planungsunterlagen...

Gipskarstlandschaft (Foto: Gernot Thelemann)
Nach dem sich die Fraktionen des Nordhäuser Stadtrates bereits kritisch bis ablehnend mit den Kapiteln des künftigen Rohstoffabbaus in und um Nordhausen befasst hatten, steht auch in der Stellungnahme der Stadtverwaltung Nordhausen eindeutige Ablehnung gegenüber den im Entwurf ausgewiesenen Gebietserweiterungen von 87 Hektar und den zwei neuen sogenannten "Vorranggebieten vorsorgender Rohstoffgewinnung im Mittelpunkt.

In der von Oberbürgermeister Kai Buchmann unterzeichneten Stellungnahme heißt es unter anderem: "Voranstellen will ich daher sehr deutlich den zunehmenden Unmut in Nordhausen über die Geringschätzung der vorhandenen Naturschätze und den scheinbar grenzenlosen Willen zur Ausbeutung und Zerstörung des einmaligen Naturraums hier im Südharzer Gipskarst und speziell in der Stadt Nordhausen. Die Nordhäuser Bevölkerung und der Stadtrat sind immer weniger bereit, ihre Heimat Stück für Stück zu opfern, nur um sich anschließend wieder neuen Forderungen der Rohstoffindustrie ausgesetzt zu sehen."

Desweiteren soll die Südharzer Gipskarstlandschaft als einer von 30 bundesweiten "Hotspots der biologischen Vielfalt" sowie als eines der größten und bedeutendsten Gipskarstgebiete Mitteleuropas erhalten und weiterentwickelt werden. Sie soll mit den darin enthaltenen zahlreichen Schutzgebieten sowie Nationalen Naturerbeflächen als ökologischer Freiraumverbund sowie für den naturverträglichen Tourismus entwickelt werden.

Keine Kritik der Stadtverwaltung gibt es zu den Vorranggebieten Windenergie. Befürwortet werden das Gebiet bei der Deponie Nentzelsrode sowie die Erweiterung und Verschiebung des Vorranggebietes Hörningen-Hochstedt sowie Wipperdorf-Werther, damit die "im LEP 2025 vorgesehenen Ziele erreicht werden, den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu forcieren und den Anteil der Erneuerbaren Stromproduktion (Endenergie) in Nordthüringen bis zum Jahre 2020 auf 1.800 GWh pro Jahr zu steigern, sondern zugleich zusätzliche Wertschöpfungsmöglichkeiten in Nordthüringen erschlossen werden" können.

Keine Kritik findet sich in der Stellungnahme des Nordhäuser Rathauses zu den gesundheitlichen Risiken eines überbordenen Ausbaus von Windparks. Das trifft auch in Nordthüringen zunehmend auf Kritik, so zum Beispiel votierten die Einwohner von Friedrichsthal gegen den Bau von Windrädern, Proteste gibt es auch in Ortsteilen von Sondershausen.
Peter-Stefan Greiner

Um sich einen umfassenden Überblick zur Stellungnahme der Stadtverwaltung zu verschaffen, finden Sie hier das Dokument.
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Kommentare

08.11.2018, 21.27 Uhr
murmeltier | Erneuerbare Energien
Erneuerbare Energien sind heute in aller Munde und sollen die Welt retten. Für die Produktion oder Herstellung der Windräder werden genauso Rohstoffe benötigt , die wo herkommen und wie gewonnen werden?

Ausführliche, kritische und alle Fakten berücksichtigende Diskussionen für das Für und Wieder bestimmter Dinge finden heute kaum statt. Nur Schlagwörter beherrschen die Diskussion, wobei das eine gut ist und das andere schlecht, ein dazwischen gibt es nicht.
09.11.2018, 05.49 Uhr
N. Baxter | So ist das eben
GRUENE traumtänzer die Stimmung gegen aus ihrer sicht alles schlechte machen und das mit Sozialgeschwätzwissenschaftsabschluss...
09.11.2018, 09.18 Uhr
A. Wolf | Die Halden sind da - sind Realität
Der konstruierte Zusammenhang zwischen Naturgipsabbau im Tagebau und erneuerbaren Energien, in diesem Fall Windkraft, ist vom Autor schon ziemlich weit hergeholt. Fakt ist, dass die Halden real sind und die ursprüngliche Natur auf immer und ewig zerstört wird. Windräder sind rückbaubar. Ihre "gesundheitlichen Risiken" werden nur behauptet und sind unbewiesen. Wie seriös es ist einem Fakt eine Behauptung gegenüber zu stellen kann jeder Leser selbst beurteilen.
09.11.2018, 09.19 Uhr
Kritiker86 | Erneuerbare Energien...
sind die Zukunft ob es den PKW oder unseren Strom betrifft, oder viele andere Bereiche in unseren Leben. Wir haben nur diese eine Erde. Und jeder noch so kleine Schritt Richtung Umweltschutz ist der richtige. Noch immer behaupten viele trotz sehr offensichtlichen Zeichen, es gebe den Klimawandel nicht. Was natürlich an den Haaren herbeigezogen ist. Wieso jetzt hier alle auf die Grünen herumhacken, kann ich beim besten Willen nicht verstehen. Egal, Hauptsache ist doch wir haben eine Natur den wir unseren Kindern und Enkelkinder hinterlassen können die Intakt ist und nicht zerstört ist. Und wie es jetzt ist kann es nicht bleiben. Wir brauchen Veränderungen und neue Technologien, neue Ideen,neue Konzepte. Stillstand und Abwarten ist hier die falsche Option. Wir sollten aufhören die Natur zu zerstören und lernen mit ihr zu leben. Kleine Erfolge und der Beitrag jedes einzelnen können hier wahre Wunder bewirken. Und OB Buchmann hat endlich mal Stellung bezogen und gesagt was die NDH nicht wollen. Ich hoffe diesen Kurs wird er beibehalten.
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